Forum: Gesundheit
Ein rätselhafter Patient: Mager wider Willen
Ashu Rastogi/ Pavan Uppula/ Kanchan Kumar Mukherjee/ Anil Bhansali/ BMJ Case Reports

20 Kilogramm hat die junge Frau in vier Jahren abgenommen. Bisher hat keine Therapie angeschlagen. Schließlich sehen sich Hormon-Spezialisten ihren Fall an.

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spon-facebook-10000255064 27.11.2016, 14:12
1.

Also bitte, wenn eine Patientin mit solchen Symptomen(Gewichtsabfall, Halluzinationen und Gefühlsausbrüche) in eine Klinik eingeliefert wird, muss man differentialdiagnostisch immer an eine Hormonelle Störung denken. Zudem ist es auffällig, dass den Ärzten in der ersten Klinik die neurologische Symptomatik nicht erkannt haben.

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bujazza 27.11.2016, 17:04
2.

Mein Mann leidet unter Neurosarkoidose, die sich ebenfalls um die Hirnanhangdrüse manifestiert hat. Er litt unter kurzzeitigen Sprachstörungen, Sehproblemen, Übelkeit, Haarausfall, konnte nichts mehr essen, magerte zusehends ab und vieles mehr. Obwohl die Ärzte der verschiedenen Kliniken, die er über die Jahre aufgesucht hat, von seiner Grunderkrankung Sarkoidose wussten, hat niemand den Zusammenhang hergestellt. Ab und zu war lediglich von einer "Raumforderung" im Gehirn die Rede, die aber zu vernachlässigen sei. Erst als wir ihn mit Verdacht auf Schlaganfall mal wieder in ein Krankenhaus brachten, dachte eine Ärztin an Neurosarkoidose. Den Diabetes Insipidus, den er leider auch noch bekommen hat, musste ich dann über Internetrecherchen selbst diagnostizieren, nachdem man im Krankenhaus meinte, der häufige Harndrang und der starke Durst kämen von den Cortison-Gaben.
Im Nachinein erschienen mir die Zusammenhänge logisch. Die Probleme waren typisch dafür, wenn die Hormonachsen nach und nach ausfallen. Dass darauf niemand gestoßen ist, erscheint mir in beiden Fällen am rätselhaftesten.

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Lisa_can_do 27.11.2016, 17:55
3.

Wenn eine Frau mit 1,72 m ein Gewicht von 50 kg hat, ist sie als pathologisch krank, unterernährt, als aneurektisch zu bezeichnen - gerade zu diesem Krankheitsbild gehört sehr oft, dass keine Krankheits-Einsicht besteht - wobei aber die behandelnden Spezialisten immer zur Vorsicht anhält, eine mögliche Symptomatik für andere Erkrankungen zu erkennen. Die beschriebene Symptomatik bei Ausschluss anderer Diagnosen muss zu einer Differentialdiagnostik bzgl. hormoneller Gründe führen, nach kürzester Zeit, d.h. nach dem die andere Diagnostik durchgeführt und nix gefunden wurde. Das sind maximal 1-3 Wochen und nicht 20 Jahre. Der Tumor ist weg. Aber wo sind die manifestierten Metastasen? Die können genauso lebensbedrohlich sein.

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CancunMM 28.11.2016, 09:11
4.

4 Jahre soll keiner das bemerkt haben ?

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uban1 28.11.2016, 09:48
5.

Ich habe vollstes Vertrauen zu den Ärzten und es kann durchaus passieren dass viele beteiligte Fachärzte handwerkliche Fehler üner Jahre machen. Der Patient sollte sich gedulden und warten und auf keinen Fall, als medizinischer Laien, auf eigene Faust im Internet nach ähnlichen Fällen such und womöglich in obskuren Foren sich in seinem Vertrauen über die Kompetenz und Fachwissen der behandelden Ärzte sich verunsichern lassen und sich Scharlatenane, Betrügern, Quacksalber und gar einfachen Spinnern auszuliefern.

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c.PAF 28.11.2016, 10:31
6.

Zitat von CancunMM
4 Jahre soll keiner das bemerkt haben ?
Möchte ich nicht ausschließen. Wie ist denn so die ärztliche Versorgung in Indien?

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mrotz 28.11.2016, 12:59
7.

Zitat von bujazza
Mein Mann leidet unter Neurosarkoidose, die sich ebenfalls um die Hirnanhangdrüse manifestiert hat. Er litt unter kurzzeitigen Sprachstörungen, Sehproblemen, Übelkeit, Haarausfall, konnte nichts mehr essen, magerte zusehends ab und vieles mehr. Obwohl die Ärzte der verschiedenen .....
Mir nicht.
Es wird zeit, daß die medizinische Diagnostik im 21. Jahrhundert ankommt. Dazu zählt: Alles bekannte, das zu den Symptomen passt und nicht direkt ausgeschlossen wurde, offenhalten.
(Und nicht mit Unwahrscheinlich abtun... -- wäre das aus dem Bauch heraus abgetane "Unwahrscheinliche" so unbeduetend, dann könnte man die Medizinische Literatur auf das Nähen von Platzwunden beschränken....)

Dazu müssten die Mediziner ersteinmal von deren unbegründet hohen Ross, Titelgeilheit und Hierarchie abkommen.

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mrotz 28.11.2016, 13:01
8.

Zitat von CancunMM
4 Jahre soll keiner das bemerkt haben ?
Im Schnitt dauert eine richtige Diagnose bei nicht täglichen, aber insgesamt trotzdem häufigen Fällen 7 Jahre.

Die Medizin ist meilenweit vom 21. Jahrhundert entfernt.
Und zwar in Punkto Diagnostik und Kosten.

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mrotz 28.11.2016, 13:03
9.

Zitat von uban1
Ich habe vollstes Vertrauen zu den Ärzten und es kann durchaus passieren dass viele beteiligte Fachärzte handwerkliche Fehler üner Jahre machen. Der Patient sollte sich gedulden und warten und auf keinen Fall, als medizinischer Laien, auf eigene .....
Es ist wie bei anderen Handwerkern.
Auch dort muss man selbst Kontrollieren, recherchieren und Pfusch anprangern.
Eine Recherche ist etwas anderes als blind Scharlatanen zu vertrauen. Leider ist nicht jeder Patient mündig.

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