Forum: Gesundheit
Ebola-Infektion in Madrid: "Der kleinste Fehler kann fatal sein"
DPA

Durch einen Anzug geschützt hatte sie zwei Ebola-Patienten gepflegt - jetzt kämpft sie selbst um ihr Leben: Wie konnte sich die Krankenpflegerin aus Madrid mit dem Virus anstecken?

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jeanremy 07.10.2014, 20:54
10. Exkremente?

Was passiert auf den Isolierstationen mit den Ausscheidungen der Patienten? Gelangen diese in die Kanalisation? Werden sie verbrannt?

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TS_Alien 07.10.2014, 20:55
11.

Mit der Hygiene sieht es in den meisten Krankenhäusern schlecht aus. Viele der dort arbeitenden Menschen beachten noch nicht einmal die einfachsten Hygieneregeln. Warum sollte das bei der Behandlung eines Ebola-Patienten anders sein?

Im Fernsehen sieht man in Krimi- (wenn Pathologen agieren) und Krankenhausserien kuriose Szenen, die so ähnlich in vielen Krankenhäusern vorkommen dürften. Da wird mit Schutzhandschuhen ein Handy angefasst und benutzt, so als ob das Handy nicht kontaminiert werden kann. Und später wird das Handy ganz normal weiterverwendet. Das ist nur ein Beispiel, wie Krankheitskeime durch eklatante Fehler übertragen werden können.

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Mamis 07.10.2014, 21:01
12. Mundschutz und Hausbesuche

Warum geht die Krankenschwester zu irgendeinem Arzt statt ihren Arbeitgeber/Chef zu informieren???
Und warum nicht zur Sicherheit mal einen Mundschutz tragen? Die Bilder kennt man zwar bisher nur aus Asien, aber vielleicht sollte es auch hier Mode werden - zumindest, wenn man krank ist?!
Sollte es spezielle Ebola Praxen geben, damit die Leute mit Verdacht auf Ebola nicht in den Wartezimmern andere Patienten anstecken oder besser Ärzte, die bei Verdacht Hausbesuche durchführen!

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brandmeister 07.10.2014, 21:16
13. @ #10

Gemäß TRBA-250 müssen die Exkremente inaktiviert werden, bevor sie die Station (unreinen Bereich) verlassen. Z.B. durch geeignete Desinfektionsmittel, Hitze o.ä.

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neanderspezi 07.10.2014, 21:31
14. Die Frage zu den Übertragungswegen des Virus scheint noch nicht endgültig geklärt zu sein

In dem Bericht zur Isolierstation der Frankfurter Uni-Klinik, in der ein an Ebola Erkrankter behandelt wird, steht ein für den Laien bezüglich des Isolationsmanagements leicht verwirrender Satz: "In den Räumen der Isolierstation herrscht Unterdruck, damit keine Luft - und mit ihr Erreger - entweichen kann." Hier stellt sich unweigerlich die Frage, ob inzwischen auch die Luft neben Körperausscheidungen als mögliches Übertragungsmedium für das Virus angesehen wird, obwohl in allen Aussagen der zurückliegenden Zeit angeblich das Virus den Weg über die Luft nicht zur Infektion benutzen kann? Diese für andersgeartete Viren, wie Grippeviren, besonders gefährliche Form der Ausbreitung, wurde bezüglich Ebolavirus nahezu routinemäßig bei vielen Berichten zu der Seuche ausgeschlossen. Weiter unten im Text wird auf den Überdruck und der "gesicherten" Atemluftzufuhr innerhalb der in Ganzkörperschutzanzügen antretenden Ärzte und Krankenpfleger hingewiesen, wobei auch hier der Überdruck ein Eindringen des Virus verhindern soll. Wenn man diese technische Vorsichtsmaßnahme von Unterdruck in der Isolierstation und Überdruck in den Schutzanzügen als notwendig erachtet, so fragt sich der Laie, in welchem Hospital in Westafrika eine solche Technik zur Verfügung stehen mag? Sollte vielleicht doch bei einer geeigneten Luftfeuchtigkeit eine Übertragungsmöglichkeit des Virus per Luft vorhanden sein und damit die hohe Infektionsrate von Ärzten und Pflegepersonal in den inzwischen besonders heimgesuchten westafrikanischen Ländern erklären?

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command 07.10.2014, 21:47
15. So sieht die Realität aus.

Ich selbst bin in einer Notaufnahme tätig. In diese kam heute ein Patient, nach der Triage mit einem seit drei Wochen anhaltenden Durchfall sowie erhöhter Temperatur. Nur mehr durch Zufall habe ich eine Administratorin dabei beobachtet, wie diese aufgrund einer verwaltungstechnischen Nachfrage zu diesem Patienten in das Zimmer tritt. Natürlich ohne Handschuhe und ohne Mundschutz. Das basic eben. Wohl bemerkt, der Patient wurde extra in ein abgelegenes und gesondert vorgehaltenes Zimmer gelegt. Fern ab des übrigen Patientenverkehrs. Eine weitere Feststellung konnte ich vor wenigen Tagen vernehmen. Ein Mitarbeiter eines Krankentransport bringt einen Patienten nach Entlassung zurück in eine Altenpflegeeinrichtung. Im Klinikum selbst drückte er mit den Unterseiten der Unterarmgehstützen der Patientin den Aufzugsknopf. Der Kollege schob die Trage. Wie sich hier Keime und Bakterien durch ein Haus verteilen wird wohl jedem klar sein. Nur zwei Beispiele von unzähligen Beobachtungen. Hier nur einmal hochgerechnet auf alle Kliniken, Praxen und Pflegeeinrichtungen offenbaren das ganze Dilemma. Krankenhaushygiene ist nur auf dem Papier etwas wert. Schlecht bezahlt und motivierte Mitarbeiter im Gesundheitssystem machen dabei den größten Posten aus.

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katzenblck 07.10.2014, 21:50
16.

Zitat von SilkeBee
Ich frage mich wie eine Krankenschwester, die ein Minimum ihres Berufs versteht, einen Ebolakranken pflegen kann, dann einige Tage später erste Symptome entwickelt und NICHT zum Arzt geht. Stattdessen ist sie anscheinend noch 1 Woche zuhause geblieben und hatte in dieser Zeit Kontakt mit 30 (!) Personen! Jemand, der so fahrlässig handelt, sollte diesen Beruf nicht ausüben und zur Rechenschaft gezogen werden.
Das Schlimme ist, dass sie mit den ersten Symptomen zum Arzt ging und wieder nach Hause geschickt wurde, weil das Fieber noch nicht sehr hoch war. Sie kehrte nach einigen Tagen zurück als das Fieber immer noch nicht verschwunden war und wurde dann erst eingeliefert. Das war ein grosser Fehler, der den Kontakt mit anderen Menschen ermöglichte und damit die Ansteckungsgefahr für andere Leute. Man hätte sie aus Präventionsgründen gleich einliefern sollen und somit liegt die Verantwortung bei denjenigen, die dafür zuständig waren, diese Entscheidung zu treffen.

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hubie 07.10.2014, 21:52
17.

Was hier alles geschrieben wird... Tröpfcheninfektion. Dafür kann schon rissige, also sehr trockene Haut, ausreichen, winzige Wunden sowieso. Da helfen dann auch Handschuhe und Mundschutz nicht, wenn dort etwas herankommt.

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krankenschwester 07.10.2014, 21:53
18.

Ja, Isolierstationen haben selbstverständlich eine eigene "Kanalisation. Nichts von den Ausscheidungen gelangt in die normale Kanalisation (das wäre ja noch schöner)
Und allen Nörglern (uuuh, schlechte Hygiene in den deutschen Kliniken...) kann ich sagen: Wenn sich niemand zur Wehr setzt gegen diese bekloppte Gesundheitspolitik, kann man sich auch nicht über Missstände in Kliniken aufregen. In den Kliniken Deutschlands reißen sich jeden Tag Menschen den Arsch auf, um für tragbare (auch hygienische) Zustände zu sorgen. Doch leider scheitert es oft an den "Kosten". Vor allem dann, wenn das Klinikum durch Übernahme zum Wirtschaftsunternehmen wird. Vielleicht sollten hier die Überschüsse der GKV nicht unerwähnt bleiben. Und übrigens: die Stationen in unserer Klinik wissen teilweise morgens nicht, wie sie den ausgefallenen Spätdienst besetzen sollen. Die Pflegekraft, die freiwillig zum Dienst kommen soll, um einen Patienten mit EBOLA-VERDACHT zu betreuen (geschweige bestätigt) ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Gruß, Hygienefachkraft i. W.

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HorstOttokar 07.10.2014, 22:15
19. Who

"Die Schutzanzüge entsprächen den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen, sagte Yolanda Fuentes der Zeitung. Man folge dabei den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO)."

Ohne diese Empfehlungen genau zu kennen: Ich fürchte, genau das könnte das Problem sein.

Die WHO ist eine Organisation, die sich vor allem um Gesundheitsprobleme in Entwicklungs- und Schwellenländern kümmert. Dementsprechend sind die meisten ihrer Empfehlungen auf die Situation und die Gesundheitssysteme in Entwicklungs- und Schwellenländern ausgerichtet.

Von einem Industrieland wie Spanien müsste man viel mehr erwarten als "nur" WHO-Empfehlungen einzuhalten.

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