Forum: Gesundheit
Fäkalientransplantation: Mediziner streiten um heilsamen Stuhl
Corbis

Im Kampf gegen Durchfall pflanzen Ärzte Patienten die Darmbakterien gesunder Spender ein. Jetzt fordern sie, dass die erfolgreiche Methode in Deutschland endlich zugelassen wird.

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GoBenn 20.02.2014, 10:52
10.

Zitat von skroete
Zum Teil weiß man ja schon welche die "guten" Darmbakterien sind. Warum setzt man diese nicht gezielt ein? Im Regelfall sind Darmbakterien sehr leicht außerhalb vom Körper zu vermehren und dann wäre die Hygienedebatte hinfällig. Dürfte auch preiswerter sein. Aber vermutlich ist es doch nicht so einfach und es wird zur Heilung tatsächlich die gesamte Bakteriengemeinschaft benötigt bzw. es sind an der Heilung bisher unbekannte Bakterien beteiligt.
Vor ein paar Wochen gab es in der New York Times dazu einige Berichte. Man kennt bislang wohl nur einen Bruchteil der im Darm befindlichen Bakterien - und wie Sie vermuten: Es ist wohl der Mix oder ein, zwei, drei unbekannte.
Wenn man erstmal den Schauder überwunden hat, ist das Thema hochinteressant, weil es so verblüffende Ergebnisse zeigt. Und z.B. Menschen mit Coll. ulc., die schon einige OPs hatten, helfen kann. In den Leserkommentaren der NYT berichteten auch ein paar Leute von Selbsttherapie innerhalb der Familie. Wer wirklich sehr, sehr schwer erkrankt ist, macht das halt. Erfahrungswissenschaft at its best.

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7eggert 20.02.2014, 10:54
11.

Zitat von auweia
Es hieß doch früher: "Wer heilt, hat Recht." Wenn die Zufuhr nach allen angelegten Kriterien erwiesenermaßen gut für die Mehrzahl der Patienten ist, warum dann nicht zulassen? Anwälten und Versicherungen wird hier zuviel Macht eingeräumt. Nieder mit den fachfremden Bedenkenträgern.
Weil die Herren sich nicht einigen können, ob das Produkt nun Sch* oder Kot heißen soll. Und bis solche wichtigen Dinge geklärt sind, darf der Patient nicht gesund werden, das verstößt gegen den amtlichen Ablauf.

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roflem 20.02.2014, 10:55
12. Nix neues

Wer sich mal beim Asienaufenthalt eine der beliebten Darmkrankheiten geholt hat, wird die Wiederansiedlung mit Darmbakterien kennengelernt haben. Für mich eine absolut sinnvolle und schlüssige Therapie. Leider gibt es die wirkunsvollen kleinen Lebewesen bei uns kaum in der Apotheke! In südlichen Ländern jederzeit. Nach jeder Antibiotika Behandlung absolute Pflicht.

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caligus 20.02.2014, 11:07
13. Der Erfolg ist entscheidend

"Eine Spende enthält tausend Arten von Bakterien, von denen 600 noch unbekannt sind. Wir haben keine Ahnung, was diese Lebewesen machen"

Es ist völlig unerheblich, ob man im Einzelnen weiß, was diese Lebewesen bewirken. Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Medikament ist, dass diese Lebewesen aus einem gesunden Menschen entnommen wurden, und deshalb nicht so schlecht sein können.

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KPunkt 20.02.2014, 11:53
14. Das ist so

Zitat von caligus
Es ist völlig unerheblich, ob man im Einzelnen weiß, was diese Lebewesen bewirken. Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Medikament ist, dass diese Lebewesen aus einem gesunden Menschen entnommen wurden, und deshalb nicht so schlecht sein können.
nicht ganz richtig.
Auch völlig gesunde Menschen sind von pathogenen Keimen besiedelt, es ist nur die Frage, ob diese Keime sich durchsetzen können oder nicht.

Lassen Sie einfach nur mal eine Abklatschprobe von Ihrer Hand machen, Sie würden staunen, was sich da alles rumtummelt.

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hannibalsmith92 20.02.2014, 13:29
15. Das wird die Ärtze aber nicht freuen

..., denn dann können sie Niemandem mehr ihre Pillen verkaufen und müssen auf die Boni ihrer Pharmakonzerne verzichten!

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FXRichter 20.02.2014, 13:39
16. Ayurveda

Sicher kann man bald auch Darmfloraspenden von Vegetariern beziehen?

Gibt es auch Hoffnung für Übergewichtige, die mit Kuchen und Kaffee ihre Darmflora versaue(r)n?

(Das von Schulmedizinern lächerlich gemachte Konzept der "Übersäuerung" lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man die Zusammensetzung der Darmflora als Resultat der Ernährung versteht.)

Wir stehen vor dem Jahrhundert der Darmflora-Medizin. Eine große Rolle wird das System des Ayurveda spielen. Denn es hat von jeher Ernährung als Medizin betrachtet und Gesundheit als komplexes Gelichgewicht. Es gibt dort auch das Konzept des "Okasatmya": das, was man von Kindheit an gewöhnt ist, tut einem gut. Ein Kinderarzt erzählte mir letztens, dass in seiner Klinik Kinder nach Antibiotika-Kuren ihre Darmflora wieder aufgebaut bekommen, indem sie u.a. Apfelstückchen essen, die schon etwas an der Luft gelegen haben. Bei einem japanischen Kind funktionierte das aber nicht - bis ma darauf kam, ihm Reis zu geben, der auch schon etwas abgestanden war.

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TLR9 20.02.2014, 14:17
17.

Zitat von FXRichter
Wir stehen vor dem Jahrhundert der Darmflora-Medizin.
Sie haben damit vollkommen Recht. Das interessante ist jedoch, wie Darmbakterien in unserem Darm toleriert werden, ohne dass unser Immunsystem rebelliert.

In Versuche zur polymikrobiellen Sepsis durch Darmbakterien stellte sich heraus, dass ein Mausstamm überhaupt keine coliformen Bakterien besaß. Setzt mein gesundes Tier dieses Mausstamms mit einem gesunden Tier, dass u.a. coliforme Bakterien besitzt, zusammen, dann erkrankt diese Maus.

Das Prinzip der Transplatation bzw. besser Implantation von Darmbakterien von einer Maus zur anderen scheint demnach nicht so trivial zu sein.

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fritzstark 20.02.2014, 14:40
18. L-Casei

Wenn es mir zu dünn wird, trinke ich täglich 1 l Wasser um die Magensäure zu verdünnen und esse dann 2 Joghurt mit l-Casei Kulturen. Dann stabilisiert es sich in wenigen Tagen

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5Pfennig 20.02.2014, 16:15
19. So einfach ist das nicht.

Zitat von caligus
"Eine Spende enthält tausend Arten von Bakterien, von denen 600 noch unbekannt sind. Wir haben keine Ahnung, was diese Lebewesen machen" Es ist völlig unerheblich, ob man im Einzelnen weiß, was diese Lebewesen bewirken. Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Medikament ist, dass diese Lebewesen aus einem gesunden Menschen entnommen wurden, und deshalb nicht so schlecht sein können.
Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Darmflora eines Menschen etwas Individuelles ist. Das würde bedeuten, dass ich, sowenig wie ich die Blutspende jedes gesunden Menschen vertragen würde, auch nicht jede Darmfloraspende in Frage kommt bzw. komplikationslos funktioniert.

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