Forum: Gesundheit
Familienpflegezeit: Wer pflegt, verliert
DPA

Lohnersatz bei akutem Pflegebedarf von Angehörigen und Auszeit aus dem Job: So will ein Gesetz die Pflege von Angehörigen ab 2015 erleichtern. Doch die Regelung hat Schwachstellen und schließt viele Arbeitnehmer aus.

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abby_thur 06.01.2015, 09:45
40. Oha

Zitat von pekaef
Die kommen im Gesetzentwurf gar nicht vor. Nehmen wir als Beispiel einen Literaturübersetzer mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 13.000 EUR: Der kann selber schauen, wie er zurechtkommt. Im Grunde geht es hier wie bei allen Förderungen des Bundes um reine Wirtschaftsförderung. Punkt.
Mit 13.000€ Jahreseinkommen wäre es besser ALG 2 zu beantragen, zu Hause zu bleiben und sich ganz um die Pflege zu kümmern.

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abby_thur 06.01.2015, 09:48
41. Hm.

Zitat von Bakturs
Ja, dies sehe ich ebenso. Während der 08/15-Bürger den Staat finanziert, können die internationalen Großkonzerne sich um ihre Steuerschuld drücken. Dies ist aber ein anderes Thema. Feuerwerk: Jeder sollte selbst so viel Hirn haben zu wissen, wie er sein Geld am besten verpulvert. Er sollte dann aber auch nicht beim Staat angejammert kommen, wenn es an anderer Stelle nicht reicht.
Wenn man bedenkt, dass Disney in Europa letztes Jahr 1 Milliarde Euro Umsatz gemacht hat, aber insgesamt nur 200.000€ Steuern zahlte, weiss man doch, wo man ansetzen muss.

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vaclav.havel 17.07.2015, 12:46
42. Die schlechtere Pflege wird am meisten subventioniert

Ich las vor einiger Zeit mal von einer Studie, in der festgestellt wurde, dass die häusliche, familiäre Pflege für den Pflegebedürftigen die „gesündere“ Variante ist, medizinisch und bezüglich der durchschnittlichen Lebenserwartung. Im allgemeinen interpretiert man dies sehr einseitig in Richtung von unterstellten psychologischen Effekten, die mit der Beibehaltung des bisherigen Umfelds verbunden sind. Das erklärt aber nicht wirklich die Tatsache, dass das Fortschreiten der Erkrankung zu Hause im Schnitt langsamer von statten geht als in einem Pflegeheim.

Der tatsächliche und auch wirksame Unterschied ist der, dass für einen pflegenden Angehörigen die Interessen des Anvertrauten deutlich im Vordergrund stehen und bei einer Fremdpflege dies nicht zwingend der Fall ist. Bei Fremdpflege stehen unter anderem die wirtschaftlichen Interessen des Pflegeheims bzw. des Pflegedienst eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Diese stehen nicht selten im Konflikt mit den gesundheitlichen und auch sonstigen Interessen des Pflegebedürftigen. Das fängt schon mal damit an, dass sedierende Medikamente bei häuslicher Pflege in nicht dem selben Maße gegeben werden, während man in Pflegeheimen die Neigung hat, die entsprechende Dosis zu erhöhen (um nicht so viel Arbeit mit dem Pflegebedürftigen) zu haben.

Die Pflegekassen zahlen je mehr Geld, desto schlechter die Pflege ist, könnte man überspitzt sagen.

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