Forum: Gesundheit
Epidemie im Kongo: "Viele halten Ebola für einen Mythos"
HUGH KINSELLA CUNNINGHAM/EPA-EFE/REX

Trotz internationaler Bemühungen breitet sich Ebola im Kongo weiter aus. Heather Kerr, Länderdirektorin von "Save the Children" erklärt, welche Rolle die Kämpfe im Land spielen und warum viele Menschen misstrauisch sind.

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Sissy.Voss 23.09.2019, 17:25
10. Epidemiologie

Die Ebolafieber-Epidemie, die 2014 in mehreren westafrikanischen Ländern ausbrach und Anfang 2016 als beendet erklärt wurde, gilt nach der Zahl der erfassten Erkrankungen und Todesfälle als bisher (Stand Juni 2019) größte ihrer Art seit der Entdeckung des Ebolavirus 1976. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten im Verlauf der Epidemie – einschließlich der Verdachtsfälle – 28.639 Menschen an Ebolafieber, von denen 11.316 starben.

Die Zahl der geschätzten Todesfälle in Deutschland(!) kann bei den einzelnen Grippewellen stark schwanken. Die meisten Todesfälle in den letzten Jahren gab es mit geschätzten 22.900 in der Grippesaison 2016/2017. (RKI)

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cosmose 23.09.2019, 18:00
11.

Zitat von login37
Wie immer gibt es nicht den einen Grund, sondern das Thema ist komplex. Versetzen Sie sich in die Situation eines wenig gebildeten Menschen im Kongo. Was Sie dann wahrnehmen:
So komplex ist das Thema gar nicht.
Sicher haben Sie mit Ihren drei aufgezählten Punkten recht, aber das Grundproblem bleibt: Fehlende Bildung.

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granitfindling 23.09.2019, 22:39
12. Kein neues Problem für den Kongo...

.. da wird seid Jahrhunderten an heute heilbaren Krankheiten gestorben und das wird weiterhin so sein, weil Bildung und Versorgung eben nicht flächendeckend vorhanden ist. Ebola ist statistisch auch nicht der größte Bio-Killer dort. Die Bevölkerung verdoppelt sich trotzdem alle 22 Jahre.
Warum plötzlich Ärzte aus dem Ausland auftauchen: Nun, die erste Welt hat Angst vor Ebola, und dass mit der Krankheit mal jemand ins Flugzeug nach Berlin steigt.

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Lisa_can_do 24.09.2019, 08:03
13. entsetzliche Armut ist der Grund

und nicht fehlende Bildung. Der Mensch denkt und agiert völlig anders, wenn er nicht weiß, was es am nächsten Tag zu essen gibt oder ob am übernächsten Tag seine Kinder weggebombt werden. Es sind uralte traditionelle männliche Machtstrukturen (und manchmal sind auch die Frauen dabei) in einem entweder hoch korrupten oder in einem religiösen Umfeld oder beidem. Die Unis dort sind nicht schlecht, aber einen Uniabschluss kann man nicht essen.

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Sissy.Voss 24.09.2019, 09:15
14. Sie verwechseln Ursache und Wirkung

Zitat von Lisa_can_do
und nicht fehlende Bildung. Der Mensch denkt und agiert völlig anders, wenn er nicht weiß, was es am nächsten Tag zu essen gibt oder ob am übernächsten Tag seine Kinder weggebombt werden. Es sind uralte traditionelle männliche Machtstrukturen (und manchmal sind auch die Frauen dabei) in einem entweder hoch korrupten oder in einem religiösen Umfeld oder beidem. Die Unis dort sind nicht schlecht, aber einen Uniabschluss kann man nicht essen.
Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Die seit mehr als einem halben Jahrhundert angebotenen Möglichkeiten zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung haben schlicht keinerlei Auswirkungen hervorgebracht. Der Schlüssel zur Besserung der Misere in Afrika heißt schlicht: Bildung, weniger Kinder und vernünftiges Wirtschaften. Ob die (einzige) Universität in Brazzaville (Marien Ngouabi University) nicht schlecht ist, beurteilen Sie besser selbst anhand der Darstellung auf deren Homepage. Und das sonstige Bildungssystem ist sicher nicht für die Vorbereitung auf eine universitäre Weiterbildung ausgelegt - wenn es die potentiellen Schüler überhaupt erreicht.

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spon-facebook-1228080679 24.09.2019, 09:33
15. @Sissy.Foss

Die von ihnen erwähnte Grippe ist ja auch nicht harmlos. Dass viele sie für harmlos halten, liegt daran, dass sie Grippe und Erkältung verwechseln. Jeder, der mal echte Grippe hatte, wird Ihnen bestätigen: die Krankheit ist schrecklich (wenn auch - meist - mit gesundem Immunsystem überlebbar. Meist, da es wilde Ausnahmen wie die Spanische Grippe von 1918-20 gibt, bei der gerade Menschen mit gutem Immunsystem ein höheres Sterberisiko hatten als übliche Risikogruppen).

Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Grippe, wie gesagt, ist nur, bis auf die erwähnten Ausnahmen, nur beim geschwächten Immunsystem tödlich. Weltweit stirbt etwa eine halbe Million Menschen jährlich an Grippe - bei etwa einer halben Milliarde Infektionen - also eine Letalität von 0,1%. Sonst ist sie "nur" sehr, sehr unangenehm.

Ebola hingegen ist in etwa Hälfte der Erkrankungsfälle tödlich.

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Koda 24.09.2019, 09:55
16. Ja unter Umständen schon

Zitat von Anandamid
Wie kommt es, dass die Menschen den Ärzten ...misstrauen? Gibt es Gründe dafür?
Aber ist die Frage ernst gemeint, wo man hierzulande sich Homöopathische Mittel von der Krankenkasse bezahlen lassen kann?
Wie nur kann es sein, das in einem Land mit soviel Bildung die Homöopathie überhaupt Fuß´fassen kann? Gibt es da etwa auch Misstrauen gegenüber den Ärztinnen und Ärzten?

Wie dann erst, wo viele Menschen einen Arzt sich entweder kaum bis gar nicht leisten können, wo(durch) "Hausmittelchen" wie sie bei uns nur noch die Uroma kannte, Standard sind ????

Und wenn ein Weißer Arzt daher kommt, erinnern sich viele vielleicht an die Kolonisation, an andere Ausbeuterbetriebe etc.(gerade im Kongo) ...
Und natürlich die Schulbildung, bzw. der Mangel davon: immerhin ist seit gut 20 Jahren kein Frieden im Kongo sondern eher Krieg. Da bleibt dann oft nur die Hoffnung und der Glaube an das, was die Vorväter/mütter glaubten

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Sissy.Voss 24.09.2019, 10:55
17. Entschuldigung

Zitat von spon-facebook-1228080679
Die von ihnen erwähnte Grippe ist ja auch nicht harmlos. Dass viele sie für harmlos halten, liegt daran, dass sie Grippe und Erkältung verwechseln. Jeder, der mal echte Grippe hatte, wird Ihnen bestätigen: die Krankheit ist schrecklich (wenn auch - meist - mit gesundem Immunsystem überlebbar. Meist, da es wilde Ausnahmen wie die Spanische Grippe von 1918-20 gibt, bei der gerade Menschen mit gutem Immunsystem ein höheres Sterberisiko hatten als übliche Risikogruppen). Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied. Grippe, wie gesagt, ist nur, bis auf die erwähnten Ausnahmen, nur beim geschwächten Immunsystem tödlich. Weltweit stirbt etwa eine halbe Million Menschen jährlich an Grippe - bei etwa einer halben Milliarde Infektionen - also eine Letalität von 0,1%. Sonst ist sie "nur" sehr, sehr unangenehm. Ebola hingegen ist in etwa Hälfte der Erkrankungsfälle tödlich.
Entschuldigung. Die Zahlen sprechen, glaube ich, eine deutliche Sprache: Im eher kürzeren Zeitraum der Grippe-Epidemie 2016/2017 gab es in Deutschland(!) doppelt so viele Tote(!), wie bei der gesamten Ebola-Epidemie 2014-2016. Die Angaben zu den Grippe-Toten stammen vom Robert-Koch-Institut. Insofern ist Ihre Letalitätsbetrachtung wie das Pfeifen im Wald oder das übliche Unverständnis, was eine statistische Zahl über einen beliebigen Zeitraum bedeutet. Und wir reden von Deutschland, einem Land mit guter Gesundheitsversorgung und nicht vom Kongo oder von Liberia. Die von Ihnen erwähnte Spanische Grippe, nur um das zu ergänzen, forderte zwischen 1918 und 1920 mindestens 25 Millionen, nach einer Bilanz der Fachzeitschrift Bulletin of the History of Medicine vom Frühjahr 2002 sogar knapp 50 Millionen Todesopfer. Das sind ca. 60% der heutigen Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo.

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Beat Adler 24.09.2019, 14:18
18. Ebola laesst sich nicht ausrotten, da der Usprung bei Wildtieren ist.

Zitat von fischmops
Vielleicht hätten Sie Recht, wenn der augenblicklich verwendete Impfstoff sich tatsächlich als wirksam erweist und zugelassen wird. Und vielleicht hätten Sie noch mehr Recht, wenn die Menschen in Kongo Zugang zur Expertise van tausenden Wissenschaftlern hätten.
Ebola laesst sich nicht ausrotten, da der Usprung bei Wildtieren ist.

Da die Kongolesen sogenanntes bushmeat esen, kann jederzeit das Virus ueberspringen, so wie Ende der 50 iger Jahre das Aidsvirus von Affen auch, ebenfalls in der DRKongo.

Was bei Ebola getan werden muss ist:

1. Klotzen nicht kleckern. Sobald irgendwo die erste Person betroffen ist, sofort alle Massnahmen einsetzen diese Person zu isolieren und zu behandeln. Im Osten der DRKongo hiesse dies vor einem Jahr auch mit massiven milliaerischen Mitteln den Ausbruchsort abriegerln, was nicht getan wurde. Ende Juli traf ich ein Paar der Verantwortlichen dafuer. Sie waren ueber meine Klotzen statt kleckern Theorie nicht sehr begeistert, denn sie sehen das als eigenes Versagen an. Wer gibt schon zu, versagt zu haben?

2. Heutige Impfungen koennen die Bevoelkerung ganzer Landstriche immunisiren, sodass selbst beim erneuten Ueberspringen der Krankheit von Wildtieren auf Menschen, die Auswirkuneggn milder sind. Es gilt: Klotzen statt kleckern, impfen statt mit grossen Augen in die Luft starren. Die lokalen Schamanen, Marabus dafuer gewinnen fuer die Impfung zu werben.

3. Heutige Behandlungsmethoden und Medikaente sind immer wirksamer. Auch hier sollte gelten: Klotzen statt kleckern!
mfG Beat z.Z. in Kinshasa DRKongo

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moev 25.09.2019, 12:05
19.

Zitat von login37
Versetzen Sie sich in die Situation eines wenig gebildeten Menschen im Kongo.
Hochgebildete (zumindest auf dem Papier) Menschen in Deutschland sind doch keinen Deut besser.

Was da an Impfskepsis und Homöopathiegläubigkeit herrscht geht auch auf keine Kuhhaut

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