Forum: Gesundheit
Geld von Pharmakonzernen: Warum Ärzte schweigen
Julia Cramer

Gut zwei Drittel der Ärzte wollen nicht offenlegen, wie viel Geld sie von der Pharmaindustrie bekommen. Was sind die Gründe für ihr Schweigen?

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Take it or leave it 16.07.2016, 20:34
10. Pünktlich vor Beitragserhöhung der Ges. Krankenkassen

..die übliche Stimmungsmache gegen die Leistungerbringer im Gesundheitswesen.

Jeder Arzt ist gesetzlich verpflichtet, regelmäßig an Fortbildungen teilzunehmen. Die Ausrichtung verschiedener Vorträge (z.B. Mieten, Unterbringung, Dozentenhonorare) werden teilweise von Pharmafirmen gesponsert. Und diese Aufwendungen, umgerechnet auf den einzelnen Arzt, der an diesen Fortbildungen teilgenommen hat, tauchen dann auf dieser Liste auf.
Es wird hier mit Kalkül der fälschliche Eindruck erweckt, als würde Ärzten von Pharmavertretern Geld auf den Schreibtisch gezählt.

Die Ärzte, die den Datenschutz für sich reklamiert haben und daher nicht in der Liste auftauchen, haben dies mit gutem Grund getan:
Weil sie mit einem Missbrauch dieser Daten und einer Verdrehung der Tatsachen zum Zweck des Docbashings -wie hier gut erkennbar -schon gerechnet haben.

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e-dirk 16.07.2016, 20:48
11.

Zitat von m.m.s.
... Lieber wird auf Ärzte eingetreten, die 80 bis 176 Stunden im Stück durcharbeiten bzw. im Dienst sind. ...
176 Stunden am Stück durcharbeiten? Als Arzt?
Das ist nicht bewundernswert, das ist vorsätzliche Körperverletzung an den Patienten

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Take it or leave it 16.07.2016, 20:56
12.

Zitat von don_politicus
Weshalb halten Ärzte die Menschen "da draußen" für so beschränkt nicht zu verstehen, welche Zusammenhänge bestehen? Wenn Gelder geflossen sind: Schön. Dann erklär bitte: Warum? Welche tolle Leistung steckt dahinter? Die Transparenz abzulehnen mit Verweis, dass dies anderswo nicht gemacht wird ist bigott. Immerhin wird für Ärzte ein unglaublich geldintensivesSystem geschaffen. Und das aus einem Grund: Der Leistungsgegenstand, die Gesundheit, ist eben etwas Besonderes. Nicht zu vergleichen mit einem Tischler oder Metzger. Forderungen abzuwehren, indem man sich an anderen Branchen orientiert, erinnert mich an Rosinenpicken: Gute Folgen: Ja. Schlechte Folgen: Nein. Insgesamt eine sehr dünne Argumentation und für mich im Kern nicht nachvollziehbar.
Einige Menschen "da draussen" scheinen doch etwas "beschränkt" zu sein. Es geht hier nicht um Gelder, die direkt an Ärzte fliessen, sondern um das Sponsoring von Fortbildungen. Und zu Fortbildungen sind Ärzte verpflichtet.

Wenn kein Informationsfluss von Pharmaindustrie zu Ärzten und Kliniken erfolgt, können wir den medizinischen Fortschritt auf dem Stand des ausgehenden 20. Jhds. einfrieren, was ja auch von einigen Kassenlobbyisten durchaus gewollt ist.

Aber ich habe nichts dagegen, wenn die Krankenkassen künftig Dozenten, Anfahrt und Unterbringung bezahlen, wenn ich abends oder am Wochenende meine Fortbildungspunkte zusammenkratze.

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ashrak2014 16.07.2016, 20:59
13.

Natürlich ist es Schwierig als Bürger und Kunde zu beurteilen, ob es gut oder schlecht ist was die Ärzte bekommen. Es hängt eben wie schon vielfach erwähnt davon ab, für was die Zahlung geleistet wurde. Daher wäre es natürlich hilfreich, wenn nicht nur dabei stehen würde, wer was von wem bekommen hat, sondern auch wofür. Und das steht leider nicht dabei. So bekommt man den Eindruck der Bestechung für eine Leistung. Und deshalb muss man nicht nur alle Zwangsveröffentlichen, sondern auch den genauen Zweck erfassen.

Es gibt sicher auch Ärzte die dafür Geld bekommen um neue Produkte die noch keine wirkliche Zulassung haben, an ihren Kunden zu testen, mit allen Risiken und Nebenwirkungen, von denen die Patienten nix wissen. Das ist nur eine Möglichkeit von vielen für die Ärzte extra bezahlt werden.

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Gottloser 16.07.2016, 21:11
14. 300 €

bei meinen Ärzten in der Nähe. Echt, wirklich 300 €. Dafür lässt sich doch nicht einmal ein Hartz-Iv-Bezieher bestechen.Sorry, die "Datenbank" ist Mist. Leider

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DieterNeumaier 16.07.2016, 21:18
15. Pharmaindustrie völlig sauber

Ein Schelm, der schlechtes dabei denkt..
Die Pharmaindustrie macht das aus bloßser Nächstenliebe, und unsere lieben Ärzte nehmen Geld, "Fortbildungsaufenthalte mit Golfkurs an der Algarve" und andere Annehmlichkeiten, weil sie nicht anders können. Das ist keine Neiddebatte, das ist eine Debatte über Bestechung, Korruption und Vorteilsnahme!
Wie lange soll das noch geduldet werden?

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caruso2 16.07.2016, 21:23
16. Wer Zahlungen v. Pharmafirmen an Ärzte kritisiert...

hat ganz prinzipiell nicht verstanden, dass ohne eine Zusammenarbeit v. Ärzten und Industrie keine Innovation und keine neuen Arzneimittel möglich wären. Und wer die Diskussion und das mediale Echo verfolgt, muss leider konstatieren, dass die Ärzte die einer Veröffentlichung nicht zugestimmt haben, recht hatten. Im übrigen muss eine Zustimmung der Ärzte zur Veröffentlichung vorliegen. Nicht weil die Industrie das so will, sondern aufgrund des deutschen Datenschutzgesetzes.

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mr_stagger_lee 16.07.2016, 21:23
17. Warum manche Ärzte nichts angeben?

Na weil man, wenn man das macht an den Pranger gestellt wird von SPON und Freunden. Ich würde als Reaktion auf diese Berichterstattung (schon die Überschriften suggerieren Bestechlichkeit) für das kommende Jahr mein Einverständnis zurück ziehen.

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franke08 16.07.2016, 21:28
18. Hexenjagd gegen Ärzte

Warum wohl Ärzte widersprochen haben ihre Daten zu veröffentlichen liegt ja auf der Hand. Derzeit läuft wieder mal eine Kampagne übelster Art, erst wird ohne jede Sachkenntnis gegen Igelleistungen gehetzt, danach gegen Pharmasponsoring bzw. Honorare für Studien und Vorträge. So etwas nenne ich Volksverhetzung, oder gibt es derartige Veröffentlichungen vielleicht auch von Politikern, Managern in der Industrie, Rechtsanwälten, Lobbyisten oder Vorständen der Krankenkassen? Natürlich nicht. In diesem Land Arzt zu sein und damit permanenten und geplanten Hetzkampagnen ausgeliefert zu sein, ist keine Freude. Nur weiter so, ich hoffe nur, dass diese verantwortungslosen Boulevardjournalisten nie ernsthaft erkranken. Vielleicht wären sie dann sogar froh wenn ihr Arzt dank pharmagesponserter Weiterbildungen auf dem neusten wissenschaftlichen Stand ist.

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caruso2 16.07.2016, 21:33
19. Obskure Vorstellung

Zitat von ashrak2014
Es gibt sicher auch Ärzte die dafür Geld bekommen um neue Produkte die noch keine wirkliche Zulassung haben, an ihren Kunden zu testen, mit allen Risiken und Nebenwirkungen, von denen die Patienten nix wissen. Das ist nur eine Möglichkeit von vielen für die Ärzte extra bezahlt werden.
Es sind solche merkwürdigen Vorstellungen und Desinformation, die Ärzte davon abhalten die Zahlungen der Industrie zu veröffentlichen. Nein, es gibt keine Ärzte die mit Wissen der Industrie Substanzen an Patienten ohne deren Wissen testen, die keine Zulassung haben, weil eben diese Zulassung durch solche Praktiken gefährdet würde. Ein solches Vorgehen wäre wirtschaftlich schwachsinnig.

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