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Fehlgeburten: Der schmerzhafte Abschied vom ungeborenen Kind
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Grade zu Beginn einer Schwangerschaft kommt es häufig zu Fehlgeburten. Viele Frauen belastet der Verlust extrem. Oft fühlen sie sich damit alleingelassen. Traumatherapien können helfen, den Schmerz zu überwinden.

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sipi 24.02.2015, 11:07
1. Mutter Natur

Ich hatte schon 2 Fehlgeburten. Bei dem einen hat sich ausser der Fruchtblase spaeter nichts weiter entwickelt und beim anderen hat das Herz aufgehört zu schlagen .
Ich glaube an Gott und ıch glaube daran dann alles was passiert aus einem bestimmten Grund passiert. Mutter Natur schützt dich indem es verhindert krankhaft veraenderte Zellen so weiter-zu-entwickeln das daraus ein nicht Lebensfaehiger Mensch entsteht.
Ich war auch traurig , ja natürlich aber sehe das ganze etwas realistischer und bin dankbar das ich kein evtl. behindertes Kind bekommen habe.
Jetzt bin ich wieder Schwanger und bete das es diesmal klappt !

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Luna-lucia 24.02.2015, 11:13
2. hierzu sollten dringend

Beratungs- und Hilfestationen eingerichtet werden! Obwohl in solchen Seelennöten echte Hilfe schwer ist - sollte es möglich sein, in Beratungsstellen Adressen von ebenfalls Betroffenen zu bekommen. Es könnten sich "Gruppengespräche" ergeben. Etwa so, wie es auch Trauerhilfen gibt. Ein Gefühlsaustausch, ein Wissen, dort werde ich verstanden - könnte vielen Frauen helfen, schneller zu verarbeiten, und wieder Hoffnung zu schöpfen.

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MDen 24.02.2015, 11:52
3. Unangenehme Realtität(en)

Der wirkliche Grund für diese traumatiscche Wahrnehmung der Fehlgeburt sind meiner Meinung nach zwei Aspekte: unser heutiges Planbarkeits- und Machbarkeitsdenken, das uns glauben lässt, unser Schicksal unter Kontrolle zu haben. Dann ist solch ein Ereignis das Erlebnis eines scheinbar grundlosen Kontrollverlusts. Aber was noch viel schwerer wiegt, ist die Wahrnehmung, dass eine Fehlgeburt oder auch der Kindstod etwas völlig Unnormales ist, weswegen es als inakzeptabler, kaum zu verarbeitender Unfall des Schicksals wahrgenommen wird. Bis vor 100 Jahren war es auch bei uns wie heute noch in den meisten Teilen der Welt der Normalfall, dass Frauen Fehlgeburten erlitten bzw. erleiden und Kinder früh starben bzw. sterben. Dass die Menschen damals und anderswo psychisch nicht völlig zerstört wurden/werden, lässt sich nur mit einer anderen Wahrnehmung solcher Ereignisse erklären. Insofern sind diese traumatisierten Mütter und Väter eigentlich Opfer unserer Sicht auf die Realität.

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SilkeSchwekutsch 24.02.2015, 11:57
4. Schöner Beitrag zu wichtigem Thema

Danke für diesen guten Beitrag zu einem wichtigen, aber leider immer noch sehr tabuisierten Thema.

Es gibt Unterstützung für Frauen und Paare, die den frühen Abschied von ihrem Kind verkraften müssen. Profamilia berät fachkundig, es gibt auch Gruppen und Seminarangebote zu diesem Thema, die im Netz für die jeweilige Region gefunden werden können.

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linlaluna 24.02.2015, 11:58
5. Das Verständnis fehlt

Ich kann absoult mitfühlen, man fühlt sich ausgeliefert wie auf der Schlachtbank. Meine Gynäkologin war am Einfühlsamsten - die Ärzte in der Klinik und viele in der Umgebung waren "grausam" - die Sprüche wie "Sie sind noch jung" oder "Das nächste Mal klappt es" machen den Schmerz nur noch schlimmer. Wie im Artikel wird einem das Recht zu trauern von dem meisten Menschen versagt und das macht das alles nur noch schlimmer.
Als Betroffene sind mir bei dem Artikel die Tränen in die Augen geschossen - denn genauso geht es einer Frau nach einer Fehlgeburt.
Das Schlimmste ist das Gefühl alleine zu sein - kein Verständnis. Es ist besser eine Betroffene einfach in den Arm zu nehmen und zuzuhören - anstatt durch gut gemeinte "dumme Sprüche" alles zu verschlimmbessern.

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sisterinlaw 24.02.2015, 12:00
6.

Hatte auch mit 38 Jahren eine Missed Abortion. Selbst mein Frauenarzt war wenig verständnisvoll: "Na, haben wir uns inzwischen damit abgefunden?" Genau ein Jahr später wurde ich wieder schwanger - meine Tochter ist jetzt drei Jahre alt und gesund. Allerdings war die ganze Schwangerschaft belastet und bis zuletzt von der Angst begleitet, das Kind wieder zu verlieren.

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Koda 24.02.2015, 12:02
7. Mir geht´s ähnlich und ich in ein Mann

" Trotzdem denkt sie manchmal noch an das andere, das niemals geborene Kind. Sie malt sich dann aus, dass es heute schon laufen könnte. "

Bei der ersten Schwangerschaft wolte mein Frau noch kein Kind und ich war so blöd, die Klappe zu halten..
Bei der dritten (!) Schwangerschaft erkrankte meine Frau schwer und verlor zuerst das Baby, dann ihr eigenes Leben.
Das letzte Kind - es war bereits im dritten oder vierten Monat - konnte ich einmal in einer Nierenshcale sehen udn habe es fotografiert.

Wenn ich heute am Grab von beiden stehe, fange ich oft an zu rechnen, dass das Älteste jetzt in die Pubertät käme, das jüngste in die Schule udn mein einizges lebendes Kind noch zwei Geschwister hätte.

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hinzkunz@gmx-topmail.de 24.02.2015, 12:10
8. Nicht nur Frauen leiden darunter!

Auch Männer können sehr stark darunter leiden. Wie die Autorin auch schon geschrieben hat. Jeder geht mit Trauer anders um, manche leiden heimlich und in sich gekehrt.

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Sibylle1969 24.02.2015, 12:11
9. 10-15% aller Schwangerschaften

...enden durch eine Fehlgeburt (obwohl man in der Frühphase ja noch nicht von "Geburt" sprechen kann), das ist also beileibe kein Einzelschicksal.

So sehr ich verstehen kann, dass das schmerzt, aber die Natur sortiert da die nicht überlebensfähigen Embryonen aus. Die allermeisten Frauen in meinem Bekanntenkreis, die eine Fehlgeburt hatten, sind anschließend problemlos wieder schwanger geworden und brachten ein gesundes Kind zur Welt.

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