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Erziehung: Wie Kinder ein gesundes Essverhalten lernen
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Nur füttern, bis das Baby satt ist. Nicht bei jedem Quengeln Essen anbieten. Ein paar Regeln können das Essverhalten von Kindern positiv beeinflussen.

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lachina 12.06.2017, 19:12
10. Ich fand es auch immer lustig....

diese Mütter, die mit Buggy , eine Schachtel Kekse, eine Trinkflasche, eine Dose mit Obst, zwei Hörnchen in einer anderen Dose und einer Tüte Haribo losziehen wie zu einer mehrstündigen Expedition - auch wenn sie nur eine halbe Stunde irgendwo hin gehen. Meine Töchter waren es gewohnt, dass unterwegs erst mal nix gegessen oder getrunken wurde - tu ich ja schließlich auch nicht.
Sonstige Ernährungsvorschriften hatte ich nicht, wohl auch, weil sie im Ausland aufgewachsden sind. Sie durtren alles essen, auch Zucker, Pizza und Limonade trinken. Nur - das Essen war meistens gar nicht so interessant, zumindest nicht gegen Aufstehen und Spielen.

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willib55 12.06.2017, 19:26
11.

Zitat von trompetenmann
Das Kind nur stillen, bis es satt ist und füttern, wenn es Hunger hat. Unsere Kinder essen fast alles (außer Spargelspitzen:)) an Obst und Gemüse.
Bei fast alles frag ich mich.: Was ist fast alles?

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ansv 12.06.2017, 20:52
12. Überschrift

Als ich Kind war, wurde ums Essen einfach kein religiöses Theater gemacht. Es gab was es gab und man aß was man mochte, den Rest durfte man stehen lassen. Extrawürste gab es keine. Ich weiß noch, dass ich Tomaten hasste - aber eine Mahlzeit bestand immer aus mehreren Komponenten und ich musste sie daher nie essen. Deshalb mag ich sie heute wahrscheinlich :-)

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anna cotty 12.06.2017, 23:11
13.

Meine vier Kinder waren sehr unterschiedliche Esser; ich hatte einen, der alles ass, was auf den Tisch kam und eine, die fast nichts mochte. Und zwei, die dazwischen lagen.
Niemand musste essen, was auf den Tisch kam; ich wusste, wer was mochte und was gehasst war und habe mit Essensresten vom Vortag so herumjongliert, dass immer jeder was fand, was er mochte. Es gab nur selbstgekochtes und immer Gemuese oder Salat. Die meisten Lieblingsgerichte meiner Kinder waren gesund. Zum Trinken gab es entweder Milch oder Leitungswasser ; Limonade war etwas fuer 'Parties' und Cola gab es gar nicht.
Heute sind meine Kinder zwischen 31 und 40 Jahre alt, alle sind schlank. Keiner hat Allergien und alle kochen gerne und essen heutzutage absolut alles.
Ich glaube, wenn man schon in Kindesalter viele verschiedene Gerichte probieren kann, lernt Gemuese und Obst zu moegen, kann nichts schief laufen. Es ist eigentlich ganz einfach, sich gesund zu ernaehren.

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Chaosfee 13.06.2017, 00:09
14.

Zitat von fahrgast07
Wie manche Eltern ihre Kinder mit Verboten und Zwängen überschütten, kein Wunder dass sie Ess-Störungen entwickeln. Einfach lecker kochen. Mit den Kindern zusammen kochen. Und viel frisch geschnibbeltes Obst und Gemüse servieren. Die essen das dann schon. Unsinn sind Regeln wie, das Kind muss probieren. Ich hab nie(!) erlebt, dass das funktioniert. Warum probieren wir die gegrillte Vogelspinne im Asien-Urlaub nicht? Weil wir fürchten, dass sie nicht schmeckt? Ekeln wird sie uns nach dem Probierzwang genauso. Ekel ist irrational, und wird sicher nicht durch Zwang gelöst.
Je nach Kind werden Sie aber damit rechnen müssen, dass das Obst unangetastet liegen bleibt.
Wenn ich als Kind nur das gegessen hätte, was mir wirklich schmeckt, wäre ich wohl verhungert. Ein großer Probierer war ich nicht.
Unsere Mutter kochte täglich frisch und sehr abwechslungsreich. Extrawürste für uns Kinder gab es nicht. Wir aßen das gleiche wie die Erwachsenen. Es gab nur wenige Ausnahmen, wo ich etwas anderes bekam, weil ich etwas nicht vertrug.
Probieren war Pflicht. Wenn es nicht sonderlich schmeckte, musste zumindest der halbe Teller geleert werden, damit der Hunger gestillt war. Die Rezepte wurden dann auch noch nachgebessert.
Alternativen zum Mittagessen gab es nicht. Und wenn eine angemessene Menge nicht gegessen wurde, gab es auch keinen Nachtisch.
Durch diese täglichen kleinen Probier-Schubser lernt man die verschiedenen Aromen kennen, die einem sonst entgangen wären, wenn man kein großer Probierer ist.
Heute esse ich fast alles und das mit Genuss und ich probiere gern auch Neues. Dieser "Zwang" in der Kindheit hat mir also nicht geschadet.

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Newspeak 13.06.2017, 04:35
15.

Zitat von mol1969
Und das ist genau das Problem. Ich habe als Kind vieles nicht gemocht, die allermeisten Gemüsesorten und selbst Kartoffeln in Form von Salz- oder Pellkartoffeln mochte ich nicht. Die Vorgehensweise meiner Eltern war einfach und konsequent: Ich wurde zwar nicht gezwungen, etwas zu essen, aber ich bekam stattdessen eben auch keine Alternative. Heißt, wenn es zum Beispiel Spinat mit Salzkartoffeln und Spiegelei gab, hatte ich die Wahl, das nicht gemochte zu essen oder eben hungrig vom Tisch aufzustehen. Ausnahmen gab es für 2-3 Gerichte, die mir wirklich absolut verhasst waren. Da gab es dann für mich etwas anderes. Das wurde aber wirklich sehr sparsam dosiert, meine Mutter wusste genau, vor was ich mich wirklich ekle und was mir einfach nicht besonders schmeckt. Das gehört nämlich auch zum Leben mit dazu - Kompromisse einzugehen. Vor sauren Nieren ekle ich mich heute noch. Aber im Alltag als Erwachsener kann ich mich ja auch nicht nur von Fischstäbchen mit Pommes und Ketchup ernähren. Jeder Erwachsene ißt ja auch viele Dinge, die er nicht besonders mag. Das ist ja noch lange kein Ekel. Übrigens: Heute, als Erwachsener, esse ich fast alles. Neben den erwähnten Innereien gibt es nicht viel, was ich stehenlassen würde.
So kenne ich das auch. Ich habe als Kind ständig Sachen essen "müssen", weil es keine Alternative gab, und man gewöhnt sich daran, man isst dann eben nur so viel, wie man Hunger hat. Heute esse ich fast alle Dinge, und manche sogar liebend gerne, die ich damals eher verschmäht habe. Trotzdem ist auch das kein Garant für gesundes Essen oder stabiles Körpergewicht. Denn ein Grund, warum Kinder trotz gesundem Essen so dick werden, ist nicht nur die Éssensmenge, sondern der Trend, Limonade rund um die Uhr zu trinken, als Durstlöscher, oder "gesünder" Saft. Dabei enthält der auch Unmengen an Zucker. Pures Wasser, das wäre gut, und gesund, aber die Erkenntnis kommt manchmal schon zu spät.

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Miere 13.06.2017, 04:54
16. Achja, diese wunderbaren Ernährungstipps!

Ich musste ja damals, wie wohl alle Kinder meiner Generation, viel Spinat essen. Ich hätte liebend gern Salat gegessen, oder Blumenkohl, Radieschen, Karotten oder Brokkoli. Nein, Spinat musste es sein. Bis ich ihn vor allen Leuten im Restaurant auf den Teller erbrochen habe weil das Zeug so ekelhaft und faserig war dass ich den Würgreiz nicht unterdrücken konnte.
Mir ist noch kein Kind begegnet, das weder Tomaten noch Mohrrüben mochte. Wo soll das Problem sein, Kindern Gemüse einzuhelfen? Ich begreife es einfach nicht. Solange man halt nicht drauf besteht, dass es ein ganz bestimmtes Gemüse sein muss, auf ganz bestimmte Weise gekocht.

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Alfons Emsig 13.06.2017, 05:57
17. Abwechslung und Beharrlichkeit

Es gibt bei uns immer Phasen, wo die Kinder mal sehr abwechslungsreich und eher Gemüse-lastig essen, dann sind es phasenweise nur noch Kohlenhydrate, dann wieder nur Fleisch und Fisch - offenbar verlangt der Organismus mal dieses und mal jenes. Das wichtigste ist, auch eher weniger gefragte Gerichte immer wieder neu anzubieten, auch mal zu variieren und niemals aufzugeben, bloß weil das Kind etwas momentan nicht mag. Essenziell ist aber, dass die Eltern mit gutem Beispiel voran gehen. BTW enthält auch Obst jede Menge Zucker und Säure und ist daher beileibe kein Allheilmittel.

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Evo 13.06.2017, 09:20
18. Kinder sind zu unterschiedlich ...

... um allgemeine Regeln anzubieten. Unser Sohn ist ein totaler Probiermuffel. Er verweigert wirklich jedes frische Gemüse (egal wie oft ich ihm das Zeug mit genussvollem Seufzen voresse), außer Banane jedes Obst. In der Kita wird durch den Gruppenzwang das meiste gekochte zumindest einigermaßen gegessen.
Ansonsten ernährt sich das Kind von Nudeln, Brot (trocken) und Joghurt. Zum Glück scheint diese Phase langsam vorbei zu gehen. Er wollte letztens bei Papa Pizza mitessen und war ganz begeistert. Seit er Littlefoot kennt, sind "Dino"schnitzel großes Kino (wir verkaufen ihm auch das unpanierte Putenschnitzel als solches). Ei ist auch sehr beliebt, besonders wenn man es klauen kann. Obst bekommen wir nur als Quetschi in ihn rein.
Ich habe mittlerweile aufgegeben mich zu stressen. Er ist gesund und munter. Er wird auch groß, ohne dass ich ihn mit Gemüse bombadiere.

Mein Bruder ist überigens mit Nutellabrot, Salamistulle und Nudeln groß geworden. Heute kocht er mit Vorliebe ausgefallene Sachen.

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sammilch 13.06.2017, 09:46
19.

Zitat von Miere
Mir ist noch kein Kind begegnet, das weder Tomaten noch Mohrrüben mochte. Wo soll das Problem sein, Kindern Gemüse einzuhelfen? Ich begreife es einfach nicht. Solange man halt nicht drauf besteht, dass es ein ganz bestimmtes Gemüse sein muss, auf ganz bestimmte Weise gekocht.
Ich mochte kein Gemüse als Kind. Gar keines.
Weil ich schon in der Krippe/ im Kindergarten gezwungen wurde das zu essen.
Wegschmeissen gabs damals nicht.

Wir waren aber so pfiffig und haben das Gemüse (es gab mehrere Kinder die das nicht mochten) unauffällig aus dem Fenster entsorgt- das ging ein paar Mal gut, bis sich einer dabei hat erwischen lassen. Ab da an mussten wir teilweise bis zu dem Zeitpunkt vor dem kalten Essen sitzen bis uns die Mütter abgeholt haben.


Habe erst als Erwachsener wieder mit Gemüse angefangen.
Sie sehen: das gibt es. Menschen sind unterschiedlich.

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