Forum: Gesundheit
Debatte um medizinische Versorgung: NRW-Gesundheitsminister Lauman hält Krankenhaussc
Jens Wolf / DPA

Jedes zweite Krankenhaus in Deutschland schließen - das hatte jüngst eine Studie gefordert. NRW-Gesundheitsminister Laumann signalisiert Unterstützung, von Innenminister Seehofer kommt scharfe Kritik.

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thoerty 19.07.2019, 18:22
1. Telemedizin

könnte helfen, Spitzenmedizin einerseits und eine wohnortnahe Grundversorgung andererseits zu vereinen. Dafür müsste aber die Finanzierung der Krankenhäuser wieder auf die Daseinsvorsorge fokussieren und das Rennen um möglichst große Eingriffszahlen aufhören.

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runner 19.07.2019, 18:48
2. Dazu

Zitat von thoerty
könnte helfen, Spitzenmedizin einerseits und eine wohnortnahe Grundversorgung andererseits zu vereinen. Dafür müsste aber die Finanzierung der Krankenhäuser wieder auf die Daseinsvorsorge fokussieren und das Rennen um möglichst große Eingriffszahlen aufhören.
gehört dann ein Breitbandanschluss der gerade im ländlichen Raum benötigt aber in der Regel nicht vorhanden ist. Hängt eben alles mit allem zusammen.

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urmel_99 19.07.2019, 18:58
3. Die Bertelsmann-Untersuchung habe sich auf eine Region fokussiert...

Heißt das, dass die sich Hamburg angesehen haben, und dann beschlossen, dass es in der Lausitz und in MeckPomm zuviele Krankenhäuser gibt? Gibt es auch genauere Informationen zu dieser Studie? (Link?)

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jla.owl 19.07.2019, 19:11
4. an der Realität vorbei...

...es sind doch nicht nur Patienten, die mit dem RTW in die Klinik kommen. Viele Patienten suchen die Notaufnahmen selbst auf, kommen mit Bus, Taxi, Angehöhrigen, Freunden. Wenn wir denen den Weg verlängern (wenn Laumann von 30 Minuten mit Blaulicht spricht, ist das unter normalen Bedingungen mehr als eine Stunde). Bertelsmann sitzt in Gütersloh, da gibt es mehrere Klinken. Eine verfügt z.B. über eine durch Liz Mohn unterstützte Stroke-Unit, das heißt aber nicht, dass die anderen Klinken in der Umgebung nicht andere Spezialgebiete haben. Aber wenn dort nur noch eine Klinik existieren sollte, müsste diese auf mehr als das Doppelte ausgebaut werden und den Rest kann man abreißen. Oder sollte dann etwa nur die Leitung der anderen abgegeben werden, bei Beibehaltung der derzeitigen Standorte?

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mumuwilli1975 19.07.2019, 19:15
5. hmhm

wie soll das funktionieren, wenn man jetzt schon an die 5-10 Stunden warten muss? Andererseits würde ich Krankschreibung etc über das Internet befürworten. Ich habe gerade eine fette Erkältung mit Fieber. Zum Arzt gehe ich nicht, weil ich zu schlapp bin und ich alle mitanstecken könnte.

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albatross507 19.07.2019, 19:16
6. Zeit

Gerade bei den genannten Beispielen Herzinfarkt und Schlaganfall kommt es auf jede Minute an. Da kann man nicht 2h in ein grosses Krankenhaus fahren.

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fuslxy 19.07.2019, 19:18
7.

So kann der Pflegenotstand auch geregelt werden! Kaum ein Krankenhaus das ich kenne sucht KEINE Schwestern/Pfleger/Ärzte! Herr Spahn möchte ausl. Fachkräfte(?...) nach Deutschland locken. Es geht aber auch anders, einfach 30 oder 40 oder 50% der Kkh schließen und schon habe ich genügend wirkliche Fachkräfte frei verfügbar auf dem Markt. Diese kann ich dann sogar noch den Lohn drücken...
Unsere Volksvertreter lassen wirklich nichts aus, um den kleinen Bürger zu nerven...

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bert1966 19.07.2019, 19:25
8. Etikettenschwindel

In einer Studie würden experimentell (am besten im Rahmen einer Paarbildung mit Doppelblindszenario) zwei Szenarien verglichen (z.B. eine Population mit halb so vielen Krankenhäusern mit zentralisierten Leistungen mit einer Population mit dem Ist-Zustand). So eine Untersuchung hat die Bertelsmann-Stiftung natürlich nicht angestellt, aus verschiedenen, u.a. ethischen Gründen gar nicht anstellen können. Vielmehr wurde eine Expertise erstellt, in der lediglich eine Reihe wissenschaftlicher Meinungen und Annahmen auf GOBSAT-Niveau (Good old boys sitting around a table) zusammengetragen und zu einer Hypothese zusammengefasst wurden. Dabei von einer "Studie" zu sprechen ist also nicht nur sprachlich ungenauer Etikettenschwindel, sondern erweckt auch falsche Eindrücke von der Qualität der Bertelsmann-Expertise, auf die offenbar mit wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden überhaupt nicht vertraute Politiker besonders abfahren. Dort glaubt man schlicht, dass man mit geldsparenden "Synergieffekten", damit sind vor allem simple Klinikschließungen gemeint, die derzeitige Versorgungsqualität erhalten, ja sogar verbessern könnte. Dabei existiert in der wissenschaftlichen Welt nicht einmal ein Konsens, wie man medizinische Versorgungsqualität definiert, geschweige denn einheitlich misst und beurteilt.

Telemedizin könnte helfen? Sehr eingeschränkt vielleicht, das könnte aber z.B. eine bessere Unterscheidung in sinnvolle und nicht sinnvolle Notfälle auch. Aber bei der Versorgung von Brüchen via Gipsroboter? Bei der Behandlung von Herzinfarkten via Trostzuspruch über Skype? Bei der Behandlung von Schlaganfällen via Pflegebettversorgung über UPS?

Ich kenne heute schon die Entscheidung verschiedener "Gutachter" einzelner kranker Kassen nach Aktenlage. Für diese Drehstuhltherapeuten gilt der alte Grundsatz "durch Hemd und Hose stellen wir keine Diagnose" offenbar nicht mehr. Sie glauben, Ferndiagnosen ohne Ansehen des Patienten stellen zu können. Was für ein gefährlicher Unsinn!

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marcanton80 19.07.2019, 19:27
9. Die ungemeinnützige Stiftung

Die Damen und Herren von Bertelsmann schon wieder wenn es nicht so traurig wäre müsste man über deren Stuss von Studien nur noch milde lächeln. Die Bertelsmänner wollen die Daseinsvorsorge schleifen oder haben dieses bereits getan unter anderem waren die Herrschaften ja auch beim verfassen der Hartz IV Gesetze involviert. Wenn man solchen Leuten folgt endet es mit Sicherheit in einer asozialen Gesellschaft....ich mein man kann das machen alle gegen alle jeder für sich ....aber ich gebe zu Bedenken wer will in so einer Gesellschaft leben ich jedenfalls nicht .Zu der Studie der Vorsitzende des Klinik Verbandes hat da eigentlich schon alles gesagt empfehlenswert auch Jens Berger bei den Nachdenkseiten...diese Studie ist tendenziös und verdreht die Tatsachen das einen schlecht beim Lesen wird .....und by the way entzieht dieser unseligen Stiftung doch bitte die Gemeinnützigkeit den sie mag ja vieles sein aber für die Gemeinschaft von nutzen sicherlich nicht....

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