Forum: Gesundheit
Geplantes Gesetz: Wer soll Organe spenden?
DPA

Künftig soll jeder als Organspender gelten, der nicht zu Lebzeiten widersprochen hat. So sieht es die Gesetzesinitiative vor, die gerade im Bundestag diskutiert wird. Gegner haben ernste ethische und juristische Bedenken.

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maranatha-ven 01.04.2019, 12:42
1. Bin gegen das Gesetz

Warum ein Gesetz, dass Organentnahme möglich wird, wenn kein Widerspruch zu Lebzeiten. Bin dagegen! Will nach meinem Tode nicht weiterleben, wenn mein Organ irgendwo transplantiert wird. Sind wir Ziegelsteine, die man einfach so nimmt.

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Daueronline 01.04.2019, 12:45
2. Ich sehe noch ein anderes Problem

Wenn jemand nicht spenden möchte, es aber gerade "Bedarf" gibt (sie es durch ein eintreffendes Unfallopfer oder durch einen skrupellosen Mediziner), wer garantiert dem potentiellen Spender, dass sein Recht auf körperliche Unversehrtheit gewahrt bleibt? Wenn sein Widerspruch mal eben nicht auffindbar ist oder aus der Datenbank gelöscht wird? Bei einer aktiven Zustimmung muss im Zweifelsfall diese gezeigt werden können, was nachträglich schwer zu machen sein wird.

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karin.italienfan 01.04.2019, 12:51
3. Organspende-Ausweis

Ich hatte viele Jahre lang in jeder Handtasche einen Organspende-Ausweis. Nachdem verschiedene Skandale an Kliniken bekannt wurden, habe ich alle Ausweise vernichtet. Und nachdem ich einen schrecklichen Film gesehen und die geschockten Eltern eines verstorbenen Kindes gehört habe, bin ich mittlerweile der Meinung, dass ich keine Lust habe, meinen Körper "ausschlachten" zu lassen, zumal das Hirntod-Merkmal immer noch umstritten ist. Ich werde auf jeden Fall widersprechen. Andererseits muss ich mir keine allzugroßen Sorgen machen, da laut meinem Hausarzt "alte" Organe ohnehin nicht als Spenderorgane in Betracht kommen ;-).
Sollte dieser Vorschlag wirklich Gesetz werden

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carcaroba 01.04.2019, 13:06
4. einfache Lösung

wer registrierter Organspender ist, erhält bevorzugt ein Organ, wenn er mal selber eins benötigt. Und schon steigt die Zahl der Organspender rapide, der Mensch ist einfach egoistisch.

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Ranor 01.04.2019, 13:11
5. Der meschliche Körper als Verfügungsobjekt des Staates

Ich stehe positiv zur Organspende und habe auch einen entsprechenden Ausweis ausgefüllt, den mir meine Krankenkasse zugeschickt hatte. Diesen trage ich auch immer bei mir in meine Brieftasche.
Ich bin jedoch ein entschiedener Gegner der Widerspruchslösung, die Argumente dafür sind größtenteils im Text bereits genannt. Was mich persönlich jedoch besonders abschreckt ist der Gedanke der hinter Gesetzt steht, dass der Körper eines Staatsbürgers per se dem Staat gehöhrt und ich gezwungen werde aktiv Stellung zu nehmen wenn damit nicht einverstanden bin. Sollte die Widerspruchslösung durchgewunken werden so werde ich meinen Auseis vernichten und in dem entsprechenden Register Widerspruch einlegen. Das finde ich zwar bedauerlich, aber irgendwie muss man ja ein Zeichen des Protestes gegen diesen Staat setzen der sich immer mehr anmaßt selbst in privatesten Bereichen der persönlichen Lebensführung Einfluss zu nehmen.

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troka 01.04.2019, 13:11
6. Wehret den Anfängen...

..solange das Gesundheitswesen immer stärker den Marktregularien unterworfen wird und sich von einem Gemeinwesen immer mehr entfernt ist diese verordnete "Verwertung" von Menschen strikt abzulehnen. Am Ende entscheidet auch hier die Dicke der Geldbörse und an welchem Ende der Hierarchieleiter man sitzt, wer am schnellsten ein Spenderorgan bekommt. und wer sagt, dass dann nicht auch "unerwartete" Tode planbar sind. Spahn öffnet hier die Büchse der Pandora. Das Schlimme ist, er merkt es nicht mal in seiner "marktkonformen" Denke...

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cosmopolisxiii 01.04.2019, 13:12
7. Dafür

Aktuell befassen sich offenbar zu wenige Menschen mit der Möglichkeit eines "ja" zur Organentnahme, wenn von 9400 Menschen auf einer Warteliste stehen, es aber 2018 nur rund 3500 Organtransplantationen gab. Die Debatte, die Herr Spahn auslöst führt vllt. zu mehr Organspendeausweisen, wo ein "ja" angekreuzt wird. Aber auch mit der Widerspruchslösung hat jeder die freie Möglichkeit sich dem zu enthalten. Man muss sich halt mal mit der Thematik befassen! Zudem haben ja auch die Erben jeweils noch die Chance auf eine "nein".
Was mich stutzig macht, warum das bei uns gesetzeswidrig sein soll, während ähnlich liberale Demokratien dies sehr wohl hinbekommen. Das eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden muss scheint klar, aber einen unauflöslichen Grundgesetzverstoß sehe ich nicht. Vllt. findet sich eine Mehrheit und mehr Menschen denken darüber nach, dass Sie einmal froh sein werden, wenn ihre Liebsten von einem Organ eines Verstorbenen gerettet werden!

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Softship 01.04.2019, 13:12
8.

Zitat von maranatha-ven
Warum ein Gesetz, dass Organentnahme möglich wird, wenn kein Widerspruch zu Lebzeiten. Bin dagegen! Will nach meinem Tode nicht weiterleben, wenn mein Organ irgendwo transplantiert wird. Sind wir Ziegelsteine, die man einfach so nimmt.
"Warum ein Gesetz, dass Organentnahme möglich wird, wenn kein Widerspruch zu Lebzeiten."
Ganz einfach, damit andere Menschen weiterleben können
"Bin dagegen". Warum dagegen sein statt einfach Ihren Widerspruch registrieren lassen?
Wenn Sie meinen, dass *Sie* weiterleben, wenn z.B. Ihre Nieren woanders "tätig" sind, während Ihr Hirn im Grab modert - oder eingeäschert wurde - nun ja, das ist Einstellungssache. Aber es gibt auch Menschen die an der Vorstellung Trost finden, dass Ihre Organe weiterexistieren, auch wenn sie es selbst nicht mehr tun.
Und von den Organempfängern und ihre Familien ganz zu schweigen...

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cosmopolisxiii 01.04.2019, 13:13
9. Dafür

Aktuell befassen sich offenbar zu wenige Menschen mit der Möglichkeit eines "ja" zur Organentnahme, wenn von 9400 Menschen auf einer Warteliste stehen, es aber 2018 nur rund 3500 Organtransplantationen gab. Die Debatte, die Herr Spahn auslöst führt vllt. zu mehr Organspendeausweisen, wo ein "ja" angekreuzt wird. Aber auch mit der Widerspruchslösung hat jeder die freie Möglichkeit sich dem zu enthalten. Man muss sich halt mal mit der Thematik befassen! Zudem haben ja auch die Erben jeweils noch die Chance auf eine "nein".
Was mich stutzig macht, warum das bei uns gesetzeswidrig sein soll, während ähnlich liberale Demokratien dies sehr wohl hinbekommen. Das eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden muss scheint klar, aber einen unauflöslichen Grundgesetzverstoß sehe ich nicht. Vllt. findet sich eine Mehrheit und mehr Menschen denken darüber nach, dass Sie einmal froh sein werden, wenn ihre Liebsten von einem Organ eines Verstorbenen gerettet werden!

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