Forum: Gesundheit
Digitale Revolution: Ärzte dürfen Patienten künftig online behandeln
imago/ Westend61

Der Arzt fragt bei Skype nach den Beschwerden, dann schickt er ein Rezept: Bald soll es in Deutschland Online-Behandlungen geben. Dafür lockern die Ärzte laut SPIEGEL-Informationen das Fernbehandlungsverbot.

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sorry ich bin bloß arzt 25.02.2018, 11:31
110.

Zitat von Paul Lenz
Ich bin chronisch krank und benötige jedes Quartal die gleichen Rezepre für die gleichen Medikamente. ... Wie praktisch, wenn ich meine Rezepte einfach online erhalten könnte.
Dazu benötigt man schon heute nur ein Telefon, ein Fax oder eine Mail. Wenn es nur ums Rezept geht. Reden Sie mal mit Ihrem Arzt drüber.

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nachdenke 25.02.2018, 12:57
111. Ärztemangel

Als geborener Ossi finde ich es schon wieder lustig, wie Mangel verwaltet werden soll. Wie zum Ende der "DDR". Frag doch mal meine Kollegen, ob sie am Ende der Sprechstunde, also oft abends, noch Skype wollen. Der Tag hat nur 24 Stunden. Der Ärztemangel ist das Problem. Skype UND Geld sind nicht die Lösungen

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Emma Woodhouse 25.02.2018, 13:30
112.

Zitat von nachdenke
... Frag doch mal meine Kollegen, ob sie am Ende der Sprechstunde, also oft abends, noch Skype wollen. Der Tag hat nur 24 Stunden. Der Ärztemangel ist das Problem. Skype UND Geld sind nicht die Lösungen
Das habe ich mich auch schon gefragt. Die Wartezimmer sind voll, wann soll der Arzt denn noch skypen? Er kann sich nicht zerteilen. Der Patient erwartet volle Zuwendung, ob nun online oder persönlich. Am Wochenende? Auch Ärzte haben ein Privatleben und brauchen Pausen. Obwohl ich die Idee nicht schlecht finde. Dann bleibt eben nachmittags die Praxis geschlossen, und der Arzt gibt online Konsultationen. Die wütenden Proteste höre ich jetzt schon.

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andreasostwald 25.02.2018, 15:00
113. Wie geht es der Gattin + Wie geht es Ihren Darmkrebs?

Schön das die Ärtze nicht von Ihrer Schweigepflicht entbunden werden müssen - wenn die TKK online alles mithören kann.

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Ingmar E. 25.02.2018, 15:20
114.

In den Niederlande und uk funktioniert es problemlos in strukturschwachen Gebieten als Ersatz für den Hausarzt Pflegekräfte mit Masterabschluss als Nurse Practitioner einzusetzen. Die Versorgungsqualität ist gleich hoch, und die Patienten sind sogar zufriedener als mit der Behandlung beim Hausarzt. http://www.bmj.com/content/324/7341/819.short

Aber statt sich von der Gemeindeschwester Krankschreibungen wg Schnupfen, Überweisung zu Fachärzten oder Einstellung des Diabetes machen zu lassen, soll das jetzt über Telemedizin laufen. Hoffe jedem ist klar dass das die Vorstufe ist, dass ihr dann von einer KI behandelt werdet.

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md78 25.02.2018, 15:46
115.

Zitat von nachdenke
Als geborener Ossi finde ich es schon wieder lustig, wie Mangel verwaltet werden soll. Wie zum Ende der "DDR". Frag doch mal meine Kollegen, ob sie am Ende der Sprechstunde, also oft abends, noch Skype wollen. Der Tag hat nur 24 Stunden. Der Ärztemangel ist das Problem. Skype UND Geld sind nicht die Lösungen
Als spannend würde ich in diesem Zusammenhang auch die im Koalitionsvertrag geplante Erhöhung der Pflichtsprechstundenzeit von 20 auf 25 Wochenstunden sehen. Hausbesuche, die persönliche Arzt-Patienten-Telefonsprechstunde und administrative Aufgaben für die GKVen sind bereits jetzt als offizielle Sprechstundenzeit ausgenommen.
Ich bin neugierig, welchen Platz die Onlinesprechstunde einnehmen soll. Wenn die Vergütung, wie bereits einige Postings vorher geschrieben, bei wenigen Euro liegt und die Investitionskosten weit darüber, ist das Pferd doch schon vor dem Rennen tot.

Meiner Meinung nach ist das Gesundheitssystem am Ende. Schade, das Herr Spahn jetzt verheizt werden soll. Ich mag seine Art und Ansichten.

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herbert_schwakowiak 25.02.2018, 17:07
116. Vorsicht Satire

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bernd.stromberg 25.02.2018, 17:39
117. Nicht verstanden

Zitat von nachdenke
Als geborener Ossi finde ich es schon wieder lustig, wie Mangel verwaltet werden soll. Wie zum Ende der "DDR". Frag doch mal meine Kollegen, ob sie am Ende der Sprechstunde, also oft abends, noch Skype wollen. Der Tag hat nur 24 Stunden. Der Ärztemangel ist das Problem. Skype UND Geld sind nicht die Lösungen
Sie haben das Prinzip glaube ich nicht verstanden.

Die Vorteile einer Online-Konsultation sind unter anderem, dass ich bei einem zentralen Dienst vielleicht per Online-Videokonferenz dem fremden Arzt Dinge fragen kann, die ich mich meinen Hausarzt nicht traue zu fragen (Stichwort Potenzprobleme).

Warum meinen Sie denn bestellen sich so viele Menschen Potenzmittel illegal aus dubiosen Quellen aus dem Internet, wenn sie auch einfach zu ihrem Arzt gehen und ihr Problem schildern könnten?

Das *könnte* natürlich daran liegen, dass es vielen Menschen peinlich ist, mit ihrem Arzt persönlich darüber zu sprechen. Dazu kommt, dass es für einen Berufstätigen erstmal furchtbar nervig ist für 3 Minuten Audienz beim Arzt erstmal 20 Minuten hinfahren, einen Parkplatz zu suchen und dann eine halbe Stunde im Wartezimmer sitzen zu müssen.

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ftgzhujikolp 25.02.2018, 17:42
118. Gratwanderung

Auzug aus dem Heilmittelwerbegesetz:
"Unzulässig ist eine Werbung für die Erkennung oder Behandlung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden, die nicht auf eigener Wahrnehmung an dem zu behandelnden Menschen oder Tier beruht (Fernbehandlung)."
Und:
,,Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 9 für eine Fernbehandlung wirbt."

Angesichts der relativ schwammigen Differenzierung zwischen Werbung und Informierung reiben sich jetzt schon einige Anwälte die Hände.

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bernd.stromberg 25.02.2018, 17:44
119. Achtung: Satire

Zitat von herbert_schwakowiak
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In den meisten Ländern in denen es bereits Online-Konsultationen gibt, kann und darf darüber eben explizit NICHT eine Krankschreibung oder die Verschreibung häufig missbrauchter Arzneimittel stattfinden.
Problem gelöst.

Umgekehrt könnten all die panischen Unternehmer und Abteilungsleiter, die hier überall mehr krankfeiern durch dieses System wittern ja mal überlegen, welche Vorteile es hat wenn ihre Angestellten zu notwendigen Routineterminen beim Arzt häufiger mal NICHT mehr während der Arbeitszeit erscheinen müssen, sondern in der Mittagspause innerhalb von 10 Minuten per Online-Konsultation einen Arzt kontaktieren (natürlich nur in Fällen, in denen kein physisches erscheinen notwendig ist).

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