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Fitness-Trend: "Kettlebell steigert Schnellkraft und Koordination"
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Früher haben wir Hanteln gestemmt, jetzt sollen wir die Kugel schwingen: Kettlebell-Training liegt im Trend. Was bringt das Schwitzen mit dem Gusseisen? Und darf jeder mit der Kettlebell üben? Der Sportwissenschaftler Ingo Froböse gibt Antworten.

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penthalon 24.06.2014, 11:04
1. Kettlebell ersetzt ein komplettes Fitnessstudio

Seit nunmehr 5 Jahren trainiere ich, obwohl schon älter mit den Kettlebells. Ich kann bestätigen, dass die Kettlebells tolle Fitnesscenter sind, die ein Fitnesscenter ersetzen können. Mit den Maschinen in einem Fitnessstudio trainiert man nur einseitig wenige Muskeln während man mit den Kettlebells nicht nur die Kraft sondern auch die Ausdauer, die Koordination, das Gleichgewicht und das komplexe Zusammenspiel mehrerer Muskelgruppen trainiert. Man muss allerdings berücksichtigen, dass die schwereren Kettlebells ( 24, 32 kg) nur für Fortgeschrittene geeignet sind. Man sollte mit kleinen Kettlebells unter Anleitung beginnen.

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kanadasirup 24.06.2014, 11:11
2. Hype

Wenn man Kettlebells mit Freihanteln und Maschinen vergleicht muss man zu diesem Schluss kommen:

Kettlebells haben ein enorm hohes Verletzungsrisiko bei gleich hohem Kraftzuwachs. Die Schulterverletzungen und Prellungen die man sich zuziehen kann sind es nicht wert.
Ein nettes Gimmick, das aber im modernen Krafttraining überflüssig ist.

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penthalon 24.06.2014, 11:57
3. Kettlebells sind super, aber nur für Fortgeschrittene

Ich halte Kettlebells nicht für Gimmicks. Zahlreiche Olympiasieger der UDSSR, wie z.B. die Gewichtheberlegende Dr. Juri Wlassow schwörten auf die Kettlebells. Die Kettlebells sind aber nur etwas für Fortgeschrittene. Anfänger sollten mit Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, wie z. B. Klimmzügen beginnen. Der Vorteil der Kettlebells ist, dass man nicht nur die Kraft, sondern auch das Gleichgewicht, Schnelligkeit und das komplexe Zusammenspiel vieler Muskelgruppen trainiert. Da das Training mit Kettlebells auch das Bindegewebe die Faszien und die Sehnen traniert, kann man sogar Verletzungen vorbeugen. Aber man muss beim Beginn des Trainings schon über einen fortgeschrittenen Trainingszustand verfügen, man muss die Übungen richtig (am besten unter Anleitung) erlernen, mit kleinen Gewichten beginnen und langsam steigern, dann ersetzen (ergänzen) die Kettlebells ein ganzes Fitnessstudio. Ich selbst habe 2 24 kg und 2 32 KG schwere Kettlebells in meinem alten VW Bus und traniert damit am liebstem in der freien Natur. Ich traniere schon mein ganzes Leben (länger als 60 Jahre) habe die Kettlebells vor 5 Jahren entdeckt und habe trotz meines Alters erstaunliche Trainingsergebnisse ( ohne Verletzungen) erzielt, habe aber auch die oben genannten Randbedingungen beachtet.

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neromancer 24.06.2014, 12:52
4. Krafttraining = Core mittrainieren

Hier wird irgendwie der Eindruck erweckt, dass man mit den Kettleballs aktiv besser den Core (Bauch- und Rückenmuskelgruppen) trainieren kann und das Hanteltraining einseitig bzw. nur ganz gezielt Muskeln trainiert. Ich behaupte einfach mal, das ist abhängig davon wie man trainiert. Gute und ausgewogene Ganzkörperübungen gibt es ja. Genauso gibt es die aber auch mit Hanteln. Wenn ich natürlich nur Bankdrücken und Flys auf der Bank mache, dann werde ich in der Tat nur gezielte Muskelgruppen trainieren. Mache ich aber Liegestütze und knieende Reverse Flys o.ä. dann beanspruche ich den genauso den ganzen Körper. Es gibt zig Varianten um auch anspruchsvoll zu trainieren. Der Fehler bei den meisten ist immer der gleiche (und ich kenn es aus eigener Erfahrung) - zu schnell werden die Gewichte erhöht. Die Übungen werden schnell runtergespult. Effekt - die steigende Belastung kann der Körper nicht abfangen - alles geht auf Knochen und Bänder statt auf die Muskeln. Die konnten nämlich gar nicht so wachsen wie es gewollt ist, weil man die Muskeln nicht mal ansatzweise richtig belastet hat. Rudere ich bei Liegestütze auf und ab und hab in 5 Sekunden 10 Stück geschafft ist das natürlich eine andere Belastung als 10 Stück in 10 Sekunden bei ordentlicher, gleichmäßiger Ausführung. Bei letzerem merkt man im Übrigen viel schneller, dass der Core nicht stimmt, weil man dann - obwohl noch Kraft im Tank ist - zuerst an der Taille einknickt. Kettleballs werden an einer solchen Trainingsmentalität nichts ändern. Insofern klingt Kettle für mich - eine wunderbare Abwechslung (denn die ist einer Gewichtserhöhung erst einmal vorzuziehen).

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bernd.stromberg 24.06.2014, 20:48
5.

Zitat von neromancer
Mache ich aber Liegestütze und knieende Reverse Flys o.ä. dann beanspruche ich den genauso den ganzen Körper.
Es gibt sicherlich mehrere Übungen, die bei entsprechender Ausführung, mehrere Muskelgruppen trainieren. "Den ganzen Körper" durch eine einzelne Übung zu trainieren ist aber ziemlich unrealistisch. Die "Eierlegendewollmilchsau" gibt es auch beim Kraftsport nicht wirklich...

Zitat von neromancer
Der Fehler bei den meisten ist immer der gleiche (und ich kenn es aus eigener Erfahrung) - zu schnell werden die Gewichte erhöht.
Wer, gerade im Kraftsport, vorankommen will und nicht nur "auf Ausdauer" trainieren will, der muss die Gewichte erhöhen. Damit ist alles gesagt. Zu schnell gibt es da, zumindest wenn man das Anfängerstadium überschritten hat, nicht wirklich. Wichtig ist dass man die Übungen sauber ausführt. Wenn man die Gewichte so schnell und so stark erhöht dass das nicht mehr möglich ist und man "abfälscht" dann nutzt das in der Tat weder dem Training, noch dem Körper.

Zitat von neromancer
Die Übungen werden schnell runtergespult. Effekt - die steigende Belastung kann der Körper nicht abfangen - alles geht auf Knochen und Bänder statt auf die Muskeln.
Das liegt aber dann daran dass jemand die Übungen nicht sauber ausführt. Die Gewichte zu weit zu erhöhen und dann die Übungen nicht mehr sauber ausführen zu können und stattdessen über Schwung und Abfälschen die Gewichte zu bewegen ist in der Tat gefährlich, ungesund und einfach nur anfängerhaft.

Zitat von neromancer
Insofern klingt Kettle für mich - eine wunderbare Abwechslung (denn die ist einer Gewichtserhöhung erst einmal vorzuziehen).
Geschmackssache, und Frage der persönlichen Auslegung.

Für den "Fitness-Rentner" (ist nicht böse gemeint, da habe ich großen Respekt vor!) sicherlich sinnvoll. Für den Kraftsportler eher ein schlechter Witz.

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albert schulz 24.06.2014, 21:28
6. Was soll denn der Schmarren ?

Zitat von sysop
"Kettlebell steigert Schnellkraft und Koordination"
Das ist ein typischer Satz eines Sportneurotikers, der weder deutsch kann noch weiß, was er ausdrücken will. Aber sagt es trotzdem.

Schnellkraft bei Übungen des Bizepses mag ja gerade noch als verständlich hingehen, auch wenn die wenigsten Menschen wirklich boxen wollen. Die körperliche Koordination muß bereits vorhanden sein, wenn man mit den Ungetümen in der Luft herumfuchtelt, weil man sonst sich selbst oder anderen ein Leid zufügt, und zwar nicht zu knapp. Um acht Kilo wie beschrieben durch die Luft zu schwenken muß man bereits die Muskulatur eines Bauarbeiters besitzen, und zwar überall, nicht nur in den Armen, und gewohnt sein, mit großen Gewichten weit außerhalb des Körpers zu hantieren, was die Gelenke natürlich überbeansprucht, vor allem die Wirbelsäule.

Außer für Boxen oder „Krafttraining“ (was immer das sein soll) können diese Übungen nur für diese Muskelschönheiten Sinn machen, allerdings als reines Verschleißtraining. Der Körper ist mit fünfzig Müll.

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neromancer 25.06.2014, 09:53
7.

Zitat von bernd.stromberg
Wer, gerade im Kraftsport, vorankommen will und nicht nur "auf Ausdauer" trainieren will, der muss die Gewichte erhöhen. Damit ist alles gesagt. Zu schnell gibt es da, zumindest wenn man das Anfängerstadium überschritten hat, nicht wirklich. Wichtig ist dass man die Übungen sauber ausführt. Wenn man die Gewichte so schnell und so stark erhöht dass das nicht mehr möglich ist und man "abfälscht" dann nutzt das in der Tat weder dem Training, noch dem Körper.
Ganz ehrlich, mich beschleicht das Gefühl, dass viele dazu neigen unsauber zu trainieren. Es ist ja auch einfacher zu zählen (im zeitlichen Sinn oder im Sinne des Gewichts) als ein Gefühl dafür zu bekommen, ob die Übung korrekt und sauber ausgeführt wurde. Zudem darf man sich auch nicht zu sehr auf ein Trainingsprogramm versteifen. Immer nur das gleiche zu tun, bringt nichts. Wenn ich das Set wechsele, stelle ich fest, dass ich dann erst einmal wieder beschäftigt bin. Zudem ich natürlich auch unterschiedliche Gruppen trainiere. Klar, die Eier liegende Wollmichsau gibt es nicht - ich kann Übungen mache, die mehrere Partien beanspruchen und wenn ich dann ein gutes Set rotiere, sollte genug Abwechslung vorhanden sein, bevor ich die Gewichte erhöhe. Abwechslung im kleinsten Sinne, würde für mich auch bedeuten, mal einen engen oder breiten Griff an einer SZ Stange zu tätigen oder auch beim Liegstütz breit und eng zu greifen (wobei es ja hier noch zig Varianten gibt).

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zorga 25.06.2014, 11:00
8. hmm

Ich kannte Kettleball nicht und habe mir grad mal ein paar Clips dazu angesehen (das Video hier geht bei mir nicht?)
Wenn ich meine Hantel in die Hand nehme, kann ich die genauso hin und herschwingen. Irgendwie verstehe ich nicht, warum es diese Dinger sein müssen? Geldmacherei? Cool, weils was Neues ist?

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tigersbest 25.06.2014, 15:24
9. optional

Weder ist das Kugelhanteltraining ein neuer Trend noch ist es Allheilmitttel und allem anderen vorzuziehen....es ist schlichtweg ein uraltes Trainingsprinzip, was es schon immer gab und immer geben wird. Ich trainiere seit fast 15 Jahren mit den Kugeln und bin immer wieder begeistert, wie vielseitig und anspruchsvoll diese Trainingsweise ist. In Kombination mit Klassikern des Körpergewichtstrainings (Liegestützvarianten, Klimmzüge etc...) habe ich alles, was ich brauche. Dabei will ich keine Muskelpakete aufbauen, sondern mit meinen über 50 Jahren beweglich und stark bleiben. Übrigens konnte ich meine Schulterbeschwerden dank diesem Training komplett überwinden. Voraussetzung für ein gesundes Kugelhanteltraining ist allerdings ein erfahrener Trainer (es gibt leider viele schlechte) und die absolut saubere Ausführung der Technik.

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