Forum: Gesundheit
Geld von Pharmakonzernen: Warum Ärzte schweigen
Julia Cramer

Gut zwei Drittel der Ärzte wollen nicht offenlegen, wie viel Geld sie von der Pharmaindustrie bekommen. Was sind die Gründe für ihr Schweigen?

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Robeuten_II 17.07.2016, 15:02
110.

Hallo,
Sie reden nicht zufällig von sich selbst? Ich habe mich zumindest in Teilen wiedererkannt; auch heute noch, mit weit über 40, wird von mir erwartet, daß ich nach einem Flug zurück aus Japan ohne jede Pause sofort wieder arbeite, und funktioniere... und, ja, wenn ich sehe, was sich z.B. Investmentbankster in die Taschen stecken, so bin ich sicher einer dieser pösen "Besserverdiener", aber von der Million im Jahr doch sehr sehr weit entfernt :-)...

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Robeuten_II 17.07.2016, 15:02
111.

Zitat von Details
Hier ein paar Details: Einer der weltweiten Spezialisten (Dr. X) für multiple Sklerose treibt Forschung in großem Umfang. Er betreibt ein Labor und schließt Patienten in klinische Studien ein, die neue Medikamente testen. Die Patienten sind dankbar, weil er in schweren Fällen noch Hilfe anbietet. Klinische Forschung ist extrem reguliert und erfordert erheblichen Aufwand, den Dr X neben seiner klinischen Tätigkeit leistet. Nach Jahren der Forschung kommt eines der Medikamente auf den Markt. Dr X hat weltweit die meisten Patienten in die Studien eingebracht und ist der erfahrenste Kenner der Substanz. Er wird von der Pharmaindustrie gebeten, seine Kenntnisse auf Kongressen zu präsentieren, damit die Substanz korrekt angewendet wird. Was ist der Beitrag dieses Weltspezialisten wert? Spulen wir zurück. Dr X machte Abitur und studierte 6 Jahre Medizin. Das Studium kostete, inklusive Auslandssemester, etwa 100.000 DM zu einer Zeit, als die Zinsen bei 6% lagen. Nach seinem Studium verbrachte er 2 Jahre zur Forschung in den USA, wo er von der Hand in den Mund lebte. Nach der Rückkehr folgte eine 5-jährige Facharztausbildung. Er macht eine Doktorarbeit, anschließend habilitiert er. Er war damals 33 Jahre alt und schon relativ bekannt in der Szene. Weitere 10 Jahre später wurde er Professor und war einer der wenigen weltweiten Spezialisten für multiple Sklerose. Von überall bat man ihn zu Vorträgen an die größten Universitäten. Gleichzeitig wurde er Chefarzt eines Lehrkrankenhauses. Was sollte Dr X verdienen? >>
Hallo,
Sie reden nicht zufällig von sich selbst? Ich habe mich zumindest in Teilen wiedererkannt; auch heute noch, mit weit über 40, wird von mir erwartet, daß ich nach einem Flug zurück aus Japan ohne jede Pause sofort wieder arbeite, und funktioniere... und, ja, wenn ich sehe, was sich z.B. Investmentbankster in die Taschen stecken, so bin ich sicher einer dieser pösen "Besserverdiener", aber von der Million im Jahr doch sehr sehr weit entfernt :-)...

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DieButter 17.07.2016, 15:03
112.

Nach solchen Artikeln, wie diesem auf Spon, sollten Ärzte künftig gut dabei beraten sein, auf weitere, freiwillige Offenlegungen aus Transparenzgründen gänzlich zu verzichten. Es springen dabei anscheinend nur wieder die Ärztebasher auf den Zug auf und erhöhen dann den Druck auf den Rest, der es ohnehin schon hat kommen sehen.
Der Hass gewisser indoktrinierter Menschen ist ja ohnehin mit Vernunft allein nicht zu besänftigen.

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Robeuten_II 17.07.2016, 15:07
113.

Zitat von Grorm
Ob der werte Forist schon mal sah, wie jämmerlich ein Patient mit COLD verstarb? Ich schon, im PJ bekam ich mal ein paar Stunden Zeit dafür. Mein Stationsarzt wollte es, damit ich sehe, dass nicht nur Krebspatienten einen grausamen Tod erleiden ...
Ich war in einer Lungentransplantationsunit tätig, ebenso ein sehr sehr guter Freund (ich auf der schneidenden, er auf der pneumologischen Seite)... noch mehr taten mir die jungen Menschen mit CF leid, die auf der Warteliste jämmerlichst verreckt sind...
Und, ja, einen Menschen, der sich nicht vorbeugen kann, um sich die Schnürsenkel zu binden - intraabdomineller Druck steigt => Atemarbeit wird zu hoch - braucht man nicht nach Lebensqualität zu fragen; z.B. sexuelle Aktivität ist damit absolut unmöglich...

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Robeuten_II 17.07.2016, 15:12
114.

Zitat von CancunMM
Nein das gibt es nicht. Sie können außerhalb von Studien kein nicht zugelassenes Medikament an Patienten testen. Und innerhalb von Studien werden die Patienten darüber aufgeklärt.
naja, so ganz stimmt das nicht; hier handelt es sich dann aber um extreme Einzelfälle...Stichwort "individueller Heilversuch". Übrigens zeigt sich auch hier wieder die "absolute Skrupellosigkeit" von "big pharma": die stellen oftmals nicht den Wirkstoff zur Verfügung - zwar ist die wissenschaftliche Rationale gut, vielleicht gibt es sogar sehr sehr gute präklinische Daten, aber allein der Verdacht, hier "off-label" zu unterstützen, wiegt schwer... also, eine Spende - zweckfrei - an ein Forschungskonto der Abteilung, und die freundliche Bitte, doch das Medikament - welches für andere Indikationen ja zugelassen war - regulär im Handel zu kaufen... dabei übernimmt der Behandler beim "individuellen Heilversuch" die alleinige Verantwortung, aber big pharma wird - u.a. wg. solcher Geschichten wie hier - langsam paranoid...

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Willi Wacker 17.07.2016, 15:14
115.

Zitat von DieButter
Nach solchen Artikeln, wie diesem auf Spon, sollten Ärzte künftig gut dabei beraten sein, auf weitere, freiwillige Offenlegungen aus Transparenzgründen gänzlich zu verzichten.
Was verdient denn so ein Spiegel-Redakteur...?

Ich könnte, mit vielen anderen, aus dem Stegreif formulieren, dass es eindeutig viel zu viel ist. Wenn man das viele Geld erst auf eine Zeile umrechnet...

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