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Drogen, Alkohol, Suizide in den USA: Land der begrenzten Lebensmöglichkeiten
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Während in vielen Ländern die Lebenserwartung stetig steigt, sind die USA auf umgekehrtem Weg, dort sinkt sie schon das dritte Jahr in Folge. Forscher ergründen, woran das liegt.

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postit2012 27.11.2019, 14:56
1. Mit unikausalen Erklärungen sollte man ja wirklich vorsichtig sein,

trotzdem wage ich die Behauptung, dass die USA gut daran täten, eine obligatorische Krankenversicherung einzuführen. Die fehlt da nämlich einfach und solange das so bleibt, sollte man auch nicht von einem "Gesundheitssystem" in den USA sprechen.

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barbierossa 27.11.2019, 15:05
2. Auch in Deutschland.

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist laut google auch in Detschland zwischen 2014 und 2016 um fast ein halbes Jahr gesunken.
Dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung nicht stetig in dem Tempo steigern ließe wie in den siebziger Jahren, war eigentlich zu erwarten - irgendwann, wenn die statistischen Spielräume durch unterschiedliche Ernährung, Sport und bessere medizinische Versorung ausgeschöpft sind, ist eben ein "natürliches" Ende der Fahnenstange erreicht. Ob das nun bei durchschnittlich 90 oder 100 oder gar 130 Jahren liegen mag, sei dahingestellt. Aber dass es nicht ständig weiter bergauf gehen kann, ist logisch (es sei denn, der Heilige Gral wird doch noch gefunden und dann industriell nachgefertigt für alle). Entsprechend sollte man drei Jahre Stagnation oder leichten Rückschritt noch nicht überbewerten, bzw. sich nicht wundern, dass bei so leichten statistischen Verschiebungen sind nicht ein einziger, am besten noch gut zu adressierender Faktor als alleinschuldig anbietet.
Interessant wäre es gewesen, wenn einzelne Faktoren mal aus der Statistik rausgerechnet worden wären. Gerade hinsichtlich der Opioid-Welle: wie hätte sich die durchschnittliche Lebenserwartung in den USA ohne die zusätzlichen Drogentoten in den letzten drei Jahren entwickelt?
Und so könnte man ja auch die anderen maßgeblichen Faktoren mal rausnehmen können. Um auf diese Weise - rein statistisch! - dem Hauptfaktor auf die Pelle rücken und ihn dann gezielt angehen zu können.

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andneu 27.11.2019, 15:05
3. Ein Land mit einer Staatsideologie ...

... die automatisch das als gut und vernünftig definiert, das Geld nach oben umverteilt, muss nun einmal auch mit den Folgen kämpfen. Einer extrem reichen Oberschicht steht einer wachsenden verarmten Unterschicht - und zunehmend Mittelschicht - gegenüber. Deswegen erschließen sich mir auch dieses Staunen nicht über das, was da abläuft.

Ich wage jetzt mal eine Prognose - mehr Markt soll mal wieder alles richten. Und es wird noch mehr von unten nach oben umverteilt. Die Ideologie darf (kann) ja nicht irren.

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mimas101 27.11.2019, 15:07
4. Gesundes Essen?

Wird für immer mehr John Does unbezahlbar.
Und weil es die Renditen verdirbt sowie den Farmern mehr Arbeit beschert wird daher immer mehr Chemie und Gen in die Früchte von Feld, Acker und Stall reingekippt. Das geht auf die Dauer halt nicht gut.
Und auch das kennen die Amis - von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich: Milchseen und Kirschpyramiden. Damit die Preise hübsch oben bleiben werden die Lebensmittel vernichtet anstand an Bedürftige weiter zu geben.

Allerdings - dieser Trend wird auch in EWG-Land sowie Deutschland noch ankommen. Schon jetzt kann man sich kaum noch einen Laib Brot beim Bäcker leisten, der kostet mittlerweile ab 6,-- DM aufwärts wobei der Laib immer mehr leichtgewichtiger wird und die Backmischun aus irgendeinem Labor kommt. Dafür haben die Armenküchen und die Tafeln vermehrt Zulauf.

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caesarzulu 27.11.2019, 15:20
5. America First

Auch hier gehen die USA den anderen Industrienationen nur ein Stück voraus.
Wenn man sieht, dass schon heute 3 von 5 Jugendlichen in der Welt übergewichtig sind, und 4 von 5 Jugendlichen sich zu wenig bewegen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es auch in Europa, Asien und Australien solche Rückgänge der Lebenserwartungen gibt.

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ambulans 27.11.2019, 15:20
6. vorschlag:

hier in deutschland gibt es einen verein (armut und gesundheit e.v., ltg. prof. gerhard trabert/mainz), der sich genau damit beschäftigt: wer arm ist und bleibt, hat weniger geld, bildung, chancen, etc. - das ergebnis ist dann ziemlich vorhersagbar. der "american way of living" ist zwar in der sache meist hoch-riskant, für einige politiker aber praktisch ein legitimer kriegsgrund; dieser krieg richtet sich lediglich gegen sie selbst, also nach innen (drogen, gewalt, verzweifelung/suizide, usw.).

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dr.bernd_fabry@web.de 27.11.2019, 15:22
7. Was haben wir jetzt gelernt?

„Wissenschaftler haben eine Studie durchgeführt“. Wenn diese Einleitung erfolgt, werde ich auf der Stelle misstrauisch. Selbst Wissenschaftler ist mir bewusst, dass überall und ständig Wissenschaftskollegen Studien durchführen und dies auch zu den absurdesten Themen. Nun also die abnehmende Lebenserwartung in den USA. Sicher ein ernstzunehmendes Forschungsobjekt. Aber nach mehrfachem sorgfältigem Studium des Beitrags erschließt sich dem Leser, dass lediglich für den Missbrauch von Schmerzmitteln und dem daraus sich offensichtlich zwingend ergebendem Abrutschen in das Drogenmilieu ein direkter Einfluss nachgewiesen werden kann. Nun ist dieser Missbrauch in den USA sicher signifikant – weswegen die einschlägigen Pharmaunternehmen nun auch Drogendealern gleichgesetzt werden sollen – aber so gewaltig, dass diese Einflussgröße als einzige signifikant ist? Schwer zu glauben. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass es den Verfassern nicht gelungen ist, für näher liegende Gründe wie z.B. Fettleibigkeit (Übergewicht trifft es in den USA nicht mehr) und ein Gesundheitssystem, das sich nur noch Vermögende leisten können (es lebe Trump), einen stichhaltigen Zusammenhang zu finden. Nichts gegen Studien, die kein greifbares Ergebnis bringen – das ist halt manchmal so. Aber einer Würdigung in SPON hätte es hier wohl nicht bedurft.

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GoaSkin 27.11.2019, 15:22
8.

In den USA interessiert viele Menschen das Leid der Anderen überhaupt nicht. Die ganz alltäglichen Missstände, die gesehen und erlebt werden, sind für die Mehrheit der Amerikaner OK so.

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neue_mitte 27.11.2019, 15:23
9.

Zitat von barbierossa
[...] Interessant wäre es gewesen, wenn einzelne Faktoren mal aus der Statistik rausgerechnet worden wären. Gerade hinsichtlich der Opioid-Welle: wie hätte sich die durchschnittliche Lebenserwartung in den USA ohne die zusätzlichen Drogentoten in den letzten drei Jahren entwickelt? [...]
Die Ursache der Opioid-Welle steht wahrscheinlich ohnehin im Zusammenhang mit den Gründen, die eine Senkung der Lebenserwartung zur Folge haben. Aber solange die Spitze des Staates die Drogen aus Mexiko zwischendurch zum Staatsproblem Nr. 1 gemacht hat, aber die eigene flutwellenartige großzügige Opoid-Verschreibung und damit -Kris ignoriert, wird sich da wenig dran ändern. Die Pharmariesen stehen vermutlich auf der GOP-Spenderliste ganz oben.

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