Forum: Gesundheit
Ex-160-Kilo-Mann: "Gratulation! Aber ich wette, in zwei Jahren bist du wieder fett."
Michael Klotzbier

Micha Klotzbier hat es geschafft. Der ehemalige 160-Kilo-Mann absolvierte den Berlin-Marathon. Was nun? Sein Trainer Piet Könnicke muss fiesen Kommentaren recht geben: Noch sind die alten Gewohnheiten nicht besiegt. Ein offener Brief.

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fundador 21.10.2016, 16:10
1. Jetz' is' ma' gut

Wer von 160 kg kommt, ist mit 110 kg erst mal gut bedient - man sollte es mit dem Ehrgeiz nicht übertreiben. Wenn er bei 110 kg bleibt, kann er erst mal ganz zufrieden sein - wozu so ein Marathonlauf alles gut sein kann!

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tafelsilber 21.10.2016, 16:33
2.

Verehrter Trainer, angesichts solcher überheblichkeit und selbstgerechtigkeit kommt mir der Brechdurchfall. Auch wenn die Kernaussage (Binsenweisheit) stimmt.
Beste grüsse. BMI 20 (also kein hasserfüllter Übergewichtiger...)

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Tr1umph 21.10.2016, 18:10
3.

"Ich habe dich oft gefragt: Wofür? Dafür, dass du dich gesünder ernährst und inzwischen auch überlegst, was du isst? Dass du dich mehr bewegst und Sport treibst? Dass du nicht nur auf der Couch rumhängst und Chips futterst? Für mich sind das Selbstverständlichkeiten."

Für andere Leute ist hingegen soziale Intelligenz eine Selbstverständlichkeit. Der Herr Kotzbier hat es von 160kg auf 110kg geschafft und ist jetzt sogar seinen Marathon gelaufen. Mir scheint, als wäre ihr Weg hin zu dieser sozialen Intelligenz ein weiterer Weg. Wann fangen Sie an?

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jujo 21.10.2016, 19:09
4. ...

Ich hatte 2000 ein Gewicht von 115 kg bei 1,83cm Größe.
angefangen zu joggen, nach Programm, mit langsamer Steigerung. nach 3 Monaten konnte ich unsere Runde 11km in einer Stunde locker laufen und mich dabei unterhalten. Nach 6 Monaten war ich bei 90kg. nach einem Jahr mußte ich das laufen aufgeben, die Achillessehne machte nicht mit, seitdem walken und schwimmen.
Seitdem ein ständiges auf und ab. da ich nun mal gerne esse und trinke komme ich im Jahresrythmus auf über 100 kg, dann ziehe ich die Notbremse, kein Alkohol, keine Kohlehydrate, bis ich wieder bei 95 bin. dann beginnt das Spiel von vorne. Ich fühle mich gut dabei.

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carrion 21.10.2016, 19:48
5. wut?

Ich habe den Hype um den Herrn Klotzbier ja bislang nur oberflächlich verfolgt, aber ich bin ein wenig über die Arroganz dieses "offenen Briefs" erschreckt. Ich muss mich ebenfalls nicht anstrengen, um schlank zu bleiben. Halt glückliche Kombination von Genen und Lebensumständen. Sport betreibe ich zur Instandhaltung, Marathon würde ich mir niemals antun. Ich habe größten Respekt vor jemanden, der es schafft seine Dämonen zu zähmen und sich freiwillig die Tortur anzutun. Kann man als langjähriger Junkie von Schmerz-Endorphinen sicherlich nur schwer nachvollziehen, was ja auch genauso im Artikel anklingt. Das macht das Geschreibsel an sich aber nicht weniger ekelhaft.

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Esreicht 21.10.2016, 20:43
6. Klasse Leistung von Micha und Trainer...

...da darf man nur gratulieren und Piet 100% zustimmen. Ich finde ansonsten anmassende und besserwisserische Kommentare angesichts zu geringer Kenntnis der exakten Situation für angebracht. Weiter so und, ja, der Kampf gegen den Jojoeffekt hat gerade erst begonnen !

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3daniel 21.10.2016, 21:24
7. Habe auch abgenommen

da meine Knie nicht mehr so wollen wie ich. Ich bin der festen Überzeugung das das Gewicht genetisch verankert ist. Als ich um die 105kg gewogen habe, konnte ich so viel essen wie ich wollte und habe nicht zugenommen jetzt ist es eine Beschränkung auf Lebenszeit. Das sollte jedem bewusst sein, insofern hat sein Trainer recht. Wenn Herr Klotzbier jetzt nachlässt ist er schneller wieder fett als er denkt.

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ArmeOhren 21.10.2016, 22:36
8.

Zitat von 3daniel
Ich bin der festen Überzeugung das das Gewicht genetisch verankert ist. Als ich um die 105kg gewogen habe, konnte ich so viel essen wie ich wollte und habe nicht zugenommen jetzt ist es eine Beschränkung auf Lebenszeit. Das sollte jedem bewusst sein, insofern hat sein Trainer recht. Wenn Herr Klotzbier jetzt nachlässt ist er schneller wieder fett als er denkt.
Wenn meine Kenntnisse auf dem Gebiet noch aktuell sind, werden Gewicht und Körperbau durch genetische Faktoren mitbestimmt. Von einer "Verankerung" kann man (bis auf einige Ausnahmen) aber nicht sprechen. Tatsächlich scheint es aber so etwas wie einen (relativ) festgelegten "Sollwert" des Körpers zu geben, einen bestimmten Gewichts- oder Körperfettanteilbereich, den man vergleichsweise leicht halten kann und zu dem man nach vorübergehenden Schwankungen relativ schnell wieder zurückkehrt (aus beiden Richtungen) Das erklärt sowohl den Jojo-Effekt, wie auch die Beobachtung, dass man für eine Weile sehr erfolgreich und leicht abnimmt und es dann plötzlich ab einem gewissen Punkt sehr viel mühsamer wird. Dieser Sollwert scheint aber eher durch Prägung in jungen Jahren und durch langfristige Gewohnheit bestimmt zu sein - will heißen, es ist nicht unmöglich, ihn zu verstellen, dauert aber sehr sehr lange (mehrere Jahre). Und bis es soweit ist, muss man immer eine gewisse Energie und Anspannung aufbringen, um gegen eine Rückkehr anzukämpfen. Und der Trainer hat völlig recht, wenn er sagt, dass eigentlich jetzt, wo die Action, die Kette von Triumphen und der Unterhaltungswert der Entbehrungen wegfallen und kein ultimatives Ziel mehr am Ende steht, für das man die Zähne zusammen beißt, eine mindestens ebenso schwierige und gefährliche Zeit beginnt. Essen ist immer auch Entertainment, Tröstung, Belohnung. Solange das Sport- und Diätprogramm als Ersatzdroge dient und diese Bedürfnisse befriedigt, ist es viel leichter über sich selbst hinauszuwachsen, als wenn es nur darum geht, den Status quo zu halten.
Ich versteh auch die Anfeindungen an den Trainer hier nicht. Er macht seinen Job, und offenbar macht er ihn gut. Und auch der Brief, finde ich, geht voll in Ordnung.

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mvvcyclist 22.10.2016, 00:12
9. Hut ab!

Mit grossem Interesse habe Michael's Projekt verfolgt und gratuliere ihm zu seinem Erfolg! Ich habe ähnliches "durchgemacht". Nächstes Jahr kommt mein 10. Marathon, im November der 50, oder 60. Halbmarathon in ugf 12 Jahren. ... und ich stimme Piet total zu: die groesste Herausforderung kommt nach dem Anfangserfolg. Eine nachhaltige Anpassung der Lebensweise ist unheimlich wichtig und Schlüssel zum langfristigen Erfolg! Das soll nicht heissen, dass ich nicht mal ne Tafel "Ritter Sport" oder'n Bierchen geniesse - oder zwei - halt alles in Maßen (nicht das Biermaß ;-) ).
Wie ich Michael im Verlauf seiner Story "kennengelernt" habe, denke ich aber, dass er einen eisernen Willen hat und weiss, was er vor sich hat! Michael, ich drücke Dir die Daumen, dass Du auch trotz ein paar Bierchen oder B-Wuerstchen (hin und wieder) Dein Ziel nicht aus den Augen verlierst: nach dem fit werden fit zu bleiben!!! Alles Gute, ein ehemaliger(!) "Leidensgenosse" ...

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