Forum: Gesundheit
Ernährung: "Viele Deutsche können nicht mehr kochen"
Corbis

Immer weniger Menschen wissen, was eine gesunde Ernährung ausmacht, warnt Spezialist Hans Hauner. Im Interview erklärt er, warum viele das Kochen verlernt haben und wie ihre Gesundheit darunter leidet.

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KarlKäfer 28.06.2014, 13:53
180.

Zitat von Avantime2000
Ich glaube das war eher eine Bio-Satire. Ich finde es auch witzig, dass heute alles Bio sein muss. Hauptsache Bio-Honig aus dem Reformhaus, von glücklichen Bio-Bienchen biologisch aus Rumänien importiert und man ist glücklich damit. Ich gebe auch viel Geld für Lebensmittel aus, aber den Stammbaum meines Steaks muss ich nicht unbedingt kennen. Gutes Essen ist Spass genau wie eine schöne Reise, ein gutes Restaurant, ein geiles Auto und viele andere schöne Dinge im Leben.
Und gutes Bio-Essen macht keinen Spaß?
Uns macht es mehr Spaß als Fernreisen, Restaurant, Kino, großes Auto etc.
Da liegen unsere Prioritäten. Wer sparen will beim essen darf sich dann über entsprechende Qualität und evt. gesundheitliche Folgen nicht beschweren. Das gilt auch für die Art wie man isst. In Ruhe (und das Telefon kann klingeln so lange es will), oder ob man es in sich reinstopft.

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KarlKäfer 28.06.2014, 13:56
181.

Zitat von Liberalitärer
Auf die Käfer kann ich verzichten, obwohl Insekten essbar sein sollen. Ich will die Branche nicht schlecht machen, es ist Ihr freier Wille ihr Leben nach ihrem Gusto zu gestalten. Nur werten Sie das bitte nicht. Auch Bio Bauern müssen in der Marktwirtschaft (die in der Landwirtschaft nur eingeschränkt existiert) Gewinne machen. Es ist mir relativ egal, ob ich von einem giftigen "Naturprodukt" umgebracht werde oder von einem Insektizid. Die Natur ist eben nicht unser Freund, viele Pflanzen schützen sich mit Giften oder Abwehrstoffen gegen Fressfeinde, wozu auch der Mensch zählt. Die Evolution wehrt sich auch gegen unsere Spezies. Der Mensch hat eben Techniken entwickelt, diese Risiken zu minimieren, dazu zählt eben auch das Erhitzen der Nahrung. Pasteur hat einen Beitrag geleistet, Robert Koch auch. Und ja, Sie haben eben heute Glück beim Schinken, auch dank der EU haben wir inzwischen strenge Hygienievorschriften (ein Verdienst dieser Organisation mit Vorbildcharakter), aber gerade wegen der strengen Standardisierung und Normung.
Ein Bio Milchbauer kann viel besser marktwirtschaften als jeder konventionelle Vertreter dieser Zunft. Sehen Sie sich doch nur den Preisunterschied an. Und Qualität hat ihren Preis. Wer weniger zahlen will kriegt auch weniger. Logisch?
Das erhitzen bzw. die Hygiene ist gar nicht Kern der Diskussion. Und die meisten Bio-Erzeuger halten sie schon deshalb ein, weil sie auf ihre Kunden angewiesen sind. Damit hat die EU übrigens erst seit kurzem zu tun. Vorher haben dies viele Nationalstaaten selbst vorbildlich und u.U. sogar besser geregelt.

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dochlinux 28.06.2014, 13:57
182. keine Zeit

Die arbeitswelt ist heufig schuld daran. Geht mir so keine Zeit zum kochen.

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kdshp 28.06.2014, 13:57
183.

Zitat von intschutschuna
es sind die Fertiggerichte, die teuer sind. Zuccini gibt es für 0,99 EUR das Kilo, tiefgefrorenen Fisch, der nicht weniger gesund ist, als frischer Fisch, kostet 1,99 EUR für 225 Gramm (Schollenfilets - habe ich gestern grad erst eingekauft!) und schon haben Sie für weniger als 3 EUR (schließlich werden Sie ja nicht gleich das ganze Kilo Zuccini essen) ein ausgewogenes und gesundes Menü. Mein Mann und ich kochen täglich frisch und gesund. Gestern und heute gab/gibt es zB Linseneintopf mit Pasta. Die Linsen kosten das Paket 1,29 EUR (gebraucht wird pro Kochgang 1/4 davon), dazu eine Kartoffel, eine Karotte, eine Zwiebel, Brühe und Pasta. Da kommen Sie mit viel Pech vielleicht auf 2,50 EUR pro Kochtopf, von dem Sie 2 Tage lang genießen können. Linsen sind übrigens eins der eisenhaltigsten Lebensmittel. Noch Fragen?
Wer wenig geld hat geht sich kein fertiggericht kaufen weil diese zu teuer sind! Machen sie den selbstversuch. Nehmen sich sich 20 euro was dann für eine woche reichen muss. Sie werden sich KEIN fertiggericht kaufen! Sicher sind linsen ansich gesund aber nicht wenn man sich fast nur noch davon ernähren kann. Und auch bei obst/gemüse muss man aufpassen da auch hier produkte sind die nicht mehr gesund sind zb. hohe belastung von pesteziden usw.. Wer sich wirklich gesund ernähren will muss sich 1 sehr viel damit beschäftigen welche produkte denn noch gesund sind auch ökologisch denn es nutzt nix mich gesund zu ernähren aber die tomate kommt dann aus china. Das ist dann am ende wieder ungesund wegen dem mehr an umweltbelastung.

Fazit für mich: KEINER kann sich dem was passiert enziehen auch wenn er meint sich gesund zu ernähren! Man kann sich wenn man noch mehr hat (geld) sicher etwas besser ernähren aber unterm strich ist das ein trugbild und wird sich auf lange sich auch für ALLE verschlechtern.

PS Wenn alle morgen "nur" noch gesunde produkte kaufen würden deren preise explodieren.

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dreamdancer2 28.06.2014, 14:07
184.

Zitat von Avantime2000
Kann mir hier jemand erklären, warum man in Deutschland immer Linsensuppe essen will? Scheint ja in diesem Forum eine wirkliche Delikatesse zu sein :-)
DIE Frage stelle ich mir auch immer wieder, wenn ich in der Kantine die Schlange an der Linsensuppe sehe... ich umgehe den dann weiträumig, für mich sieht die Pampe aus (und riecht auch so) wie schon mal gegessen. Ugh.

In Schwaben essen sie dann Spätzle mit Linsen. Die armen Spätzle.

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Liberalitärer 28.06.2014, 14:11
185. Kosten

Zitat von KarlKäfer
Ein Bio Milchbauer kann viel besser marktwirtschaften als jeder konventionelle Vertreter dieser Zunft. Sehen Sie sich doch nur den Preisunterschied an. Und Qualität hat ihren Preis. Wer weniger zahlen will kriegt auch weniger. Logisch?..t.
Nein, die Absatzzahlen belegen doch anderes. Trotz eines geschickten Marketings ist der Bioanbau keine Wachstumsbranche. Es ist eben ein Marktsegment für Konsumenten wie Sie und es hat somit seine Berechtigung. Aber in der Masse ist das schon von der Kaufkraft her nicht darstellbar. Ob es wirklich besser ist trotz höheren Preises? Das ist wohl eher eine Glaubenssache. Ich befürchte für meinen Teil eher eine Verschlechterung der Angebotsqualität - wobei in Einzelbereichen mehr Bio Sinn ergeben kann, aber eben nicht generell.
Generell und das ist ja hier das Thema, lohnt sich das Kochen aber kaum noch. Eine halbe Stunde am Herd ist eine halbe Stunde verschenkter Arbeitszeit. Das sind ganz simpel Opportunitätskosten. Für Hobbyköche gilt das selbstredend nicht.

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goodcharlotte 28.06.2014, 14:13
186. gute Orga

Zitat von Toebbens
Einen solchen hat der Autor offensichlich,wenn er, wie die Mehrzahl der Kommentatoren, die offensichtliche falsche Grundannahme dieser Diskussion unhinterfragt stehen läßt. "Früher konnten mehr Menschen kochen als heute" ist gleich zweifach falsch. Zum einen konnten nicht mehr Menschen kochen, sondern nur mehr Frauen. Die Mehrzahl der Männer in der Generation der Väter und Großväter hatte keine Ahnung vom Kochen und wollte dies auch garnicht. Das männliche Können in diesem Bereich war typischerweise auf dem Niveau eines Zeltlagers - also grauenhaft. Der zweite Fehler liegt im Modalverb. Früher konnten die Menschen, Varietät weiblich, zwar kochen. Wichtiger aber war, sie mußten es tun. Wer wie ich gelegentlich kocht, der weiß, daß Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stehen.Eine Mahlzeit mit einer Stunde Zubereitungsaufwand ist in 15 Minuten verzerrt. Hat man nur da bißchen Arbeit im Haushalt zu erledigen, dann mag das angehen. Bei beruflich tätigen Menschen geht es aber von der knappen Freizeit ab. Wer da nicht Kochen aus Spaß an der Zubereitung betreiben will, sondern andere Hobbys hat, der überlegt sich zweimal, ob er den Samstagvormittag am Herd verbringt.
Das ist eine Frage der Organisation. Mein Essen kocht auch gerade, da kann ich kurz im Tablet in der Küche ins Internet schauen und eine Kaffee trinken. Morgens, während Kaffee kocht wird mit Haarkur im Haar geschnibbelt und Nachrichten im Radio gehoert, das Gemüse und der Fisch braten während des Duschens. waehrend die Lotion einwirkt wird abgewaschen etc. Nach Zeahneputzen, Schminken, Betten machen, Wäsche aufhaengen wird Essen fuer mittags und abends verpackt und das wars auch schon.

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Avantime2000 28.06.2014, 14:16
187.

Zitat von KarlKäfer
Und gutes Bio-Essen macht keinen Spaß? Uns macht es mehr Spaß als Fernreisen, Restaurant, Kino, großes Auto etc.
Gutes Essen macht Spass. "bio" muss allerdings nicht unbedingt sein. Ich kaufe lieber Gemüse und Obst frisch auf dem Markt als aus Neuseeland eingeflogene Bio Karotten. Aber lassen Sie sich nicht stören.

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professorA 28.06.2014, 14:18
188. Die Lehrmeinung von heute ist die Irrlehre von morgen

Zitat von godfader
"Fleischverzehr aber negativ, weil wir wissen, dass ein hoher Konsum von tierischem Eiweiß das Risiko für Darmkrebs erhöht und Typ-2-Diabetes fördert." -- Das wissen wir eben NICHT! Eine Korrelation aus einer epidemologischen Studie ist kein "Wissen". Das ist vielleicht ein Verdacht, den man mal in einer klinischen Langfriststudie überprüfen müsste, mehr aber auch nicht. Ansonsten könnten wir auch sagen, dass wir "Wissen" dass die Störche die Babies bringen, weil ein Anstieg der Sichtungen von Störchen in der Regel mit einer erhöten Geburtenzahl einher geht. So einfach ist es leider nicht in der Wissenschaft, das sollte auch Prof. Dr. med. Hans Hauner wissen.
Ich glaube sogar, dass es nicht einmal für eine diskussionswürdige Korrelation reicht. Von Ernährungsprofessoren glaube ich gar nichts, denn auf dem Gebiet gilt noch mehr als anderswo: Die Lehrmeinung von heute ist die Irrlehre von morgen

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L!nk 28.06.2014, 14:18
189. Die Planung für HartzIV und Niedriglöhner

Die Planung für HartzIVer sieht Pulversuppen, Billigwurstpampe und derartiges vor, selbst Obst ist nicht drin. Gerlinde gesagt fehlt Frau Gukelberger-Felix der Realitätssinn.

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