Forum: Gesundheit
Ex-Homöopathin: Was haben Sie gegen Alternativmedizin, Frau Grams?
Michael Hudler

"Wer behauptet zu heilen, muss das auch belegen": Die frühere Homöopathin Natalie Grams hat ein Buch über das Gesundheitssystem geschrieben. Hier erklärt sie, warum Bachblüten nicht helfen - und was Ärzte vom Erfolg der Alternativmedizin lernen sollten.

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merrailno 13.10.2017, 12:07
30. Homöopathie

Zitat von blubbi-blupp
Die negative Meinung und ablehnende Haltung des Spiegels zur Homöopathie ist hinlänglich bekannt. Auffallend ist, dass bei Euch die Vertreter intelligenter Gegenargumente nie zu Wort kommt.
ist Schwachsinn! Es gibt keine intelligenten Argumente für Homöopathie. Allein der Grundgedanke, eine Erkrankung dadurch zu heilen das Stoffe die die gleichen Symptome erzeugen in einer Verdünnung das der Stoff nicht mehr nachweisbar ist, demnach noch nichtmal die Symptome erzeugen kann, eine Heilung, Linderung ermöglichen ist an Dummheit nicht zu überbieten.

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CastroSempre 13.10.2017, 12:07
31. Dienstvertrag nicht Werkvertrag

Zitat von varlex
Auch die Vertragsfreiheit ist eingeschränkt. Sittenwidrige oder falsche Versprechungen sind strafbar bzw. die Verträge sind dann ungültig.
Genau wie in der Schulmedizin verspricht der Heilpraktiker keinen Erfolg. An dem Vertrag ist nichts sittenwidrig.

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syracusa 13.10.2017, 12:08
32.

Zitat von Ford Prefekt
Schön und gut, wenn man es dann auch so nennt. Wobei immer das Dilemma bleibt, dass der Placeboeffekt durchaus sinkt, wenn man davon weiß.
Nein, das ist nicht der Fall. Dieser Behauptung liegt die vollkommen irrige Annahme zugrunde, dass der Mensch v.a. ein vernunftgesteuertes Wesen sei. Das ist er mitnichten.

Der Placeboeffekt funktioniert über das Unbewusste. Deshalb wird er auch kein Fitzelchen dadurch beeinflusst, ob dem Patienten bewusst ist, dass da kein physiologischer Wirkzusammenhang bestehen kann. Der Placeboeffekt existiert, weil der Mensch ein soziales Wesen ist, weil Riten der Kitt des sozialen Zusammenhalts sind, und weil rituelle soziale Zuwendung dem Patienten zeigt, dass er ein wertvolles Mitglied des Sozialwesens ist, was ihn wiederum unbewusst dahin drängt, dem Sozialwesen wirklich ein nützliches Mitglied zu sein.

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CastroSempre 13.10.2017, 12:14
33.

Zitat von Ford Prefekt
Schön und gut, wenn man es dann auch so nennt. Wobei immer das Dilemma bleibt, dass der Placeboeffekt durchaus sinkt, wenn man davon weiß. Das Hauptproblem, um das es hier geht ist aber, dass Homöopathie, Heilpraktik und Co. einfach behaupten, "direkt" zu heilen. Ohne jede Evidenzanstrengungen (Anekdoten sind keine Evidenz hierfür).
Die evidenzbasierten Medizin ist nur aussagekräftig wenn sich die Ursachen und Symptome einer Erkrankung verallgemeinern lassen. Je mehr individuelle Unterschiede eine Rolle spielen, um so weniger Aussagekraft haben die Ergebnisse.
Ich sehe beispielsweise nicht, wie sich Medikamente gegen Depressionen sinnvoll evidenzbasiert prüfen lassen. Da wird massiv die Auswahl der Probanden zurechtgelegt um einen Vorsprung vor Placebos zu kriegen. Da gibt es Aussagen wie, „wenn es von selbst verschwindet, ist es keine schwere Depressionˋ von Professoren.
In vielen Bereichen ist auch die Schulmedizin nicht streng naturwissenschaftlich begründet. Dies wird auch noch lange so bleiben, da wir nur wenig über die komplexen Systeme im menschlichen Organismus wissen.

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leo19 13.10.2017, 12:17
34. Da wird vieles vermischt, um ein Buch vollzukriegen.

Die Heilpraktiker sind schon ein spezielles Problem. Da hat der Gesetzgeber versagt. Aber die verschiedenen Heilmethoden in Bausch und Bogen zu verdammen, dafür ist die Autorin nicht qualifiziert.

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masc74 13.10.2017, 12:20
35. Danke für den Artikel!

Ihr Interview räumt endlich mit dem Vorurteil auf, dass die Ablehnung von unverantwortlichem Hokuspokus wie z.B. Homöopathie zwangläufig "mehr Medikamente" bedeuten muss. Heilung von Krankheit ist ein komplexer Prozess, den der Körper oft auch gut alleine schafft, wenn man ihn z.B. durch Ruhe unterstützt. Medikamente, Operationen etc. können, müssen aber nicht immer eingesetzt werden. Auch beim sog. Schulmediziner hat der Patient ja immer die Wahl, eine Therapie anzunehmen oder nicht. Aber dort erhält er, im Unterschied zu "Spezialisten" wie Homöopathen, TCM o.ä., hoffentlich eine wissenschaftlich abgesicherte Diagnose, mit einer dann fundierten Einschätzung, ob die Krankheit ernsthaft behandlungsbedürftig ist oder nicht und welche Wege es zur Heilung gibt.

Dabei behaupte ich nicht, dass da nicht auch gern mal was schief geht, das ist dann aber ein Kunstfehler und nicht systemimmanenter Schwachsinn wie bei den Alternativ"medizinern". Deren "medizinische" Anwendungen als evident unwirksam abzulehnen heißt ja nicht, nicht auch für Reformen in der etablierten Medizin einzutreten, die den Nutzen für den Patienten verbessern. Hierzu gehört für mich durchaus, dass der Arzt sich mehr Zeit nimmt, besser zu diagnostizieren und die Diagnose zu erklären und die Vor- und Nachteile verschiedener Therapien (oder auch z.B. einfach mal nichts weiter zu unternehmen) darzustellen. Nur dies kann ein studierter Mediziner, der seinen Beruf auf Grundlage von Wissenschaft ausübt, einfach besser als jemand, der esoterische und nachgewiesen unsinnige Theorien zur Grundlage seines Handelns macht und unwirksame Mittelchen oder Anwendungen nutzt.

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howard_phillips 13.10.2017, 12:22
36. Eigene Erfahrung

Meine Frau hat im Falle ihrer schweren Allergien mit Bio-Resonanz-Therapie ein wirksames Mittel gefunden welches IHR in dem Fall geholfen hat. Sie kam an einen Punkt, an dem sie eigentlich bereit war fast alles auszuprobieren nachdem sie von min. fünf Allergologen keine Hilfe bekam. (teilweise Diagnosen ohne Untersuchung und Sätze wie "Stellen Sie sich nicht so an, andere sind schlimmer dran!") Aus rückblickender Betrachtung sind wir uns allerdings einig, dass ihre Beschwerden hauptsächlich psychologische Ursachen hatten, welche durch Beruf und familiäre Probleme ausgelöst waren. Die Heilpraktikerin, war aber nach Aussage meiner Frau die erste, welche ihr vermittelt hat:" Ich höre Dir zu und ich nehme dich und deine Beschwerden ernst!" Genau da liegt das Problem bei vielen Ärzten. Das Gefühl vom Arzt abgekanzelt und nicht ernst genommen zu werden hat die Probleme, durch das Gefühl Hilfe sei nicht möglich, nur noch verstärkt. Ich denke das Beispiel mit den Rückenschmerzen, am Ende des Artikels ist ähnlich gelagert.

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frankfurtbeat 13.10.2017, 12:22
37. wer ...

wer der Meinung ist, das die klassische Schulmedizin das non-plus-ultra wäre der irrt meines Erachtens. Zu oft wird medikamentös versucht die Symptome zu beseitigen - eine Ursachenbekämpfung findet nicht oder aber nur selten statt. Betrachtet man die Erfolge in der Psychologie, Onkologie etc. stellt sich die Frage inwieweit tatsächlich eine breite Chance auf Heilung bzw. Usachenbekämpfung heutzutage schon möglich ist. Sicherlich werden hochpreisige Medikamente in margeninteressanten Bereichen entwickelt ... Bereiche mit geringen Gewinnaussichten dagegen werden eher vernachlässigt.

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ernst b. 13.10.2017, 12:23
38. Überweisung zu Dr. Paul Feyerabend bitte.

Ob Naturheilkunde etwas bringt oder nicht, möchte ich mal dahingestellt lassen. Wie aber kommt es, dass ein homöopatischer Heilbutt plötzlich zum bissigen Pyrannia wird? Sie hat Ihr Abitur, hat studiert (nun viel wissenschaftliche Methodik hat sie da nicht lernen können, weil Ärzte auch keine Wissenschaftler sein müssen) und wurde Ärztin. Und dann verlief Sie sich heilkundlich intellektuell? All die kritischen Hinweise, die die heute mantrahaft rezitiert, gab es schon, als sie noch in der Untersekunda war. Sie sollte vielleicht Paul Feyerabend zur Intellektuellen Entspannung lesen, um einen lockeren Blick für naturwissenschaftliche Methodik zu bekommen. Sehr verkrampft, diese Dame. Nicht sehr beweglich.

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Indigo76 13.10.2017, 12:26
39.

Zitat von ebmarzt
Das ist bei Ärzten nicht anders als bei KFZ Mechanikern oder Richtern. Danke, dass der Spiegel dieser Frau eine Stimme gibt.
Sehr gute Beispiele. Wenn ich bei meinem Auto kaputte Bremsen habe und zu einer KFZ-Werkstatt gehe, dann würde ich ziemlich belämmert schauen, wenn der versucht mein Gefährt "gesund zu beten". Und auch ein Benzin-Wasser-Gemisch 1:1.000.000.000 in den Tank wird nicht helfen. Wann werden diese Scharlatane endlich alle angezeigt und verhaftet?

Und natürlich kam auch hier schon das Placebo-Argument, dass nach neuesten Untersuchungen tatächlich selbst dann wirken kann, wenn das Opfer weiß, dass ihm ein Placebo verabreicht wird. Aber zu diesem Thema gibt es bereits massig Studien, dass es einfach hilfreich ist, mit den Kranken zu reden. Das allein hilft schon. (Das ist auch der Grund, warum Homöopathie bei Tieren hilft. Die Tiere spüren, dass da jemand ist, der ihnen helfen will - und das reicht)

Ich kann mich auch in den Regen stellen und solange hüpfen, bis es aufhört zu regnen. Das wird absolut jedes mal funktionieren (irgendwann hört es immer auf zu regnen) Aber mein Hüpfen hat trotzdem nicht dafür gesorgt.

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