Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Gift im Tee
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Eine Frau klagt plötzlich über Herzklopfen und Benommenheit, sie muss sich erbrechen. In der Notaufnahme schildert sie, was sie am Abend zuvor ausprobiert hat.

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Meconopsis 03.12.2016, 19:27
10. Dem gehört die Lizenz entzogen

So eine Verwechslung kann eigentlich nur passieren, wenn es sich um eine Wildsammlung gehandelt hat. Man braucht keine tiefer gehenden Pflanzenkenntnisse, sondern nur ein bischen Erfahrung, um Beinwell von Fingerhut zu unterscheiden, selbst im nichtblühenden Zustand ist das nicht so schwer. Beinwell und Fingerhut wachsen in der Natur übrigens nie zusammen, die sind standörtlich klar getrennt. Dieser Händler (und vermutlich auch Sammler) muss schon ein riesengroßer Dilettant sein. Dem gehört die Lizenz entzogen.

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permissiveactionlink 03.12.2016, 19:47
11. #6, sasscha

Man sollte aber auch nicht überpenibel sein bzw. päpstlicher als der Papst. Im deutschen Sprachraum werden pflanzliche Aufgüsse gemeinhin als Tees oder Kräutertees bezeichnet. Damit muss nicht immer ein Aufguss von Camelia sinensis gemeint sein. Auch Mate wird als Tee bezeichnet, obwohl die dafür genutzte Pflanze (Ilex paraguariensis, Aquifoliaceae, Stechpalmengewächse) nicht näher mit den Cameliengewächsen (Theaceae, Camellieae) verwandt ist.

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isikat 04.12.2016, 09:59
12. In einer deutschen Klinik.....

..... wäre die Patienten mit der Diagnose "Verdacht auf psychosomatische Störung" entlassen worden. Nie und nimmer hätte hier irgendein Arzt recherchiert.

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lcbhh 04.12.2016, 14:21
13. Elektronische Quellen ... in einer deutschen Klinik

Ich bin Internist und arbeite in einer deutschen Klinik. Seit 16 Jahren nutze ich eine bekannte Internetquelle, den Marktführer unter den elektronischen Therapiemanuals, recht teuer für den Arbeitgeber, aber nützlich. Aber ich nutze nicht die Wikipedia, jedenfalls nicht für derart folgenreiche Entscheidungen. Und - ich kenne ca. vier Kliniken, nämlich, die in denen ich gearbeitet habe bzw. jetzt arbeite, in denen die Patientin nicht als "psycho" entlassen worden wäre.

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7eggert 04.12.2016, 17:30
14.

Zitat von mo3b
Jede Wette das war Wikipedia. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie die Ärzte der Patientin mitteilen, dass sie einen Verdacht haben, aufgrund sorgfältiger Recherche bei W.... einem Online-Nachschlagewerk.
Stimmt, denn wenn's ein Nicht-Schulmediziner geschrieben hat, ist das Verwerten und Heilen schlimmer, als wenn der Patient stirbt. Das meinen offenbar viele Anhänger der Schulmedizin.

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7eggert 04.12.2016, 17:32
15.

Zitat von permissiveactionlink
Eine gute Frage. Wer ist haftbar ? Wenn dieser Kräuterhändler alles selbst gesammelt hat, dann trägt er die volle Veranwortung. Nicht aber, wenn er nur Zwischenhändler ist. In der Bundesrepublik dürfen nur Apotheken Teile oder Auszüge von Giftpflanzen verkaufen. Es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass irgendein Kräuterhändler legal Digitalis purpurea im Sortiment anbietet. Es handelt sich also wahrscheinlich um eine Verwechslung beim Großhandel. Dafür ist der Kräuterheini nicht haftbar zu machen. Aber wie steht es eigentlich um Gärtnereien ? In einem Vorgarten in der Nähe sind (direkt am Zaun!) Stauden von Aconitum napellus in Griffweite von Kinderhänden, genauso wie Blätter und Blüten großer Datura-und Brugmansia-gewächse. Wohl bekomms ! Welch hochgefährliche Gewächse in manchen Gärten schlummern, ist vielen Gartenbesitzern gar nicht bekannt.
Kinder in der oralen Phase läßt man deswegen sinnvollerweise nicht in fremden Gärten spielen. Die Welt ist nun mal kein Wunderland aus dem Zeichentrick.

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spon_3055608 04.12.2016, 19:14
16. Der Mesch in seinem Wahn äst gerne auch den Löwenzahn

Vergiftungen mit selbst-bereiteten (und gekauften) "rein" pflanzlichen Präparaten und Nahrungsmitteln sind keineswegs selten. Die meisten Menschen hierzulande halten das alles für harmlos (wohl weil meisten keinerlei Wirkung da ist) Das ist aber keineswegs so. Von den zahlreichen Pilzvergiftungen (und Toten) einmal abgesehen gibt's jede Menge Probleme mit "Selbst- Behandlern" durch vermeintlich harmlosem Zeugs von der Wiese. Reichlich und bekannt ist die Verwechslung von Bärlauch mit Convallaria , Krampfanfälle und Blasenkrämpfe durch kleinlättrigen Weidenröschen- Tee, Verwechselung von Rukola mit giftigem Leber-schädigendem Kreuzkraut, Ambrosie mit Beifuß als Gewürz. Wasserschierling mit der Pastinakenwurz oder andern Doldenblütern zB. Kümmel, Gallenkoliken und oder Durchfall durch Löwenzahnsalat ect ect... nur was mir so spontan dazu einfällt.

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gorlois7 04.12.2016, 20:24
17.

Vor zwei Jahren ging ich beim Spaziergang an einem Kinderspielplatz vorbei. ( Öffentliche Anlagen )
Drumherum und teilweise auch im Bereich der Sitzgelegenheiten wucherte fröhlich Schwarzer Nachtschatten
( solanum nigrum) Die Früchte waren grade dabei, sich schwarz zu verfärben.
Ich hab das Grünflächenamt informiert und am nächsten Tag wuselten drei Leute mit Hacken auf dem Gelände herum.
So kanns gehen, wenn die Angestellten keine Ahnung von Pflanzen haben.

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Surgeon_ 04.12.2016, 20:51
18. Also mal wieder Vorsicht vor alternativen Dingen !

Immerhin hätte es bald für ewigen Schlaf ausgereicht ! Auch bei Aldi frage ich mich manchmal, was z.b. in Waldpilzsuppe wirklich drin ist.......

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permissiveactionlink 04.12.2016, 22:17
19. #17, gorlois7

Kann ich bestätigen : Die Nachtschattengewächse Solanum dulcamara (bittersüßer Nachtschatten) und der von Ihnen beobachtete schwarze Nachtschatten wachsen oft unbemerkt in Grünanlagen. Die Sensibilität bei den Verantwortlichen geht gegen null, solange die Bauvorschriften und der Kostenrahmen eingehalten werden. Auch Stechapfel (Datura stramonium) und schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus inter) habe ich schon in der Randbepflanzung eines Spielplatzes gesehen. Der von mir bereits erwähnte Wolfseisenhut (Ranunculaceae) ist besonders tückisch : das Gift durchdringt die Haut, ein Kind muss nicht notwendigerweise Pflanzenteile schlucken, um sich (leicht) zu vergiften.

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