Forum: Gesundheit
Gelassenheit: "Die Sinne sind wichtiger als das Denken"
Corbis

Stress, Depressionen, Überforderung? Der Philosoph Wilhelm Schmid warnt vor überzogenen Ansprüchen ans eigene Leben - und verrät, was Menschen gelassen macht.

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Caldwhyn 26.08.2015, 14:29
1. si tacuisses...

... philosophus mansisses.
Wenn der Herr Philosoph meint, die Leute die täglich Hilfe wegen ihrer Depression suchen bräuchten einfach nur "melancholisch" genannt werden und dann gehe es ihnen gleich ganz anders, dann hat er wohl in diesem Feld so gar keine Ahnung. Billige Polemik von einem Philosophie-Professor, das hätte ich ja nun nicht gerade so erwartet. Oder muss da wer sein "enfant terrible" Image pflegen?

So bleibt mir nur zu sagen: Die Leute leiden wirklich, Suizide sind viel zu häufig und mit Philosophie kann man dort nicht helfen.
(Ganz abgesehen davon, das ein Depression ein klar nachweisbares, hirnorganisches Korrelat hat, aber das zu verstehen ist für den Denk-Professor wohl schon zu hoch).

Geld verdient man damit übrigens in der Regel auch nur sehr übersichtlich, egal ob man nun den Psychotherapeuten bemüht (der in der Regel ausreicht) oder zur (viel zu oft unwirksamen) Pille greift.
Geld macht die Pharmaindustrie in dem Bereich schon lange nicht mehr das große. Da werden für andere Präparate viel interessantere Summen aufgerufen als die 50 Euro für eine Hunderterpackung Antidepressiva.
Und mit sprechender Heilkunde wird man auch nicht reich, die Gewinnaufstellung der KV kann man ja googeln, wegen dem überbordenen Einkommen wird man jedenfalls nicht Psychiater - ach so, ich vergaß, wird man ja heute sowieso kaum noch, wer meint Hausärzte wären knapp...

Tja, meine Vorstellung von Philosophen als den letzten verbliebenen Denkern in der deutschen Wissenschaftslandschaft muss ich wohl auch revidieren.

conflict of interest Statement:
Der Autor dieses Kommentars ist Psychologe und die Arbeit mit an Depression erkrankten Menschen denen es *wirklich schlecht geht* und die nicht von einer Herabwürdigung ihres Leids durch irgendwelche bornierten Elfenbeinturmsitzer profitieren gehört zu seinem Tagesgeschäft.

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Blackster 26.08.2015, 14:32
2. schlauer Mann

Kann auch noch folgenden Kalender von Marion Küstenmacher empfehlen... einfach wunderbar :

http://www.amazon.de/die-Seele-Atem-holt-Magnetverschluss/dp/3424152498/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1440592316&sr=8-1&keywords=wo+die+seele+atem+holt

So, ich bin dann mal ne Runde spazieren im Park ;)

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Layer_8 26.08.2015, 14:45
3. Sie...

Zitat von Caldwhyn
... philosophus mansisses. Wenn der Herr Philosoph meint, die Leute die täglich Hilfe wegen ihrer Depression suchen bräuchten einfach nur "melancholisch" genannt werden und dann gehe es ihnen gleich ganz anders, dann hat er wohl in diesem Feld so gar keine Ahnung. Billige Polemik von einem .....
...sollten vielleicht Gelassenheit üben. Auch beim posten.

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flo_bargfeld 26.08.2015, 14:46
4. Ergänzend zu den therapeutischen Vorschlägen von Herrn Schmid ...

... möchte ich die Bücher von Dale Carnegie ("Sorge Dich nicht, lebe") und die Lebensweisheiten von Tante Tilly ("die Fingerspitzen einfach mal ins warme Wasserschälchen halten") empfehlen – Depressive können so auf Diazepam und ähnliche Medikamente mühelos verzichten.

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turbomix 26.08.2015, 14:52
5.

Zitat von Caldwhyn
... philosophus mansisses. Wenn der Herr Philosoph meint, die Leute die täglich Hilfe wegen ihrer Depression suchen bräuchten einfach nur "melancholisch" genannt werden und dann gehe es ihnen gleich ganz anders,...
Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Das sagt er doch gar nicht!

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tiger56 26.08.2015, 15:20
6.

sich in Gelassenheit zu üben greift in den Bereich der Affektwahrnehmung und Selbststeuerung. ich kann die hier von ihnen spürbare Spaltung nicht nachvollziehen.

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leseoma 26.08.2015, 15:43
7.

Wenn man keine finanziellen Sorgen hat und gesund ist, kann das mit der Gelassenheit leicht klappen. Sonst nützt der schönste Sternenhimmel nichts.

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Caldwhyn 26.08.2015, 15:46
8.

Zitat von
Schmid: Ich traue dieser Statistik nicht. Meiner Meinung nach werden da zwei Befunde zusammengeworfen, um möglichst viele Medikamente zu verkaufen: nämlich die relativ seltene und sehr schwere Krankheit Depression. Und andererseits die Melancholie, also traurig zu sein etwa angesichts der Endlichkeit des eigenen Lebens. Letzteres hat nichts mit Depression zu tun, sondern hat schon immer zum menschlichen Dasein dazu gehört. Auch die Philosophen in der Antike kannten die Melancholie. Im Gegensatz zu heute, wo mit diesem Zustand viel Geld verdient wird, hielt man ihn im Altertum jedoch für kreativ und produktiv.
Also ich würde mich bedanken, wenn ich unter einer Depression litte, wenn man(n) mir erzählen wolle, früher habe dies als kreativ und produktiv gegolten.

Also für mich steht da: seltene Krankheit Depression. Statistiken, die eine Zunahme zeigen glaubt er nicht. Und argumentiert mit der Melancholie.

In Anbetracht der Lebensumstände, die viele Betroffene heute, Arbeitsverdichtung, kurzfristiger Gewinnmaximierung und Co. sei Dank, täglich erfahren halte ich es für ausgesprochen zynisch, einen Großteil der Erkrankungen als Fehldiagnosen aus Gewinnstreben abzutun. Zumal wie schon geschrieben, große Summen an ganz anderer Stelle aufgerufen werden.

Und das steht da. Schwarz auf weiß. Hinweise auf mein Lesevermögen halte ich also für wenig zielführend.

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VPolitologeV 26.08.2015, 15:55
9. Triggerwörter?

Zitat von Caldwhyn
"... philosophus mansisses. Wenn der Herr Philosoph meint, die Leute die täglich Hilfe wegen ihrer Depression suchen bräuchten einfach nur "melancholisch" genannt werden..."
Aus dem Artikel: "Meiner Meinung nach werden da zwei Befunde zusammengeworfen, um möglichst viele Medikamente zu verkaufen: nämlich die relativ seltene und sehr schwere Krankheit Depression. Und andererseits die Melancholie, also traurig zu sein etwa angesichts der Endlichkeit des eigenen Lebens. Letzteres hat nichts mit Depression zu tun, sondern hat schon immer zum menschlichen Dasein dazu gehört."

Sic tacuisses...

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