Forum: Gesundheit
Erstmals in Deutschland: Zwei Kinder nach Gebärmuttertransplantationen geboren
Petri Oeschger/ Getty Images

In Tübingen sind zwei gesunde Babys auf die Welt gekommen, deren Mütter zuvor eine Uterustransplantation bekommen hatten. Spenderinnen waren in beiden Fällen die jetzigen Großmütter.

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frenchie3 23.05.2019, 15:09
1. Nicht alles was machbar ist

sollte auch umgesetzt werden. Ich bin eher dafür daß die Adoptionsgesetze renoviert werden so daß man sich nicht ein Baby aussuchen muß um es dann endlich als "Teenager" abzuholen. Wenn man sieht wie hoch die Ansprüche an Adoptiveltern sind müßte man bei gleicher Anwendung bei "normalen" Eltern vielen das Kinderkriegen verbieten

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bernd.kaltenhaeuser 23.05.2019, 19:54
2. Und was ist mit der Ethik...

.... bzgl des Kindes, dem die Krankheit der Mutter evtl. weiter vererbt wird?

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frenchie3 23.05.2019, 20:05
3. @2 Das mit der Ethik

können Sie am Besten mit denen diskutieren die auch gegen Vorabtests bei genetischen Erkrankungen sind.

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Bernd.Brincken 23.05.2019, 23:14
4.

Die Geschichte ist - einfach gruselig.

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permissiveactionlink 24.05.2019, 09:03
5. #2, bernd.kaltenhaeuser

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Erbkrankheit auf das Kind übertragen wurde, liegt bei 50 Prozent, unabhängig vom Geschlecht der Kinder. Phänotypisch auffällig sind aber nur betroffene Mädchen. (Die transplantierte Frau hat aber einen Sohn bekommen). Die Erbkrankheit ist autosomal dominant, d.h. dass nur eines von zwei Genen derselben Funktion auf mütterlichem oder väterlichem Chromosom (n i c h t Geschlechtschromosom !) mutiert sein muss, um die Erkrankung bei Töchtern auftreten zu lassen. Da betroffene Frauen auf natürlichem Wege nicht schwanger werden, wird diese Erbkrankheit ausschließlich über betroffene Söhne weitergegeben. Die Mütter der Frauen sind genetisch vollkommen intakt. Das defekte Gen bringen immer die Männer mit ! Dieses Mal war es anders : Das defekte Gen könnte diesmal mit der Eizelle der transplantierten Frau auf den Sohn übertragen worden sein. (Wahrscheinlichkeit 50%) Bei einer Tochter wäre es sogar möglich gewesen, dass das defekte Gen ausnahmsweise doppelt vorliegt, wenn auch der Ehemann dieses mutierte Gen besitzt. Bedauerlicherweise ist weder das betroffene Gen bekannt, noch die spezielle Mutation. Außerdem gibt es auch verschiedene Varianten der Erbkrankheit. Eine Präimplantationsdiagnostik von in vitro fertilisierten Eizellen der Frau ist deshalb bisher unmöglich, so dass beim Nachwuchs dieser Frauen in der Regel eine 50%ige Wahrscheinlichkeit besteht, das defekte Gen zu besitzen und dadurch als Mädchen von der Erbkrankheit betroffen zu sein bzw. sie als Junge zu besitzen und als Mann später weiterzugeben (auf Söhne u n d Töchter).

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Sumerer 24.05.2019, 13:20
6.

Zitat von Bernd.Brincken
Die Geschichte ist - einfach gruselig.
Was soll denn daran gruselig sein?

Unser Körper und Geist sind nur eine vorübergehende Zeit unseres Lebens vollständig oder teilweise funktionsfähig. Und diese teilweise Funktionsfähigkeit wurde durch die Transplantation erweitert.

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tormos 24.05.2019, 13:33
7. @4 „gruselig“

Mit Verlaub, diese Geschichte ist einfach faszinierend. Eine Gebärmutter habe ich nicht, für mich ist es aber eine Bestätigung, als Organspender alles richtig zu machen.

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Sumerer 24.05.2019, 13:37
8.

Zitat von permissiveactionlink
Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Erbkrankheit auf das Kind übertragen wurde, liegt bei 50 Prozent, unabhängig vom Geschlecht der Kinder. Phänotypisch auffällig sind aber nur betroffene Mädchen. (Die transplantierte Frau hat aber einen Sohn bekommen). Die Erbkrankheit ist autosomal dominant, d.h. dass nur eines von zwei Genen derselben Funktion auf mütterlichem oder väterlichem Chromosom (n i c h t Geschlechtschromosom !) mutiert sein muss, um die Erkrankung bei Töchtern auftreten zu lassen. Da betroffene Frauen auf natürlichem Wege nicht schwanger werden, wird diese Erbkrankheit ausschließlich über betroffene Söhne weitergegeben. Die Mütter der Frauen sind genetisch vollkommen intakt. Das defekte Gen bringen immer die Männer mit ! Dieses Mal war es anders : Das defekte Gen könnte diesmal mit der Eizelle der transplantierten Frau auf den Sohn übertragen worden sein. (Wahrscheinlichkeit 50%) Bei einer Tochter wäre es sogar möglich gewesen, dass das defekte Gen ausnahmsweise doppelt vorliegt, wenn auch der Ehemann dieses mutierte Gen besitzt. Bedauerlicherweise ist weder das betroffene Gen bekannt, noch die spezielle Mutation. Außerdem gibt es auch verschiedene Varianten der Erbkrankheit. Eine Präimplantationsdiagnostik von in vitro fertilisierten Eizellen der Frau ist deshalb bisher unmöglich, so dass beim Nachwuchs dieser Frauen in der Regel eine 50%ige Wahrscheinlichkeit besteht, das defekte Gen zu besitzen und dadurch als Mädchen von der Erbkrankheit betroffen zu sein bzw. sie als Junge zu besitzen und als Mann später weiterzugeben (auf Söhne u n d Töchter).
Muss ich mir dies als genetisch bedingten Zellteilungsdefekt (Stammzellen --> Omnipotente Zellen --> Gebärmutterzellen) vorstellen? Also eine fehlerhafte funktionierende Rekombination auf Grund eines GEN-Defektes des Mannes, welcher dann dazu führt, dass die Zellen zur Entwicklung einer Gebärmutter bei einer Frau nicht mehr entstehen?

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permissiveactionlink 24.05.2019, 14:17
9. #8, Sumerer

Nein. Ein Zellteilungsfehler ist nicht involviert. Die betroffenen Frauen (und Männer, die das entsprechende mutierte Gen besitzen) haben einen völlig normalen Chromosomensatz von 46 XX (46 XY). Das unmutierte Genprodukt sorgt irgendwie in geegnet hoher Konzentration für eine störungsfreie Embryonalenwicklung der Vagina und des Uterus, indem die sog. Müller'schen Gänge wie geplant entstehen. Diese Entwicklung ist bei den betroffenen Frauen gestört. Bei Männern verläuft die Entwicklung gesteuert durch das HormonTestosteron, das in den Hoden produziert wird (ein einziges Gen auf dem Y-Chromosom dient als Schalter : TDF Tastis determining factor) völlig anders. Bei Männern fehlen der Vagina und dem Uterus homologe Organe völlig, während andere sich in Vorformen auch bei der Frau finden (insbesondere beim Mann statt Klitoris und Labiae stattdessen Penis, Harnsamenleiter und Scrotum). Deshalb sind Männer gar nicht betroffen, wohl aber Überträger bzw. Konduktoren. Die Erbkrankheit ist möglicherweise auf eine zu geringe Konzentration eines Regulatorproteins in der Embryonalentwicklung der Frau zurückführbar, ein entscheidender Schalter wird dann offenbar nicht aktiviert. Nichts genaues weiß man aber noch nicht !

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