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Fitness: Die wahre Geschichte der 10.000-Schritte-Regel
FERRAN TRAITE/ Getty Images

Wer 10.000 Schritte am Tag macht, bleibt gesund, glauben viele. Doch hinter der magischen Fitnessgrenze steckt keineswegs medizinische Forschung, sondern ein Werbegag.

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senapis 29.07.2019, 19:22
1. 10000 Schritte

oder nur 7500 oder doch 12000? Ist doch egal! Als Pi x Daumenregel bestens geeignet. Hauptsache Bewegung!

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Wolfgang.Schumacher 29.07.2019, 20:28
2. 7500 Schritte in einer halben Stunde?

Sie schreiben: "laut einer Studie aus dem Jahre 2011 entsprechen 7500 Schritte pro Tag einer halben Stunde moderater Bewegung."
Tatsächlich ist in dieser Studie nachzulesen, dass eine halbe Stunde gehen 3000 Schritte entsprechen.
Zitat: "100 steps/min represents a reasonable floor value. Multiplying this cadence by 30 minutes produces a minimum of 3000 steps."

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jus365 29.07.2019, 20:33
3. Und wie immer.....

....wissen die Weisskittel es nicht sondern raten munter drauf los! Wann wird die Medizin endlich zu einer ernsthaften Wissenschaft anstatt einem Bündel von vagen Vermutungen basierend auf windigen Studien und Statistiken????

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Berufsschullehrer 30.07.2019, 23:01
4. Genau!

Zitat von senapis
[10000 Schritte] oder nur 7500 oder doch 12000? Ist doch egal! Als Pi x Daumenregel bestens geeignet. Hauptsache Bewegung!
Eben!

Ich gestehe, dass ich mir zu Weihnachten auch so ein schickes Fitness-Armband zugelegt habe (bzw. habe schenken lassen). Eine neue Uhr hätte ich eh gebraucht, also warum nicht? Beim Hersteller meines Armbands kann ich online oder in der zugehörigen App auswählen, ob ich eine hauptsächliche sitzende Tätigkeit, eine Tätigkeit mit gewissen Bewegungsanteil oder eine körperlich fordernde Tätigkeit ausübe. Entsprechend wird mein Tagesziel angepasst.

Mein Mann mit Bürojob läuft deutlich weniger als ich als Lehrerin. Wir beide dafür offensichtlich weniger als meine Cousine, die Krankenschwester auf einer Intensivstation ist. Die schafft ihre 10.000 Schritte schon locker vor der ersten Kaffee-Pause. Ich brauche schon bis zur 7. oder 8. Stunde. Und mein Mann schafft 10.000 Schritte nur an Tagen, an denen er zum Sport geht. Für meinen Mann ist das Ziel erreicht, wenn er am Tag 5.000 Schritte geht. Mein Tagesziel liegt bei 7.500.

Für mich war der Fitness-Tracker ein echter Zugewinn. Im Arbeitsalltag bewege ich mich offensichtlich mehr, als mir klar ist war. Es zeigt mir, dass ich neben den Wegen zwischen den Klassenräumen auch in den Stunden "unterwegs" bin, also nicht nur vorne vor der Tafel stehe, sondern mich im Klassenraum bewege.

Und es zeigt mir auch, wie faul ich außerhalb der Arbeit offensichtlich bin. Jetzt in den Sommerferien komme ich teilweise nicht einmal auf 5.000 Schritte. Das kann ich dann aber zum Glück auch nicht so stehen lassen. Mich spornt es an, mich dann doch besser zum Sport oder zum Spaziergang zu bewegen oder den Einkauf besser mit dem Fahrrad als mit dem Auto zu erledigen.

Tatsache ist doch: Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung! Wichtig ist doch, dass man eine Bewegungsform findet, die einem Spaß macht. Für die einen ist es Joggen, für die anderen Fußball und dür den nächsten Schwimmen. Und für manche ist es der erste Erfolg, auf der Arbeit in den 2. Stock nicht den Fahrstuhl, sondern die Treppen zu nehmen. In "kleinen Schritten" sozusagen.

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Hinrich7 30.07.2019, 04:26
5. Was bedeuten z.B. 6000 Schritte?

in einer Wohnung hin- und hergehen, Treppauf, Treppab, oder in der Stadt 3000 Schritte shopen gehen, im Wald 500 Schritte gehen? Bei einer Schrittlänge von ca. 60 cm sollten 10000 Schritte also 6 km bedeuten. Wann geht der Durchschnitt 6km am Stück? Wie jus365 anmerkt sei Medizin keine Wissenschaft, Erfahrungswissenschaft aber wohl - sie dürfte also lernfähig sein.

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der_rookie 30.07.2019, 06:32
6. @jus365 #3

Leider ist die Medizin in der Tat keine exakte Wissenschaft. Vielleicht ist aber die Fragen ob etwas gesund ist zu vereinfachend, weil die Frage suggeriert, dass ein Verhalten auf alle Menschen gleich wirken würde. Beispiel Schritte pro Tag: Vielleicht würde eine exakte Wissenschaft unter anderem folgende Fälle berücksichtigen müssen: Absolut Untrainierte können sich mit 10.000 Schritten überfordern und durch Schäden an Sehnen Gelenken allen Nutzen verändern. Leute mit Vorschäden an Hüfte, Knie oder Fuß? Gehen, Joggen, oder Intervallrennen? Ebene oder Bergauf-Bergab? Was ist der Untergrund (Federnder Waldweg / Asphaltharte Straße oder instabiler Schotter)? Luftqualität während intensivster Bewegung? Bewegung gleichmäßig verteilt über den Tag oder konzentriert in einer Trainingseinheit? Wird Oberkörper (und damit das Herz) durch andere Tätigkeiten am Tag eh bereits trainiert oder ist der Körper ohne die Schritte extrem passiv? Oder: Wer hat die Studie finanziert?

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taste-of-ink 30.07.2019, 07:53
7.

Wer jeden Tag mit dem Rad fährt, hat dabei keine Schritte gemacht und trotzdem etwas für die Gesundheit getan. Genauso, wer öfters zum Schwimmen geht, Yoga macht oder ins Fitnessstudio geht. Wer drei - vier mal pro Woche 1- 2 Stunden laufen geht, kann an den anderen Tagen auch ohne Probleme die Füße stillhalten. Diese Schrittvorgabe von Fitnessarmbändern ist nur für die absolut Sportabstinenten überhaupt ein sinnvoller Anhaltspunkt bzw. Anreiz.

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ancoats 30.07.2019, 08:51
8.

Zitat von jus365
....wissen die Weisskittel es nicht sondern raten munter drauf los! Wann wird die Medizin endlich zu einer ernsthaften Wissenschaft anstatt einem Bündel von vagen Vermutungen basierend auf windigen Studien und Statistiken????
Ich bin ja gerne mal mit dabei, um zumindest manchen (praktizierenden) Ärzten das wissenschaftliche Denken grundsätzlich abzusprechen, aber erstens führen diese solche Studien nicht durch, und zweitens ist es objektiv sehr sehr schwierig, bei einem komplexen Gegenstand wie dem menschlichen Körper den Einfluß einzelner Aspekte zu untersuchen bzw. zu isolieren. Und ohne "Statistik" läuft da schon mal gar nichts... Kann man sich aber auch eigentlich selbst denken - und solche veröffentlichten Studienergebnisse nicht als "Wahrheit", sondern als vorläufigen Befund einer empirischen Studie betrachten, die unter bestimmten Umständen eben ein bestimmtes Ergebnis produziert hat - und deshalb auch nur solange gilt, wie es keine anderen Erkenntnisse dazu gibt. So funktioniert Wissenschaft, und zwar schon immer.

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remedias.cortes 30.07.2019, 09:01
9. Oder ?

"Die Forscher präsentierten zwei mögliche Erklärungen: Die Teilnehmer bekamen den Eindruck, besonders aktiv gewesen zu sein und belohnten sich dafür mit Essen. Oder der Fitnesstracker wirkte demotivierend, weil Trainingsziele zu oft verfehlt wurden."
Oder....Oder die Dicken waren schon von Anfang an fit, weil Beleibtheit anfürsich nämlich nix über die persönliche Fitness aussagt ( es gibt dünne Couch- Potatoes und dicke Freizeit- Sportler . ) . Der Zusammenhang Bewegung- Gewicht ohne Nahrungsanpassung wird übrigens gerne von Coca- Cola und Konsorten propagiert - sogar in Studien.

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