Forum: Gesundheit
Digitale Revolution: Ärzte dürfen Patienten künftig online behandeln
imago/ Westend61

Der Arzt fragt bei Skype nach den Beschwerden, dann schickt er ein Rezept: Bald soll es in Deutschland Online-Behandlungen geben. Dafür lockern die Ärzte laut SPIEGEL-Informationen das Fernbehandlungsverbot.

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boris_ksoll 26.02.2018, 10:55
130. Schnelles Internet

Wenn schon keine Ärzte mehr ortsansässig sind ist das besser als nichts. Es scheitert leider trotzdem - an der mangelhaften Internet-Verbindung. In Teilen des Kehdinger Landes jedenfalls ist Skypen per DSL nicht möglich.

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monro 26.02.2018, 11:48
131. Endlich

Deutschland zeigt wieder einmal, dass es in Internetangelegenheiten Neuland ist. Telefonische Beratung bei Lapalien und mittlerweile auch Onlinekonsultation sind hier in UK Gang und Gäbe. Braucht man ein Rezept, wird dies vom Arzt an die nächst gelegene Apotheke zur Abholung geschickt. Das funktioniert auch für Rezeptverlängerungungen.
Eine sehr willkommene Neuerung, vor allem in der Erkältungszeit, wenn man lieber im Bett bleiben sollte eine sinnvolle Methode.

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CancunMM 26.02.2018, 12:25
132.

Für Interessierte:
http://www.kbv.de/html/videosprechstunde.php
Und da hat man so richtig lust drauf

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Traumtaenzer42 26.02.2018, 12:34
133. Das technisch Mögliche nutzen!

Als Rentner, der seine Wehwehchen und auch die passende Medikation kennt, würde ich jede Neuerung begrüßen, die weniger volle Wartezimmer und kürzere Wartezeiten auf einen Termin beim Facharzt verspricht. Selbst auf die Gefahr, daß Drückeberger eine neue Chance zum Simulieren online zwecks „Krankfeiern“ bekommen. Warum darf unser Gesundheitssystem nicht auf die positiven Erfahrungen im Ausland zurückgreifen? Gibt es etwa eine Gesundheitslobby, die den Fortschritt - aus welchen Gründen auch immer - blockiert?

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CancunMM 26.02.2018, 12:34
134.

Zitat von C-Hochwald
Was im australischen Outback funktioniert, ist auch hierzulande machbar. Es ist ein Umdenken in den Köpfen, das zum Erfolg führt. Wenn ich mit einer akuten Erkältung nicht arbeitsfähig bin, brauche ich nicht noch 2 Stunden meine Bakterien und / oder Viren ins Wartezimmer zu streuen. Im Zeitalter aller möglichen Fitnesstrackern und Gesundheits-Apps hat man sogar die technische Basis, dem Arzt die Daten zu senden, zwecks genaueren Diagnosen. Ich sehe hier ein äußerst vielversprechendes Zukunfstpotential. Wird man krankgeschrieben, gibt es die Meldung online und dokumentensicher, sodaß man sich auch die Briefmarke für die Zusendung zum Arbeitgeber sparen kann. Wenn Patient und / oder Arzt der Meinung sind, man solle sich in der Praxis treffen, kann man das ja vereinbaren. Eine Gefahr, etwa daß man gesundheitliche Probleme beim Online Verfahren übersieht, bewerte ich hier nicht höher als bei der klassischen Vor-Ort Konsultation.
Was im australischem Outback funktioniert ist dem Umstand der geringen Bevölkerungsdichte geschuldet.
Wenn ich hier jemanden mit einem banalen Infekt mit Husten und Halsschmerzen habe, muss ich dem Patienten schon anfassen (Lymphknoten tasten), in den Hals schauen (Belege auf den Tonsillen, sind diese abstreifbar ?), abhorchen können. Denn danach richtet sich auch ob ich ein Antibiotikum verschreibe oder nicht. Und so ist es bei den meisten Erkrankungen. Selbst bei ,,Rücken''.
Medizin ist mehr als die Abfrage von Symptomen.
Und denken Sie die Versendung Ihrer AU online ist umsonst ? Ich brauche spezielle Router, ein Safenet und und und. Das alles kostet. Muß gewartet werden, funktioniert häufig nicht usw.
Und wie sieht man z.B. ob der Patient eine Anämie hat oder einen Ikterus. Der Bildschirm falsch eingestellt, gleich übersieht man die Gelbfärbung der Skleren. Ich muss für jede Tablette, die ich verschreibe gegenüber der Krankenkasse rechtfertigen, aber wenn die Sparen können, weil man den Patienten ja angeblich nicht mehr sehen muss, dann geht es auf einmal.

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hinz.und.kunz 26.02.2018, 12:56
135. Kein Vertrauen?

Zitat von bernd.stromberg
[...] Die Vorteile einer Online-Konsultation sind unter anderem, dass ich bei einem zentralen Dienst vielleicht per Online-Videokonferenz dem fremden Arzt Dinge fragen kann, die ich mich meinen Hausarzt nicht traue zu fragen (Stichwort Potenzprobleme). [...]
Also, wenn ich in meinen Hausarzt schon kein Vertrauen (mehr) habe, ist sowieso schon alles zu spät.

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Tobias Claren 26.02.2018, 12:57
136. @ "Sonia 23.02.2018 44. Medizin fürs Volk"

Ob es Bakteriell oder Viral bedingt ist bekommt man GAR nicht raus.
Das wird nämlich nicht gestestet!
Da wird heute einfach mal Viral angenommen, um keine Antibiotika zu verschreiben, auch wenn z.B. die Nebenhöhlen nach rund einem Jahr noch schwefeligen Geruch produzieren.
Ich las von einem in einem Forum, den brach es aufs Hirn durch, und es lief Hirnwasser aus der Nase...
Außerdem JA, Abstriche könnte man selbst machen, und per Post verschicken.
Keine Ahnung ob die da so was haben, aber in den USA könnte Ich es an der eigenen Haustüre dem Postboten mitgeben...
In Zukunft noch per Drohnen die fliegen oder fahren. Bringen einem die Pizza und nehmen gleich die Stuhlproben mit ;-) .
Das Einzige was da fehlt sind Blutproben. Die kann man schlecht selbst nehmen. Außer ein paar Tropfen aus dem Finger.
Ansonsten zur Einstellung von Medikamenten gute Selbsttests und Geräte, notfalls entwickeln. Für Blutgerinnung, Schilddrüsenwerte etc. etc. etc..


Allgemein:
Und wenn ICH krank werde, eine aktuelle "Grippe" bekäme, dann wahrscheinlich von der Arztpraxis. Das hat schon was "Kriminelles"... Ich bin auch dafür Menschen wegen Körperverletzung bis (ohne Scherz) Terrorismus zu belangen, wenn die Krank zur Arbeit gehen und andere anstecken. Genau so wie man AUCH die kleinen Drohnen einer Betrügerfirma strafrechtlich belangen sollte, die es gewusst haben müssen.
Auch wenn es die alleinerziehende arme Mutter ist, welche für einen Hungerlohn auch noch mies behandelt wurde. KEIN Mitleid! Knast und/oder harte Gelstrafen...
Sonst wäre noch der Supermarkt denkbar. Man sollte es zum Gesetz machen dass Kranke die Einkaufen MÜSSEN, Mundschutz, und evtl. Gummihandschuhe tragen müssen... Nein, dass ist nicht zuviel verlangt.
Inkl. Stichprobenkontrollen, z.B. mit Wärmebildkameras (Fieber)...


In den USA ist es seit... keine Ahnung, "ewig" möglich dem Postboten Briefe mit zu geben.
Also könnte man sogar "Abstriche" etc. zum Arzt zu schaffen.
Und falls eine kompetente Person eh in der Nähe einer Person ist, kann die auch Blut abnehmen...
Ausreichend genaue Schnelltests, z.B. für Schilddrüse, Blutgerinnung etc. beim einstellen auf Medikamente (Schilddrüsenmedikamente, Gerinnungshemmer etc.)...
Es gibt ja auch Zucker-Test-Geräte...

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Leser161 26.02.2018, 13:02
137. Wenns vernünftig gemacht wird

Wenn das Ganze vernünftig gemacht wird, dann kann es durchaus einen Vorteil bringen. Allerdings hat mein Glaube daran schon bei der Erwähnung von Skype aufgehört. Das Produkt eines beliebigen Herstellers kann ja wohl kaum für Dienstleistungen der Daseinsfürsorge geeignet sein (Stichworte: Monopol, Datenschutz).

Den medizinischen Part kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen das mein Hausarzt auch bei Erkältungen halt einmal die Lunge abhorcht ob ich nichts Schlimmeres habe. Was man jetzt medizinisch sinnvoll ferndiagnostizieren kann kann ich nicht sagen.

Wie gesagt, wenn mans vernünftig macht, eine gute Sache. Ich fürchte aber, dass Detailsentscheidungen wie heute üblich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und nicht nach Vernunftgesichtspunkten fällt und daher bin ich dagegen.

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bacillus.maximus 26.02.2018, 13:16
138.

Zitat von CancunMM
Ich brauche spezielle Router, ein Safenet und und und. Das alles kostet. Muß gewartet werden, funktioniert häufig nicht usw. Und wie sieht man z.B. ob der Patient eine Anämie hat oder einen Ikterus. Der Bildschirm falsch eingestellt, gleich übersieht man die Gelbfärbung der Skleren.
Dass hinter dieser vermeintlichen Verbilligung und Verbesserung im System in erster Linie ein ganz fettes Geschäft für Hardware- und Softwareanbieter steckt, auf die Idee kommen die wenigsten. Lobbyismus gibt es nicht nur von den Pillenverkäufern.

Viel problematischer aber bei der optischen Diagnose: Was nützt dem Arzt ein 2.000 Euro-Monitor mit automatischem Farbabgleich und umlaufendem Seitenlichtschutz für die Tele-Diagnose?
Konkret gesagt: nichts. Weil die Kamera, die beim Patienten in Notebook, Mobiltelefon oder auf dem PC-Monitor verbaut ist gar keine Software für einen Weißabgleich bei bewegtem Bild mitliefert.

Telemedizin als Krücke, nach dem Motto "lieber so als gar nicht", kann man gerne über den Notfall drüber reden wenn der Patient auf der Hallig wohnt. Aber als Ersatz für den Normalfall, auf gar keinen Fall. Das Meiste wird mit dem Computer besser, schneller, genauer, billiger. Daraus aber zu schließen dass in jedem Fall alles besser würde ist ein schwerer Fehler.

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chronoc 26.02.2018, 14:01
139. Juhu! Der nächste Schritt zur Mehrklassenmedizin.

Februar 2061. Es gab in den letzten Wochen kaum Sonne und das nasskalte Wetter macht vielen besonders zu schaffen. Frank M. kriecht aus dem Etagenbett seiner 1-Raum-Wohnung, in der er, seine Frau und die Kinder leben. Er hat 3 Stunden geschlafen und muß nun zu seiner ersten Arbeitsstelle. Seit die Bundesregierung das Arbeitsrecht stark gelockert hat und es keine Ruhevorschriften mehr gibt, bleiben Frank oft nur 2 oder 3 Stunden, um wieder arbeitsbereit zu sein. Er hat derzeit vier Arbeitgeber, aber er hat Glück: Alle vier Jobs sind nur wenige Stunden voneinander entfernt. So können die Arbeitgeber das Objekt FH1234/A (so die am Handgelenk eintätowierte Humanwerkzeugnummer) noch effektiver einsetzen. Frank hat aber ein Problem. Schon seit Tagen geht es ihm nicht gut. Er fühlt sich schlapp und ausgemergelt. Schon mehrmals kam es fast zu einem Betriebsunfall, als er Schwächeanfälle hatte. Er muß etwas tun! Auch nur einen der Jobs zu verlieren, käme einer Katastrophe gleich! Die gesamte finanzielle Planung käme durcheinander, bereits die Miete für die 25 qm große Wohnung beträgt 1200 Euro. Das sind zwei Drittel der gesamten Familieneinnahmen. Frank loggt sich in das deutsche Ärzteportal ein und bekommt zu dieser frühen Stunde sofort einen freien Mediziner. Dem schildert er die Symptome und zeigt dem Experten über die angeschlossene 3D-UHD-Kamera seine Zunge. Der Arzt kennt die Problematik, die momentane Grippewelle nur zu gut. Er unterzeichnet online eine Rezeptfreigabe und Frank kann seinen Arm in die Ausgabeeinheit seines Medizinterminals schieben. Die verordnete Menge Iburofen nebst Aufheller, Aufputschmittel und Vitaminen strömt in seine Venen. Frank ist wieder einsatzbereit. Denn die deutsche Wirtschaft boomt enorm, seit die Regierung auch den Kündigungsschutz abgeschafft hat. Frank ist nun 39 und wenn er Glück hat, erreicht er das Rentenalter von 76, was immerhin 41 Prozent der Humanwerkzeuge schaffen.

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