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Debatte um Bundesjugendspiele: Der Wettkampf muss bleiben
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Jetzt reicht's aber wirklich. Weil ihr unsportliches Kind nur eine Teilnehmerurkunde bekam und deswegen heulte, will eine Helikoptermutter die Bundesjugendspiele abschaffen. Lauf-Guru Achim Achilles fordert: Schafft solche Eltern ab!

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ColdFever 26.06.2015, 19:21
70. Bundesspiele AUCH FÜR LEHRER oder FREIWILLIG

Würden nicht nur sportlich unfitte Schüler für ihr Versagen öffentlich gedemütigt würden, sondern auch sportliche unfitte Lehrer, würde der Spuk sicher im Nu ein Ende haben.

In Lernfächern kann man sich mit Fleiß verbessern. Eine erblich z.B. durch Übergewicht vorbelastete Sportniete kann dagegen auch mit noch so viel Training kaum jemals mit schlanken, sportlichen Menschen mithalten.

Vorschlag: Macht die Spiele einfach *freiwillig*. Dann dürfen sich Sportskanonen wie Achim Achilles auch weiterhin öffentlich profilieren, wogegen die Sportversager sich nicht länger öffentlich demütigen lassen müssen.

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hkubin 26.06.2015, 19:21
71. Danke

Vielen Dank für den erfrischenden Artikel. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man mit Übung viel erreichen kann. Hat es in der Grundschule (damals Volksschule) nur für eine Teilnahme ohne Urkunde gereicht, konnte ich zwischenzeitlich doch das Goldene Sportabzeichen ohne Probleme 25 mal ablegen. Es nützt nichts, den Kindern tonnenweise Puderzucker in einen gewissen Körperteil zu blasen. Raus an die frische Luft und üben. Es gibt wenige Dinge, die so viel Spaß und Freude machen, wie Erfolgserlebnisse und selbst erarbeitetet Leistungssteigerungen im Sport.

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potenz 26.06.2015, 19:22
72. Dem Volk nach dem Mund geredet ...

... war das, Herr "Achilles"! Mich kriegen Sie nicht damit:
Den Schulsport und diese dämlichen Bundesjugendspiele fand ich zu meinen Gymnasialzeiten schlicht Sch... - und dabei bleibt's, basta!
Hab mich damals beim Punkrockhören genug bewegt :-)
Und wozu um alles in der Welt sollte man, so man denn noch anderes in der Birne hat, seine Zeit mit Leichtathletik und Geräteturnen verplempern? Anstatt sich, wenn überhaupt, auf eine Weise zu bewegen, die SPASS macht und/oder persönlichen Gewinn bringt - d.h. Fussball und/oder Kampfsport!!!
So sieht's aus!

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Tiberias 26.06.2015, 19:23
73.

Ich bin auch ganz der Meinung der "Helikopter-Mutter", über die sich Sportskanone Achilles aufregt. Klar, dass man eine Lanze für dieses absurde HJ-hafte Sportfest bricht, wenn man sich den ganzen Tag einen abhechelt und daraus seinen Lebenssinn zimmert. Aber es gibt auch Menschen, deren höchstes Ziel im Leben nicht der Sieg in sinnlosen Sportwettkämpfen ist. Ich selbst war auch kein sportliches Kind. Immer zu klein, immer zu schwächlich, waren diese "Bundesjugendspiele" für mich immer eine äußerst demütigende Veranstaltung. Wenn man schon in früher Kindheit erfahren muss, dass die anderen besser und stärker sind, als man selbst und dass man selbst zur Fraktion der Schwächlinge gehört, ist das nicht gut für die Entwicklung des Selbstbewusstseins. Daher: Weg mit den Bundesjugendspielen!!!

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tweet4fun 26.06.2015, 19:23
74. Die zwei Seiten der Sport-Medaille

Daß eine Mutter die BJS abschaffen will, ist natürlich vollkommen blödsinnig und gehört im Prinzip in die gleiche Kategorie wie ein wöchentlicher Zwangsveggietag oder eine Anpassung des Schulklassenniveaus an die Leistungen des schlechtesten Schülers. So weit, so gut.

Aber dennoch sollte man die Methodik und Benotung des Sportunterrichts an Schulen einmal gehörig infrage stellen. Denn der Wettbewerbsgedanke wird da meist nicht trainiert. Das lernen Kinder in der Regel ganz woanders und ganz von selbst! Und durch eine Benotung wird nicht die Teilnahme honoriert, sondern im Gegenteil eine Ausgrenzung gefördert. Schließlich ist nicht jeder Schüler körperlich gleich, und Sport hat so gar nichts damit zu tun, einen Menschen auf ein Berufsleben vorzubereiten.

Ich z.B. hatte als Kind und Jugendlicher den Schulsport nie gemocht. Auch wurde er mir gründlich verleidet durch einen dieser „Spochtlehrer“ mit Trillerpfeife in der Fresse, die ständig herumgrölten „Rrrrrrrrechtsum, lauft vorrrn!“ (wobei sein rechter Arm immer verdächtig nach oben zucken wollte...). Seltsamerweise hatte ich auch regelmäßig Fünfer, was meine Motivation für die schulische „Leibesertüchtigung“ (Lehrerjargon) auf Null setzte.

Eine Ablehnung des Schulsports hat jedoch häufig nichts, aber auch gar nichts, mit Unsportlichkeit zu tun! Ich spielte z.B. dagegen jahrelang Fußball in der Jugendliga unseres Bezirksvereins in Berlin. Und mit 20 fing ich das Sportsegeln an, in 420er und 470er Jollen. Jeder Segler weiß: das ist harter Sport! Und das Segeln hatte mich nie wieder losgelassen, allerdings wurden die Boote etwas komfortabler und die Segelgebiete salziger.

Sportunterricht sollte unterhaltend sein, Spaß machen und individuelle Vorlieben fördern, ohne daß eine Kategorisierung durch Noten stattfindet. Allein die Teilnahme zählt. Und Sportlehrer sollten damit aufhören, kleine private Olympiaden veranstalten zu wollen.

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anna.v.berghoff 26.06.2015, 19:24
75.

Ich habe das Gefühl, dass diejenigen, die sich - wie der Autor - so vehement für die Bundesjugendspiele einsetzen und dabei argumentieren, dass Kinder heutzutage sowieso schon zu wenig Sport machen und daher nicht auch noch dieser Wettkampf wegfallen darf, verkennen, dass es ja oft gerade Veranstaltungen wie diese bzw. auch die Benotung im Schulsport, sind, welche unsportlichen Kindern Sport gänzlich verleiden.

Wenn von unsportlichen Kindern die Rede ist, wird dabei immer auf übergewichtige Kinder verwiesen, die einfach nur ein bisschen trainieren müssten um ebenfalls kleine Erfolge erzielen zu können. Es gibt aber auch diejenigen Kinder, die durchaus dünn sind und in ihrer Freizeit vielleicht sogar Sport treiben, aber eben einfach so unsportlich, dass sie immer die schlechtesten in der Klasse bleiben werden. Und im Gegensatz zu Kindern, die vielleicht Probleme in Mathe oder in Chemie haben, können diese Kinder nicht auf einen gewissen Coolheitsfaktor gegenüber ihren Klassenkameraden hoffen. Nein, die Körperklause dieser Welt werden doch fast immer gehänselt. Unsportlichkeit ist etwas, dass Kinder sehr schnell sehr unbeliebt machen kann - gerade bei Pubertierenden. Und dabei steht zudem stets der eigene Körper im Mittelpunkt, der ja sowieso für viele Jugendliche eine extreme psychische Schwachstelle darstellt.

Die Bundesjugendspiele sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Wer kann sich nicht an das Wählen der Mannschaften im Sportunterricht erinnern? Einer muss hierbei der Natur der Sache nach als letzter übrig bleiben. Warum erspart man unsportlichen oder unbeliebten Schülern nicht diese Demütigung durch einfache Aufteilung von Mannschaften durch den Lehrer? Warum müssen Noten in einem Fach vergeben werden, in welchem nur bedingt durch Lernen und Üben deutliche Verbesserungen erziehlt werden können? Unsportliche Kinder verbinden die Demütigungen im Schulsport sehr schnell schlicht und einfach mit Sport und Bewegung an sich. Und damit ist genau das Gegenteil von dem erreicht, was doch anscheinend alle so dringend wollen: mehr Freude an Bewegung bei Kindern wecken und damit auch mehr Lust auf Sport in der Freizeit

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twister-at 26.06.2015, 19:24
76.

Zitat von jujo
Ich habe in der Kindheit/Jugend fast alles gemacht was vor sechzig Jahren angeboten wurde. Heute mit siebzig dankt mir das mein Körper,
und wer genau setzt sich irgendwo bei dem ganzen Thema gegen Sport ein? Wurde eigentlich mal die Petition gelesen?

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gumbofroehn 26.06.2015, 19:24
77.

Zitat von HARK
Es gibt kein Unterrichtsfach, bei dem so konsequent Leistungen eingefordert werden, ohne vorher systematisch trainiert worden zu sein.
Dem kann ich aufgrund meiner eigenen schulischen Erfahrungen nur zustimmen. Ich hoffe im Interesse meiner Kinder, dass sich da inzwischen etwas getan hat. Sicherheitshalber gehen beide schon jetzt im Vorschulalter in den Sportverein.

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penthalon 26.06.2015, 19:28
78. Volle Zustimmung

Achim Achilles hat mir aus der Seele gesprochen. Besser kann ich es auch nicht formulieren. Die Bundesjugendspiele sind mir in sehr guter Erinnerung. Da konnte ich als eher mittelmäßiger Schüler glänzen und als Schulsieger glänzen. Jeder Schüler hat in einigen Fächern Schwächen und in anderen Stärken und bei den Bundesjugendspielen lernt man unter vergleichsweise einfachen Regeln fairen Wettbewerb . Und das hat mir in meinem Leben auch geholfen. Wer gewinnen will muss vorher auch verlieren lernen.

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twister-at 26.06.2015, 19:32
79.

Zitat von anna.v.berghoff
Ich habe das Gefühl, dass diejenigen, die sich - wie der Autor - so vehement für die Bundesjugendspiele einsetzen und dabei argumentieren, dass Kinder heutzutage sowieso schon zu wenig Sport machen und daher nicht auch noch dieser Wettkampf wegfallen darf, verkennen, dass es ja oft gerade Veranstaltungen wie diese bzw. auch die Benotung im Schulsport, sind, welche unsportlichen Kindern Sport gänzlich verleiden.
Das ist eine gute Argumentation. Ich kenne da jemanden, der genau diese Argumentation vertritt und schreibt: "Sport sollte Spaß machen und nicht nur für ein gutes Körpergefühl, sondern auch für Selbstbewusstsein sorgen, unabhängig vom Talent und Können des Einzelnen."

Weiter setzt sich dieser Jemand auch für den Sport ein
"Viele glauben bis ins Erwachsenenalter, sie seien unsportlich, was fatal ist, denn ***eine positive Einstellung zum Sport und zum eigenen Körper dient nicht nur dem psychischen Wohlbefinden, sondern beugt auch langfristig Bewegungsarmut und körperlichen Erkrankungen vor***."

Und dieser Jemand ist nicht einmal dafür, dass die BJS komplett abgescahfft werden, sondern:
Deswegen sollten die Bundesjugendspiele entweder abgeschafft oder auf Freiwilligkeit umgestellt werden.



Vielleicht sollte Herr Achilles ja mal mit diesem Jemand reden oder ihn anmailen oder vielleicht gibt es ja bei Spiegel jemanden, der das könnte - oh jalt...

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