Forum: Gesundheit
Geplante Geburt: Erst die Wehen, dann der Kaiserschnitt
DPA

Immer mehr Frauen entbinden per geplantem Kaiserschnitt. Die werdenden Mütter erhoffen sich eine entspanntere Entbindung, die Kliniken können besser planen. Aber liegt der Termin zu früh, kann es gefährlich für die Kinder werden.

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thg 02.12.2014, 08:53
1. Richtig ist:

Immer mehr Frauen werden per Kaiserschnitt zur Entbindung genötigt! Vorzugsweise von männlichen Gynäkologen in Krankenhäusern. Dass dem nicht überall so ist, liegt meist an freiberuflichen Hebammen die nicht die Order haben ein OP-Soll zu erfüllen und denen das Wohl des Kindes (und der Mutter) als oberste Priorität gilt. Hätte der KH Gynäkologe das aagen gehabt und nicht unsere Beleghebamme wir hätten die Kaiserschnittoption noch häufiger diskutieren müssen. So hatten beide Kinder das Glück am errechneten Termin ganz von selbat kommen zu dürfen. Von KH-Seite wurde der Kaiserschnitt schon 4 Wochen vorher empfohlen (gewünscht beschreibt es besser) und nur unsere sehr resolute Hebamme hat uns vom Dauerfeuer der klinikeigenen Schwarzmaler bewahrt. Kaiserschnitte erfolgen unserer Erfahrung nach primär zum Wohl der Klinik, eher weniger zum Wohl der Kinder.

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jaro22 02.12.2014, 09:06
2. Interessanter Artikel mit

Hallo Zusammen,
Ich frage mich immer, wie man so einen Artikel ohne die Leute verfassen kann, die das Täglich machen. Und das sind eben nicht die Ärzte.
Im Grundgesetz steht, dass bei einer Geburt die Hebamme die Weisungsbefugnis hat. Warum? Ganz einfach. Der Arzt bekommt eine gewisse Prämie für Kaiserschnitte. Das würde keiner offen Zugeben, allerdings sind meine Informationen von einem Arzt.

Was leider völlig unterschlagen wird, sind die Folgen für das Kind und die Mutter. Das Kind benötigt den natürlichen Geburtsvorgang, da hier Reflexe ausgebildet werden, welche bei dem Kaiserschnitt nicht gebildet werden. Die Folgeschäden eines Kaiserschnittes werden hier runter gespielt.

Weiterhin muss der Arzt beim Kaiserschnitt die Bauchdecke aufschneiden/aufreissen. Es muss eben gerissen werden, damit die Wundheilung besser stattfindet.
Das ist eine große Wunde im Bauchraum, was leider auch dazu führt, dass bei einer Folgeschwangerschaft die Gefahr für einen Folge-Kaiserschnitt sehr hoch ist. Somit ist die Geburt auf dem natürlichen Wege sehr unwahrscheinlich. Und wieder freut sich die Prämie für einen weiteren Kaiserschnitt.

Ein Kaiserschnitt kann unter Umständen auch zu Inkontinenz führen und die körperliche Belastung bei einem Kaiserschnitt ist um ein Vielfaches höher, als bei einer regulären Geburt, wie es die Natur vorgesehen hat.
Folgetage im Krankenhaus sind bei einem Kaiserschnitt fest einzuplanen.

Meine Frau ist selber Hebamme und die kritische Sichtweise auf diese "Industrie" mit den Müttern wird nicht aufgefasst.

Bitte künftig Leute vom Fach mit ins Boot holen, da ein Arzt ein gewisses Interesse hat, die Kaiserschnitte zu machen. Sei es von der Klinik vorgegeben, oder durch Eigeninteresse.

Ich habe hier bewusst polarisiert, um das Verständniss und die Folgeschäden klar zu machen.

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schubladensprenger 02.12.2014, 09:08
3. Leute...

...die einen Kaiserschnitt mache, weil es entspannter ist, haben nicht weit gedacht. Vielleicht ist die Entbindung schön entspannt, aber danach liegt Frau erstmal drei Tage im Krankenhaus fest und hat noch Wochenlang Bauchschmerzen und ne schicke Narbe. Mein Frau und ich hatten drei super entspannte Geburten zu Hause. Kaiserschnitt und fortschrittliche Medizin sind ja gut, aber nur dann wenn es auch nötig ist.

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Herr Hold 02.12.2014, 09:19
4. Signale

"Es gibt die Hypothese, dass das Kind das Signal gibt: 'Ich bin reif, geboren zu werden'", Aha. Und manche geben dann falsche Signale und sind zu früh?

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Bernd.Brincken 02.12.2014, 09:23
5. Ökonomie und Psyche

Zitat von thg
Immer mehr Frauen werden per Kaiserschnitt zur Entbindung genötigt! Vorzugsweise von männlichen Gynäkologen in Krankenhäusern. ... Kaiserschnitte erfolgen unserer Erfahrung nach primär zum Wohl der Klinik, eher weniger zum Wohl der Kinder.
Dass hier die Ökonomie herrscht und die Gesundheit der Kinder gefährdet, ist ja für sich genommen schon ziemlich gruselig.

Was mir bei dem Beitrag und der Diskussion an anderer Stelle fehlt, ist auch die nicht-körperliche Komponente. Es ist doch bestens bekannt, dass in den Phasen nach der Geburt Grundlagen auch etwa für das Sozialverhalten geprägt werden.
Soll es für Wahrnehmung und Verhalten eines Menschen dann gleichgültig sein, ob der im Wortsinne existenzielle Geburtsprozess in Sekunden oder in Stunden, wie ein Blitz oder wie eine Reise abläuft?

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hansglück 02.12.2014, 10:12
6. Leider ist die Realität viel makaberer !

Ich habe engen Kontakt zu einer Person in einer Entbindungsabteilung eines Krankenhauses:
Dort wird gesunden Frauen von den Ärzten gesagt, Ihre Geburt würde Komplikationen mit sich bringen und sie sollen einen Kaiserschnitt machen lassen !
Diese Worte fallen dort regelmäßig, aber ganz besonders in den letzten 4-6 Wochen des Jahres.

Der Grund: Die Geburten Abteilung hat eine zu erfüllende Jahresquote an Geburten, fällt der Wert einige Jahre unter diesen Wert, wird aus wirtschaftlichen Gründen die Abteilung geschlossen und die Geburten ins benachbarte Krankenhaus verlegt. Die hier arbeitenden Ärzte wollen Ihren Job nicht verlieren und benutzen das Unwissen der Frauen und Ihre Macht, um die Quote so zu steuern, dass Sie Ihren Job nicht verlieren.

Also werden gesunde Frauen angelogen und nach Bedarf zum frühen Kaiserschnitt überredet, damit die Geburt in das bestehende Kalenderjahr fällt und dort angerechnet wird. Dies passiert dutzendfach und die Ärzte und Schwestern wissen davon.

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boeseHelene 02.12.2014, 10:15
7.

Wie ich solche Vergleiche liebe *rolleyes* man könnte die normale Geburt auch mit einem Rauswurf aus einem Club durch einen Türsteher vergleichen der einen in die kalte Nachtluft wirft. Wenn eine Mutter sich sicherer fühlt bei einem geplanten Kaiserschnitt warum nicht. Es soll auch normale Geburten geben die schneller geben nämlich Sturzgeburten ;) Und dann wäre da noch die Frühgeburt.

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indy555 02.12.2014, 10:15
8. Alles eine Frage des Geldes...

Schließlich wird bei einer Sectio die Krankenkasse mit bis zu 6000? zur Kasse gebeten, wobei eine natürliche Geburt gerade mal mit 2000-3000? vergütet wird.
Allein diese widerlichen Verkaufsshows in den Kliniken zum Thema Geburt sind so perfide und falsch, das der werden Mutter die natürliche Geburt schon fast als Suizid verkauft wird.

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meandmyself 02.12.2014, 10:20
9. Geburt

Ich kenne genug Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind und die gegenüber "natürlich geborenen" keine Nachteile haben. Aber klar: Hebammen müssen halt auch schauen, wo sie bleiben...

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