Forum: Gesundheit
Debatte über Organvergabe: "Wir warten unsere Patienten zu Tode"
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Wie verteilt man Organe gerecht an Kranke? Nach den Organspendeskandalen steht das deutsche Vergabesystem in der Kritik. Der Ethikrat fordert eine Änderung des Transplantationsgesetzes. Doch die Optionen sind ethisch heikel.

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firenafirena 27.09.2013, 14:49
50. Ach komm...

Zitat von Lebensberater
Hat mal jemand gelesen, was Menschen von ihren Angehörige erzählen, deren Organe man entnommen hat? Ich zitiere: “Stets wird versucht zu verhindern, daß Angehörige die ausgeschlachtete leblose körperliche Hülle des „Organspenders“ nach der Entnahme sehen. Denen es gelingt, sind entsetzt. Der sich ihnen bietende Anblick verfolgt sie zumeist ihr ganzes Leben lang. Das Gesicht des Spenders zeigt nicht den beseligenden Frieden von Menschen, die man in Würde hat sterben lassen. Sie spiegeln vielmehr Furcht, Angst und fürchterliche erlittene Schmerzen wider. Blonde Haare junger Menschen sind ergraut oder weiß geworden. Die Haut des entbluteten Körpers zeigt sich in einem unnatürlichen grauweißen Farbton. So äußerte sich z.B. Frau Gisela Meyer, Mutter des verunglückten Sohnes Lorenz u.a.: Beim Anblick meines Sohnes glaubte ich zunächst an einen Irrtum. Ich erkannte ihn nicht, weil sein zuvor unverletztes Gesicht so entstellt war. Bis dahin hatte ich schon als Krankenschwester und in der eigenen Familie Sterbende begleitet und in das Gesicht von Verstorbenen geschaut. Ich hatte keine Berührungsängste und kannte den friedlichen und entspannten Gesichtsausdruck, der sich oft bei Verstorbenen einstellt. Das Gesicht meines Kindes war hingegen ganz klein geworden, die Lippen, seine schönen vollen Lippen waren zusammengepreßt, der Gesichtsausdruck sah nach Schmerzen aus. Seine Haare waren naß, die Augen mit Mulllagen bedeckt und kreuzweise verklebt. Entgegen den Behauptungen der Transplantationsmediziner bin ich überzeugt, daß mein Kind bei der Organentnahme Schmerzen erlitten hat. In seinem Sterben war ihm noch Schlimmes widerfahren. Nach der Krankenakte, die wir später lasen, bekam er eine Lokalanästhesie – warum? Hatte er sich bei der Operation bewegt? Hatte der Arzt gemerkt, daß er mit Schmerzen reagierte?“ (Zit.n.: )
Da zitieren Sie ja die richtigen Seiten! Erstmal ist "impfkritik.de" an Wahrheitsgehalt kaum zu unterbieten (wobei dies sehr geschickt durch eine scheinbare Professionalität verschleiert wird) und die anderen Storys... weiße Haare nach der OP, ist klar. Womöglich noch mit Bisswunden am Hals. Ein Toter hat keinen Gesichtsausdruck mehr. Die Muskeln können keine Spannung mehr erzeugen (ausser zeitweiliger Totenstarre) und somit auch keine Stimmung äussern. Der Rest ist wilde Interpretation. Natürlich kommt einem das Gesicht des eigenen toten Kindes furchtbar vor! Wie sollte es auch anders sein?

Und ja -Bewegungen bei der OP sind möglich. Deshalb erhält auch der Organspender eine Art Narkose. Nicht, um die Schmerzen auszuschalten - das Gehirn ist tot und kann keine Schmerzen mehr empfinden! Sondern weil bei der Entnahme der Organe Nerven gereizt werden, die zu Bewegungen führen können. Dazu braucht es aber kein Leben, nur künstlich am Leben erhaltenes Gewebe. Denke nSie an das Froschbein-Experiment aus dem Biounterricht!

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firenafirena 27.09.2013, 14:50
51. Danke!

Zitat von shaman1905
Seltsam. Ich habe schon mehr als 30 Jahre einen Organspenderausweis. Schönen Gruß von einem dummgehaltenen Kirchenschäfchen,das noch etliche andere dummgehaltene Kirchenschäfchen kennt, die auch einen besitzen. Und auch einige dummgehaltene Kirchenschäfchen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen haben, ebenso wie zahlreiche andere Menschen, die es weit von sich weisen würden, dumme Kircheschäfchen zu sein noch jemals welche gewesen zu sein.
Für diese Antwort! Im Übrigen stehen sämtliche Weltreligionen der Organtransplantation positiv gegenüber. Selbst entscheiden dürfen die Mitglieder der Glaubensgemeinschaften trotzdem noch.

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Ihr5spieltjetzt4gegen2 27.09.2013, 14:51
52. Nur durch Versachlichung kommt die Diskussion voran

Um die Debatte zu versachlichen und zu einem möglicherweise effektiveren und effizienteren Ansatz zu kommen, sollte zunächst auf das Wort 'gerecht' grundsätzlich verzichtet werden. Es gibt wohl kaum einen Begriff, der so individuell interpretiert wird und mit dem so viel Schindluder getrieben wird wie mit dem Wort 'gerecht'. Empörungskultur, wie sie von Politikern (m + w) bestimmter Provenienz seit geraumer Zeit in Deutschland betrieben wird, hilft hier nicht weiter, im Gegenteil.
So sehr ich ethische Maßstäbe als notwendig für menschliches Handeln ansehe und die Einrichtung der Institution 'Ethikrat' schätze, so sehr bin ich auch skeptisch gegenüber Begriffen wie 'ethisch heikel'. Weil auch sie leider als 'Kampfbegriff' benutzt werden. Nicht, dass welches Vorgehen auch immer nicht daraufhin geprüft werden müsste, ob es im Einklang mit unseren ethischen Werten steht. Aber bitte nicht a priori Überlegungen durch diesen Begriff abwürgen.

Ich habe seit Jahrzehnten einen Organspendeausweis und werde ihn auch behalten. Der 'Organspendeskandal' wird ja gerichtlich behandelt; gleichzeitig hat es Überprüfungen der Lebertransplantationszentren gegeben. Es ging ja um das Organ Leber und nicht um andere Organe. Denn nur hier waren die entsprechenden Manipulationen möglich. Die Überprüfungen haben zum allergrößten Teil ein den Regeln gemäßes
Vorgehen der Zentren ergeben. Regensburg wurde sogar sogar vom Manipulationsverdacht entlastet. Wobei ich als Prozessbeobachter leider schon für mich zu dem Schluss komme, dass es hinsichtlich der Hauptperson die klare Tendenz zu 'Politischer Korrektheit' gibt (= bestimmte Dinge werden nicht beim Namen genannt bzw. ausgeblendet).

Zur Versachlichung der Diskussion würde es auch beitragen, wenn nicht immer davon die Rede wäre, täglich würden x Patienten sterben, weil sie kein neues Organ bekämen. Dies ist sachlich falsch, wird aber bewusst so verwendet. Die Betroffenen leiden an einer Krankheit, die bei Fortschreiten zu Organversagen und damit zum Tode führt. Die Transplantationsmedizin ermöglicht es, durch Einpflanzung eines Spenderorgans dieses Organversagen zu verhindern - was nicht immer gelingt (Abstoßungsreaktionen, zu weit fortgeschrittene Grunderkrankung, mangelnde Compliance der Betroffenen, unverantwortliches Verhalten wie Alkoholabusus etc.) Menschen moralisch unter Druck zu setzen, um sie zu Organspendern zuu machen, ist fragwürdig.

In unserem Freundes- und Bekanntenkreis befinden sich auch Transplantationsmediziner und Nephrologen. Von denen höre ich seit Jahren, dass es einen Paradigmenwechsel geben müsse. Nicht derjenige sollte das Organ bekommen, der am 'kränkesten' ist, sondern derjenige, der die besten Zukunftsprognosen hat. Auch würde das Prinzip 'alt für alt' zuwenig berücksichtigt bzw. Organe betagter Menschen, die durchaus noch 'funktionstüchtig' seien, fänden zu wenig Verwendung. Hier fehle auch die notwendige Flexibilität in der jeweiligen Region.

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moev 27.09.2013, 14:58
53.

Zitat von juergw.
ein Mensch in der Dritten Welt,weil es dort zuweilen an der einfachsten medizinischen Versorgung mangelt-Schicksal ?
Ja. Natürliches Schicksal.

Die moderne Medizin ist kein natürlicher Zustand der denen vorenthalten wird, sondern ein Kunstgebilde das mit immensen Aufwand geschaffen und unterhalten wird.

Und das gilt eben selbst für einfachste medizinische Versorgung, auch die Fällt nicht eben so vom Himmel

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freiheitsglocke 27.09.2013, 15:12
54.

Zitat von Spiegelleserin57
So kommt niemand zum Ziel. Sie sollten ergründen WARUM sich Menschen dagegen entscheiden. JEDER hat seinen Grund und der wäre WICHTIG anstatt so eine oberflächliche Entscheidung zu posten.
Doch, so kommt jeder zum Ziel: Die, die nix spenden wollen und die Unversehrtheit von Leichen wichtiger finden als das Leben, können in Ruhe dahin siechen. Und Leute, die solidarisch spenden wollen, erthalten auch diese Solidarität zurück. Ein Gewinn für alle!

Und ehrlich: Ich möchte auch gar nicht, dass meine Organe an Leute verschwendet werden, die MIR ihre Organe auch nicht überlassen würden. Man sollte das wie eine Versicherung behandeln.

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lukfrei 27.09.2013, 15:16
55. Untiefen

Die wahren Untiefen der Skandale sind lange nicht erreicht. Eine befreundete Medizinerin erzählte davon, dass Alkoholiker trotz schlechter Prognosen transplantiert werden und mehrere Organe "verschleißen". Z.T. sollen die mit Alkoholfahne auf dem OP Tisch gelandet sein. Sie selbst hat auf ihrem Ausweis die Leber als Ausnahme markiert.





Zitat von sysop
Wie verteilt man Organe gerecht an Kranke? Nach den Organspendeskandalen steht das deutsche Vergabesystem in der Kritik. Der Ethikrat fordert eine Änderung des Transplantationsgesetzes. Doch die Optionen sind ethisch heikel.

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Miller3000 27.09.2013, 15:19
56.

Zitat von freiheitsglocke
Lasse wir die Menschehn doch einfach selbst entscheiden! Wer spenden will, bekommt auch Spenden. Und wer, wie Sie, kleine Kinder sterben lassen will, hat Pech gehabt.
Exakt so sehe ich das auch. Die Spendenbereitschaft muss dann aber VOR der eigenen Erkrankung signalisiert werden. Ich habe den Ausweis schon seit Jahren immer bei mir, würde mich aber ärgern, wenn einer ohne Ausweis meine Organe bekommt.

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mundi 27.09.2013, 15:20
57. Die Märchen der Mediziner

Zitat von Lebensberater
Hat mal jemand gelesen, was Menschen von ihren Angehörige erzählen, deren Organe man entnommen hat...... Entgegen den Behauptungen der Transplantationsmediziner bin ich überzeugt, daß mein Kind bei der Organentnahme Schmerzen erlitten hat. In seinem Sterben war ihm noch Schlimmes widerfahren. Nach der Krankenakte, die wir später lasen, bekam er eine Lokalanästhesie – warum? Hatte er sich bei der Operation bewegt? Hatte der Arzt gemerkt, daß er mit Schmerzen reagierte?“ (Zit.n.: )
Mediziner, die behaupten, dass der Mensch bei Organentnahme keine Schmerzen verspürt, die sind dumm oder sie lügen.
Stresshormone im Körper zeigen das Gegenteil.
Aber der medizinische Laie sollte nicht auf solche Menschen hören und sich selber fragen: wie kann man einem lebenden Menschen die Leber oder das Herz herausschneiden, ohne Schmerzen zu bereiten. Ist nämlich der Körper mit Schmerzmitteln vollgepumpt, wäre das Organ unbrauchbar.

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lunge02 27.09.2013, 15:21
58.

Zitat von Medienkenner
... In Schweden haben sich übrigens 2011 48 Prozent von 1.100 Intensivschwestern kritisch zur klinischen Hirntoddiagnostik geäußert, nachzulesen unter: Pressemitteilung der Universität Gothenburg, Information Office, Helena Aaberg.
Stellen Sie doch einen Link zur Verfügung. Oder ist die Kritik nicht ganz passend zu Ihrer "Argumentation"?

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lunge02 27.09.2013, 15:24
59.

Zitat von sunnycinderella
Absolut richtig ist, dass es trotz des europäischen Verbunds EUROTRANSPLANT in Deutschland zu wenig Spenderorgane gibt. Man sollte jedoch differenzieren zwischen lebensnotwendigen Ersatzorganen und solchen, die nicht lebensnotwendig sind, wie z.B. Niere. An zuviel Dialyse ist noch einer gestorben, eher an zu wenig. ...
Die Dialyse ist ein durchaus belastendes Erfahren. Die Lebenserwartung eines dialysierten Patienten ist deutlich kürzer als die eines Menschen mit einer transplantierten Niere.

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