Forum: Gesundheit
Ernährung: Grundloser Glutenverzicht ist teuer und nicht gesund
DPA/ TMN/ Andrea Warnecke

Immer mehr Supermärkte bieten glutenfreie Waren an. Für die wenigen Menschen mit Zöliakie ist das ein Segen. Für alle anderen gilt: Nur weil etwas glutenfrei ist, ist es noch lange nicht gesünder.

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IB_31 09.02.2017, 13:24
50.

Zitat von exil-teutone
Mais beispielsweise sollte man nicht in großen Mengen zu sich nehmen, wenn er nach westlichem Schema zubereitet ist - das kann zu deutlichen Mangelerscheinungen bis hin zum Tod führen. Wird Mais aber traditionell indigen-mexikanisch behandelt, tritt dies nicht auf (es git sehr interessante Studien zu diesem Thema, habe aber die Referenzen dazu im Moment nicht zur Hand). Des weiteren möchte ich nur noch darauf hinweisen, das insbesondere der Einfluß der westlichen "Zivilisation" genau das Problem hervorruft, daß sie im vorletzten/letzten Absatz beschreiben: Ernährung als Statussymbol, als Darstellung des eigenen Erfolges. Mal drüber nachdenken, bitte.
Sie zählen also Mexiko nicht zur westlichen Zivilisation ?
Zu welcher dann ?

Ernährung als Statussymbol:

Gemeint sind jetzt aber bestimmt nicht die Leute, die
glutenfreies Wasser trinken - wobei Wasser sowieso immer glutenfrei ist - oder gar ihre Katze vegan füttern.
Das hätte dann auch nicht mit Status, sondern wohl eher mit Dekadenz zu tun.

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hallenbeck 09.02.2017, 13:25
51.

Zitat von paulpanther5
Wenn Glutenverzicht nicht gesund wäre, würden Millionen von Asiaten, die nur Reis essen, und Millilonen von Afrikanern, bei denen nur Hirse auf den Tisch kommt, alle ungesund leben. Und die Südamerikaner hätt ich fast vergessen, bei denen gibts Mais. Ich bin zwar kein Freund von Verschwörungtheorien, aber bei diesem Artikel scheint es sich um die Lobbyarbeit irgendeines Bauernverbandes zu handel, der sich um die Weizenpreise sorgt.
der Verdacht drängt sich mir hier schon lange bei Spon-Artikeln über Ernährung auf (z.B. auch über vegane Ernährung, der nachweislich gesündesten Diät)
ich vermute aber weniger Lobbyarbeit, sondern absolute Unwissenheit

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dt1355895 09.02.2017, 13:37
52.

Zitat von absinthe
Man irrt sich aber, wenn man glaubt, Chinesen würden nur Reis essen. Weizen wird in China schon seit 5000 Jahren angebaut, im Süden wird klimabedingt Reis angebaut, im Norden Weizen. Und wenn ich jetzt in wikipedia nachschaue, Nudel und andere Essen aus Weizenmehl/Teig ist seit 2000 Jahren Grundnahrungsmittel im Norden Chinas, in Europa hat sich Weizen erst im 11. Jahrhundert durch das Weißbrot etabliert. Von anderen Ländern und Kontinenten weiß ich weniger, aber die Aussage, dass nur Europäer bzw. die Weißen viel Weizen essen und die Asiaten und Afrikaner kein Weizen/Gluten und gesund wären, ist Quatsch.
Ich kann zwar nicht für Festlandchina sprechen, war aber gerade in Taiwan, dort gibt es an jeder Ecke eine Bäckereifiliale mit leckeren (meistens) Backwaren die unseren sehr ähnlich sind. Es gibt sogar eine japanische Bäckereikette dort. Nachdem es in Taiwan quasi keine Touristen aus dem Westen gibt, scheint die einheimische Bevölkerung wohl durchaus die Zielgruppe zu sein.


In Malaysia und Thailand gibt es auch relativ viele Läden, wenn auch eher in den Malls, die Croissants, gefüllte süsse Brötchen usw. verkaufen, oft gibt es sogar richtiges Vollkornbrot. Gerade in Thailand aber sicher oft auch für die Ausländer. Wobei z.B. 7/11 kleine Kuchen, Brownies usw. auch landesweit verkauft und sich damit in den meisten Fällen auf jeden Fall an die Einheimischen wendet.

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exil-teutone 09.02.2017, 13:58
53. Erste Regel im SpON-Forum

Zitat von IB_31
Sie zählen also Mexiko nicht zur westlichen Zivilisation ? Zu welcher dann ? Ernährung als Statussymbol: Gemeint sind jetzt aber bestimmt nicht die Leute, die glutenfreies Wasser trinken - wobei Wasser sowieso immer glutenfrei ist - oder gar ihre Katze vegan füttern. Das hätte dann auch nicht mit Status, sondern wohl eher mit Dekadenz zu tun.
Frei nach Murphy: Jeder Beitrag wird früher oder später mißverstanden werden...

Die klassische indigene Zubereitungsweise von Mais in Mexiko (und auch im Südwesten der USA) ist in der Tat anders als die moderne, westlich geprägte Form.

In diesem Sinne ging es mir auch nicht um in der Tat dekadente Auswüchse wie Veganismus, sondern schlicht und einfach darum, daß beispielsweise im Mittelalter Weißbrot ein Statussymbol der Reichen und Adligen war (mit prompt folgenden Gesundheitsrisiken).

Auf die Originalreferenz der südafrikanischen Völker übertragen bedeutet das, daß oftmals indigene, über Jahrhunderte hinweg optimierte Zubereitungsweisen und Speisen von westlichem Usus verdrängt werden, obwohl dieser im lokalen Kontext katastrophale Folgen hat/haben kann.

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juleruel78 09.02.2017, 14:09
54. glutenfrei kann trotzdem gut sein, oder?

Ich habe auch oft gelächelt, wenn Leute sagten, glutenfrei sei besser. Seitdem wir ein Experiment gemacht haben, sehe ich das anders. Aus einer Laune heraus wollte mein Mann! auf Gluten für eine Weile verzichten. Ich kaufe jedoch nicht die überteuerten glutenfreien Produkte, sondern koche selbst. Dabei ersetze ich Weizenmehl durch Buchweizenmehl. Immer. 6 Monate später hat mein Mann 13 Kilo und ich 6 Kilo abgenommen. Während meiner Periode habe ich weniger bis gar keine Bauchschmerzen mehr. Ist nun wirklich alles Spinnerei? Ich glaube nicht. Wir verwenden weiterhin Buchweizenmehl.

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Chaosfee 09.02.2017, 14:51
55.

Zitat von hallenbeck
der Verdacht drängt sich mir hier schon lange bei Spon-Artikeln über Ernährung auf (z.B. auch über vegane Ernährung, der nachweislich gesündesten Diät)
Vegane Ernährung ist nachweislich eine einseitige Ernährung und damit nachweislich bestimmt nicht die gesündeste Ernährungsweise.
Aber soll sich jeder so ernähren wie er will, solange er nicht damit andere zu "bekehren" versucht oder seine Kinder einem Mangel unterzieht, indem er ihnen eine wichtige Nahrungskomponente vorenthält.

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Erbi 09.02.2017, 15:04
56. Hipster..

Schon witzig wie aus allen Ecken die Möchtegernglutenunverträglichen kommen und ihre absurde Ess"kultur" mit erfundenen oder an den Haaren herbeigezogenen "Fakten" (Stichwort: Alternative Fakten) rechtfertigen müssen. Die sie in 99% der Fälle nur betreiben, weil sie sonst keine Hobbys im Leben haben oder weil sie sich einbilden etwas zu haben und denken, dass es dagegen helfen würde (Glaube versetzt ja bekanntlich Berge). Man könnte auch sagen, um sich von anderen abzugerenzen und sich für was besseres halten, weil sie sich ja so oder so ernähren. Quasi eine Ersatzreligion. "Oh nein, ein Artikel behauptet das Nachgehen meiner eingebildeten Glutenunverträglichkeit ist nicht in Ordnung und Ersatzprodukte können ungesünder sein als das Original" Was erlaube Struuunz?!?! Schon ziemlich armselig sowas. Aber wenn man sonst keinen Sinn im Leben hat.. schon traurig... Aber muss ja jeder selbst wissen, mit was er sich im Leben geißelt. Viel Spaß damit!

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mime-sis 09.02.2017, 15:16
57. glutunfrei heisst nicht gleich gesund

Zitat von Neugierig
Der Hauptaussage des Artikels stimme ich durchaus zu. Jedoch sind der Artikel und insbesondere der Satz "Glutenfrei ernähren muss sich nur, wer tatsächlich eine Zöliakie hat" irreführend. Denn es gibt eine Reihe von Ursachen, die zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut führen und mit vielfältigen Unverträglichkeiten einhergehen. Nicht nur Zöliakie ist mit einer Glutenunverträglichkeit verbunden. Daher kann es auch in anderen Fällen ratsam sein, (zumindest vorübergehend) auf Gluten zu verzichten.
Schon mal in Lateinamerika gewesen ? Mexiko hat zum Beispiel die Vereinigten Staaten als Land mit den meisten Übergewichtigen abgelöst. Maistortillas und andere Maisprodukte in Lateinamerika sind alles andere als gesund.

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brucewillisdoesit 09.02.2017, 15:36
58. Gluten

Zitat von jileha
Auf gluten kann man unbesorgt verzichten, wenn man sich insgesamt gesund ernährt.
Stimmt, ist auch grundsätzlich nichts gegen zu sagen, allerdings gibt es für kaum einen Menschen einen rationalen Grund dieses zu tun. Alternativ können Sie auch teure Zuckerkugeln schucken um sich besser zu fühlen. Grundsätzlich auch kein Problem, es ist nur ebenso wenig rational, trotzdem machen es (unglaublicherweise) viele. Wir leben glücklicherweise in einer Demokratie, wo man Menschen die Freiheit haben zu tun was sie gerne möchten und das ist auch gut so. Man sollte sich nur nicht einbilden, das Aberglauben irgendwie rational wäre.

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mime-sis 09.02.2017, 16:04
59. macht Maisgerichte nicht gesünder

Zitat von exil-teutone
Mais beispielsweise sollte man nicht in großen Mengen zu sich nehmen, wenn er nach westlichem Schema zubereitet ist - das kann zu deutlichen Mangelerscheinungen bis hin zum Tod führen. Wird Mais aber traditionell indigen-mexikanisch behandelt, tritt dies nicht auf (es git sehr interessante Studien zu diesem Thema, habe aber die Referenzen dazu im Moment nicht zur Hand).
Der Vorgang nennt sich Nixtamalisation. In Mexiko mit "Cal". Macht die Maisprodukte im Vergleich zu anderen Getreideprodukten nicht gesünder. Die meisten Maisgerichte in Mexiko sind richtige Kalorienbomben. Bauchschmerzen ("Mal de Puerco") nach Verzehr keine Seltenheit.

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