Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Baby, was ist bloß los?
NEJM/ Yager PH et al.

Dem Säugling geht es plötzlich sehr schlecht: Er hat Fieber, erbricht sich, das Herz rast, er schnappt nach Luft. Im Krankenhaus entdecken die Ärzte Flüssigkeit in der Lunge - und ein Problem im Blut. Das bringt die Mediziner auf die richtige Spur.

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no arzt 29.03.2014, 23:25
2. Erfindung

Das ist wieder eine der Erfindungen der Pharmaindustrie und der Ärzte-Mafia. Anstatt mit giftigen Antibiotika wäre es genauso gut mit ein paar Kügelchen heilbar gewesen.


Aber das sind die Aussagen unser besser wisserischen unstudierten Nicht-Mediziner mit subjektiv besserem Fachwissen. Mann sollte im gleichen Fall die ATB verweigern. Das nennt man Evolution.

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TICKundTOOF 30.03.2014, 00:00
3. Glückwunsch

Der kleine Hoßenscheißer wird hoffentlich ein gesundes und erfolgreiches Leben vor sich haben.
Der Artikel ist so o la la. Zecken beißen übrigens nicht, sie stechen.
Babesien werden durch Zecken übertragen, allerdings nicht nur auf den Menschen sondern auch auf Hunde, Mäuse, Pferde und andere Wirbeltiere. Denkbar wäre auch eine Übertragung durch eine Blutspende. Inwieweit eine Infektion tatsächlich durch die Plazenta stattgefunden hat bleibt fraglich da dies bisher nur bei Tieren nachgewiesen wurde. Dennoch ist bekannt, dass die Bebesiose angeboren sein kann. Forschung ist angebracht da insgesamt nur sehr wenig behandlungsbedürftige Fälle auftreten. Gelingt der Erregernachweis, was nicht immer einfach ist, ist Antibiotika oder eben ein Austausch des Blutes die richtige Wahl.
Vermutlich gibt es noch mehr Übertragungswege als nur Zecken. Borrelien übertragen sich nämlich auch nicht nur über Zecken. In den USA gibt es Gebiete in denen statistisch ungefähr jede 5. Mücke Borrelien in sich trägt. Auch sind aktive Borrelien in menschlichem Sperma nachweisbar allerdings ist hier auch nicht klar ob sich dadurch tatsächlich Erreger übertragen können. Da Babesiose aber klassisch als Zeckenkrankheit betitelt wird ist auch daran zu denken, dass andere Erreger im Spiel sein könnten - jedenfalls hat hier in der Gegend jede 3. Zecke mit Borrelien auch noch andere Erreger in sich, v.a. Rickisettien/Ehrlichien oder eben auch mal Babesien. Der chronifizierte Verlauf einer Babesiose ist hingegen fast völlig unerforscht.
Wäre es mein Kind würde ich am Kind, dem Partner und mir ein komplettes Screening auf Borrelien, Ehrlichien, Babesien und eine Reihe anderer Bakterien und Viren machen.
Denn die chronifizierte Form einer Borreliose mit Ehrlichien, Mykoplasmen, Chlamydien, EBV, Coxsackie und Candidose wünsche ich niemand anderem und irgendwoher müssen die Babesien kommen - und eben selten alleine.

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dajafung 30.03.2014, 00:13
4. Photodatenbank?

Wo bitte ist in dieser Röntgenaufnahme der Pleuraerguss zu sehen? Oder die vermehrte Gefäßzeichnung? Und warum hat die MTA den Kiefer mitgetönt ? Die Aufnahme hat 100% nix mit dem Fall zu tun . Hier geht es eher um einen ingestierten Fremdkörper !

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ralph.o.michels 30.03.2014, 00:14
5. Oft reiner Zufall

Das diesem Baby geholfen wurde ist dem Zufall zu verdanken, dass Ärzte vor Ort waren, die eine solche Verdachtsdiagnose gestellt haben. Gerade bei seltenen Infektionen fehlt es den meisten Ärzten aber an Erfahrung um die richtige Diagnose stellen zu können. Verschlimmernd kommt hinzu, dass das bei den Kassen so beliebte Disease Management dazu führt, dass Krankenhäuser eine aufwendige Diagnosestellung aus Kostengründen überhaupt nicht mehr leisten können. Überspitzt gesagt kostet der Tod des Menschen ein paar Taschentücher mit Werbeaufdruck, die aufwendige Diagnose und die daraus resultierende noch teurere Behandlung unter Umständen jedoch ein Vorstandsgehalt. Welche Prioritäten unter solchen Umständen herauskommen kann sich jeder leicht vorstellen.

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mxdoc 30.03.2014, 12:39
6. MACHEN SIE's MIR IMMER NICHT SO SCHWER...

und hängen sie wenigstens EINMAL das Röntgenbild des richtigen Patienten auf" hätte der alte Chefarzt Gott-hab-ihn-selig während der Chefvisite gesagt. Das war sein Lieblingsspruch seit 20 Jahren und diesmal hätte er wahrscheinlich zum ersten Mal recht gehabt. Wenn man den Bildausschnitt anklickt, wird das ganze Bild gezeigt, zwar verkleinert, aber was man sieht, reicht aus, um den Verdacht des alten Chefs ausnahmsweise zu bestätigen, auch wenn er, wie immer wenn die jungen Schwesternschülerinnen bei der Visite dabei sind, das Hörgerät herausgenommen und die Brille nicht aufgesetzt hat. Was als Erstes auffällt und aussieht wie eine Wirbelsäule mit 200 Wirbeln ist ein Spiralschlauch, der in der Mitte des Patienten liegt und die Wirbelsäule verdeckt. Um zu vermeiden, da so ein Objekt irgendetwas Verdächtiges verdeckt und damit sich die Belichtungsautomatik des Röntgengerätes nicht auf dieses Objekt aussserhalb des Patienten einstellt, nimmt man so etwas normalerweise vor einer Aufnahme weg, ausser es ist unbedingt lebenswichtig. Damit ist das "Objekt" ein Beatmungsschlauch. Der Säugling ist weder nasal noch oral (durch den Mund) intubiert, das heisst er ist tracheotomiert, er wird über einen Luftröhrenschnitt beatmet. An der typischen Stelle des Tracheostomas endet auch der Beatmungsschlauch. Der Pulsoximetrieclip am Zeigefinger der linken Hand und beide oberen EKG-Elektroden sind metallfrei, wie auch der besagte Spiralschlauch (an der linken Seite haben sie eine metallhaltige EKG Elektrode vergessen). Das heißt der Kleine liegt in einem NMR, auch genannt: Kernspintomografie, die Aufnahme ist die Übersichtsaufnahme davor. Dort muss alles Metallische wegen des ausserordentlich starken Magnetfeldes vor der Untersuchung vom Patienten entfernt werden. EKG und Pulsoxymetrie gehen über Glasfasern, die man auf einem Röntgenbild nicht sieht. Der Kleine hat auch keinerlei Flüssigkeit in der Lunge. Dafür ist außer ein paar luftgefüllten Darmschlingen und dem Leberrand im Bauch nichts als Flüssigkeit zu erkennen, keinerlei sonstigen Organe sind sichtbar, die Milz schon garnicht. Zusammen mit der Tatsache, daß langzeitbeatmete Erwachsene nach ein bis zwei Wochen, langzeitbeatmete Säuglinge erst nach 3-4 Monaten tracheotomiert werden, es also ausgeschlossen ist, daß wie oben beschrieben der bei Aufnahme 35 Tage alte Patient bereits nach 6 Tagen entlassen wurde, und dem flüssigkeitsgefüllten Bauch, der wahrscheinlich daher kommt, das die Mediziner bei ihrer heroischen Lumbalpunktion auf der anderen Seite in die Aorta gestochen haben, muss vermutet werden, daß es sich um die bekannte Konstellation: "falsches Bild, richtiger Patient" oder umgekehrt handelt oder daß man uns mit der Geschichte weiter oben einen Bären aufbinden will. Hoffentlich wurde der Kleine während des NMRs nicht von der vom Magneten abgrissenen links unten vergessenen metallhaltigen EKG Elektrode erschlagen, dem daran befestigten Lichtleiterkabel stranguliert oder mitsamt dem ganzen Equipment hinten in den Magneten gezogen, wobei ein Schädelbruch das Mindeste sein dürfte, das man erwarten kann.

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dennisballwieser 30.03.2014, 13:05
7. Original-Bildunterschrift der Röntgenaufnahme

Es handelt sich um eine Röntgenaufnahme, die bei der Aufnahme des Kindes gemacht worden ist. Die behandelnden Ärzte erkannten darauf sowohl das Lungenödem als auch eine mit einer vergrößerten Milz vereinbare Verschattung im linken Oberbauch. Hier ist der Originaltext aus dem NEJM, der Link führt dorthin:

"Radiograph of the Chest and Abdomen: An anteroposterior chest and abdominal radiograph obtained on admission shows perihilar vascular congestion, a finding consistent with mild pulmonary edema. The cardiac and mediastinal silhouette is normal. The bowel-gas pattern in the abdomen is normal, and a homogeneous haziness overlying the left upper abdomen is consistent with splenomegaly."

http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMcpc1208155

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mxdoc 30.03.2014, 13:10
8. Das ist DER Beweis!

Damit dürfte der Beweis erbracht sein, daß auch beim New England Journal of Medicine nur mit Wasser gekocht wird.

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mxdoc 30.03.2014, 13:38
9. Noch so ein Spruch:

Wenn der alte Chef ein derartiges Röntgenbild der Lunge eines Kleinkindes auf der Intensivstation vorgefunden hätte, hätte er (berechtigerweise) zum Stationsarzt gesagt, er solle es noch heute zur Einschulung anmelden.

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