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Ein rätselhafter Patient: Kaiserschnitt zwischen Leben und Tod
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Vier Kinder hat die 43-jährige Frau schon geboren, ohne Probleme und auf natürlichem Weg. Doch jetzt holen Ärzte mit einem Not-Kaiserschnitt ihr fünftes Kind. Wegen heftiger Blutungen war die Schwangere in die Klinik gekommen - kurz nach der Geburt bleibt das Herz der Mutter stehen.

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thechamelion3@web.de 05.01.2013, 22:58
20.

Zitat von strixaluco
... kannn es schon passieren, dass das den Blickwinkel etwas eineingt. Das scheint mir bei Ärzten häufig zu sein. Gibt es irgendeinen Zusammenhang zwischen dem, was in dem Artikel geschildert ist, und Hausgeburten? - Offensichtlich nicht!
Moment mal, es ist nicht klar ob die Kompliktionen vor der Geburt mit der Fruchtwasserembolie zusammen haengen. Dafuer findet sich kein Beweis, es ist ausserdem fraglich ob ide Blutungen die EMbolie ausgeloest haben.

Die Schlussfolgerung, das bei einer Hausgeburt die Ueberlebenschancen nach einer Embolie deutlich geringer sind als in einem Krankenhaus oder wie in diesem Fall in einer Uni Klinik, ist naheliegend und logisch.
Die Hebame moechte ich sehen die den Puls misst, waehrend das Baby schreit und untersucht wird,die dann die Probleme schnell erkennt, die richitgen Schluesse zieht (Notfall-> Krankenhaus), die Frau beatmet und reanimiert, das Glueck eines schnell verfuegbaren Krankenwagen hat und dann noch den Dusel hat, das die Klinik schnell und richtig agiert. Ausserdem muss das ganze auch noch so schnell gehen, das die Unterversorgung keine bleibenden Schaeden verursacht.

Die Folgerung: Geburten gehoeren ins Krankenhaus ist absolut logisch.

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Pizza72 06.01.2013, 23:31
21. Komplikationen

Nach zwei Geburten im Krankenhaus mit Komplikationen DF durch überlastetes Personal, kam das dritte Kind per Hausgeburt zur Welt, ganz entspannt. Die Komplikationen im Krankenhaus: Das erste Kind wäre durch Fruchtwasser in den Atemwegen fast erstickt, ca. eine Stunde nach der Geburt. Knopf drücken half nichts, mein Mann irrte 10 Minuten auf der Station umher, bis er einer Arzt fand, da an der Monitorstation, die angeblich rund um die Uhr besetzt ist niemand war. Die zweite Geburt endete fast für mich im Fiasko. Die Hebamme hatte eigentlich schon Feierabend und wartete nicht auf die Nachwehen, sondern forderte mich auf zu pressen und zog gleichzeitig an der Nabelschnur. Ich hatte nach der Geburt recht starke Blutungen, das wurde im Krankenhaus nicht ernst genommen. Erst meine Frauenaerztin entdeckte später eine Verletzung, sowie Plazenta Reste. Da hatte ich bereits Fieber-> Not-OP

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drmtiede 06.01.2013, 23:40
22. restrisiko?

Zitat von strixaluco
Für Ärzte ist es leicht, Eltern die Schuld zuzuschieben, wenn bei einer Hausgeburt etwas schief geht. Man hätte ja können... Das ist entsetzlich zynisch und gefühllos!
nur zwei der vielen beispiele die ich selbst erleben musste:

der eine betraf den transport einer mutter mit dem intensivmobil, auf dem ich dienst tat, die bei einer hausgeburt zum vierten kind eine uterusruptur erlitt und sozusagen ausgeblutet ist - ausgang ist mir nicht bekannt, war aber nach der behandlung in der aufnahmeklinik nicht mehr ganz unter den lebenden, das kind war schon gestorben.

der naechste fall betraf eine eine normale geburt einer jungen, gesunden frau, die unerwartet im notkaiserschnitt endete - zum glueck knapp vor schichtwechsel durch den gleich drei anaesthesisten, zwei davon mit grosser erfahrung bzw auch grosser intensiverfahrung anwesend waren. es kam zu uterusatonie (mangelnder zusammenzug des uterus nach der geburt mit fast unstillbarer blutung), daraufhin zu einer DIG (gerinnungsstoerung, die alles schlimmer macht) und zwei intraoperativen herzstillstaenden. nach wochenlanger intensivtherapie ist die familie gluecklich zuhause und einigermassen fit.

ich bin gerade mal ueber vierzig und habe dennoch als anaesthesist soviele um ein haar gerade noch gut gegangene geburten gesehen,dass ich jedem den ich kenne von einer hausgeburt abrate.

bei der geburt hat man als mutter naemlich nicht nur verantwortung fuer sich selbst, sondern auch fuer das zu gebaerende kind! und da sollte sicherheit doch an erster stelle stehen, oder?

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strixaluco 06.01.2013, 01:27
23. @ Tubus

Eine der Grundregeln der Statistik ist, dass man nicht von Einzelfällen auf die Allgemeinheit schließen kann. Der Extremfall im Artikel, und andere, sagen nichts über die allgemeine Gefährlichkeit einer Geburt aus. Eine Statistik finge auch nicht bei zwei oder drei, sondern 10 oder hundert Fällen an. Sie machen anderen Menschen mit unwahrscheinlichen Ereignissen Angst; das ist, was mich an ihrer Hausgeburten-Kritik stört. Damit treiben Sie sie vielleicht erst Recht in die Arme von Esoterikern! - Was Sie auch nicht vergessen sollten: Selbst wenn es eine gute Statistik gibt, sagt die nicht über jede spezielle Situation etwas aus (weil sie für die eventuell nicht gemacht ist). Würden Sie sich bei Gewitter auf eine Bergspitze stellen, nur weil die Versicherungsstatistik besagt, dass es allgemein unwahrscheinlich ist, vom Blitz erschlagen zu werden?
Genauso sollte die Medizin jeden Menschen vielleicht auch in seiner individuellen Situation sehen. Als, relativen, Extremfall: Es gibt Menschen, die mögen überhaupt nicht von anderen angefasst werden, erst recht nicht von Ärzten; es macht ihnen Angst. Glauben Sie, es hilft denen, ein Kind sicher auf die Welt zu bringen, wenn man zwingt, das umringt von Ärzten zu tun? Glauben Sie, dass das der Würde eines solchen Menschen gut tut ihn ohne Not in eine Klinik zu zwingen?
Und was Lebensrisiken betrifft: Ich denke vor allem, dass es Sinn macht, dankbar dafür zu sein, wenn man es gerade gut, gar leicht hat. Es muss eben nicht so sein. Wenn man nicht in jedem Moment das Perfekte erwartet, fällt es leichter, zu akzeptieren, dass es manchmal auch sehr, sehr schwierig werden kann. Wenn Sie den Menschen suggerieren, sie könnten oder müssten sogar immer völlig sicher leben, tun Sie ihnen mehr damit weh als mit ein wenig menschlich abgefedertem Realismus.

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genesys 06.01.2013, 01:39
24. nicht so negativ bitte

Zitat von Martin Franck
Deshalb sollte man auch eine Hausgeburt vorziehen. Vier Kinder hatte die Frau schon geboren, ohne Probleme und auf natürlichem Weg. Die Hebamme konnte also von einem problemlosen Verlauf ausgehen, und hätte schnell mal eben die ECMO angeschlossen.
Nicht so negativ bitte, die Hebamme hätte sicher ein paar Reanimations-Globuli dabei gehabt. Und da unsere imaginäre Hebamme eben nicht nur Hebamme sondern auch noch frisch eingeweihte Reiki-Hexe ist, hätte sie die Thrombose mit ein bisschen Handauflegen schon in den Griff gekriegt.

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MaliMali 06.01.2013, 06:52
25. Plaidoyer gegen Hausgeburt und Geburtshäuser

Die anfangs als voellig normal eingestufte Geburt meines zweiten Sohnes entwickelte sich mit dem Blasensprung zu einem Notfall sondergleichen. Er hat es überlebt, dank eines sofortigen Kaiserschnittes, der natürlich nur in einer Klinik möglich ist. Ist schon richtig, dass es auch in Kliniken Menschen vermeidbare Todesfälle gibt. Aber wäre mein Sohn in einem Geburtshaus verstorben (welches ich bei der Geburt meines ersten Sohnes durchaus in Erwägung gezogen habe), ich würde mir mein Leben lang Vorwürfe machen. Mit einer Geburt im KH habe ich zumindest alles dafür getan, damit mein Kind gerettet werden kann, falls doch was schief geht.

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chalchiuhtlicue 06.01.2013, 08:57
26.

Zitat von dr.magill
Da der Autor, wie ich, Facharzt für Anästhesiologie ist, sollte er eigentlich wissen, daß eine Spinalanästhesie eben keine Narkose ist! Narkose ist das Synonym für Allgemeinanästhesie. Deshalb gibt es auch keine Teil- oder Vollnarkosen. Der Oberbegriff ist Anästhesie. Man unterscheidet Lokal- und Regionalanästhesien von Allgemeinanästhesien (Narkosen). Folglich ging es in dem referierten Fall auch nicht um Narkosefolgen, sondern um Anästhesiefolgen.
Der Kollege Ballwieser hat laut seiner Vita auf linkedin.com nur 2 Jahre als Anästhesist gearbeitet, für die Anerkennung als Facharzt für Anästhesie werden aber 5 Jahre benötigt. Somit kann er kein Facharzt sein.

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waxgags 06.01.2013, 10:57
27. Hausgeburt ...?

Eine Hausgeburt ist meiner Meinung nach heute völlig verantwortungslos und unnötig. Zumal bei einer Plazenta Previa keine Hebamme der Welt zugestimmt hätte. Die Frau wäre bei einer spontanen Geburt binnen Minuten einfach verblutet! 5 Kinder hätten Ihre Mutter verloren...warum? Wegen einer Hausgeburt...? Super!

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Martin Franck 06.01.2013, 11:16
28. Mass Gen

Zitat von Pizza72
Nach zwei Geburten im Krankenhaus mit Komplikationen ... durch überlastetes Personal,... Knopf drücken half nichts, mein Mann irrte 10 Minuten auf der Station umher, bis er einer Arzt fand, da an der Monitorstation, die angeblich rund um die Uhr besetzt ist niemand war. Die zweite Geburt endete fast für mich im Fiasko. Die Hebamme hatte eigentlich schon Feierabend und wartete nicht auf die Nachwehen,...
Das wäre Ihnen im Mass Gen Hospital nicht passiert. Insofern ist es natürlich kein Vergleich zu der Klitsche in der sie behandelt wurden.

Was mich immer nur wundert ist, wie die Auswahl des Kreissaals getroffen wird. So sollte rund um die Uhr ein Facharzt für Geburtshilfe, Anästhesie und Kinderheilkunde im Haus sein, und eine Intensivstation für Mutter und Kind im Haus.

Manche lassen sich blenden vom Arzt in Weiterbildung im Haus, und dem Facharzt der am Telefon rund um die Uhr zur Verfügung steht.

Zum Glück gibt es auch einfühlsame Geburtshelfer wie dieser Clip zeigt: Doctor Clip - Knocked Up - YouTube

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prof.hilfiker-kleiner 06.01.2013, 11:42
29.

Schade, dass sich die Diskussion hauptsächlich um das Thema „Hausgeburt ja oder nein“ anstatt auf die Tatsache, dass eine Herzkomplikation unter der Geburt oder in den Wochen danach heute als eines der größten Gesundheitsrisiko für Frauen gilt. Während eine falsch platzierte Placenta ein bekannter Risikofaktor ist, ist das Problem der peripartalen Kardiomyopathie leider den wenigsten, auch nicht dem geburtshelferischem Fachpersonal, bekannt. Unsere Datensammlung zeigt, dass peripartale Kardiomyopathien häufig weder in Kliniken noch von Hebammen beachtet werden (außer sie nehmen ein dramatischen Verlauf wie im vorliegenden Fall und auch in Kommentar 17 beschrieben). Folge davon ist, dass sich viele Patientinnen über Wochen zu hause damit quälen, dass sie kraftlos und antriebslos sind. Es wird dann auf eine verschleppte Grippe oder eine postpartale Depression getippt (auch bei Gewichtszunahme, die aber häufig auf Oedeme zurück geht). NDR visite hatte kürzlich eine Reportage dazu gebracht (Herzschwäche durch Schwangerschaft (http://www.ndr.de/mediathek/index.html?media=visite7297). Herzuntersuchungen zeigen dann aber in vielen Fällen eine schwerste Herzschwäche. Bitte beachten Sie, dass gerade bei nicht Behandlung die Sterberate oder Herztransplantation bei 3 bis 20% liegt.

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