Forum: Gesundheit
Debatte über Organvergabe: "Wir warten unsere Patienten zu Tode"
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Wie verteilt man Organe gerecht an Kranke? Nach den Organspendeskandalen steht das deutsche Vergabesystem in der Kritik. Der Ethikrat fordert eine Änderung des Transplantationsgesetzes. Doch die Optionen sind ethisch heikel.

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Spiegelleserin57 27.09.2013, 14:20
40. sehr pauschal!

Zitat von wschwarz
aber die Wahrheit! jedes Schaf auf der Wiese würde gerne bis in alle Ewigkeit grasen.
und am Problem vorbei! Es wäre sinnvoll Sie würden sich mal mit der Materie gründlich beschäftigen. Man hat leicht reden solange man nicht selbst betroffen ist oder selbst am Geschehen teilnimmt.
Das Gesundheitswesen selbst fordert jeden Tag harte Entscheidungen und ich wünsche niemanden diese treffen zu müssen. Nicht ohne Grund gibt es mittlerweile Supervisionen für Ärzte die solche Entscheidungen trffen müssen denn letztendlich sind auch diese nur Menschen und keine Maschinen!

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derlabbecker 27.09.2013, 14:26
41. wenn der Staat...

Zitat von heinereinbier
Der logische Schluss ihrer und anderer Organspendeverweigerer Tat ist, dass sie fröhlich den Tod der alleinerziehenden deutschen Mutter in Kauf nehmen, aus der reinen irrationalen Angst heraus, einem reichen Araber möglicherweise das Leben zu retten. Ich finde keine Worte für Ihre und die Einstellung anderer Foristen hier. Aber entsetzt bin ich.
... eine vernünftige Regelung schafft, die Missbrauch ausschließt, fülle ich gerne wieder einen aus.

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firenafirena 27.09.2013, 14:27
42. Hinsehen!

Zitat von derlabbecker
... als dann das mit dem Vergabeskandal kam. Wie schon lange befürchtet gibt es also das System 'Organ gegen Geld' für Besserverdienende. ich habe meinen Ausweis zerrissen und weggeworfen.... ich möchte nicht, dass für den Fall der Fälle meine Organe an reiche Pfeffersäcke, womöglich noch in den Emiraten, geht, und eine arme alleinerziehende Mutter in Deutschland sterben muss, obwohl eines meiner Organe gepasst hätte. Und alle die jetzt schreien, bedankt euch bei den Betrügern, die, wie es derzeit aussieht, auch noch alle strafrechtlich nicht belangt werden.
Schauen Sie sich die Skandale der Vergangenheit doch mal genauer an. Und dann zählen Sie mal, in wie vielen Fällen die Lebern an "Pfeffersäcke" Leute aus dem Ausland gegangen sind. Und wie viele Lebern an Kassenpatienten aus Deutschland gegangen sind. Und dann überlegen Sie nochmal, was Sie hier schreiben.

Ganz ehrlich - wenn Sie nicht spenden wollen, lassen Sie´s. Niemand zwingt Sie. Und auch das Verhalten der betrügenden Mediziner ist durch nichts zu entschuldigen. Dennoch ist es allmählich ermüdend, dass gebetsmühlenartig behauptet wird, Organe würden nach dem Gehaltskonto der Empfänger verteilt (immer und ausschließlich). Und im Übrigen - wer sagt Ihnen denn, dass nicht zufällig auch ein reicher Pfeffersack ein guter Mensch sein kann, der eine zweite Chance verdient hätte?

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firenafirena 27.09.2013, 14:31
43.

Zitat von gruenertee
Gibt es eigentlich einen logischen Grund, dass der Ausweis aus Papier ist? Der überlebt keine 2 Jahre in meinem Geldbeutel. Ich hätte gerne die Option, dass meine Organe nur an europäische Bürger gehen.
Schauen Sie sich mal die Vergabepraxis von Eurotransplant an. Ihre Organe können gar nicht quer durch die Weltgeschichte gekarrt werden - das überstehen die nämlich nicht lange. Bei der Organisation, welcher Spender mit welchem Empfänger zusammen gebracht wird, spielt auch die Entfernung eine Rolle.

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karl.j.niemann 27.09.2013, 14:37
44. Medizin?

Zitat von Emmi
Vielleicht sollte man sich damit abfinden, dass Menschen sterblich sind und dass das Versagen lebenswichtiger Organe nun mal zum Tod führt... Welcher Wert liegt überhaupt in einem langen Leben an sich? Geht es den Menschen besser, wenn sich die Lebenserwartung immer mehr erhöht? Mein Eindruck ist ein anderer...
Mit der gleichen Argumentation können sie ja sämtliche medizinische Maßnahmen ablehnen. Antibiotika? Impfungen? Warum, wir sollten uns damit abfinden, dass Menschen sterblich sind und dass Infektionen nun mal zum Tode führen...

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moev 27.09.2013, 14:37
45.

Zitat von derlabbecker
... als dann das mit dem Vergabeskandal kam. Wie schon lange befürchtet gibt es also das System 'Organ gegen Geld' für Besserverdienende. ich habe meinen Ausweis zerrissen und weggeworfen.... ich möchte nicht, dass für den Fall der Fälle meine Organe an reiche Pfeffersäcke, womöglich noch in den Emiraten, geht, und eine arme alleinerziehende Mutter in Deutschland sterben muss, obwohl eines meiner Organe gepasst hätte. Und alle die jetzt schreien, bedankt euch bei den Betrügern, die, wie es derzeit aussieht, auch noch alle strafrechtlich nicht belangt werden.
Und wieso nicht? In beiden Fällen rettet es einen kranken Menschen der das Organ dringend braucht. Auch bei den Superreichen lässt sich keiner zum Spass unnötig ein Organ transplantieren.

Das es dann halt an den Kranken mit mehr Vermögen geht als an den Kranken der länger gewartet hat ändert nichts daran das es an einen kranken Menschen geht

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Hugh 27.09.2013, 14:39
46. Beunruhigung

Zitat von lari-fari-i
Gerade vom Skandal und den rückläufigen Zahlen an Spendern habe ich mich motivieren lassen und erst vor ein paar Wochen meinen Ausweis ausgefüllt! Wenn genug Spenderorgane für alle da wären, müsste niemand lange warten oder dafür Bestechungsgelder Zahlen.... Wenn ich morgen von einem Ast erschlagen werde, retten wenigstens meine Organe vielleicht noch Leben. Das empfinde ich als beruhigend!
Falsche Beruhigung, wenn Sie vom Ast erschlagen wurden, retten Ihre Organe niemanden.
Nur wenn Sie den Treffer durch den Ast schwerst verletzt überleben sind Sie nützlich.
Sie sollten also beunruhigt sein, dass Sie nicht sehr schwer verletzt überleben, denn nur dann wären Ihre Organe nützlich.
Denn tote Organe kann man nicht mehr transplantieren.

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Lebensberater 27.09.2013, 14:42
47.

Zitat von marika
Abfinden, dass Menschen sterblich sind? An Organversagen sterben viele Kinder, junge Mütter und Väter, die mit einem Spenderorgan ein normales Leben führen könnten. Ich kenne so viele Betroffene, die sehnlichst auf ein Organ warten und zusehen müssen, wie Leute wegen des Vergabeskandals ihre Ausweise zerreißen.
Hat mal jemand gelesen, was Menschen von ihren Angehörige erzählen, deren Organe man entnommen hat?

Ich zitiere: “Stets wird versucht zu verhindern, daß Angehörige die ausgeschlachtete leblose körperliche Hülle des „Organspenders“ nach der Entnahme sehen. Denen es gelingt, sind entsetzt. Der sich ihnen bietende Anblick verfolgt sie zumeist ihr ganzes Leben lang.

Das Gesicht des Spenders zeigt nicht den beseligenden Frieden von Menschen, die man in Würde hat sterben lassen. Sie spiegeln vielmehr Furcht, Angst und fürchterliche erlittene Schmerzen wider.

Blonde Haare junger Menschen sind ergraut oder weiß geworden. Die Haut des entbluteten Körpers zeigt sich in einem unnatürlichen grauweißen Farbton. So äußerte sich z.B. Frau Gisela Meyer,
Mutter des verunglückten Sohnes Lorenz u.a.:

Beim Anblick
meines Sohnes glaubte ich zunächst an einen Irrtum. Ich erkannte ihn nicht, weil sein zuvor unverletztes Gesicht so entstellt war.
Bis dahin hatte ich schon als Krankenschwester und in der eigenen Familie Sterbende begleitet und in das Gesicht von Verstorbenen geschaut. Ich hatte keine Berührungsängste und kannte den
friedlichen und entspannten Gesichtsausdruck, der sich oft bei Verstorbenen einstellt.
Das Gesicht meines Kindes war hingegen ganz klein geworden, die Lippen, seine schönen vollen Lippen waren zusammengepreßt, der Gesichtsausdruck sah nach Schmerzen aus. Seine Haare waren naß, die Augen mit Mulllagen bedeckt und kreuzweise verklebt.

Entgegen den Behauptungen der Transplantationsmediziner bin ich überzeugt, daß mein Kind bei der Organentnahme Schmerzen erlitten hat. In seinem Sterben war ihm noch Schlimmes widerfahren. Nach der Krankenakte, die wir später lasen, bekam er eine Lokalanästhesie – warum? Hatte er sich bei der Operation bewegt? Hatte der Arzt gemerkt, daß er mit Schmerzen reagierte?“
(Zit.n.: http://www.impfkritik.de/upload/pdf/...ganspende1.pdf)

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shaman1905 27.09.2013, 14:44
48.

Zitat von Robert Baratheon
Das Problem ist Hausgemacht durch diverse Kirchen und Glaubensgemeinschaften. Wenn ich tot bin, kann man mit meinem Körper machen was man will - ob der vergraben, verbrannt, auseinandergenommen und verteilt wird ist mir wurscht. Die dummgehaltenen Kirchenschäfchen sehen das in vielen Fällen leider anders. Wäre ja auch schrecklich wenn man im Himmel ohne Herz ankommen würde...
Seltsam. Ich habe schon mehr als 30 Jahre einen Organspenderausweis.

Schönen Gruß von einem
dummgehaltenen Kirchenschäfchen,das noch etliche andere dummgehaltene Kirchenschäfchen kennt, die auch einen besitzen. Und auch einige dummgehaltene Kirchenschäfchen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen haben, ebenso wie zahlreiche andere Menschen, die es weit von sich weisen würden, dumme Kircheschäfchen zu sein noch jemals welche gewesen zu sein.

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süßnase 27.09.2013, 14:46
49. Eigenes ERLEBEN kann die Meinung ändern.

Wenn man den Tod vor Augen hat, dann entscheidet man eventuell anders als angenommen...

24 h am Tag Sauerstoff, zum WC laufen wird zur Expedition, Duschen und Haare waschen müssen wohl geplant werden...mit dem Hund nicht mehr vor die Tür können...

Aber es IST leben, mein Leben...und wenn die Medikamente gar nicht mehr helfen, dann vielleicht ne neue Lunge...

Denkt mal drüber nach...das Erleben einer solchen Situation ist ganz anders als das abstrakte darüber nachdenken.

Das WEISS ich mittlerweile!

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