Forum: Gesundheit
Eckart von Hirschhausen: Glückwunsch, Sie haben Genu valgum
Faktencheck Gesundheit

55 Minuten warten, fünf Minuten drankommen und verwirrt nach Hause gehen: So läuft der typische Arztbesuch ab. Viele Mediziner haben nie gelernt, sich verständlich auszudrücken, sagt Eckart von Hirschhausen. In seiner Videosprechstunde "Faktencheck Gesundheit" erklärt er, warum Reden Gold ist.

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dr.u. 23.04.2013, 11:53
20. Man kann, wenn man will.

Zitat von plagiatejäger
Fachtermini kann man nur sehr begrenzt "übersetzen"; eine allzu genaue Übersetzung ist meist sogar dann medizinisch falsch (zB Rectum=gerade; stimmt aber in der Schweineanatomie). Ob ein Patient genau weiß, was MS ist, bleibt fraglich; wer weiß denn wirklich, was eine Zirrhose ist? Dem Arzt wird das meist nutzlose Übersetzen ja auch nicht honoriert - wichtiger wäre eine richtige Untersuchung, richtige Diagnose und richtige Therapie; wer lieber pseudomedizinische, aber deutschklingende Begriffe, verschleppte Diagnostik und verschlechterte Heilungs-Chancen will, geht zum Heiler.
Aber natürlich kann man alle (medizinischen) Fachtermini in für jedermann verständliche Worte fassen und übersetzen.
Bei Medizinern halte ich das nicht nur für ein Gebot der Höflichkeit sondern für ihre Pflicht, jeden Patienten verständlich darüber zu informieren, was diagnostiziert wurde.
Viele Ärzte können und machen das sogar schon freiwillig. Das Ärgernis sind die schwarzen Schafe der Branche, die sich durch Benutzung sprachlicher Fachtermini einige Stufen über ihrem Patienten positionieren wollen. Möchtegern-Halbgötter in weiß.
Dann werden teilweise auch noch Diagnose, Behandlung und Entscheidungen über das weitere Vorgehen den Arzthelferinnen übertragen, so dass man selbst auf Nachfrage den Arzt selber gar nicht zu Gesicht bekommt. Leider gibt es viel zu viele Negativbeispiele.

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sitiwati 23.04.2013, 12:25
21. viel ärgerlicher

find ich, dass Ärzte grundsätzlich keine Berichte rausrücken-ist alles gut-der Befund ist ok ! besonders gefährlich, wenn man mt einem Gehirnklempner zu tun hat, ein 5min Gespräch ein 3seitiger Befund und man bekommt ihn erst Jahre später zu Gesicht ! im übrigen steht heut alles im Internet!

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vinzenz 23.04.2013, 12:34
22. Fachtermini

beschreiben nun mal knapp und eindeutig, was Sache ist.. für die "Eingeweihten".. aussenstehende müssne nachhaken - und da tun sich Ärzte i.d.R sehr schwer damit , dem Patienten das auf "allgemeinverständlichsprech" klarzumachen - leider hat das Erklären dann oft einen Lawineneffekt.. denn die Erklärung eines Begriffs führt dann zur zwangsweisen Erklärung weiterer Begriffe etc..

Bis dann die Diagnose evtl verständlich, aber Inhaltlich nicht mehr vollkommen richtig übersetzt ist..

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tomislav77 23.04.2013, 12:36
23.

Zitat von misterpresident75
Rectum = Mastdarm MS = Multiple Sklerose (entzündliche Erkrankung des ZNS mit herdförmiger Entmarkung der Nervenfortsätze, einhergehend mit Sensibilitätsstörungen......
vielen dank, damit kommen aber die nächsten fragen: zns? herdförmige entmarkung? mastdarm (lage im gastrointestinaltrakt von proximal nach distal)? und dann geht´s mit den therapieoptionen weiter...
könnte es sein, dass es kein arzt schafft, einem laien in 5 minuten sein wissen über befund, diagnose und therapie zu erklären, weil einfach die zeit und häufig auch die vorbildung fehlt? das sei bitte ohne arroganz verstanden, aber es ist oft ein zu komplexer sachverhalt, der ein google-studium im wartezimmer übersteigt. mit der gleichen erfolgslosigkeit könnte ein arzt von einem mechaniker erwarten, dass dieser ihm in 5 minuten verständlich komplexere sachverhalte der funktionsweise eines verbrennungsmotors beschreibt.

erläutern sie mal einer 75-jährigen patientin aus der schönen eifel mit einem hüftleiden die statistische wahrscheinlichkeit einer potentiellen infektion mit hiv/hepb-c im rahmen einer fremdbluttransfusion während einer operation. und zwar so, dass sie es versteht! sie dürfen auch 10 minuten veranschlagen.
viel spass!

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Talan068 23.04.2013, 12:43
24. Selbstdarsteller

Also die Ärzte, bei denen ich war sind, keine solchen Selbstdarsteller, wie Herr Hirschhausen. Und auch due Diagnose ist meist verständlich, ggf. frage ich nach.
Wirklich sauer wäre, wenn mir einen so sinnlosen Bla erzählen würde, wie der Artikel. Okay, der Tipp mit der Checkliste ist gut, aber das mache ich eh schon.

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vonwoderwestwindweht 23.04.2013, 12:45
25. ***

"Während bei einem gebrochenen Arm die Diagnose häufig auch für den Patienten sehr offensichtlich ist..."
Jaja, das denkt man. Ich bin mal mit einem Beinbruch in der Erste-Hilfe-Station des örtlichen Krankenhauses gelandet, wo man trotz Röntgenbildes eine Meniskusverletzung diagnostizierte (O-Ton der Ärztin: "Ich bin mir zu 99,9% sicher"). Es wurde auch schon ein Termin für ein OP-Vorgespräch vereinbart. Wäre meinem Hausarzt das nicht komisch vorgekommen und hätte er mich nicht noch schnell zur MRT geschickt, wäre ich wohl völlig unnötig am Knie operiert worden.

Ich frage mich noch heute, was die im Krankenhaus mir wohl nach der OP erzählt hätten, was sie da repariert hätten.

Und so bin ich wochenlang ohne Gips mit einem gebrochenen Bein "herumgelaufen". Als dann endlich die richtige Diagnose vom Radiologen kam, lautete sein grinsender Kommentar "Das ist ja schon fast wieder zusammengewachsen".
Man denkt immer, was Einfacheres als einen Knochenbruch auf einem Röntgenbild zu erkennen, gibt es gar nicht. Möchte mir gar nicht ausmalen, was erst alles auf einem Ultraschall erkannt oder auch nicht erkannt wird. Fazit: Zweit- und Drittmeinung kann Geld und Stress sparen.

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KuGen 23.04.2013, 12:53
26. Im Gegensatz zu meinen Mitforisten...

... kan ich die Bemerkungen von Hirschhausen nur bestätigen.

Man trifft immer wieder auf Ärzte, die zwar fachkompetent sein mögen, jedoch nie gelernt haben, sich strukturiert zu äussern.

Und wenn man Fragen stellt, dann verärgert man den/die Herr/Frau in Weiss.

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Karibu 23.04.2013, 14:07
27. Witzbold

Zitat von madre
Ich habe noch nie einen Arzt getroffen, der mir nicht verständlich erklären konnte wo das Problem liegt. Die Idee hätte Ecki lieber mal vor 50 Jahren haben sollen. Da waren die Mediziner tatsächlich noch so stur und unverständlich. Jetzt kommt's nen bisschen spät.
Humor ist, wenn man trotzdem nicht lacht. Ecki ist ein Witzbold, und man sollte seine Kabarettbeiträge so ernst nehmen wie sie gemeint sind: lachhaft aber kurz.

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lindenbast 23.04.2013, 14:07
28.

Zitat von madre
Ich habe noch nie einen Arzt getroffen, der mir nicht verständlich erklären konnte wo das Problem liegt.
Das habe ich auch als erstes gedacht.

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lindenbast 23.04.2013, 14:10
29.

Zitat von starkebaerin
Mal eine schüchterne Frage: Welcher Mediziner will die "Selbstheilungskräfte fördern"? Dafür muss man zum Heilpraktiker gehen.
Mein Hausarzt würde so etwas natürlich nie sagen, aber tut er denn etwas anderes, wenn er mir bei schwerer Bronchitis einschlägige Kräutertees und Bettruhe empfiehlt und ansonsten sagt: "Wenn's aber bis dann und dann nicht besser ist, kommen Sie wieder, dann müssen wir doch massiver werden?"

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