Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Bewusstlos in der Bar
DPA

Eine 18-Jährige bricht plötzlich bewusstlos zusammen. Als sie nach 15 Minuten erwacht, scheint alles wieder in Ordnung. Aber in ihrem Blut entdecken die Ärzte einen alarmierenden Wert.

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philzero 13.12.2014, 19:21
1. Ursachen?

Mich würde nun interessieren, warum diese junge Frau so stark von CO beeinträchtigt wurde. Sehr viele Menschen rauchen täglich Shisha ohne diese Symptome zu entwickeln. War sie besonders anfällig für die Aufnahme von CO, hat sie besonders lang/viel/tief inhalierend geraucht, oder welche Umstände haben zu dieser CO Vergiftung geführt?

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Tetraeder 13.12.2014, 20:27
2. noch mehr rätselhafte Patienten

Interessanter Artikel. Mir und einigen Freunden ist es nämlich ganz genauso ergangen.

Während eines Schüleraustausches in Kairo saßen wir in einer Shisha-Bar. Ein Kumpel von mir ist plötzlich kollabiert, war nicht ansprechbar und hatte sogar leichte Krampfanfälle. Eine andere Mitschülerin ist später zu Hause umgekippt. Ich war ebenfalls kurz vor einem Ohnmachtsanfall. Wir wussten damals nicht genau, welche Ursache es hatte, zumal wir an der frischen Luft saßen. Dass die Shisha dran schuld war, war uns schon bewusst, aber wir vermuteten eher das Nikotin oder irgendwelche anderen Inhaltsstoffe, da wir alle drei Nichtraucher waren. Aber der Artikel erklärt natürlich einiges...

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UnitedEurope 13.12.2014, 21:18
3.

Zitat von philzero
Mich würde nun interessieren, warum diese junge Frau so stark von CO beeinträchtigt wurde. Sehr viele Menschen rauchen täglich Shisha ohne diese Symptome zu entwickeln. War sie besonders anfällig für die Aufnahme von CO, hat sie besonders lang/viel/tief inhalierend geraucht, oder welche Umstände haben zu dieser CO Vergiftung geführt?
Vermutlich war die junge Dame einfach das Rauchen nicht gewöhnt. Wenn man dann noch gleich mit Shisha anfängt ...

Der Körper kann auf viele Werte eine gewisse Toleranz entwickeln (selbst einen Patienten gehabt, der erst bei einem Kalium Wert von 14 ins Kammerflimmern gerutscht ist, normal ist 2,5 bis 5).

Wenn der Körper aber keine Zeit dafür bekommt, sondern gleich mit einer hohen Shisha-Dosis konfrontiert wird, kann das einfach zu viel sein, ähnlich wie beim Alkohol.

Daneben spielen dann natürlich noch genetische Faktoren etc. eine Rolle.

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Stega 13.12.2014, 22:16
4. Gefährlicher Quatsch

Zitat von UnitedEurope
Vermutlich war die junge Dame einfach das Rauchen nicht gewöhnt.
So ein Quatsch. Und eine gefährliche Verharmlosung. Kohlanmonoxyd ist ein Gift. Daran gewöhnt man sich nicht, daran krepiert man.

Das hat nichts mit der Frage nach der Gefährlichkeit oder Ungefährlichkeit des Suchtmittels zu tun.

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Stefan_G 13.12.2014, 22:25
5. zu #3

Zitat von UnitedEurope
Vermutlich war die junge Dame einfach das Rauchen nicht gewöhnt. Wenn man dann noch gleich mit Shisha anfängt ... Der Körper kann auf viele Werte eine gewisse Toleranz entwickeln (selbst einen Patienten gehabt, der erst bei einem Kalium Wert von 14 ins Kammerflimmern gerutscht ist, normal ist 2,5 bis 5). Wenn der Körper aber keine Zeit dafür bekommt, sondern gleich mit einer hohen Shisha-Dosis konfrontiert wird, kann das einfach zu viel sein, ähnlich wie beim Alkohol. Daneben spielen dann natürlich noch genetische Faktoren etc. eine Rolle.
Völliger Unsinn. Die Toxizität von CO beruht auf der Anlagerung und Blockierung von Hämoglobin (Hb). Bewusstlosigkeit tritt etwa ein, wenn 50% des Hb blockiert sind. Daher kann sich der Körper nicht an CO "gewöhnen", allenfalls Menschen mit erhöhtem Hb (z.B. Ausdauersportler) hätten graduelle Vorteile. Wobei die wahrscheinlich eher nicht Shisha rauchen ...

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jt_k 14.12.2014, 03:23
6.

Ich denke, UnitedEurope wollte weder die potentielle Toxizität von CO in Frage stellen noch eine mögliche Gewöhnung im Sinne von Abbau oder ähnlichem postulieren - allerdings ist bei gewohnheitsmäßigen Rauchern bzw. Menschen mit krankheitsbedingt niedrigeren O2 Spiegeln im Blut eben eine Gewöhnung an den Sauerstoffmangel festzustellen. Und genau der Mangel daran dürfte der Dame im Bericht bzw. auch vielen "Einsteigern" im Bereich Aktivrauchen / Shisha eben zum Verhängnis werden. Ein ausgeprägter und ungekannter Mangel an verfügbarem Sauerstoff der den Körper vor große Herausforderungen stellt.
Ob oder wie weit Shisha-Rauchen eine ausgeprägte Gesundheitsgefahr darstellt, war wohl weder Gegenstand des Artikels hier noch im Ärzteblatt.

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Danares 14.12.2014, 09:24
7. Toleranzbildung

Zitat von Stega
So ein Quatsch. Und eine gefährliche Verharmlosung. Kohlanmonoxyd ist ein Gift. Daran gewöhnt man sich nicht, daran krepiert man. Das hat nichts mit der Frage nach der Gefährlichkeit oder Ungefährlichkeit des Suchtmittels zu tun.
Selten so eine dämliche Begründung gesehen. Arsenik ist auch ein Gift, wird aber in kleinen Mengen durchaus vertragen, wodurch sich auf Dauer die tödliche Dosis enorm erhöht. Die Arsenikesser nannten das u.a. "Hüttenrauch". Warum sollte die LD50 für CO bei Rauchern nicht signifikant höher sein, als bei Nichtrauchern? Kohlenstoffmonoxid wird übrigens mitunter sogar (gering dosiert) aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften in der Therapie eingesetzt!

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Emil Peisker 14.12.2014, 13:28
8. Dämliche Begründung?

Zitat von Danares
Selten so eine dämliche Begründung gesehen. Arsenik ist auch ein Gift, wird aber in kleinen Mengen durchaus vertragen, wodurch sich auf Dauer die tödliche Dosis enorm erhöht. Die Arsenikesser nannten das u.a. "Hüttenrauch". Warum sollte die LD50 für CO bei Rauchern nicht signifikant höher sein, als bei Nichtrauchern? Kohlenstoffmonoxid wird übrigens mitunter sogar (gering dosiert) aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften in der Therapie eingesetzt!
Dämliche Begründung?

Die Toleranz gegenüber Sauerstoffmangel gibt es nicht.
Allenfalls gibt es einen Zeitkorridor, der Menschen in einer solchen Situation bewusstlos werden lässt.

Anhand von Daten, die solche Situationen beschreiben, sind die Opfer eben nicht gleichzeitig sondern innerhalb einer Zeitspanne umgekommen.

Ohne ausreichend Sauerstoff = Exit.

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paps 14.12.2014, 15:17
9. toleranz

natürlich gibt es eine anpassung gegen vermindertes sauerstoffangebot. neben ein paar biochemischen mechanismen ( sauerstoffextraktion, sauerstoffbindungskurve), wird vermehrt epo gebildet und der hb-wert erhöht sich.
diese junge dame hat aber entschieden zuviel co eingeatmet, der wert wäre auch bei einem kettenraucher pathologisch.

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