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Debatte um medizinische Versorgung: NRW-Gesundheitsminister Lauman hält Krankenhaussc
Jens Wolf / DPA

Jedes zweite Krankenhaus in Deutschland schließen - das hatte jüngst eine Studie gefordert. NRW-Gesundheitsminister Laumann signalisiert Unterstützung, von Innenminister Seehofer kommt scharfe Kritik.

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e-driver 19.07.2019, 19:27
10. Keine Ahnung

von der Realität. Ich lade gerne mal die Fachleute (?) ein, mit mit morgens die Station abzuschreiben mit den Patienten die auf dem Flur liegen, weil es keinen Platz mehr gibt. Als Notarzt in einer Stadt mit 3 Krankenhäusern habe ich größte Schwierigkeiten meine Patienten abzugeben. Streiten Sie sich mal rum am Telefon während einer Reanimation. Soll ich dann 50 km fahren? Wer versorgt dann meinen Bereich als Notarzt? Erreichbarkeit eine Krankenhauses in 30 Min. mit einem kritischen Patienten? Jedes noch so kleine Krankenhaus kann eine Basis Versorgung machen und den Patienten stabilisieren. Dann kann man in Ruhe nach einen Zentrum suchen und den Patienten verlegen. Die Therapie beginnt übrigens nicht im Krankenhaus, sondern im Rettungswagen. Nichts ist wichtiger als die ersten 30 Minuten. Wenn dass durchkommt sterben viele Patienten. Ich Frage mich, welche Interessen stehen hinter solch einer "Studie".

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basileus97 19.07.2019, 19:36
11. Einfach nur Nein

Wer außerhalb von NRW und Ballungszentren auf die Idee kommen sollte Krankenhäuser zu schließen gehört seines Amtes enthoben. Denn damit fallen auch die Notfall ambulanten weg. Wenn man in ländlichen Regionen im Osten dann eine Stunde braucht um ins Krankenhaus zu kommen, können wir das Land komplett dicht machen.

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tommybonn2000 19.07.2019, 19:46
12. was für eine studie?

Erstens handelt es sich um keine Studie, ja nicht mal um ein Hypothese, sondern nur mal so um eine idee ohne jegliche Belege. Und zweitens wurde sie nicht von Experten des Gesundheitswesens zu Papier gebracht, sondern von der Bertelsmann-Stiftung. Und von dieser Stiftung (deren Gemeinnützigkeit von vielen Organisationen, Anwälten und wirklichen Experten angezweifelt wird) sind einige angebliche Studien bekannt, die das Wort Studie nicht verdient habe und scheinbar etwas ganz anderes verfolgen als wissenschaftliche Aufklärung. Aus diesem Grund arbeiten viele gemeinnützige und andere Gesellschaften und Gewerkschaften nicht mehr mit dieser Stiftung zusammen, wie Z.b. die Deutsche Lehrergewekschaft. Bekannt ist die Bertelsmann-Stiftung auch gerade für ihre merkwürdigen und von echten Experten abgelehnten Studien zum Gesundheitswesen. Vor allem Studien die privatenwirtschaftlich geführte Krankenhäuser in einem besseren Licht erscheinen lassen, als sie wirklich sind. Hierzu passt das die Familie Mohnhaupt, die Bertelsmann kontrolliert, im Vorstand der Rhön-Kliniken sitzen. Und es ist entlarvend, dass der Studien-Unsinn dieser Stiftung vor allem von Medien heftig verbreitet wird, die zum bertelsmann-Konzern gehören. Wie leider auch der spiegel, rtl oder ntv. Fakt ist: die größe einer Klinik hat nichts mit der Kompetenz der Ärzte zu tun. Fakt ist auch, und dazu gibt es schon seit Jahrzehnten zahlreiche Studien, dass mit steigender Anzahl von Krankenhäusern die Wege im Notfall kürzer werden und man eine bessere Überlebenschance hat. Also umgekehrt: je weniger Krankenhäuser umso Länger der Weg im Notfall und umso wahrscheinlicher, dass man den Notfall nicht überlebt. Und Fakt ist auch: schon heute wartet man in einem Krankenhaus Stunden auf eine Untersuchung oder Behandlung. Egal ob es ein kleines oder ein grosses Krankenhaus ist. Würde man nun Krankenhauser wegrationalisieren, würde sich das potenzieren. Und bekannt ist auch: in Krankenhäusern die von der Privatwirtschaft geführt werden, liegt der Augenmerk mehr auf den wirtschaftlichen gewinn, als auf den Patienten. Was also bezweckt dieses als Studie bezeichnete Machwerk tatsächlich? Nun es ist ganz einfach: Angebot und Nachfrage. Würden plötzlich 800 Krankenhauser wegfallen, hätte man weniger Konkurrenz und jede medizinische Leistung würde bei gleicher nachfrage teurer. Und privatwirtschaftliche Kliniken würden zudem die besseren gemeinnützigen Kliniken loswerden und es so weniger auffallen wie Patientenunfreundlich sie selbst arbeiten.

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taranaki 19.07.2019, 19:50
13. Die Studie hat Recht

Ländliche KH müssen durch Versorgungszentren wie in Schweden ersetzt werden und mit einem oder zwei Hubschraubern ausgestattet werden. dieser benötigt keine 30 Minuten in die Klinik.

Der Gesellschaft muss klar werden das die Versorgung nicht mehr zu halten ist. im Gesetz steht übrigens: ausreichend (Note 4) und wirtschaftlich.

Pflegekräfte müssen 3000? netto im Monat verdienen, Einstiegsgehalt. Die Arbeitsbedingungen müssen sich verbessern. Menschen aus dem Kosovo die uns hier Pflegen, kann und wird nicht die Lösung sein.

Die Länder müssen ihrem Auftrag der Infrastrukturinstandsetzung nachkommen...und ja..kleine Häuser abreißen, große Häuser aufbohren.

Pflege und medizinische Versorgung
muss gleichgestellt werden mit der Feuerwehr und der Polizei.

5h wartet man in einem KH dann, wenn man kein akut Patient ist!

Man sollte viel größer und massiver denken. Aber die Leute kaufen sich lieber ein teures iPhone.

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jla.owl 19.07.2019, 19:51
14. Menschlichkeit, Fehlanzeige...

Ein Patient, der nur noch einmal pro Woche Besuch erhält, weil die Angehörigen und Freunde einfach mal für Hin und Rückfahrt 2 Stunden (eigenes Auto vorausgesetzt), wenns gut läuft, einrechnen müssen, werden die Besuche halt weniger. Das aber, wird gerade bei älteren Patienten oder Kindern mit Sicherheit negative Folgen auf die Genesung haben, also bei der Aufenthaltszeit wiederum kontraproduktive Auswirkungen haben.

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emilschlauch 19.07.2019, 19:52
15. Studie mit Lobby-Beigeschmack?

alle stützen und stürzen sich auf diese Studie. Wie neutral ist diese Studie eigentlich wenn Frau Dr. Brigitte Mohn sowohl im Vorstand der Bertelsmann-Stiftung als auch im Aufsichtsrat der privaten Rhön-Kliniken sitzt? Und diese Studie dann zu dem Ergebnis kommt, dass die kommunalen Krankenhäuser zur Hälfte überflüssig sind?

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hileute 19.07.2019, 20:17
16. Krankenhausschließung ist idiotisch

wer am Arsch der Welt wohnt will keine Luxusklinik 2 Stunden entfernt, sondern eine normale wo das nötigste leicht und locker behandelt werden kann, für ausgefallene Behandlungen kann man dann weitersehen wenn man stabilisiert wurde

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Koboldmaki 19.07.2019, 20:23
17.

Ich dachte, die Notaufnahmen wären jetzt schon völlig überlastet. Was passiert, wenn man 50% der Krankenhäuser in Deutschland schließt? Einfach nur Krankenhäuser zu schließen und die Anfahrtszeiten zu verlängern, was bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt sehr bedenklich ist, hat erst einmal überhaupt nichts mit mehr "Qualität" für den Patienten zu tun. Da fehlen die flankierenden Maßnahmen (bspw. mobile Stroke-Units), um dem darbenden Patienten schneller helfen zu können oder gehts nur um die Kohle?

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bert1966 19.07.2019, 20:28
18. Wes Brot ich ess ...

Eine Untersuchung beweist im Wesentlichen das, was der Auftraggeber bewiesen wissen will. Offenbar wollen die Bertelsmann-Stiftung und deren politische Vasallen vor allem finanzielle Mittel einsparende und privatwirtschaftliche Gesundheitsunternehmen begünstigende Umstände beweisen.

Natürlich kann ich z.B. die Herzinfarktsterblichkeit in verschiedenen Ländern vergleichen und Deutschland dabei "nur" auf einem mittleren Ranglistenplatz verorten, daraus kühn mutmaßen, dass dieser vermeintlich klare Misstand ja nur an der mangelnden Expertise der Erstversorger liegen könne.

Dann aber: natürlich könnte es auch sein, dass in Deutschland schlicht die Diagnosequalität der Todesursachenstatistiken besser ist, als in anderen Ländern. Wo anderswo "Todesursache unbekannt" in der Todeszeitbescheinigung steht oder der Verstorbene das Krankenhaus schlicht nicht mehr erreicht hat und eine Obduktion nicht mehr stattfand (zählt dann natürlich beides in der Statistik nicht als Herzinfarkttoter) mag in Deutschland vielleicht die Todesursache einfach öfter auf ein Herzversagen zurückzuführen sein.

Oder es könnten andere Umstände sein (z.B. übernormal hohe Risikofaktoren einer übergewichtigen, mit Arteriosklerose, Bewegungsmangel und Bluthochdruck übernormal belasteten Gesellschaft), die zu einer überproportionalen Rate schwerer Herzinfarkte mit entsprechend höherer Herzinfarktsterblichkeit führen.

Die von der Bertelsmannstiftung in Auftrag gegebene Fallstudie berücksichtigt solche Faktoren völlig unzureichend und leidet (wie schon so manche andere Veröffentlichung aus gleichem Hause) unter einem bestenfalls populärwissenschaftlichen, unwissenschaftlichen Niveau. Jeder mag seine Schlüsse daraus ziehen und (ebenfalls mutmaßend) die Beweggründe für die Veröffentlichung so einer Publikation erkennen.

Schade, dass Herr Laumann nicht in der Lage ist, das zu erfassen (oder sich das zumindest von kenntnisreicheren Wissenschaftlern erklären zu lassen).

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klaus meucht 19.07.2019, 20:29
19. Interessen geleitete Studie

Frau Mohn von Bertelsmann ist an den Rhön Kliniken beteiligt. Die hat natürlich ein Interesse an der Zerschlagung städtischer Krankenhäuser. So ein Werbefilm für eine Interessen geleitete Studie zur Primetime zeigt den problematischen Zustand unserer Medien.

Das eigentliche Problem ist das betriebswirtschaftliche Denken der Krankenhäuser. Natürlich macht es Sinn gewisse Operationen zu zentralisieren. Schwere Operationen machen in kleinen Krankenhäuser keinen Sinn und sind gefährlich weil die Routine fehlt.

Ein Arzt, der gezwungen ist betriebswirtschaftlich zu denken, macht auch Operationen bei dem Ihm Routine fehlt aber viel Geld einbringt.

Allerdings ist dies noch lange keinen Grund Krankenhäuser generell zu schließen. Die meisten medizinischen Versorgungen auf dem Land sind Alltag und können ohne Bedenken von normalen Medizinern bewältigt werden.

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