Forum: Gesundheit
Geld von Pharmakonzernen: Warum Ärzte schweigen
Julia Cramer

Gut zwei Drittel der Ärzte wollen nicht offenlegen, wie viel Geld sie von der Pharmaindustrie bekommen. Was sind die Gründe für ihr Schweigen?

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tomtom 17.07.2016, 06:55
60. Ein Killer

Die Pharmaindustrie ist getrieben vom Profit. Es geht darum so wie möglich zu verdienen und nicht darum, den Menschen zu helfen. Sie bedient sich dabei skrupellos den Ärzten - jenen Gôttern in weiß denen wir immer noch zu sehr vertrauen. Dies ist kein Vorwurf an die Ärzte. Jeder Mensch ist käuflich und auch ich, wäre ich Arzt, wäre sicherlich empfänglich. Es ist ein Vorfurf an die Politik, die nicht in der Lage ist sich aus dem Würgegriff der Pharmalobby zu befreien. Es sterben jedes Jahr mehr Menschen an den falschen Tabletten als an Nikotin. Zigaretten haben jetzt abschreckende Bilder. Tabletten Beibackzettel in einer Schriftgrösse, die 80% der Kunden nicht mehr lesen können.

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McIntyre 17.07.2016, 07:40
61. Oh je...

Und mal etliche wieder Kommentare aus reinem Neid oder halt mangelnder Sachkenntnis...

Ich bin Arzt und nehme selbstverständlich Geld von der Pharmaindustrie an. Genau so wie jeder freie Berater Geld von seinem Auftraggeber annimmt. Möglicherweise mag es hier im Forum Menschen geben, die immer und überall kostenlos arbeiten und keinen Cent Geld haben wollen. Da würde mich dann aber interessieren, wie diese Leute ihre Kosten decken und sich selbst ernähren.

Nur weil ein Arzt Geld annimmt, macht ihn das nicht zum Verbrecher. Wenn die Pharmaindustrie von mir über mein Fachgebiet aufgeklärt werden will, z.B. im Rahmen eines Vortrags, dann muss ich diesen lange vorbereiten, habe Reisekosten und Verpflegungsaufwendungen. Selbstverständlich lasse ich mir dies vergüten, denn zu verschenken habe ich in einer 80-Stunden-Woche auch nichts. Weiterhin bin ich Experte in meinem Gebiet und wenn meine Expertise mit einer einfachen google-Suche gelöst werden könnte, dann müsste man mich auch nicht vergüten.

Ob und wer sich von der Pharmalobby beeinflussen/schmieren lässt, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich für meinen Teil meide sogar jeglichen Pharmaberater, da ich dies für einseitige Information halte. Aber wenn man hier teilweise die neidischen Kommentare liest, dann muss man sich wirklich fragen, ob man demnächst auch der Veröffentlichung der Vergütung widerspricht. Denn scheinbar ist der Horizont vieler Menschen viel zu klein...

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manfred.m 17.07.2016, 08:06
62. Natürlich kein fairer Umgang mit den Daten

und deshalb wird jeder vernünftige Mensch sich mit solchen Informationen zukünfig zurückhalten.

https://correctiv.org/recherchen/euros-fuer-aerzte/

In unserer Informationsgesellschaft wird man hemmungslos, pauschal an den Pranger gestellt. Ein vorhandener gesellschaftlicher Nutzen, in diesem Beispiel mit gutem Vorbild voran zu gehen, gerät für die betroffenen in den Hintergrund.

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manfred.m 17.07.2016, 08:26
63. leider sehr undifferenziert

Zitat von nochnbier
Mit Neid hat das Verschweigen der Ärzte wenig zu tun. Sie müssen sich nur mit der Branche auseinandersetzen. Ich finde es nicht normal, dass nahezu jeder Werbespot vor zu den Prime-Time Nachrichten OTC Arzneimittel bewirbt. Was glauben Sie wie oft die Herren und Damen Pharmareferenten den Onkel Doktor besuchen? Warum zücken Ärzte wohl so schnell den Rezept-Block, obwohl das oft, sehr oft nicht nicht erforderlich ist? Es gibt hier seit Jahren Interessenkonflikte und Bestechung. Das gilt ebenfalls für klinische Studien. Wir brauchen dringend eine Positivliste, damit der unnötige und nutzlose Sch... aus den Apotheken verschwindet! Unsere Krankenkassenbeiträge könnten viel geringer sein. Und es geht sogar ohne, dazu muss man nur mal nach DK schauen ...
Die internationalen Preisdifferenzen bei Arzneien sind ein Politikproblem, OTC-Arzneien werden nicht von den Krankenkassen bezahlt und fallen diesen nicht zur Last (Ausnahme Positivliste OTC des GBA), einige Patienten lassen sich leider mehr durch Schalgzeilen, Internetforen und Apothekerblättchen beeinflussen, fordern dann bei OTC vom Arzt eine Verordnung zu Lasten der Krankenkasse und drohen im Zweifellsfall mit einer negativen Bewertung in Online-Bewertungsportalen. Die Krankenkasse sagen ihren Versicherten pauschal "ihr Arzt darf ihnen alles aufschreiben".

Tolle Gesellschaft

Dann soll man davon ausgehen das Daten zur sachlichen Betrachtung verwendet werden?

Diejenigen, die Ihre Daten freigegeben haben, zur Transparenz, zur Vertrauensgewinnung fühlen sich betrogen und werden wohl keine Daten mehr veröffentlichen.

Kein Neid?
Wie wollen Sie Medikamentensicherheit beweisen?
Ein Arzt besitzt die Daten von Menschen, die aufgrund einer Krankheit ein Medikament erhalten haben. Wirksamkeit und Nebenwirkungen sollten doch sicherlich auch Ihrer Meinung nach erforscht sein.
Leider sehen sich die Krankenkassen, der Staat, das Gesundheitsministerium, die Versicherten?, nicht in der Pflicht für diese Leistung auch bezahlen zu müssen.
Hat solch eine Arbeit und die Bezahlung dergleichen mit Gier zu tun?

Die Wahrheit liegt oft in der Mitte.

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poetnix 17.07.2016, 08:33
64. Die Gründe?

Reden ist Silber und Schweigen Gold!
Im wahrsten Sinne des Wortes!
Großmutters Spruch ist in Zeiten grenzenloser "Elite-Gier" auch bei Ärzten Realität.

Die Integrität auch dieser Berufsgruppe kann man getrost in "die Tonne kloppen".
Natürlich mit Ausnahmen.
Aber leider wenigen.

Und die Politik?
Sie schweigt ebenfalls, da sie nach ihrer Amtszeit auf Goldstandard setzt. (S.a. Profalla)

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Join_Me 17.07.2016, 08:34
65.

Zitat von ashrak2014
Natürlich ist es Schwierig als Bürger und Kunde zu beurteilen, ob es gut oder schlecht ist was die Ärzte bekommen. Es hängt eben wie schon vielfach erwähnt davon ab, für was die Zahlung geleistet wurde. Daher wäre es natürlich hilfreich, wenn nicht nur dabei stehen würde, wer was von wem bekommen hat, sondern auch wofür. Und das steht leider nicht dabei. So bekommt man den Eindruck der Bestechung für eine Leistung. Und deshalb muss man nicht nur alle Zwangsveröffentlichen, sondern auch den genauen Zweck erfassen. Es gibt sicher auch Ärzte die dafür Geld bekommen um neue Produkte die noch keine wirkliche Zulassung haben, an ihren Kunden zu testen, mit allen Risiken und Nebenwirkungen, von denen die Patienten nix wissen. Das ist nur eine Möglichkeit von vielen für die Ärzte extra bezahlt werden.
Das ist Schwachsinn. Medikamente die nicht zugelassen sind werden von der Krankenkasse nur bezahlt, wenn dafür extra ein Antrag gestellt wird und dort muss sehr genau begründet werden, warum DIESES nicht zugelassene MEdikament dem Patienten helfen soll.

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dgs 17.07.2016, 08:35
66. Der

Ich spreche meine Ärzte an (natürlich ist keiner dabei, der seine Beratertätigkeiten transparent macht!)und versuche, ihnen eine Veröffentlichung Ihrer Beratertätigkeiten schmackhaft zu machen!
Sollte jeder machen!

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Kapuz 17.07.2016, 08:36
67. Leider wieder nur Stimmungsmache

Bei Nennungen wie mehrere tausend Euro oder Luxushotels, wird hier im Artikel schon der Neid entfacht. Fakt ist, es gibt keine Veranstaltungen für Ärzte in Hotel mit mehr als 4 Sternen. Honorare liegen i.d.R. bei 800-2000 Euro und nicht mehreren Tausend. Da bin ich bessere Recherche gewohnt. Schade.

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paul otto 17.07.2016, 08:47
68. Ihre Art der Berichterstattung ist eine wesentliche Antwort

Für eine Leistung Geld zu verdienen, ist in unserem Land normal - offensichtlich aber nicht, wenn es um Ärzte und pharmazeutische Industrie geht. Weder hat das Wort "angenommen" etwas in einer Überschrift verloren noch ist der Kittel mit den Geldscheinen hilfreich. All das suggeriert doch illegale Korruption.

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Butenkieler 17.07.2016, 08:51
69. Steuern für Einkünfte zahlen nur die Ehrlichen

Warum sind die da im weißen Kittel von allen Gesetzen ausgenommen? Wer Einkünfte hat, soll sie auch offenlegen, damit wir sehen, ob die ärztlichen Leistungen, die die Damen/Herren erbringen auch wirklich wirksam sind oder nur von der Pharmawirtschaft gewollt. Ich möchte in einem Krankenhaus geheilt werden und nicht als Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie herhalten müssen, weil der Herr Professor dafür Gelder erhält.

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