Forum: Gesundheit
Diabetes: Wenn die Seele unter der Zuckerkrankheit leidet
DPA

Diabetes betrifft nicht nur den Körper - auch die Psyche leidet oft mit. Depressionen, Ängste oder Essstörungen können die Folge sein. Längst nicht jeder Patient erhält die Hilfe, die er bräuchte.

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Wasserbeutlseele 21.11.2016, 12:27
20.

@ cosa_nostra

Sehr interessant. Wobei da aber noch zu klären wäre, was zuerst da war, die Autoimmunerkrankung oder der funktionsgeschädigte Darm.

Sie führen bei den Depressionen einzig den Tryptophanmangel an, was ist mit einer eventuellen Schilddrüsenbeteiligung? Diese könnte nämlich auch Stimmungsschwankungen und depressive Schübe verursachen. Was viele Diabetespatienten nämlich nicht von Arzt gesagt bekommen… es können sich weitere endokrine Autoimmunerkrankungen dazugesellen ( APECED-Syndrom > http://www.fkdb.net/downloads/schumm-draeger.pdf ).

Vor allem die Schilddrüse scheint sehr häufig betroffen zu sein.

"In einer Querschnittsstudie an der Universität Jena zeigten 50Prozent der Patienten mit Diabetes mellitus Typ1 pathologisch erhöhte Schilddrüsen-Autoantikörpertiter. Bei 31Prozent lag eine Autoimmunthyreopathie vor: dabei zeigten 24Prozent eine Autoimmunthyreoiditis mit manifester Hypothyreose und sieben Prozent einen Morbus Basedow."

Quelle: http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2013/130510c.html

Ich würde bei Depressionen erstmal Empfehlen die Schilddrüsenwerte checken zu lassen, bevor man blind substituiert.

@ esoobosi

Ich habe eine Freundin, die jahrelang übergewichtig war. Sie hat sehr darunter gelitten, daß ihr Gewicht immer auf mangelnde Disziplin zurückgeführt wurde, sie es aber, trotz massiver Bemühungen, einfach nicht schaffte ihr Gewicht zu reduzieren. Nach zig fehlgeschlagenen Versuchen mit Diäten und Sport, kam irgend ein Arzt mal auf die Idee die Glukosetoleranz zu checken und auf Schilddrüsenantikörper zu untersuchen. Raus kam Hashimoto, PCO- Synodrom, Insulinresistenz ( Prä Typ 2 Diabetes) und Nicht-Zölikalie Glutensensitivität.

@ all > Und jetzt bitte mal kurz innehalten und nachdenken, bevor man noch mal so einen Spruch über Typ 2 Diabetiker macht.

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martin_g 21.11.2016, 12:30
21.

Zitat von ronmartin
Jeder "Diabetes" ist heilbar. Leute, die sich von Rohkost ernähren und eine aktive Lebensweise pflegen, kennen solche absurden Symptome nicht!
Ach troll dich!
Oder gewinn einen Nobelpreis fuer eine Diaet/Therapie, die abgestorbene Betazellen in der Pankreas wieder zum Leben erweckt.

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Wasserbeutlseele 21.11.2016, 13:15
22. Für das Verständnis

@ matin_g

Versuchen Sie es mal damit:
Rohkost = Der Versuch durch einen epigenetisch relevanten Faktor ( Nahrung) positiven Einfluß auf die Genetik zu nehmen, weil Oma und Opa ( und btw. unsere ganzen Vorfahren) halt viel roh gegessen haben und diese Infos in jedem von uns abgespeichert sind.

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Negira 21.11.2016, 13:21
23.

Ich hatte sogenannte Schwangerschaftsdiabetes, bei der - soweit möglich- alles über die Ernährung reguliert wird. Ich verstehe, dass Leute die ihr Leben lang extrem auf die Ernährung achten, depressiv werden.
Nicht Diabetiker greifen in Stresssituationen gerne zu Süßigkeiten (Bsp. die typische Eisbox bei Liebeskummer). Das geht als Diabetiker nicht.
Problem 2 das ich erlebt habe sind Beilagen. Es geht ja nicht nur um Zucker sondern allgemein um Kohlenhydrate. Und die sind nunmal in Nudeln, Reis, Couscous, Brot. Diese Lebensmittel sind aber sehr gängig. Der Restaurantbesuch macht keinen Spass mehr. (Nach dem 20sten Fitnessteller, hat man echt keinen Bock mehr).
3. Problem: Man sitzt mit Freunden zusammen und es wird wie wild geknuspert. Als Diabetiker sitzt man daneben und fühlt sich ausgeschlossen (Thema Gruppenzwang).

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martin_g 21.11.2016, 13:40
24.

Zitat von Wasserbeutlseele
Rohkost = Der Versuch durch einen epigenetisch relevanten Faktor ( Nahrung) positiven Einfluß auf die Genetik zu nehmen, weil Oma und Opa...
Die Lebenserwartung eines Typ-1 Diabetikers ohne Insulintherapie liegt, egal wieviel Rohkost, LowCarb, Paleo Diaet da eingehalten wird, bei deutlich unter 12 Monaten.
Wenn das Immunsystem erstmal zum Angriff uebergegangen ist, verhungert man trotz Essen.

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cosa_nostra 21.11.2016, 14:04
25.

Zitat von Wasserbeutlseele
@ cosa_nostra Sehr interessant. Wobei da aber noch zu klären wäre, was zuerst da war, die Autoimmunerkrankung oder der funktionsgeschädigte Darm. Sie führen bei den Depressionen einzig den Tryptophanmangel an, was ist mit einer eventuellen Schilddrüsenbeteiligung?
Wollte man sämtliche lineare und nicht-lineare Zusammenhänge darstellen, müsste man ein Buch schreiben, das die heute praktizierte Facharztmedizin auf den Kopf stellen würde.

Ich habe mich möglichst eng an den Artikel gehalten und deshalb auf den Tryptophan-/Serotoninmangel abgestellt, weil hier ein sehr klarer organischer Bezug zwischen Diabetes und dem Symptom Depression besteht. Die Systematik lässt sich nebenbei gesagt auch auf MS, MC, Hashimoto, SLE, ME/CFS, Krebs usw. übertragen.

Grundsätzlich besteht immer die Notwendigkeit, in Betracht zu ziehen, dass psychiatrische Symptome inflammatorischen Ursprungs sind, denn bei Entzündungsgeschehen wird bspw. das Gewebshormon Prostaglandin ausgeschüttet, das auch an Rezeptoren des Nervensystems andockt. Überhaupt ist das vielfach übereinstimmende Schlüssel-/Schloss-Prinzip zwischen Botenstoffen und Rezeptoren von Immunsystem und Nervensystem bemerkenswert - und noch viel zu wenig beachtet. Zumindest in intellektuell elitären Zirkeln bröckelt die überkommene Sichtweise. Man wagt sich dort zaghaft vor, Psychosen als autoimmun zu erkennen.

Sehr einleuchtend dürfte es jedem sein, der schon eine Virusgrippe durchgemacht hat. Im Vorfeld fühlt man sich schlapp, antriebslos bis depressiv. Leicht auszumalen, was bei einer chronisch aktivierten Immunabwehr abgeht. Leider fällt den Fachgebietsmedizinern bis heute nichts besseres ein, als Kortison, TNF-alpha Blocker u.ä. Mist zu verordnen, statt die Ursache der Entzündung zu suchen und zu beseitigen.

In hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft wird man über diese Fachgebiets-Scharlatanerie in ähnlicher Art verständnislos den Kopf schütteln.

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Wasserbeutlseele 22.11.2016, 09:10
26.

@martin_g
Jupp, so ist es. Die Chancen für einen Typ 1 Diabetiker ohne Insulin sehen schlecht aus. Sie wissen das, ich weiß das und ronmartin weiß das eigentlich auch. Deswegen können Sie völlig locker bleiben.... :-)

@ cosa_nostra
"Ich habe mich möglichst eng an den Artikel gehalten und deshalb auf den Tryptophan-/Serotoninmangel abgestellt, weil hier ein sehr klarer organischer Bezug zwischen Diabetes und dem Symptom Depression besteht. Die Systematik lässt sich nebenbei gesagt auch auf MS, MC, Hashimoto, SLE, ME/CFS, Krebs usw. übertragen. "

Würden sie dann generell bei entzündlichen Erkrankungen zur Tryptophansubstitution raten?

"Grundsätzlich besteht immer die Notwendigkeit, in Betracht zu ziehen, dass psychiatrische Symptome inflammatorischen Ursprungs sind, denn bei Entzündungsgeschehen wird bspw. das Gewebshormon Prostaglandin ausgeschüttet, das auch an Rezeptoren des Nervensystems andockt. Überhaupt ist das vielfach übereinstimmende Schlüssel-/Schloss-Prinzip zwischen Botenstoffen und Rezeptoren von Immunsystem und Nervensystem bemerkenswert - und noch viel zu wenig beachtet. "

Stimme Ihnen da zu, da wird sich die nächste Zeit noch eine Menge ändern. Ich verspreche mir viel von den Erkenntnissen der Psychoneuroimmunologie und Psychoneuroendokrinologie, die sehr interessante Verbindungungen zwischen Psyche und Immun-Hormonsystem aufzeigen. Zb. unterschätzen Menschen leicht die Auswirukungen chronischer Stresszustände auf ihr komplettes Körpersystem. Diese Verbindungen sind aber zb. bei Autoimmunpatienten ersichtlich, Stresssituationen können bei AI Patienten direkt Schübe triggern. Da kann man ganz stark die Verbindung von psychischen Faktoren und proinflammatorischer Zytokinausschüttung erkennen.
Vielleicht helfen Erkenntnisse in diesen Bereichen ein breites Bewusstsein dafür zu schaffen.
Ich habe vor Jahren mal eine japanische Studie gelesen, wo man im Tierversuch durch Multierregerbelastung versuchte, die Grenzen der Immunsystemkapazitäten auszuloten. Interessanterweise bekamen die Mäuse durch den immunologischen Stress alle SLE.

Darf ich sie mal fragen, was glauben sie produziert den Anstieg von entzündlichen und immunologischen Erkrankungen, der zur Zeit zu verzeichnen ist?

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Wasserbeutlseele 22.11.2016, 09:39
27. Ps

@ cosa_nostra

Der Bereich der Epigenetik wäre auch noch zu nennen, weil er sozusagen einen Einblick in die Ausgangsvorraussetzungen der Menschen ermöglicht. Sollte man vielleicht auch nicht außer Acht lassen. Da wird Stressanfälligkeit mit veränderter Hormonausschüttung von den Vorgängergenerationen weitervererbt....
Kann sich positiv oder aber auch negativ auswirken .

Siehe: http://www.spektrum.de/news/stress-wird-epigenetisch-an-die-kinder-verebt-mit-positiven-folgen/1319272

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cosa_nostra 22.11.2016, 12:10
28.

Zitat von Wasserbeutlseele
@ cosa_nostra Würden sie dann generell bei entzündlichen Erkrankungen zur Tryptophansubstitution raten? Darf ich sie mal fragen, was glauben sie produziert den Anstieg von entzündlichen und immunologischen Erkrankungen, der zur Zeit zu verzeichnen ist?
Zur ersten Frage: Ich würde nie zu etwas grundsätzlich raten. Erst wenn klinische Symptome und Laborbefunde vorliegen, sollte man geeignete Optionen abwägen.

Zur zweiten Frage: Meines Erachtens gibt es (regional unterschiedlich verortet) zwei Gründe für die Zunahme. In der "Dritten Welt" sind es Mangelernährung, der fehlende Zugang zu sauberem Wasser und katastrophale Hygienebedingungen. In den westlichen Industrieländern werden dagegen durch die zunehmende Masse an Stoffen, die den Menschen nicht durch die Evolution begleitet haben und daher primär als unbekannt eingestuft werden, fortwährend Toleranzschwellen überschritten. Alles, was dem Organismus als fremd vorkommt, wird vom Immunsystem überwacht und gegebenfalls mit adäquaten Abwehrmaßnahmen ausgeschaltet oder ausgeschieden. Natürlich hat die Leistungsfähigkeit der Immunabwehr individuelle Grenzen. Genau diese Grenze wird bei immer mehr Individuen durchbrochen. Die permanente Überlastung führt zu krank machendem physischen Stress. (Der in der Folge natürlich auch die psychische Stresstoleranz schwächt.) In diesem Prozeß wittern ubiquitäre Viren, Bakterien und Pilze Morgenluft, so dass aus einer bis dato unmerklichen, friedlichen Koexistenz krankmachendes Potential entsteht.

Das Sahnehäubchen wird dem Ganzen aufgesetzt, wenn Ärzte vom Typ Schimpansenmediziner (Nachäffen durch Befolgen stupider Leitlinien) Surrogatmarker mit Xenobiotika therapieren (Statine, Betablocker, Antidepressiva, Antikoagulantien, Immunsuppressiva, NSAR,...) statt die Ursachen zu ermitteln und das Problem an der Wurzel zu packen. So entsteht eine Kaskade weiterer (iatrogener) Symptome, die wiederum Kollegen anderer Fachgebiete sowie BigPharma ernähren.

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mrotz 22.11.2016, 12:12
29.

Zitat von steffen.ganzmann
Richtig! Allerdings nur ein Satz, nämlich "Was für ein Blödsinn! Wie wollen Sie eine Autoimmunkrankheit mit Rohkost "heilen"?
Er verwechselt wohl Typ I mit Typ II.

Sofern es gingt Insulinproduzierende Zellen dauerhaft wieder im Körper anzusiedeln, dann wäre Diabetes heilbar. Bislang geht das nicht.

Bei Typ II kann Abspecken/Bewegung helfen.

mfg

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