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Erste Gentherapie gegen Krebs: "Eine neue Ära der Leukämiebehandlung"
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Die erste Gentherapie gegen Krebs steht kurz vor der Zulassung. Bei der Therapie attackieren eigene, manipulierte Immunzellen die Krebszellen im Körper - allerdings mit gefährlichen Nebenwirkungen.

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kumi-ori 15.08.2017, 13:28
1.

100.000 Euro für eine Komplettheilung. Dafür bekäme man zwei Autos. Ob es das wert ist? Der deutsche Patient liebt die Chemotherapie, weil sie so schön billig ist. Aber das ist ein Trugschluss. Die Behandlung der Nebenwirkungen kostet oft genausoviel wie eine erfolgversprechende moderne Therapie.

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baal0815 15.08.2017, 13:47
2. kein Vergleich

die Kosten einer Therapie mit den Kosten für ein Auto zu vergleichen ist schon recht makaber. Leider laufen vor allem bei der Krebstherapie die Behandlungskosten oftmals aus dem Ruder und scheinen nichts mehr mit der Realität zu tun zu haben. Hier müssen unbedingt andere Wege gefunden werden, damit solche Vergleiche gar nicht erst auftauchen.

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bafibo 15.08.2017, 14:21
3.

Solange die Behandlung mindestens genauso riskant ist wie die Krankheit und es noch weniger gefährliche Therapiealternativen gibt (bei Leukämie üblicherweise Knochenmarktransplantation), weiß ich nicht, ob ich sowas im Fall der Fälle mit mir machen lassen würde - eher nicht. Und wenn der Mechanismus so ist, daß sich die übertragenen Zellen erst dann vermehren, wenn sie eine passende Andockstelle gefunden haben, dann sorgt das zwar dafür, daß sie sich nach erfolgreichem Kreuzzug selbst vernichten, aber eine Reduktion der übertragenen Menge kann eine überschießende Reaktion des Immunsystems nur hinauszögern, aber nicht verhindern, denn es genügt eine einzige Zelle, die ihre Andockstelle findet, zur Auslösung der Kaskade. Da wird man noch einen Bremsklotz entwickeln müssen.

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mrotz 15.08.2017, 14:33
4.

Wahrscheinlich könnte eine solche Therapie auch einen Faktor 10 billiger sein. Im Gesundheitswesen wird zu stark die Hand aufgehalten und zu hohe Zulassungshürden gesetzt.
Wir werden uns entscheiden müssen, entweder auf etwas Pseudosicherheit (zu langes Zulassungsverfahren) verzichen zu müssen, oder Behandlungen komplett nicht mehr finanzieren zu können.

mfg

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pauleschnueter 15.08.2017, 15:11
5. Deutschland

Es gibt viele Menschen in D, die sich eine Existenz mit dem Verkauf und der Mitarbeit an veralteten Therapie-Formen und extremst überteuerten Medikamenten aufgebaut haben. Da sind zu viele Interessen mit verzahnt, zu viele Menschen, die von den Aufträgen abhängen, als dass man eine neue wirksame Therapieform geschehen lassen würde.
Das ist nun mal das Resultat, wenn man Medizin mit Marktwirtschaft mixt.

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permissiveactionlink 15.08.2017, 15:18
6. CAR-T-Zellen

(Chimeric Antigen Receptor T-Cells) sind ein exzellenter Behandlungsansatz, da das Immunsystem von sich aus entartete Zellen bekämpft. Es gibt dafür verschiedene Zelltypen des zellulären Immunsystems. In diesem Fall handelt es sich um sog. zytotoxische T-Zellen. Diese erkennen mit einem Oberflächenrezeptor Krebszellen daran, dass diese auf einem anderen speziellen Membranprotein, dem MHC1 ( Major Histocompatibility Complex 1 )bzw. HLA (Human Lymphocyre Antigen) kurzkettige, in den Zellen produzierte Protein-Fragmente , präsentieren ("Antigenpräsentation"). Immunzellen lernen in frühester Jugend, Körpereigen und körperfremd zu unterscheiden ("Clonal education"). Gelingt das nicht vollständig, dann kommt es zu Autoimmunreaktionen. Und genau da liegt die Schwachstelle der CAR-T-Zellen : Diese binden Tumorantigene, Proteine, die bevorzugt in Tumorzellen gebildet werden. Und Fragmente davon werden auf der Außenseite der Zellmembran präsentiert. Im günstigsten Fall sind diese Antigene Tumorspezifisch (TSA), im ungünstigeren Fall nur Tumorassoziiert (TAA), kommen also auch in gesunden Zellen vor. Vorausetzung für die Verwendung von CAR-T ist also das Vorhandensein von präsentierten Tumorantigenfragmenten, deren ständige (!) Präsentation unabhängig vom Zellstadium, welche die Zelle nicht reduziert ("Immune escape") und das Vorhandensein des Tumorantigens in möglichst allen Krebszellen. Natürlich sucht man auch gezielt nach Tumorantigenen mit hoher Immunogenität, damit die Abwehr besser in Gang kommt. Bedauerlicherweise kann man nicht alle geforderten Punkte gleichzeitig erfüllen. Das Verfahren greift also auch gesunde Zellen an. Und natürlich muss der Tumor für die CAR-T-Zellen, die gentechnisch mit einer Bindungsstruktur für ein Tumorantigen scharf gemacht wurden, auch für diese transgenen T-Zellen leicht erreichbar sein. Das klappt bei einem Krebs der weißen Blutkörperchen (B- und T - Lymphozyten, Monocyten, Granulazyten) besonders gut.

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TipTopTap 15.08.2017, 15:28
7. Kosten

@1&2 Es steht im Artikel "mehrere" 100.000 EUR. Je nachdem, welches Fahrzeug Sie pers. fahren kann die Aussage 1-2 Autos nur bedingt zutreffen.

Ansonsten werden sich die Kosten wohl mit der Zeit durch den Skaleneffekt reduzieren und sich den üblichen Behandlungskosten anpassen, wobei man ein gewonnenes Leben niemals in Geld aufwiegen kann und sollte!

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tomwessel85 15.08.2017, 15:52
8.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis man ein System einführen MUSS welches berechnet ob sich eine Therapie noch lohnt und wie viel diese kosten darf. Aufgrund der drohenden Unterfinanzierung in der GKV wird diese die erste sein. Dann ist Schluss mit der künstlichen Hüfte für 85 jährige und Krebstherapien werden nur bezahlt wenn es zumindest Aussicht auf Erfolg gibt. Großbritannien hat sowas schon, das Geheule der Moralisten vor Einführung war unerträglich, aber das muss man aushalten.

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permissiveactionlink 15.08.2017, 16:06
9. #8, tomwessel85

Reden Sie doch nicht so einen Unsinn, gerade über England und künstliche Hüftgelenke ! Zu Ihrer Information : Auf der Isle of Wight erhielt eine 112 ( in Worten einhundertzwölf !) jährige Britin im Jahr 2015 ein künstliches Hüftgelenk. Der Dame, die in ihrer Jugend noch Queen Victoria über den Weg gelaufen war, ging es anschließend bestens, und sie konnte wieder selbst herumspazieren. Also wenn man keine Ahnung hat, einfach mal....

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