Forum: Gesundheit
Ernährung: Grundloser Glutenverzicht ist teuer und nicht gesund
DPA/ TMN/ Andrea Warnecke

Immer mehr Supermärkte bieten glutenfreie Waren an. Für die wenigen Menschen mit Zöliakie ist das ein Segen. Für alle anderen gilt: Nur weil etwas glutenfrei ist, ist es noch lange nicht gesünder.

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mistermoe 09.02.2017, 08:58
30.

Zitat von paulpanther5
Wenn Glutenverzicht nicht gesund wäre, würden Millionen von Asiaten, die nur Reis essen, und Millilonen von Afrikanern, bei denen nur Hirse auf den Tisch kommt, alle ungesund leben. Und die Südamerikaner hätt ich fast vergessen, bei denen gibts Mais. Ich bin zwar kein Freund von Verschwörungtheorien, aber bei diesem Artikel scheint es sich um die Lobbyarbeit irgendeines Bauernverbandes zu handel, der sich um die Weizenpreise sorgt.
Naja, das stimmt so nicht ganz was sie da schreiben: Bei weitem nicht alle Asiaten ernähren sich hauptsächlich von Reis, genau genommen eigentlich nur die, die sich nichts anderes leisten können. Dementsprechend gering ist dann auch die Lebenserwartung, aufgrund der einseitigen Ernährung. Gleiches gilt für Afrika mit der Hirse. Und das in Südamerika hauptsächlich Mais gegessen würde, ist ein Gerücht, das hängt stark vom Land ab...Argentinien und Chile z.b. sind nicht unbedingt Mais-Länder. Generell bleibt es aber dabei, in den meisten aufgezählten Fällen essen die Leute nicht Reis, Hirse, Mais weil es übermässig gesund ist, sondern weil sie nichts anderes haben, während es in Europa und speziell in Deutschland im Moment schon eine Modeerscheinung ist gluten und laktosefrei essen zu wollen, ohne jeglichen Grund und ohne sich die Idiotie bei vielen Lebensmitteln bewusst zu machen, z.b. glutenfreier Schinken.

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natriumarm 09.02.2017, 10:03
31. glutenhaltige Getreide

@clearsky Dinkel und Roggen enthalten sogar noch mehr Gluten als Weizen. Glutenhaltige Getreide sind Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Grünkern, Einkorn und Emmer sowie als nicht eindeutig glutenfrei gekennzeichneter Hafer. Glutenfrei sind zum Beispiel Mais, Reis, Quinoa, Hirse, Kartoffeln und Kastanien.

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andreas.s 09.02.2017, 10:08
32. @clearsky

Es geht hier doch ganz eindeutig um Menschen die "glutenfrei" Produkte kaufen weil sie es schlicht für gesünder oder diäthilfreich halten. Das Sie auf Weizen verzichten bedeutet ja eben nicht das Sie sich glutenfrei ernähren. Glutenfreie Ernährung ist wesentlich komplexer als der häufige Verzicht auf Weizen.

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benmartin70 09.02.2017, 10:27
33.

Zitat von paulpanther5
Wenn Glutenverzicht nicht gesund wäre, würden Millionen von Asiaten, die nur Reis essen, und Millilonen von Afrikanern, bei denen nur Hirse auf den Tisch kommt, alle ungesund leben. Und die Südamerikaner hätt ich fast vergessen, bei denen gibts Mais. Ich bin zwar kein Freund von Verschwörungtheorien, aber bei diesem Artikel scheint es sich um die Lobbyarbeit irgendeines Bauernverbandes zu handel, der sich um die Weizenpreise sorgt.
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Nur weil die Asiaten keinen Weizen kennen/kannten und deshalb kein Gluten zu sich nehmen/nahmen heißt das nicht das diese deshalb zwangsläufig gesünder leben/lebten.

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sale2 09.02.2017, 10:40
34. goodidea hat eig. alles gesagt.

Aus eigener Erfahrung, kann ich nach 20 Jahren starken Verdauungsproblemen, mit allen Test's die es gibt,sagen das mir die Umstellung auf Glutenfreie Nahrung sehr geholfen hat.Vor 2 Jahren habe ich einen Bericht zu Fodmap bei Visite gesehen und meine Ernährung umgestellt,seitdem bin ich Beschwerdefrei.Aus heutiger Sicht lag es vor allem am Weizen der heute fast überall drin ist.
Und das es heute soviel Ersatz gibt finde ich einen Segen.
Welche Unverträglichkeit es nun genau ist konnte bis heute leider noch nicht genau geklärt werden.
mfg

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clubmate 09.02.2017, 10:45
35.

Zitat von olli08
Ob glutenfreie Produkte nur für Menschen mit Zöliakie sinnvoll sind oder nicht, lasse ich mal dahingestellt. Ich vermute aber, dass jemand, der sich bewusst für Lebensmittel mit bestimmten Eigenschaften entscheidet (und damit meine ich kein functional food), gesünder lebt als jemand, der unreflektiert jede Chemo-Pizza inhaliert, solange sie unter 2 Euro kostet ...
Ich stimme überein, dass viele Beschwerden im Zusammenhang mit Ernährung Kopfsache sind. Allerdings beobachte ich, dass sich diejenigen die sich über alle Inhaltsstoffe Sorgen ob ihrer Gesundheitsförderung machen, häufig einen weniger gesunden Gesamteindruck machen, als jene die sich nicht dauernd auf der Suche nach der wahren, gesunden Ernährung ist.

Für mich habe ich daher die Regel aufgestellt: gesund ist was einem schmeckt und nicht dauernd nachdenken was schädlich ist, sondern lieber genießen.

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daiquiri_flip 09.02.2017, 11:27
36. Unwissen und Gesundheitswahn

Ich kann mich noch an einen Freund erinnern, der mir damals beim Einkaufen erklärte, er kaufe nur noch laktosefreie Produkte, da dies gesünder sei. Er war aber nicht laktoseintollerant, klagte aber über gelegentliche Blähungen alle paar Tage. Da er aber beim Essen in Restaurants nach dem Verzehr von Sahnesoße, Quark etc. nie über Probleme klagte, bestand hier auch nachgewiesen keinerlei Unverträglichkeit.
Es ist übrigens auch ganz normal, dass man mal Blähungen hat und es etwas im Bauch drückt ... nämlich als Signal des Körpers mal wieder aufs Klo zu gehen und Platz zu schaffen. Klar, man kann natürlich auch gleich wieder Pseudounverträglichkeiten hinein interpretieren. Ich warte nur darauf, dass es heißt, man wäre wasserunverträglich, weil es dann immer so in der Blasenregion drückt. Manche Menschen haben einfach den Bezug zur Realität und gesundem Körpergefühl verloren. Aber ja, für die wirklich betroffenen ist die große Auswahl an Produkten natürlich sehr gut.

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Addams 09.02.2017, 11:54
37. Was ist ihr Problem?

Zitat von spiegeldauerleser
Erfahrung statt Theorie - Jahrelang ab mittags zunehmend leichter Durchfall und Blähungen. Dann Diagnose: Glutenunverträglichkeit. Keine G.Allergie. Unterschied: Bei einer Unverträglichkeit kann man eine gewisse Menge Gluten zu sich nehmen, überschreitet man sie, kehren die Symptome zurück. Nach Verzicht auf glutenhaltiges Getreide verschwanden die Symptome völlig. Und nach über 20 Jahren Heuschnupfen hat auch dieser sich bis auf einen kleinen Rest verabschiedet. Lebe seit 10 Jahren fast völlig glutenfrei. Blutwerte optimal, kein Mangel an nichts. Also, liebe Artikel-Schreiberin: Wo liegt das Problem? Was ist so ungesund? Auch ich bin der Meinung, Sie haben nicht sehr engagiert recherchiert.
Was führt Sie zu der Anschuldigung, die verantwortliche Journalistin hätte nicht ausreichend recherchiert? Weil Sie bei Ihnen zu Hause nicht geschellt und um ein Interview gebeten hat? Weil Sie in einem 559 Wörter langem Artikel nicht auf alle Schattierungen der Glutenunverträglichkeiten hingewiesen hat? Lassen Sie mal die Kirche im Dorf. Vielen Dank, für die Informationen, die Sie den Artikel ergänzend hier zugesteuert haben (Das meine ich ganz ernsthaft, ohne jede Ironie) Genau dafür lese ich auch das SPON-Forum. Aber unterlassen Sie doch bitte die in letzten Zeit zur Mode gewordene Herabsetzung von Jounalisten und Presse. Danke.

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die_elsen 09.02.2017, 12:10
38. Dumm wie Brot

Es ist schon interessant zu sehen, wie in regelmäßigen Abständen über Gluten bei SPON berichtet wird. Vor allem die Art und Weise, mit der auf Menschen mit dem Finger gezeigt wird, die sich gesundheitsbedingt glutenfrei ernähren. Gerade für Hashimoto-Erkrankte ist dies auch ein großes Ärgernis. Es gibt mittlerweile genügend Studien (meist englischsprachig), die belegen, dass Gluten das Leaky-gut-Syndrom fördert. Gliadin ist neben Lektin das primäre immuntoxische Protein, das in Weizen-Gluten gefunden wird und zu den am schädlichsten Substanzen für die Gesundheit zählt. Man braucht einfach nur ein wenig mehr nachzuforschen und zu lesen...Dass die vielen glutenfreien Produkte alle nicht sonderlich gesund sind, wird klar, wenn man sich die Inhaltsstoffe im Kleingedruckten auf den Verpackungen durchliest: Viel Zucker und vor allem Soja (wahrscheinlich der gute von Monsanto) - der nächste Übeltäter, der endokrine Funktionen massiv beeinträchtigt. Ich frage mich, ob der zuständige Redakteur zu diesem Thema überhaupt recherchiert hat oder gleich den PR-Text übernommen hat. Und da die ach so vielfach gepriesene Ernährungspyramide immer wieder auf "wertvolle Cerealien" verweist - stopft euch einfach weiter damit voll. Der Spruch "Dumm wie Brot" kommt wohl nicht von ungefähr.

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sauberfrau 09.02.2017, 12:14
39. Noch ein anderer Aspekt

Laut Auskünften eines in unseren breiten führenden Gastroenterologen ist das Klebereiweiß Gluten an sich nicht gerade leicht verdaulich. Früher sei der Glutengehalt in den betreffenden Getreidesorten - vor allem Weizen - auch nicht so hoch gewesen wie heute. Es muss also wegen seiner guten Backeigenschaften geradewegs hineingezüchtet worden sein.

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