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Ein rätselhafter Patient: Kaiserschnitt zwischen Leben und Tod
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Vier Kinder hat die 43-jährige Frau schon geboren, ohne Probleme und auf natürlichem Weg. Doch jetzt holen Ärzte mit einem Not-Kaiserschnitt ihr fünftes Kind. Wegen heftiger Blutungen war die Schwangere in die Klinik gekommen - kurz nach der Geburt bleibt das Herz der Mutter stehen.

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ppcm 06.01.2013, 13:25
30. Zustimmung

Ich finde die einseitige Diskussion ebenfalls sehr traurig. Natürlich hätte ich bei einer Hausgeburt keine Überlebenschancen gehabt u unser Kind wäre behindert zur Welt gekommen, wenn nicht im Krankenhaus eine sofortige Maßnahmen der Sauerstoffversorgung bei mir/Kind eingeleitet wurde. Die Frage ob ich für oder gegen eine Hausgeburt bin erübrigt sich daher... Ich wäre aber auch um ein Haar gestorben, weil diese seltene Schwangerschaftserkrankung einfach nicht ausreichend bekannt ist. Es ist eine Mitmaßung, aber ich bin mir heute sicher, dass mir hätte besser geholfen worden wäre, wenn nach der Geburt sofort die Diagnose gestellt worden wäre u ich direkt zu den Spezialisten geflogen worden wäre... Ich hätte heute warscheinlich kein Kunstherz u könnte die Zukunft besser vorbereiten... Natürlich bin ich in erster Linie froh noch zu Leben u dankbar das mir das Kunstherz dieses Leben schenkt!!! In dem Bericht der Patienten erkenne ich immer noch viele Gemeinsamkeiten u ich könnte mir gut vorstellen, dass die Diagnose nicht vollständig erstellt wurde u es sich um PPCM gehandelt hat!!!!

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fennec 06.01.2013, 13:41
31.

Wie bereits viele Vorredner geschrieben haben: keine Hebamme der Welt würde eine Patientin mit Placenta praevia zur Hausgeburt annehmen. Als zweiter Grund gegen eine Hausgeburt spricht die fünfte Schwangerschaft mit der drohender Gefahr einer atonen Nachblutung, die mit jeder Schwangerschaft steigt. Viele in der Hausgeburt tätigen Hebammen berücksichtigen auch diesen Umstand.
Wer jedoch auf Grund der im Artikel geschilderten Komplikation für eine strikte Klinikgeburt plädiert, möchte doch bitte überlegen, wieviele Kliniken mit geburtshilflichen Abteilungen eine HLM (Herz-Lungen-Maschine) vorhalten und diese auch nachts anlegen und fahren können. Dazu ist in der Regel eine cardiochirurgische oder große cardiologische Abteilung im selben Haus notwendig. Wie häufig diese Kombination in Deutschland vorhanden ist, können die geschätzten Leser selbst googeln. Im übrigen ist eine ECMO (ExtraCorporale MembranOxigenierung), wie im Artikel geschrieben, nicht ausreichend, müssen doch in diesem Fall Lunge und Herz passager ersetzt werden. Dies vermag nur eine HLM.

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CompressorBoy 06.01.2013, 13:42
32.

Zitat von sysop
Vier Kinder hat die 43-jährige Frau schon geboren, ohne Probleme und auf natürlichem Weg. Doch das fünfte Kind müssen Ärzte...
Jeder Krug geht solange zu Brunnen, bis er bricht...

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BeitragszahlerwiderWillen 06.01.2013, 14:41
33.

wer weiß, was sie zuvor für Medikamente genommen hat, die diese gefährlichen Zustände hervorgeruen haben. Schon die Pille ist für zahlreiche Embolien verantwortlich!

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Martin Franck 06.01.2013, 18:12
34. Ecmo

Zitat von fennec
Im übrigen ist eine ECMO (ExtraCorporale MembranOxigenierung), wie im Artikel geschrieben, nicht ausreichend, müssen doch in diesem Fall Lunge und Herz passager ersetzt werden. Dies vermag nur eine HLM.
Liest man den Artikel so steht dort:

"We chose to initiate extracorporeal membrane oxygenation (ECMO) in this patient. The two types of ECMO are venovenous ECMO and venoarterial ECMO. Venovenous ECMO is essentially lung support. Cannulae are placed through the femoral vein and through the internal jugular vein. One cannula removes the deoxygenated blood, which is pumped through a membrane oxygenator. The oxygenated blood is then pumped back in through a cannula in the vena cava. The right ventricle must pump the oxygenated blood through the lungs, and the left ventricle pumps the blood through the systemic circulation.

We chose venoarterial ECMO, which is essentially a heart–lung machine without a reservoir, to provide both respiratory and circulatory support. We...quickly obtained access to both the left femoral artery and the right femoral vein with guidewires...With the initiation of ECMO, 4 liters per minute of blood could flow, which provided excellent support of the patient's circulation such that most of the vasoactive medications could be discontinued, and we could provide adequate oxygenation and ventilation.

The duration of ECMO support in an adult is best limited to hours or days, although it has been effectively used for several weeks. Given the likely diagnosis of an amniotic-fluid embolism, we predicted that the patient's cardiopulmonary system would recover quickly."

Also venös-arterielle ECMO, die ähnlich wie eine Herz-Lungen-Maschine arbeitet, nur eben ohne Reservoir. Nicht jede Klinik, mit ECMO hat auch eine Kardiochirurgie. Was Kardiologen mit einer ECMO sollen, ist mir nicht klar.

Natürlich ist die Auswahl eines Krankenhauses mit einer Monitorstation, die nicht besetzt ist, und wo man 10 Minuten umherirren muss, um einen Arzt zu finden, und bei der die Hebamme Feierabend machen will, ein erhebliches Risiko.

Außerdem wird im Artikel nichts von einer peripartalen Kardiomyopathie erzählt, denn dafür hatte sie sich zu schnell erholt.

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Sergejewitsch 06.01.2013, 19:25
35.

Zitat von Tubus
.....und das Leben ist lebensgefährlich! Das nenne ich zynisch, vor allem, wenn es einen selbst nicht betrifft. Was Ärzte von sich oder anderen halten, oder was Sie ihnen unterstellen ist unerheblich. Entscheidend ist das Ausmaß von Risiken für Mutter und Kind und die zum Teil entsetzlichen Folgen, die im Einzelfall hätten vermieden werden können in einer vielleicht nicht ganz so heimeligen Krankenhausathmosphäre.
Zynisch klingen hier vor allem Sie mit Ihrer radikal einseitigen Betrachtungsweise. Das Wort Krankenhauskeim sagt Ihnen gar nichts? Gerade vor ein paar Tage gab es in meiner Bekanntschaft einen tragischen, frühen Todesfall durch Infektion mit multiresistenten Hospitalkeimen.

Will sagen: Hausgeburten haben ihr Risiko, Krankenhausgeburten haben ihr Risiko. Beide können tödlich enden, und das im Einzelfall aus Gründen, die bei der jeweils anderen Variante wahrscheinlich ausgeschlossen gewesen wären. Welches Risiko ein Elternpaar eingeht, entscheidet es selbst; und es steht niemandem zu, ihm nach der Entscheidung für eine der beiden Möglichkeiten pauschal Verantwortungslosigkeit vorzuwerfen.

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dennisballwieser 07.01.2013, 09:26
36. Ppcm

Zitat von prof.hilfiker-kleiner
Die Beschreibung dieses Falls trifft auf eine seltene und gefährliche Komplikation bei werdenden Müttern zu, die als peripartale Kardiomyopathie (PPCM) bezeichnet wird.
Vielen Dank für Ihren Hinweis. Im Fallbericht im NEJM gehen die Autoren nicht auf die Möglichkeit einer PPCM ein, sie beschreiben aber die Fruchtwasserembolie als Ausschlussdiagnose: "Therefore, amniotic-fluid embolism is a clinical diagnosis that is made after ruling out other common causes for a patient's condition."

Insofern bleibt die PPCM als mögliche Alternativdiagnose offen, selbst wenn im NEJM Die Fruchtwasserembolie als abschließende Diagnose angegeben wird.

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dochooli 07.01.2013, 09:27
37. ...die Pille und Schwanger?

Zitat von BeitragszahlerwiderWillen
wer weiß, was sie zuvor für Medikamente genommen hat, die diese gefährlichen Zustände hervorgeruen haben. Schon die Pille ist für zahlreiche Embolien verantwortlich!
...immer diese bösen Medikamente mit denen uns die bösen Mediziner voll stopfen und die wir ja so garnicht freiwillig nehmen...v.a. nicht "die Pille"...welche die beschriebene Patientin sicher fleissig eingenommen hat...warum sollte sie sonst zum vierten mal Schwanger sein??

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diospam 07.01.2013, 09:41
38. re

Zitat von Sergejewitsch
Zynisch klingen hier vor allem Sie mit Ihrer radikal einseitigen Betrachtungsweise. Das Wort Krankenhauskeim sagt Ihnen gar nichts? Gerade vor ein paar Tage gab es in meiner Bekanntschaft einen tragischen, frühen Todesfall durch Infektion mit multiresistenten Hospitalkeimen. Will sagen: Hausgeburten haben ihr Risiko, Krankenhausgeburten haben ihr Risiko. Beide können tödlich enden, und das im Einzelfall aus Gründen, die bei der jeweils anderen Variante wahrscheinlich ausgeschlossen gewesen wären. Welches Risiko ein Elternpaar eingeht, entscheidet es selbst; und es steht niemandem zu, ihm nach der Entscheidung für eine der beiden Möglichkeiten pauschal Verantwortungslosigkeit vorzuwerfen.
Das liegt nunmal daran dass die Deutschen Krankenhäuser und das deutsche Gesundheitswesen hoffnunglos schlecht ist. Sie ist so schlecht, dass selbst das Konzept von Qualität unbekannt ist. Man halt also nicht mal den ersten winzigen Anfangsschritt getan und festgestellt, dass es sowas wie qualität in der medizinischen Versorgung gibt.

Die Geburt ist ein abartig hoch-riskanter Prozess (Todesrate 1/10000 oder schlimmer), wer da nicht ins Krankenhaus geht begeht fast schon willentlich Selbstmord. Und das geilste ist ja, dass es meistens die sind die eine Hausgeburt wollen, die ansonsten überall Gefahren sehen wollen. Nur nicht bei sich selbst, natürlich.

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BeitragszahlerwiderWillen 07.01.2013, 17:17
39.

Zitat von dochooli
...immer diese bösen Medikamente mit denen uns die bösen Mediziner voll stopfen und die wir ja so garnicht freiwillig nehmen...v.a. nicht "die Pille"...welche die beschriebene Patientin sicher fleissig eingenommen hat...warum sollte sie sonst zum vierten mal Schwanger sein??
Wer denken kann, weiß daß es auch noch andere Medikamente gibt. Und außerdem wäre sie ohne Pille womöglich schon zum 10. Mal schwanger...
Geben Sie einfach mal "Pille" und "Embolie" in die Suchmaschine ein - und dann erst reden wir weiter!

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