Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Gefährlicher Glaube
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Seit ihrer Jugend erlebt eine Frau immer wieder Phasen tiefer Spiritualität. Mit 48 Jahren verletzt sie sich selbst, weil sie ein religiöses Opfer bringen will. Was ist passiert?

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MtSchiara 18.06.2018, 08:45
10. Esoterik

Zitat von berndpaulwilli
@ MtSchiara Wer sich wirklich ernsthaft mit der Quantentheorie beschäftigt, wird diese niemals mit der von Ihnen postulierten Esoterik in Verbindung bringen.
Es geht hier nicht um Esoterik, sondern um Wissenschaft. So wie ein Multipendel Quantenereignisse in die Makrowelt hinein verstärkt, so tun dies auch Lebewesen. Ein einzelner atomarer Zerfall in einem Lebewesen kann weitreichende Folgen in der Makrowelt haben.

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Mikel 18.06.2018, 09:44
11.

Zitat von MtSchiara
Es gibt auch gegenteilige Berichte, daß religiöse Menschen durch einen Schlaganfall Atheisten werden. Bedeutet das jetzt, daß Atheismus eine Erkrankung des Gehirns ist? Oder bedeutet das, daß die Erkrankung einen Filter im Gehirn ausgeschaltet hat und somit die Wahrnehmung dadurch "realistischer" wurde? Die Frage der Realität hinter subjektivem Erleben läßt sich nicht durch Studien dieser Art klären. Solche Studien liefern als Ergebnis üblicherweise die Weltanschauung der Person, die diese Studien durchgeführt hat. Stattdessen muß man sich unabhängig von Hirnfunktionen mit der Frage nach der Plausibilität und dem Realitätsbezug subjektiver Erlebnisse beschäftigen.
Ich würde im Fall des Verlustes religiöser Impulse statt von "Atheismus" lieber von "Nicht-Religiosität" sprechen - das umfasst nicht nur Atheismus, sondern auch Agnostizismus. Im Übrigen lässt sich feststellen, dass (wie z.B. bei dem in dem Artikel geschilderten Fall) religiös motiviertes Verhalten häufig deutlicher pathologische Züge trägt als nicht-religiös motiviertes Verhalten. Hinweise auf die Pathologie religiöser Überzeugungen braucht man nicht lange zu suchen - es reicht schon, einen Blick in religiöse Texte zu werfen.

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syracusa 18.06.2018, 10:38
12.

Zitat von MtSchiara
Das menschliche Gehirn ist eine Schnittstelle in die Quantenwelt und ein Verstärker der Freiheitsgrade der Quantenwelt in die Makrowelt.
Wie kommen Sie denn auf dieses schiefe Brett? Die Idee, dass die der Quantenwelt inhärente Unsicherheit die physikalische Grundlage eines freien Willens sei, ist schon seit sehr langer Zeit widerlegt. Die für unser Bewusstsein und für alle menschlichen Willens- und Handlungsäußerungen verantwortlichen Hirnaktivitäten spielen sich weit oberhalb der Quantenunsicherheit ab und sind deshalb grundsätzlich deterministisch.

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syracusa 18.06.2018, 10:45
13.

Zitat von MtSchiara
Es geht hier nicht um Esoterik, sondern um Wissenschaft. So wie ein Multipendel Quantenereignisse in die Makrowelt hinein verstärkt, so tun dies auch Lebewesen.
Die Unberechenbarkeit eines Multipendels hat aber absolut gar nichts mit den Unwägbarkeiten der Quantenereignisse zu tun. Sie zeigen damit nur, dass Sie sowohl das deterministische Chaos als auch die Grundlagen der Quantenmechanik nicht verstanden haben, und sich aus einem unverstandenen Gemenge aus beiden ihre eigene Esoterik basteln.

Das Multipendel folgt extrem deterministisch den bekannten Pendelgleichungen. Da gibt es absolut keine Unsicherheit. Unsicher ist nur die Vorhersage, weil die selbstreflexive Mathematik des Multipendels schon bei minimalen Änderungen der Ausgangslage andere Endzustände vorhersagt, und weil sie keine technische Möglichkeit haben, die Ausgangslage des Pendels mathematisch exakt zu bestimmen.
Demgegenüber ist die Unsicherheit der Quanten der Quantenwelt fundamental inhärent. Da ist die Unsicherheit kein Problem der immer ungenauen Messung, vielmehr ist ein bewegtes Elementarteilchen ein Teilchen und zugleich eine Welle, obwohl sich beides gegenseitig ausschließt.

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oweging 18.06.2018, 18:00
14. Palimpsest

Nun ... Haloperidol ist ja schon ein echter Blocker.
Die religioesen Stimmen nehmen ab, aber die Spiritualitaet bleibt eben.
Sich selbst einliefern lassen tut man, wenn man einen Mann hatte.
Wenn man keine Lust auf Frauen hat, weil die zu ekelig wirken, tut es auch eine Physiotherapie (Massage).

Und ... den Bauch massieren wir ja nicht, aber den Ruecken wohl, oder was?

Massiert werden muesste einmal der kleine Mann.
Aber um den kuemmert sich ja die candidat-jurae nicht besonders.

Lassen Sie ihn doch mal in Ruhe ...


Smile


Dipl.-Psych. O.Weging

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oweging 19.06.2018, 04:29
15. Gute Besserung

Wenn die Frau in meinem Alter sich selbst verletzt hatte (ich hatte hier direkt vor meiner Wohnung auch einen Suicid eines Drogenjunkees - ein Psychiater riet mir, dies zu ignorieren) und in die Notaufnahme der Psychiatrie gegangen war, wird sie sich wohl mit dem Haloperidol arrangieren.
Eine geringe Dosis ist immer besser wegen der Nebenwirkungen.
An und fuer sich sollte ein gesundes Leben ohne Medikamente doch wohl das Ziel sein.
Haloperidol ist aber ein Sedativum.
Vielleicht sollte sie einmal einen Muntermacher probieren, mit ihrem Liebeskummer.

Und sich einmal kreativ ausarbeiten.
Kunst ist auch sehr gut zum Heilen der Seele.
Denn wenn ich sehe, wie unbegabt der deutsche Durchschnittsbuerger ist, wuensche ich ihr nur "Gute Besserung".

O. Weging

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oweging 19.06.2018, 07:58
16. Paloperidon ... smile

Paloperidon lässt natürlich die sedierende Wirkung des Haloperidol aus.
Dadurch ist die Frau nicht mehr so gebremst.
Das ist gut für sie.
Stimmen - und das kann ICH Ihnen als Dipl.-Psych. bestätigen - hört ein NORMALER MENSCH nicht.
Religiöse Verklärtheit deutet aber schon auf gewisse Wahnvorstellungen hin.
Eventuell Beziehungswahn.
Grössenwahn.
Gespaltene Persönlichkeitsstruktur - also Schizophrenie mit der Annahme eines fleischlichen "Pendants" - eines ... quasi "Gegenüber", der absolut identisch ist, auf den man aber nicht schiessen soll, da er sonst identisch zurückschiesst.
Die Psychologie ist da sehr weise an Ratschlägen.
Dennoch wirkt manchmal Wunder ... Liebe ...

Gute Genesung! ...

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schmiedt 19.06.2018, 19:52
17.

Zitat von MtSchiara
Von makroskopischen Quanteneffekten habe ich auch garnicht geschrieben. Lebewesen verstärken Quanteneffekte in die Makrowelt hinein, ohne daß es zu makroskopischen Quanteneffekten kommt: ein atomarer Zerfall (ein Quantenereignis) kann dazu führen, daß eine Tumorzelle zerstört wird, so daß ein Mensch nicht stirbt, der somit als Diktator Zeit genug hat, einen Weltkrieg anzutetteln. Dadurch reichen die Folgen eines Quantenereignisses in die Makrowelt hinein
Viel Häufiger dürfte ein Quantenereignis ein Tumor auslösen als einen Tumor zerstören, stellen Sie sich also vor, wie viele Diktatoren uns dank der Quantenzauberei erspart geblieben sind! (Quantische Quatschironie aus, kopfschüttelnd: So funktioniert die Quantenwelt nicht)

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schmiedt 19.06.2018, 19:55
18. Ich glaube, er verwechselt da was

Zitat von syracusa
Wie kommen Sie denn auf dieses schiefe Brett? Die Idee, dass die der Quantenwelt inhärente Unsicherheit die physikalische Grundlage eines freien Willens sei, ist schon seit sehr langer Zeit widerlegt. Die für unser Bewusstsein und für alle menschlichen Willens- und Handlungsäußerungen verantwortlichen Hirnaktivitäten spielen sich weit oberhalb der Quantenunsicherheit ab und sind deshalb grundsätzlich deterministisch.
Nämlich deterministisches Chaos mit unvorhersehbaren Quanten.

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ruhepuls 20.06.2018, 05:14
19. Atheismus = Religion?

Zitat von Mikel
Ich würde im Fall des Verlustes religiöser Impulse statt von "Atheismus" lieber von "Nicht-Religiosität" sprechen - das umfasst nicht nur Atheismus, sondern auch Agnostizismus. Im Übrigen lässt sich feststellen, dass (wie z.B. bei dem in dem Artikel geschilderten Fall) religiös motiviertes Verhalten häufig deutlicher pathologische Züge trägt als nicht-religiös motiviertes Verhalten. Hinweise auf die Pathologie religiöser Überzeugungen braucht man nicht lange zu suchen - es reicht schon, einen Blick in religiöse Texte zu werfen.
Auch Atheismus ist ein Glauben. Und die Inbrunst/Intoleranz, mit der so mancher Atheist seine Überzeugung vertritt unterscheidet sich nicht von der anderer Gläubiger. Wie pathologisch jemand seinen Glauben vertritt, hängt letztlich davon ab, wie viel Halt er/sie daraus bezieht. Auch "Nicht-Glauben" ist ein Glauben.

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