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Digitale Revolution: Ärzte dürfen Patienten künftig online behandeln
imago/ Westend61

Der Arzt fragt bei Skype nach den Beschwerden, dann schickt er ein Rezept: Bald soll es in Deutschland Online-Behandlungen geben. Dafür lockern die Ärzte laut SPIEGEL-Informationen das Fernbehandlungsverbot.

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mgerhard 26.02.2018, 14:10
140. Per WhatsApp Video direct zu Facebook oder wie?

Prinzipiell ist eine Online-Beratung ja schon zeitgemäß und kann auch sinnvoll. Es muss nur sorgfältig geprüft werden, mit welchem Tool oder welcher App das passiert. Skype, WhatsApp u.ä. ist datenschutzrechtlich ein NoGo. Dann kann ich meine Beschwerden ja auch gleich öffentlich in Facebook posten.
Hier müssen die Ärzte für zertifizierte Apps (nach der DSGVO) sorgen. Und dann dürfen Beratungen nur mit diesen Apps erfolgen. Die Verwendung der Tools sollte zwingend bei einem Gespräch dokumentiert werden, damit die Einhaltung überprüft werden kann.

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bacillus.maximus 26.02.2018, 14:54
141. Zukunft ist gut für alle!

Doch, an den Symptomen. Dafür reicht aber vermutlich die eigene Beschreibung der Kranken häufig nicht aus.

Auf die phantastische Drohnengeschichte können Sie noch sehr lange warten. Die Transportlasten sind nach wie vor ein Witz, Energieverbrauch viel höher als der dreckige LKW der mit einer Tonne Paketen durch die Straße nuckelt. Vom Wirkungsgrad her sind wir Jahrzehnte vom sinnvollen Einsatz entfernt.
Wenn es theoretisch gelänge, dass Drohnen ein Paket von 30 kg tragen könnten (als ob wir nicht jetzt schon Sorgen um leichte Stromspeicher hätten und die Rohstoffe dafür knapp würden), dann hätten Sie immer noch ein Problem: Sie sind nicht alleine auf der Welt und selbst in Kleinstädten würden Sie die Sonne vor Drohnen nicht mehr sehen. Geschenkt.

Es gibt Messgeräte für Zucker. Ja, und? Da es für drei Körper-Werte wie Temperatur, Zucker und Arm-Ab einen Schnelltest gibt gibt es für alle einen?
Ich bin Nachrichtentechniker, Aufbau Netzinfrastruktur. Hin und wieder, wenn es um Übergabemessungen für große Projekte wie Intranet Großindustrie oder Backbone des Internet geht, gondeln wir mit Messgeräten für vier Millionen Euro im Kofferraum durch die Republik. Eingebaute Messgeräte wie Ohr, Nase und Finger sind aber in manchen, ganz seltenen Fällen den aufwändigsten Maschinen überlegen. Nicht weil sie genauer wären, sondern weil sie Symptome im Kontext sehen und verarbeiten.

Seit napster, ebay und google aus dem Werkzeug Werkzeug "Netz" einen Kindergarten gemacht haben, hat die Menge der Information die sich dort sammelt exponentiell zugenommen, nur die Qualität im frei zugänglichen Teil hat mit noch höherer Potenz abgenommen.

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CancunMM 26.02.2018, 14:59
142.

Zitat von mgerhard
Prinzipiell ist eine Online-Beratung ja schon zeitgemäß und kann auch sinnvoll. Es muss nur sorgfältig geprüft werden, mit welchem Tool oder welcher App das passiert. Skype, WhatsApp u.ä. ist datenschutzrechtlich ein NoGo. Dann kann ich meine Beschwerden ja auch gleich öffentlich in Facebook posten. Hier müssen die Ärzte für zertifizierte Apps (nach der DSGVO) sorgen. Und dann dürfen Beratungen nur mit diesen Apps erfolgen. Die Verwendung der Tools sollte zwingend bei einem Gespräch dokumentiert werden, damit die Einhaltung überprüft werden kann.
Das reicht aber nicht aus. Sie brauchen z.B. auch für die Telematik einen Kanal, der strikt getrennt vom übrigen Internet ist. Ich muss z.B. jetzt schon meine Daten über einen Safenetrouter getrennt vom anderen Router schicken. Leider harmoniert die Telematik jetzt nicht mehr mit dem Safenet.

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CancunMM 26.02.2018, 15:07
143.

Zitat von bacillus.maximus
Dass hinter dieser vermeintlichen Verbilligung und Verbesserung im System in erster Linie ein ganz fettes Geschäft für Hardware- und Softwareanbieter steckt, auf die Idee kommen die wenigsten. Lobbyismus gibt es nicht nur von den Pillenverkäufern. Viel problematischer aber bei der optischen Diagnose: Was nützt dem Arzt ein 2.000 Euro-Monitor mit automatischem Farbabgleich und umlaufendem Seitenlichtschutz für die Tele-Diagnose? Konkret gesagt: nichts. Weil die Kamera, die beim Patienten in Notebook, Mobiltelefon oder auf dem PC-Monitor verbaut ist gar keine Software für einen Weißabgleich bei bewegtem Bild mitliefert. Telemedizin als Krücke, nach dem Motto "lieber so als gar nicht", kann man gerne über den Notfall drüber reden wenn der Patient auf der Hallig wohnt. Aber als Ersatz für den Normalfall, auf gar keinen Fall. Das Meiste wird mit dem Computer besser, schneller, genauer, billiger. Daraus aber zu schließen dass in jedem Fall alles besser würde ist ein schwerer Fehler.
so sehe ich das auch ! Und wenn ich jemanden untersuche mache ich das ja mit allen Sinnen. Manchmal riecht man, dass einer Leberkrank ist oder Zuckerkrank. Nein den honigsüßen Durchfluss prüfe auch ich nicht mehr, aber ich möchte schon noch den Kontakt zum Patienten.

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CancunMM 26.02.2018, 16:06
144.

Zitat von bacillus.maximus
Doch, an den Symptomen. Dafür reicht aber vermutlich die eigene Beschreibung der Kranken häufig nicht aus. Auf die phantastische Drohnengeschichte können Sie noch sehr lange warten. Die Transportlasten sind nach wie vor ein Witz, Energieverbrauch viel höher als der dreckige LKW der mit einer Tonne Paketen durch die Straße nuckelt. Vom Wirkungsgrad her sind wir Jahrzehnte vom sinnvollen Einsatz entfernt. Wenn es theoretisch gelänge, dass Drohnen ein Paket von 30 kg tragen könnten (als ob wir nicht jetzt schon Sorgen um leichte Stromspeicher hätten und die Rohstoffe dafür knapp würden), dann hätten Sie immer noch ein Problem: Sie sind nicht alleine auf der Welt und selbst in Kleinstädten würden Sie die Sonne vor Drohnen nicht mehr sehen. Geschenkt. Es gibt Messgeräte für Zucker. Ja, und? Da es für drei Körper-Werte wie Temperatur, Zucker und Arm-Ab einen Schnelltest gibt gibt es für alle einen? Ich bin Nachrichtentechniker, Aufbau Netzinfrastruktur. Hin und wieder, wenn es um Übergabemessungen für große Projekte wie Intranet Großindustrie oder Backbone des Internet geht, gondeln wir mit Messgeräten für vier Millionen Euro im Kofferraum durch die Republik. Eingebaute Messgeräte wie Ohr, Nase und Finger sind aber in manchen, ganz seltenen Fällen den aufwändigsten Maschinen überlegen. Nicht weil sie genauer wären, sondern weil sie Symptome im Kontext sehen und verarbeiten. Seit napster, ebay und google aus dem Werkzeug Werkzeug "Netz" einen Kindergarten gemacht haben, hat die Menge der Information die sich dort sammelt exponentiell zugenommen, nur die Qualität im frei zugänglichen Teil hat mit noch höherer Potenz abgenommen.
Ach wie schön, dass auch mal ein Nicht-Mediziner die Sachen zurecht rückt.
Viele Patienten bekommen es noch nicht mal hin sich selbst Fieber zu messen. Es herrscht eine erschreckende Passivität vor. Arzt mach mal und das sofort und jetzt und ohne Kosten. Der Pat. will ne Pille, aber selbst nichts machen.

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franke08 27.02.2018, 15:15
145. Halte ich für Quatsch

Ich bin selbst Facharzt und kann mir nicht vorstellen, auch nur einfache Diagnosen ohne Untersuchung, Sonographie, Labor zu stellen. Geht vielleicht bei Schnupfen, aber ansonsten? Und was wird da gespart? Ich würde vom mickrigen GKV Salär nicht noch weiter runtergehen, dann hab ich lieber Freizeit.. Schließlich sitze ich auch vorm PC, ob nun in der Praxis oder zu Hause. Sparen tut nur der Patient, nämlich Anfahrt und Wartezeit. Dafür klagt er dann wenn eine falsche Diagnose gestellt wurde. Sollen dann alle Gespräche aus rechtlichen Gründen aufgezeichnet werden? So ein System taugt vielleicht für Indien oder Afrika, evtl. Für Australien. Ansonsten halte ich das für ausgemachten Unsinn, vor allem wo noch nichtmal diese neuerliche, und für den Arzt völlig , Telematik funktioniert.

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sorry ich bin bloß arzt 10.03.2018, 00:28
146.

Zitat von bernd.stromberg
Dazu kommt, dass es für einen Berufstätigen erstmal furchtbar nervig ist für 3 Minuten Audienz beim Arzt erstmal 20 Minuten hinfahren, einen Parkplatz zu suchen und dann eine halbe Stunde im Wartezimmer sitzen zu müssen.
Hängen Sie dann Ihren Schniedelwutz vor die Kamera, wenn der online-Arzt was sehen will?

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sorry ich bin bloß arzt 10.03.2018, 00:37
147.

Zitat von bernd.stromberg
In GB und anderen Ländern läuft das so ab: eine Onlinekonsultation kostet je nach Dienst etwa 10-50 Britische Pfund und muss privat bezahlt werden. .... .... Somit ist fast ALLEN Argumenten hier der Wind aus den Segeln genommen.
Das mag ja in England so sein, in D sind die Honorare der Ärzte gedeckelt. Mal angenommen, man bekäme für eine Online-Konsultation tatsächlich 30 Euro pro Konsultation. Damit läge dieser Satz um 10 Euro höher als der Satz, den die Ärzte jetzt bekommen.
Was meinen Sie passiert dann? Genau: die Ärzte machen alle online-Konsultationen und die Praxisräume kann man abschaffen oder verkleinern. Die Zahl der echten Praxispatienten geht in den Keller.
Und wenn der Satz niedriger ist als der reelle (20 Euro) Satz?
Genau, dann macht kein Arzt Online-Konsultationen.
Am Problem des Mangels an Ärzten ändert sich also nichts . Wie auch.

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sorry ich bin bloß arzt 10.03.2018, 00:40
148.

Zitat von eSVau
Letzte Woche erst eine Stunde im Wartezimmer ausharren müssen wegen eines grippalen Infektes. Drei Tage später hatte ich eine echte Grippe. Und alles nur, weil ab dem ersten Tag eine AU benötigt wird. Jetzt bin ich statt drei Tage krank (was ich auch ohne Arzt gewusst hätte) insgesamt zwei Wochen arbeitsunfähig. Ich begrüße eine Ferndiagnose für "Lappalien". Noch schöner fände ich aber mehr Vertrauen vom AG, dann könnte ich mir den ganzen Quatsch sparen und einfach das Bett hüten und genesen...
Und wie soll der Arzt Ihre Lunge abhören, ob es nur ein vitaler Befund ist oder eine echte schwere Lungenentzündung?

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sorry ich bin bloß arzt 10.03.2018, 00:48
149.

Zitat von tallinn1960
Ist den Ärzten und den Patienten eigentlich bewusst, dass Skype keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat? Die ist zwar vor kurzem angekündigt worden, aber deshalb noch lange nicht umgesetzt. Weshalb auf den Servern von Microsoft jeder mithören und -sehen kann. Skype ist (noch) keine adäquate Lösung als Vehikel für ein Arzt-Patienten-Gespräch. Da ist das Telefon noch besser, kann zwar auch abgehört werden, aber nur innerhalb Deutschlands. Wo die Microsoft-Servern stehen, weiss nur Microsoft und man muss davon ausgehen, dass hier gegen das Abhören noch nicht mal ein Rechtsschutz besteht.
Den Ärzten ja, deswegen sind sie gegen "online" ...
Die vielen Patienten wissen es aber nicht und werden von der Politik überrumpelt überredet und später mit finanziellen Nachteilen behaftet, wenn sie es nicht tun. Erst wenn der erste Leser hier von den Schweinereien der Versicherungen erfährt, die das Gesundheitsscoring nutzen .. ach was , is ja auch egal. Leider reagieren Menschen immer nur dann, wenn es zu spät ist.

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