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Debatte über Organvergabe: "Wir warten unsere Patienten zu Tode"
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Wie verteilt man Organe gerecht an Kranke? Nach den Organspendeskandalen steht das deutsche Vergabesystem in der Kritik. Der Ethikrat fordert eine Änderung des Transplantationsgesetzes. Doch die Optionen sind ethisch heikel.

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FrankDr 27.09.2013, 12:15
10. Gute Entscheidung?

Zitat von derlabbecker
... ich habe meinen Ausweis zerrissen und weggeworfen.... ich möchte nicht, dass für den Fall der Fälle meine Organe an reiche Pfeffersäcke, womöglich noch in den Emiraten, geht, und eine arme alleinerziehende Mutter in Deutschland sterben muss, obwohl eines meiner Organe gepasst hätte. Und alle die jetzt schreien, bedankt euch bei den Betrügern, die, wie es derzeit aussieht, auch noch alle strafrechtlich nicht belangt werden.


Nehmen wir an, es gibt 2 Spender (Sie und ein Anderer) und 2 Organempfänger (Scheich und Hausfrau).
Nun haben SIE Ihren Ausweis zerrissen und der Scheich bekommt nun nicht Ihr Organ, sondern das Andere.
Wem haben SIE durch Ihre Entscheidung nun geschadet? Dem Scheich, der weiterhin (wenn Ihre Vermutungen zutreffen) ein Organ hat oder die Frau die elendig stirbt.
Denken Sie mal drüber nach.

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lunge02 27.09.2013, 12:19
11.

Zitat von Emmi
Vielleicht sollte man sich damit abfinden, dass Menschen sterblich sind und dass das Versagen lebenswichtiger Organe nun mal zum Tod führt... Welcher Wert liegt überhaupt in einem langen Leben an sich? Geht es den Menschen besser, wenn sich die Lebenserwartung immer mehr erhöht? Mein Eindruck ist ein anderer...
Es steht Ihnen selbstverständlich frei, im Fall einer entsprechenden Erkrankung kein Organ empfangen zu wollen. Es steht Ihnen sogar frei, überhaupt keine medizinische Behandlung erhalten zu wollen.

Aber es gibt eben Menschen, die doch gerne die 30, 40, 50 oder gar 60 erreichen möchten. Von immer mehr erhöhte Lebenserwartung kann hier aber keine Rede sein.

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Nachtheinigte 27.09.2013, 12:20
12. Organvergabe

Zitat von sysop
Wie verteilt man Organe gerecht an Kranke? Nach den Organspendeskandalen steht das deutsche Vergabesystem in der Kritik. Der Ethikrat fordert eine Änderung des Transplantationsgesetzes. Doch die Optionen sind ethisch heikel.
Ja für die betroffenen Menschen ist es schwer, das kann man glauben und auch nachfühlen, obwohl man es erst kann, wenn man selbst betroffen ist.

Doch wir leben in der Marktwirtschaft (Merkel Marktdemokratie), da bestimmen doch Angebot und Nachfrage den Preis, und diese, so die FDP und andere, regelt alles, ganz wie von selbst. Gibt es da denn noch Ethik, wohl kaum oder nur als Feigenblatt.

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lunge02 27.09.2013, 12:24
13.

Zitat von derlabbecker
... als dann das mit dem Vergabeskandal kam. Wie schon lange befürchtet gibt es also das System 'Organ gegen Geld' für Besserverdienende. ich habe meinen Ausweis zerrissen und weggeworfen.... ich möchte nicht, dass für den Fall der Fälle meine Organe an reiche Pfeffersäcke, womöglich noch in den Emiraten, geht, und eine arme alleinerziehende Mutter in Deutschland sterben muss, obwohl eines meiner Organe gepasst hätte. Und alle die jetzt schreien, bedankt euch bei den Betrügern, die, wie es derzeit aussieht, auch noch alle strafrechtlich nicht belangt werden.
Da haben Sie aber was falsch verstanden. Bisher wurde nicht nachgewiesen, dass ein "System 'Organ gegen Geld' für Besserverdienende" existiert.

Meinen Sie wirklich, dass der "armen allein erziehenden Mutter in Deutschland" geholfen wird, wenn Sie Ihr Ausweis zerreissen? Bestimmt nicht!

Vielleicht lesen wieder den Artikel und denken kurz darüber nach, dass es vielleicht keine "Betrüger" waren, sondern vielmehr Ärzte, die wollten, dass diejenigen eine Leber erhalten, die die besten Chancen haben, lange mit der neuen Leber zu leben.

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lunge02 27.09.2013, 12:27
14.

Zitat von gesundheitsethiker
Immer noch vorhandene Systemmängel müssen rasch beseitigt werden!...
Dann machen Sie doch einen Vorschlag, wie es gehen könnte.

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heinereinbier 27.09.2013, 12:32
15.

Zitat von derlabbecker
... als dann das mit dem Vergabeskandal kam. Wie schon lange befürchtet gibt es also das System 'Organ gegen Geld' für Besserverdienende. ich habe meinen Ausweis zerrissen und weggeworfen.... ich möchte nicht, dass für den Fall der Fälle meine Organe an reiche Pfeffersäcke, womöglich noch in den Emiraten, geht, und eine arme alleinerziehende Mutter in Deutschland sterben muss, obwohl eines meiner Organe gepasst hätte. Und alle die jetzt schreien, bedankt euch bei den Betrügern, die, wie es derzeit aussieht, auch noch alle strafrechtlich nicht belangt werden.
Der logische Schluss ihrer und anderer Organspendeverweigerer Tat ist, dass sie fröhlich den Tod der alleinerziehenden deutschen Mutter in Kauf nehmen, aus der reinen irrationalen Angst heraus, einem reichen Araber möglicherweise das Leben zu retten. Ich finde keine Worte für Ihre und die Einstellung anderer Foristen hier. Aber entsetzt bin ich.

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a2569538 27.09.2013, 12:37
16. Ohje

Wenn man die Kommentare hier so liest kann man ja nur den Kopf schütteln. Natürlich kann man nicht einfach aufhören Organe zu transplantieren, außer man hat einfach kein Mitgefühl.
@tatonca: Sie beweisen mit ihrem Kommentar gerade, warum die Spender gerade NICHT über den Empfänger bestimmen sollten. Vllt wollen sie auch nur an Leute spenden, die blonde Haare haben und gewissen anderen Merkmalen entsprechen?
@derlabbecker: Wenn Sie den Ausweis einfach mal länger angeschaut hätten, hätten Sie ggf. die Ankreuzoption „Nein, ich widerspreche der Entnahme von Organen oder Gewebe.“ gefunden. Da hätte man sich das Zerreißen dann ja sparen können.
Ein gerechteres Verfahren wäre sicher wünschenswert- leider wird es voraussichtlich trotzdem nicht genug Organe geben und Menschen, die geliebt und gebraucht werden, werden sterben müssen.
Was viele hier leider vergessen ist, dass selbst ein Organ, was nicht nach subjektiven oder objektiven Regeln gerecht vergeben wurde trotzdem ein Menschenleben retten kann. Sollten meine Organe irgendjemanden mal das Leben retten können (falls der Fall der Fälle eintritt) und damit die Menschen, die ihn lieben glücklich machen, dann wäre das mehr als ich mir wünschen kann.

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wdiwdi 27.09.2013, 12:39
17. Warum gibt es zuwenig Organe?

Wenn nur jemand Transplantatempfänger werden könnte, der sich selber als Spender registriert lässt, und es obendrein viele Bonuspunkte bei der Vergabe für solche Patienten geben würde, die sich schon in jungen, gesunden Jahren registrieren ließen - ich glaube, der Organmangel würde sich schnell in Luft auflösen.

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gag67 27.09.2013, 12:47
18. #tatonca

Ihr Beitrag sprüht nur so vor Zynismus. Welche Unterschiede wollen sie noch machen? Keine Organe für schwule, schwarze oder anders denkende? Oder wollen Sie die Selbstbestimmung nur, weil Sie vorher selber die Hand aufhalten wollen? Meiner Meinung nach, sollte jeder Bürger grundsätzlich Organspender sein und erst durch eigenen Entscheid sich davon befreien können. Auf diese Weise würden sich viel mehr Menschen damit beschäftigen. Ich kenne genügend Menschen, die eine Spende nicht grundsätzlich ablehnen, aber oftmals einfach mangels Interesse ihren Ausweis nicht ausfüllen.

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deepforces 27.09.2013, 13:03
19. Gerne bereit, aber....

ich würde sehr gerne einem Menschen helfen mit einer Organspende der eine tödlich erbkrankheit hat etc. aber bestimmt nicht alkoholikern die eine neue Leber brauchen oder hirnrissigen Rauchern denen die Lunge flöten ging. Schon gar nicht an dieoberschicht die meint mit Geld alles kaufen zu können.

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