Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Gift im Tee
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Eine Frau klagt plötzlich über Herzklopfen und Benommenheit, sie muss sich erbrechen. In der Notaufnahme schildert sie, was sie am Abend zuvor ausprobiert hat.

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mo3b 03.12.2016, 16:59
1. Online-Nachschlagewerk

Jede Wette das war Wikipedia. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie die Ärzte der Patientin mitteilen, dass sie einen Verdacht haben, aufgrund sorgfältiger Recherche bei W.... einem Online-Nachschlagewerk.

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ulrich_loose 03.12.2016, 17:20
2. Wäre sicher besser gewesen

am Abend einen Melissentee aus dem Supermarkt oder ein paar Baldrian Kapseln aus der selben Quelle zu sich zu nehmen. Bei der Gelegenheit - Verwechslungen sind auch im Supermarkt möglich. Wer erinnert sich nicht an die Fälle der mit Kreuzkraut verunreinigten Rucola Salaten.

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kai-ser210 03.12.2016, 18:33
3. Fragen über Fragen..

Müssten dann nicht auch andere Tee-Genießer dieses Marktstandes Beschwerden bekommen? Oder wenn die Käufer die gekauften Pflanzen, wie anscheinend oft vorgesehen, zur Wundbehandlung genutzt haben - wie wirkt sich der giftige Fingerhut bei so etwas aus? Fände ich durchaus interessant. Und zu guter Letzt: Kann - und sollte - man den Verkäufer bzw. den Verantwortlichen deswegen nicht mal richtig dran kriegen? Immerhin verkauft er da ein Gift als vermeintliche Kräuter an eine breite Kundschaft. Harmlos finde ich das nicht gerade. Aber die Ärzte sagen der Frau, sie solle das in die Hand nehmen und den Marktverkäufer informieren. Also kann es augenscheinlich ja nicht sooo wild sein. Naja, ich lerne trotzdem daraus, dass ich mir keinen Tee aus irgendwelchen "handgepflückten" Marktkräutern kochen werden. Hatte ich zwar in nächster Zeit auch nicht vor, aber das behalte ich trotzdem mal lieber im Hinterkopf. Man kann ja schließlich nie wissen.

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permissiveactionlink 03.12.2016, 18:54
4. Nicht minder gefährlich

ist die Verwechslung von Bärlauch (Allium ursinum) mit der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale). Letztere produziert ein sehr wirksames Gift, das Colchicin, ein Alkaloid, das die Zellteilung hemmt und Betroffene sehr qualvoll sterben lässt (0,8mg pro kg Körpergewicht sind für Erwachsene tödlich). Die Pyrrolizidin-Alkaloide im Jakobs-Greiskraut bzw. -Kreuzkraut (Senecio jacobaea) finden sich beinahe in allen Kräutertees als Verunreinigung und führen bei hoher Dosierung insbesondere bei Weidetieren zu tödlichen Intoxikationen durch die Hepatotoxischen Inhaltsstoffe. Greisenkräuter sind zudem als krebserregend eingestuft.

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CancunMM 03.12.2016, 18:54
5.

Zitat von mo3b
Jede Wette das war Wikipedia. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie die Ärzte der Patientin mitteilen, dass sie einen Verdacht haben, aufgrund sorgfältiger Recherche bei W.... einem Online-Nachschlagewerk.
Und ? Was wäre daran so schlimm, wenn die Ärzte es aus Wikipedia haben ? Sie wären natürlich sofort darauf gekommen, dass es der Tee gewesen sein muss. Und hätten natürlich auch gewusst, dass man bei Digoxinvergiftung Antikörper geben muss...
Schon klar.
Was mich nur an dem Fall stört: Die Ärzte raten ihr, dass sie dem Typen sagen soll, dass er was falsches verkauft ? Äh ? Polizei ?
Körperverletzung ? Laden zu machen ?

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sasscha 03.12.2016, 19:04
6. X

Tee ist im übrigen eine Pflanze ... und im Bericht geht es NICHT um Tee!!!

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meineidbauer 03.12.2016, 19:14
7.

Zitat von permissiveactionlink
ist die Verwechslung von Bärlauch (Allium ursinum) mit der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale).
Eine Verwechslung mit dem Maiglöckchen ist sehr viel häufiger. Dies betrifft auch Vieh, das zur "Waldmast" in naturbelassenen Wäldern grasen darf.

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meineidbauer 03.12.2016, 19:20
8.

Zitat von kai-ser210
Müssten dann nicht auch andere Tee-Genießer dieses Marktstandes Beschwerden bekommen? Oder wenn die Käufer die gekauften Pflanzen, wie anscheinend oft vorgesehen, zur Wundbehandlung genutzt haben - wie wirkt sich der giftige Fingerhut bei so etwas aus? Fände ich durchaus interessant. Und zu guter Letzt: Kann - und sollte - man den Verkäufer bzw. den Verantwortlichen deswegen nicht mal richtig dran kriegen? Immerhin verkauft er da ein Gift als vermeintliche Kräuter an eine breite Kundschaft. Harmlos finde ich das nicht gerade. Aber die Ärzte sagen der Frau, sie solle das in die Hand nehmen und den Marktverkäufer informieren. Also kann es augenscheinlich ja nicht sooo wild sein. Naja, ich lerne trotzdem daraus, dass ich mir keinen Tee aus irgendwelchen "handgepflückten" Marktkräutern kochen werden. Hatte ich zwar in nächster Zeit auch nicht vor, aber das behalte ich trotzdem mal lieber im Hinterkopf. Man kann ja schließlich nie wissen.
Nicht unbedingt. Kommt darauf an, in welcher Dosis man den Digitalis-Extrakt zu sich nimmt. Im Übrigen schmeckt der Sud der Fingerhutblätter im Gegensatz zum Beinwell gallebitter, so dass hier das beste Unterscheidungsmerkmal gegeben wäre - natürlich nur für sachkundige Personen. Ein Laie muss sich darauf verlassen können, was er vom Händler angeboten bekommt.

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permissiveactionlink 03.12.2016, 19:25
9. #5, CancunMM

Eine gute Frage. Wer ist haftbar ? Wenn dieser Kräuterhändler alles selbst gesammelt hat, dann trägt er die volle Veranwortung. Nicht aber, wenn er nur Zwischenhändler ist. In der Bundesrepublik dürfen nur Apotheken Teile oder Auszüge von Giftpflanzen verkaufen. Es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass irgendein Kräuterhändler legal Digitalis purpurea im Sortiment anbietet. Es handelt sich also wahrscheinlich um eine Verwechslung beim Großhandel. Dafür ist der Kräuterheini nicht haftbar zu machen. Aber wie steht es eigentlich um Gärtnereien ? In einem Vorgarten in der Nähe sind (direkt am Zaun!) Stauden von Aconitum napellus in Griffweite von Kinderhänden, genauso wie Blätter und Blüten großer Datura-und Brugmansia-gewächse. Wohl bekomms ! Welch hochgefährliche Gewächse in manchen Gärten schlummern, ist vielen Gartenbesitzern gar nicht bekannt.

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