Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Baby, was ist bloß los?
NEJM/ Yager PH et al.

Dem Säugling geht es plötzlich sehr schlecht: Er hat Fieber, erbricht sich, das Herz rast, er schnappt nach Luft. Im Krankenhaus entdecken die Ärzte Flüssigkeit in der Lunge - und ein Problem im Blut. Das bringt die Mediziner auf die richtige Spur.

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mxdoc 30.03.2014, 17:56
10. Auch die Esoterik scheint Nebenwirkungen zu haben!

Lieber Herr Montague John Druitt,
weit mehr Patienten sterben jährlich weltweit an Fehldiagnosen und/oder Komplikationen nicht indizierter diagnostischer oder therapeutischer Eingriffe als an sexueller Hyperaktivität. Wenn das Röntgenbild tatsächlich zu dem beschriebenen Patienten gehören würde, was aus den beschriebenen Gründen nicht sein kann, wäre die beschriebene Diagnose entweder eine Fehldiagnose allererster Güte oder eine zusätzliche lebensbedrohliche Komplikation, eine Blutung aus einem größeren Bauchgefäss, wurde bisher nicht erkannt oder ausgeschlossen. Wenn man bei einer Lumbalpunktion in ein Blutgefäss sticht, hängt das Ausmaß der Blutung von der Dicke der Nadel und der Blutgerinnungsfunktion des Patienten ab. Beim obigen Patienten, der offensichtlich mit einem beginnenden septischen Schock in die Aufnahme kam, hätte ich, bevor ich im Blindflug versuche, den ein paar Millimeter im Durchmesser messenden Duralsack mit einer Lumbalpunktionskanüle zu erwischen, ohne dabei die angrenzenden Strukturen zu verletzen, zumindest das Ergebnis des Gerinnungslabores abgewartet. Zumal das Ergebnis der Lumbalpunktion keinen akuten Einfluss auf die bereits angesetzte Therapie hat. Wenn mir dann weiterhin nicht gefällt, daß eine metallhaltige EKG Elektrode am linken unteren Thorax des Patienten vergessen wurde, entfernt zu werden, bevor dieser in eine NMR-Röhre eingefahren wird, dann liegt das daran, daß mir aus den USA mehrere Fälle bekannt sind, bei denen Kinder von den stählernen Sauerstoffflaschen der Beatmungsgeräte erschlagen wurden, die vom Magneten des Gerätes bei dessen Betrieb mit in die Röhre gezogen wurden. In diesen Fällen wurde "vergessen", die Gasflaschen ausserhalb des Raumes zu "parken" und sie mit verlängerten Schläuchen durch die Wand mit den Beatmungsgeräten zu verbinden. Mir selbst ist in so einem Bereich mal ein 10-Cent Stück am Ohr vorbei geflogen, das jemand Anderes in der Hosentasche vergessen hatte. Das klingt in etwa so wie die sirrenden Querschläger in billigen Cowboyfilmen. Hätte es mich erwischt, hätte ich heute ein Ohr weniger oder ein originelles 10-Cent Piercing im Ohr. Ein Elektrodenkleber eines EKGs entspricht in etwa einem 10-Cent Stück. Stellen Sie sich vor, das würde dem kleinen Mann im Bild da oben um die Ohren fliegen oder ihn an einer ungünstigen Stelle treffen. Aus diesen Gründen macht man den ganzen Aufwand mit den metallfreien Überwachungsgeräten. Dabei keines zu vergessen, ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt. So wie man nicht einfach irgendwo hineinsticht, ohne vorher das Ergebnis wichtiger Laborparameter abzuwarten. Sonst produziert man lebnsgefährliche Komplikationen, von denen die oben gezeigte vielleicht eine ist. Das schließt die andere, oben angegebene Diagnose nicht aus. Solche Fälle eignen sich aber auch, gewisse Scherheitsaspekte offen zu diskutieren. Das dient dem Patientenschutz. Was daran "menschenverachtend" sein soll, kann ich nicht erkennen. Zu allem anderen von Ihnen Geschriebenem fällt mir nur die Frage ein: Kann ich was von Ihren Pillen abbekommen?

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neoy 31.03.2014, 07:03
11. Hochinteressantes blabla...

Zitat von mxdoc
Was als Erstes auffällt und aussieht wie eine Wirbelsäule mit 200 Wirbeln ist ein Spiralschlauch, der in der Mitte des Patienten liegt und die Wirbelsäule verdeckt. Um zu vermeiden, da so ein Objekt irgendetwas Verdächtiges verdeckt und damit sich die Belichtungsautomatik des Röntgengerätes nicht auf dieses Objekt aussserhalb des Patienten einstellt, nimmt man so etwas normalerweise vor einer Aufnahme weg, ausser es ist unbedingt lebenswichtig. Damit ist das "Objekt" ein Beatmungsschlauch. Der Säugling ist weder nasal noch oral (durch den Mund) intubiert, das heisst er ist tracheotomiert, er wird über einen Luftröhrenschnitt beatmet. An der typischen Stelle des Tracheostomas endet auch der Beatmungsschlauch. Der Pulsoximetrieclip am Zeigefinger der linken Hand und beide oberen EKG-Elektroden sind metallfrei, wie auch der besagte Spiralschlauch (an der linken Seite haben sie eine metallhaltige EKG Elektrode vergessen). Das heißt der Kleine liegt in einem NMR, auch genannt: Kernspintomografie, die Aufnahme ist die Übersichtsaufnahme davor. Dort muss alles Metallische wegen des ausserordentlich starken Magnetfeldes vor der Untersuchung vom Patienten entfernt werden. EKG und Pulsoxymetrie gehen über Glasfasern, die man auf einem Röntgenbild nicht sieht.
...es bleibt aber ernüchternderweise eine konventionelle Röntgenaufnahme und ist mitnichten ein MR-scout bzw. -localizer. Ups, kann ja mal passieren bei so viel heißer Luft...

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