Forum: Gesundheit
Eckart von Hirschhausen: Herr Doktor macht krank
Bertelsmann Stiftung

Woran leidet unser Gesundheitssystem? Einer muss es wissen: Eckart von Hirschhausen. Deutschlands bekanntester Arzt praktiziert jetzt auf offener Bühne. In seiner Videosprechstunde "Faktencheck Gesundheit" enthüllt er die Abgründe des Medizinbetriebs.

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mangelaerkel 14.02.2013, 12:28
120. hier ist der normale Menschenverstand gefordert

da aber die Deutschen ein krankhaftes Berechtigungsgefühl haben ( das steht mir doch zu! ) ist damit schon die Theorie von der Solidargemeinschaft ad absurdum geführt...die die am lautesten schreien werden zuerst behandelt...und oh Gott wenns dann noch ein Privatpatient ist der bekommt alles was ER oder SIE will nicht was der Arzt für richtig hält...der schießt doch nicht seine einzige Milchkuh ab! Dazu kommt das erst Ärzte ermöglichen das der Mensch u.U. in einem langen Siechtum stirbt denn obwohl eigentlich schon tot kann man den Menschen per Maschinen quasi noch in einer Art Zwischenwelt vor dem Sarg zeitweise retten...längeres Leben ja aber bitte nicht mit Hilfe übereifriger Doktoren.
Wenn das so weiter geht haben wir bald eine Masse an Altersdepressionen wo Millionen Menschen zwar noch 'leben' aber nicht wissen wozu! Also gebt der Natur eine Chance und lasst den Menschen sterben. Ein gutes Beispiel ist eine alte Dame die sich einen Hinweis tätowieren liess: LASST MICH STERBEN! KEINE GERÄTEMEDIZIN! das sagt eigentlich alles und komme mir jetzt keiner mit dem Eid den die Doktoren geschworen haben...denn wenn das mit dem Tattoo auch nicht funktioniert werden sich Senioren vielleicht in Zukunft bewaffnen...diese Sprache hat bis jetzt noch jeder verstanden...

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joe_blow 14.02.2013, 12:28
121.

Zitat von querulant_99
Welche Note bekomme ich denn, wenn ich mein Examen phänomenal ist: Summissima cum laude?
Das erzähl ich Ihnen wenn es soweit ist. Die Wahrscheinlichkeit scheint mir aber gegen 0 zu tendieren.

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sphex1 14.02.2013, 12:33
122. Komplexe Abgründe

Vorweg: Es gibt viele Gute Ärzte, die vernünftige Medizin nach bestem Wissen und Gewissen machen und sich mit einer nicht einfach zu handhabenden Realität konfrontiert sehen.
Es gibt leider viele Ärzte, die sich und ihr Handeln der allgemeinen Gewinnoptimierung unterordnen.
Fakt ist: Der allgemeine Trend, zu Lasten des Patienten, der Gewinnoptimierung ist nicht nur in der Pharmaindustrie alltäglicher Motor. Er ist auch längst im Gesundheitssystem (Medizin, Ärzte, Krankenhäuser) angekommen und wird (teils widerwillig) praktiziet. Eine Frage des "Über-Lebens".
Ich selbst habe 15 Jahre Erfahrung in der Pharmaindustrie (vom Pharmaberater bis zum globalen Manager) hinter mir und viele Freunde (noch aus dem Studium), welche Ärzte sind... was ich gesehen, gehört habe, glaubt eh keiner. Hat aber definitiv Gänsehautfaktor, und dies nicht im positiven Sinne. Da tun sich leider Abgründe auf. Ein privates Bsp.: Mein Sohn (damals noch bei seiner Mutter lebend) leidet unter Wachstumsstörungen, vor zwei jahren war er auch extrem untergewichtig aber auch aktiv, lebensbedrohlich... Die behandelnde Kinderärztin verordnete das "liebe Ritalin". Wer sich auskennt, weiß, dass eine wesentliche Nebenwirkung von Ritalin ist, das Hungergefühl zu dämpfen...Herzlichen Glückwunsch! Dies brachte meinem Sohn ein halbjährigen stationären Not-Aufenthalt in der Klinik ein, (dort wurde übrigens die Diagnose ADHS revidiert) um sein Leben zu retten und er nicht bei lebendigem Leibe verhungert. zum Glück erfolgreich.
Es ist aber auch keine Lösung alle Ärzte über einen Kamm zu scheren. Es ist eher an der Zeit unser Gesundheitssystem genauestens zu überprüfen. Aber das bleibt wohl ein Wunschgedanke, ein Märchen. Es geht um zuviel Geld und eine zu große Lobby. Auf der Strecke bleiben wir, als Patient. Als Mensch. Willkommen im 21. Jahrthundert.

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ewaldspaule 14.02.2013, 12:37
123.

Zitat von lebenslang
von allen skandalen des gesundheitsbetriebes ist das unter drogen-setzen von aktiven kindern und jugendlichen zum zwecke der ruhigstellung der erschreckenste. dabei bilden pharmaindustrie, ärztr und überforderte eltern ein unrühmlichjes kartell zum schaden der heranwachsenden generation. anstatt die aktivität sinnvoll in körperliche betätigung zu lenken, wirft man pillen ein um so das problem zu lösen. unglaublich, das soetwas in deutschland möglich ist.
Ich erzähle Ihnen zu dieser Meinung einmal eine Geschichte. Mein Sohn war immer, sagen wir mal etwas quirlig. Der war so quirlig das wir beim ersten Kindergartengespräch darauf hingewiesen worden sind das er nicht mehr tragbar wäre. Wir nahmen ihn raus und gaben ihn dann in einen Förderkindergarten. Zwischenzeitlich versuchten wir unzählige Therapien und begaben uns zu unzähligen Arztbesuchen. Quintessenz: das wird schon, kann man noch nichts zu sagen... etc.
Danach bekamen wir eine Meldung das unser Sohn nicht als schulfähig für die Regelschule angesehen wurde. Wir mussten ihn in eine Förderschule geben. Nach den ersten Schulgespräch wurde uns mitgeteilt das unser Sohn als nicht tragbar angesehen wurde. Wohlgemerkt in einer Förderschule. Da habe ich die Geduld verloren und ihn in eine Privatklinik die ich selber bezahlen musste für Psychatrie gegeben. Nach 4 Wochen Klinik, bekam er das erste mal Ritalin. Die Wirkung war verblüffend. Zum ersten Mal in seinen Leben konnte sich mein Sohn offenkundig auf Dinge fokussieren und konzentrieren. Um es abzukürzen, mein Sohn besucht heute die 7 Klasse in der Realschule. Die Leistungen sind in Ordnung. Aufgrund mehrerer Therapien (Sport und anderes) sind wir mit der Medikamentierung auf ein Minimum angelangt. Ohne Ritalin wäre das so alles nicht möglich gewesen.

Und jetzt halten Sie mich ruhig für ein überfordertes Elternteil.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich trotz aller Anfeindungen, diesen Weg gegangen bin!

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gorith 14.02.2013, 12:38
124. Wenn die Patienten es doch so wollen...

also ich habe Verwandtschaft und Freunde im Medizinumfeld: Allgemeinärzte, Chirurgen, Studenten, Apotheker und Pfleger. Manchmal bespreche ich meine frustrierenden Erlebnisse mit diesen Menschen. Und ich bekomme oft erstaunliches zu hören. So scheint es etwa so zu sein, dass viele Patienten sich nicht behandelt "fühlen", wenn der Arzt ihnen nichts verschreibt. Da hagelt es dann schnell Kritik. Vor allem besorgte Eltern wollen unbedingt Pillen für das Kind, damit es dem armen kleinen nicht so schlecht geht. Dass man Fieber auch mal arbeiten lassen soll --- es hat ja schließlich einen Sinn dass der Körper die kerntemperatur erhöht --- so lange es nicht zu hoch ist wollen viele Eltern gar nicht hören/wahrhaben. Jetzt hat der Arzt also die Wahl ein sinnloses Medikament zu verschreiben und 1.) daran zu verdienen und 2.) den Patienten glücklich zu machen, oder sich Kritik vom Patienten gefallen zu lassen. In der Apotheke wird dem Patienten dann oft noch Placebo angedreht: Homöopathie, "natürliches" und "ganzheitliche" Mittelchen. Der Patient fühlt sich dadurch besser behandelt, auch wenn es keinen Effekt hat, und der Apotheker verdient gut daran. Was fehlt ist die BILDUNG der Menschen, die zum Arzt gehen, dann würden sich sehr viele Probleme von selber erledigen. Nur leider scheint es bezüglich Medizin nur hörige (mit Pillen kann man alles richten) und verweigernde (Hochschukmedizin ist quatsch, da gehe ich lieber zum Bachblüten-Fuzzi) Menschen zu geben. Die mit gesundem Menschenverstand rangehen sind scheinbar in der Minderheit.

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schnuffschnuff 14.02.2013, 12:38
125.

Zitat von hermanngaul
Das mag sein, dass Sie solche Arbeiten in der Hand hatten. Nur daraus etwas Allgemeingültiges zu Schließen entspricht nicht gerade einer anerkannten statistischen Methode.
In Österreich hat man schon vor mehr als zehn Jahren die Konsequenzen aus der massenhaften wissenschaftlichen Irrelevanz von medizinischen Dissertationen gezogen. Dort ist der Dr. med. univ. seit 2002 ein Diplomgrad. Schließlich will der gemeine Patient zu seinen Arzt auch weiterhin Herr oder Frau Doktor sagen können. Wenn Sie sehen wollen, für welchen Kokolores man in D einen medizinischen Doktorgrad bekommt, dann googlen Sie mal nach Morbus Kobold.

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SönkePaulsen 14.02.2013, 12:39
126. Entschuldigung, aber

wenn die Bertelsmann-Stiftung schreibt, dass zuviele unnütze Untersuchungen durchgeführt werden, dann meint sie vor allem die Kassenpatienten. Denn in anderen Studien hat die Bertelsmann-Stiftung für die Kopfpauschale als gesunde Konkurrenz zwischen privaten und gesetzlichen Krankenkassen argumentiert.
Eine Studie, wie viel unnütze Untersuchungen Privatpatienten im Vergleich zu Kassenpatienten erhalten, existiert schlicht nicht.
Fazit: Es geht darum, den gesetzlich Versicherten den Kopf zu waschen, dass sie zuviel Medizin in Anspruch nehmen, um das System billiger zu machen. Die Arbeitgeber haben eine gewisses Interesse daran, denn sie müssen ja die Beiträge mittragen in der KV und der RV, die auch für medizinische Leistungen gerade steht.
Ach ja, als Arzt kann ich sagen, es gibt wesentlich mehr unterdiagnostizierte Patienten, als Überdiagnostizierte. Also bitte nicht ins Boxhorn jagen lassen.

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zaphod1965 14.02.2013, 12:39
127. Enttäuschend

Sorry, aber wer es sich so einfach macht, muss mit Kritik leben.

Herr Hirschhausen: Sie machen das im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Diese vertritt einen strikt neoliberalen Kurs, der offenbar auch eine Beschränkung des Zugangs zu qualitativ guter Medizin für die breite Bevölkerung beinhaltet.
Jetzt muss man den Leuten nur noch erklären, das Diagnostik eigentlich schädlich ist und schon sterben die Leute viel billiger.

Ich glaube ich muss mal eine Runde kotzen gehen.

Ich bestehe darauf, dass meine Rathke-Cleft-Zyste mindestens einmal jährlich per MRT kontrolliert wird. Es ist mir nämlich scheißegal, ob die Wahrscheinlichkeit eines Wachstums gering ist und was das MRT kostet, denn wenn sie auch nur ein wenig unbemerkt wächst, genügt das um mich erblinden zu lassen oder umzubringen. Wenn die "teuren" MRT-Bilder das bis zu meinem Lebensende nicht zeigen (was ich inständig hoffe), dann waren diese Untersuchungen nicht vergebens, sondern sie haben mich abgesichert und mir ein Leben in ständiger Angst erspart (die übrigens krank machen würde).

Es ist viel schlimmer: In der Hormondiagnostik wird jetzt so weitgehend gespart, dass nicht einmal mehr frisch an der Hypophyse operierte Patienten einen vollen Hormonstatus bekommen. Ihnen werden einfach aus der Erfahrung heraus die üblichen Hormon verschreiben, manchmal sogar keine! Mit fatalen Folgen für die Patienten und horrenden Folgekosten für das Gesundheitswesen - oder im günstigsten Fall sterben die Leute einfach.

Es wird im Gesundheitswesen an der falschen Stelle gespart. Statt die kriminellen kassenärztlichen Vereinigungen abzuschaffen und ein wirksames Qualitätsmanagement einzuführen, werden die Leistungen für die Patienten immer weiter zu Gunsten der Pharmaindustrie und privat betriebenen Kliniken gekürzt.

Und die Überschüsse der Krankenkassen wandern durch die Kürzung des Bundeszuschusses in den Haushalt, statt zurück zu den Versicherten.

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toskana2 14.02.2013, 12:45
128. Fenstersicht

Zitat von sysop
Woran leidet unser Gesundheitssystem? Einer muss es wissen: Eckart von Hirschhausen. Deutschlands bekanntester Arzt praktiziert jetzt auf offener Bühne. In seiner Videosprechstunde "Faktencheck Gesundheit" enthüllt er die Abgründe des Medizinbetriebs.
Gut, dass es auch solche Ärzte gibt.
danke, Herr von Hirschhausen!

"Weniger Medizin ist mehr Gesundheit"!
- nicht immer, aber immer öfter.
Bin bis heute damit gut gefahren
und ich bin bestimmt nicht der Jüngste hier.

Ängstlichkeit ist bei uns auch ein Problem,
genauer, eine Krankheit.
Man rennt wegen Lappalien zum Arzt
und versagt dem eigenen Körper die Chance,
erstmal sich selbst zu wehren.
Ich gehe zum Arzt, wenn ich das Beinchen gebrochen hab.
Dazwischen alle 2 Jahre ein alllgemeiner Gesundheitscheck.

Von unserem bankrottgefährdeten Gesundheitssystem will ich nicht reden.

Wenn ich sagen darf:
Esst, wenig, bewegt euch,
horch in euch rein
- z.B. ober der "Motor" ruhig läuft -,
und WICHTIG:
liebt euch und WICHTIG:
die anderen auch!!

Und wenns finanziell geht,
wechselt die Fenstersicht
die Luft, die ihr atmet
und euer täglich Vokabular!
Das alles zusammen hilft auch
gegen geistige UND körperliche Arteriosklerose.

Das sind MEINE Erfahrungen,
die vielleicht, das wünschte ich mir,
bei den anderen auch mal helfen könnten.

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manontree 14.02.2013, 12:46
129. Krankenhäuser nicht mehr auf Profit ausrichten

Solange Krankenhäuser wie Wirtschaftsunternehmen funktionier und Profit erwirtschaften müssen, wird sich hier so schnell nichts ändern. Gesundheit und Bildung dürfte sich der Bürger/Staat etwas kosten lassen, aber unsere Regierung wird ja auch nur von Interessensgemeinschaften gelenkt und verliert die wirklich wichtigen Ziele aus dem Blickfeld...

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