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Ernährung: Bio-Lebensmittel kaum gesünder als normale Produkte
dapd

Weniger Pestizide, weniger Antibiotika - aber nicht gesünder: Forscher haben Hunderte Studien über Bio-Lebensmittel analysiert. Doch auch danach lässt sich die Hoffnung vieler Verbraucher, mit Bioprodukten ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun, wissenschaftlich kaum erhärten.

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artiart 04.09.2012, 14:58
350. äußerst fragwürdige Studie

Bei Lebensmittel sollte doch das Wichtigste sein, dass möglichst wenig oder gar keine "Fremdstoffe" wie Pestizide und Antibiotika darin enthalten sind. Da die Lebensmittelinindustrie behauptet, dass die Auswirkungen unbekannt sind, ist es doch ein Grund mehr Pestizide und Co. zu meiden. Ich finde den Satz "Zwar können manche Pestizide das Krebsrisiko steigern - allerdings in viel höheren Dosen, als sie in der Regel auf Obst und Gemüse zurückbleiben. [...]" geradezu irreführend, dass klingt ja fast so als würde man jedes Gemüse/Getreide nur einmal essen, aber so ist es ja eben nicht. (Siehe "Roundup")Den Leitspruch "einmal ist keinmal" kann man hier wohl kaum anwenden. Außerdem sollte es bei Bio-Labels nicht nur darauf ankommen was drin oder nicht drin ist, sondern darauf wo es herkommt und darausfolgend wie hoch die Umweltbelastung ist, also wie weit der Weg der Produkte von Anbau bis Verkauf, die Belastung des Bodens auf dem es wächst etc. pp ist.

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lock_vogell 04.09.2012, 15:03
351.

Zitat von carolane
Und über artgerechte Pflanzenhaltung wurde hier überhaupt noch nicht gebarmt. Dazu noch auf das schützenwerte Ungziefer irgendwelche Raubtiere wie die mörderischen Schlupfwespen loszulassen ist ein Skandal der Biobranche. Dazu kommt noch ein weiterer Mythos der Ökobranche dass Öko-mampfe besser schmeckt als normales Futter. In vielen Blindtests wurden dies schon .......
berichte über diese blindtests möchte ich mal sehen... :<
erzählen kann man viel, aber fakten liefern ist eine andere sache.

jedenfalls schmecke ich einen definitiven unterschied zwischen bio frisch vom feld beim lokalen bauern und gemüse aus dem gewächshaus, ebenfalls bei fleisch aus artgerechter haltung von regionalen höfen und masszucht betrieben.
und mal als kleinen denkanstoss, warum verwendet ein sterne koch lieber frische regionale bio-ware als konventionelle massenproduktion.
vermutlich weil er gerne etwas mehr für seine zutaten ausgibt...

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Aguirre, der Zorn Gottes 04.09.2012, 15:03
352. Grauenhaft

schlechter Artikel. Wie bereits etliche Vorredner bemerkt haben, werden hier scheinbar bewusst sehr wesentliche Zusammenhänge ignoriert, welche ich kaum noch wiederholen muss. Besonders schön finde ich jedoch die Stelle, in der die Wissenschaftlichkeit von Lebensmittelstudien allgemein diskutiert wird - ja, diese kritisch und im Einzelfall genau zu betrachten, ist richtig - die Schlussfolgerung, die der artikelverfassende Praktikant hier übersieht, falsch.
Schon mal was von Randomisierung gehört? Bei hinreichend großer Zahl von zufällig den Gruppen zugeordneten Probanden sollen eben diese aufgezählten Einflüsse wie Rauchen etc. ausgeschaltet werden.

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Goldwin 04.09.2012, 15:09
353.

Zitat von corvidae
Ja, die Butterberge sind abgebaut. Trotzdem vernichten wir immer noch Millionen von Tonnen von Lebensmitteln.

die da wären? Wir werfen jede Menge Lebensmittel auf allen Verarbeitungsstufen bis hin zum Verbraucher weg (Haltbarkeit, frische, Verfügbarkeit, etc) aber aktiv werden keine Lebensmittel vernichtet.


Zitat von
Wie immer im Leben funktioniert eine Schwarz-Weiss Sicht der Dinge kaum: Es mag sinnvoll und gut sein in Regionen der Welt die vom Hunger bedroht sind alles menschenmögliche aufzubieten um ausreichende Erträge zu erwirtschaften, es ist aber auch sinnvoll dies in Regionen der Welt, in denen das unnötig ist, nicht zu tun.
Nun haben wir aber das Problem das klimatisch bedingt nur in manchen Regionen einen ausreichende Lebensmittelproduktion möglich ist. Nun kann man natürlich sagen das der Afrikaner selbst schuld ist wenn er sich in einer der unfruchtbarsten Regionen der Welt wie die Karnickel vermehrt, aber das wäre mehr als sarkastisch.



Zitat von
Es liegt mir fern als übergewichtiger Europäer einem armen indischen Bauern von "bio" vorzuschwärmen, meinen fetten Nachbarn allerdings möchte ich mit dieser Frage schon belästigen.
Was hat denn "fett" mit "bio" zu tun? Man wird von 2 kg Biofleisch am Tag genauso fett wie von 2 kg konventionellen Fleisch.

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M. Michaelis 04.09.2012, 15:09
354.

Zitat von artiart
B dass klingt ja fast so als würde man jedes Gemüse/Getreide nur einmal essen, aber so ist es ja eben nicht.
Sie würden erhebliche Beschwerden mit den natürlichen Inhaltsstoffen bekommen wenn sie Mengen verzehren bei denen die Rückstände von künstlichen Schutzstoffen gesundheitliche Auswirkungen hätten.

Die ständige Zufuhr geringster Dosen ist völlig unproblematisch, zumal hier auch noch die Anpassung des Organismus greift.

Wie gesagt, die weitaus häufigsten Lebensmittelintoxikationen kommen nicht von künstlichen Schutzstoffen, sondern von Verderb, bakterieller Kontamination oder Verunreinigungen mit giftigen Pflanzen.

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M. Michaelis 04.09.2012, 15:11
355.

Zitat von lock_vogell
jedenfalls schmecke ich einen definitiven unterschied zwischen bio frisch vom feld beim lokalen bauern und gemüse aus dem gewächshaus, ebenfalls bei fleisch aus artgerechter haltung von regionalen höfen und masszucht betrieben.
Diese Aussage würde keiner Blindverkostung standhalten. Ist auch schon x-mal durchgeführt worden.

Nur gegen Ökoesoterik ist noch kein Kraut gewachsen.

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loeweneule 04.09.2012, 15:20
356.

Zitat von Goldwin
Was hat denn "fett" mit "bio" zu tun? Man wird von 2 kg Biofleisch am Tag genauso fett wie von 2 kg konventionellen Fleisch.

Das ist was ganz anderes. Ist dann ja biofett. Also gut. Funktioniert ähnlich wie die Wandlung bei der Messe. Der Glaube wird's schon richten.

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lotoseater 04.09.2012, 15:21
357.

Zitat von lock_vogell
berichte über diese blindtests möchte ich mal sehen... :< erzählen kann man viel, aber fakten liefern ist eine andere sache.
Schauen Sie doch mal hier:

WISO-Duell: Ist Bio besser? - ZDF.de

So ca. ab Minute 35 gehts mit dem Geschmackstest los.

Interessant sind die Rechtfertigungsversuche, wenn die Leute dann in ihrem Glauben erschüttert sind. *g*
Wie war das noch mit der hier schon mal erwähnten kognitiven Dissonanz? ;-)

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lock_vogell 04.09.2012, 15:26
358.

Zitat von Maynemeinung
Sie genießen wirklich die Vorteile Ihres schlichten Weltbilds in vollen Zügen. "Antibiotika=ungesund". Ach ne? Wenn Sie im Winter mal eine eitrige Entzündung der Nasennebenhöhlen haben, und der Arzt will Ihnen ein Antibiotikum aufschreiben, dann erheben Sie sich mit Ihren Kopfschmerzen im Stuhl und sagen laut: ne, Antibiotika=ungesund! Verweigern Sie also das Medikament, warten Sie ab, bis die Entzündung chronisch wird und lassen sich dann operieren! Verzichten Sie aber besser auf Narkosemittel (sind chemisch). Und dann muss ich Sie noch mehr enttäuschen. Natürlich kommen auch Bio-Bauern nicht ohne Pestizide aus. Nur nennen die es dann Pflanzenschutz. Dabei setzen die so moderne Mittel wie Kupfer ein (reichert sich im Boden an) oder Schwefel (lecker!).
ALTER... bei sowas platzt mir echt der kragen...
schonmal von MRSA gehört? das ist ein echtes problem und lässt die 50 oder so (zugegebenermaßen vermeidbaren) EHEC todesfälle mal ganz blass aussehen:

Staphylococcus aureus

ein direkter zusammenhang zwischen massentierhaltung übermäßigem antiobiotika einsatz und MRSA wurde schon mehrfach nachgewiesen:

MRSA-Keime in jedem zweiten Schweinestall | NDR.de - NDR Info - Programm

bei diesen studien handelt es sich im übrigen um langzeitstudien...
-.-

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rademenes 04.09.2012, 15:31
359. @ Maynemeinung II

Irrtum! Manchmal ist "humoristischer Ton" nur Ausdruck von - angesichts Ihres Eifers wider alle Vernunft mehr als berechtigter - schierer Verzweiflung... Abgesehen davon, daß einem das Lachen in der Tat vergeht, wenn man sich das en gros hier vorgetragene Mißachten der Vernunft angeht. Kürzlich konnte man sich in einer der Mediatheken der Fernsehsender (vergesen welcher, zdf?) ein Bio-vs.Konventionell-Duell antun! Für alle freunde von Pseude-Ernst fein säuberlich in Kategorien usw. und mit Punktesystem unterteilt. Schließlich läßt sich der Depp von heute von bloßer Propaganda - wie der Ihren übrigens - nicht einfach mehr beirren, nein, er braucht es auf "vernünftig" getrimmt und geputzt - aber bitte auf seinem unterkomplexen und nur Vernunft simulierenden Niveau! So war also in besagter Sendung von vorn herein alles hübsch auf Ausgleich getrimmt und Bio-Fraß verlor in gewichtigen Pseudo-Kategorien wie "wir schnell bekommt man Bio-Fast-Food" oder "warum ist das Bio-Huhn so teuer"... und so rannten irgendwelche Mädels durch eine Großstadt und suchten nach Bio-Fast-Food, natürlich erfolglos! Dieweil die Anhänger des Konventionellen gesätigt mir Hamburgern/Pommes/Currywurst sich verdauend irgendwo vergnügt flezten... Klarer Punkt für konventionellen Fraß - schon kapiert. Auf meinen Vorschlag für die nächste Sendung als Kategorie "mißhadeltes, gerupftes, krankes, konventionell ernährtes bio-Huhn" aufzunehmen reagierte die Redaktionsleitung nicht. Nun gut - ich verstehe den öffentlich-rechtlichen Auftrag sich um Ausgleich zu bemühen - stehen sich hier doch unversöhnlich zwei riesige Gruppen der Gesellschaft mit gewetzten Messern gegenüber! Bei einem Anteil der Bio-Käufer in Deutschland von gegenwärtig ca. 4 %! Also, wo ich gerade einen von "Euch" Kombatanten in Sachen Anti-Bio am Wickel habe: was ist Euer Antrieb? Woher dieser Eifer? Was schert Euch eine derartig unbedeutende Minderheit? Worum fürchtet Ihr, daß ganze Fernsehformate und methodisch schwachsinnige Studien herbeigezaubert werden? Ist das der Kulturkampf 2.0? Ein wenig erinnert es an den Eifer, mit dem die Anti-Apple-Jünger hier Ihre Mission bisweilen austragen (erstaunlich! bei gleichem geringem Marktanteil). Ist das der Aufstand der großen Masse? Wenn ja, dann muß ich konstatieren, die große Masse stellt sich nicht gut an... Und überhaupt - wozu?

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