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Geschäfte mit Diabetes Typ-2: Niedriger Blutzucker, hohe Gewinne
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Diabetiker müssen ihren Blutzucker senken - meist mit Medikamenten. Aber gerade Älteren kann eine strikte Therapie schaden. Trotzdem propagiert der Pharmakonzern Sanofi niedrige Werte, unterstützt von einer Krankenkasse.

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sa7ra9 16.06.2017, 12:32
10. x

Was für ein kompliziertes Thema, dieses in einem so kurzen Beitrag zu erläutern wollen ist nicht Zielführend.
Die Message, die wahrscheinlich bei einigen hängen bleibt - was int. mich zu hohe BZ Werte ich habe ja kein Durst - na Prost Mahlzeit.

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hubelwutz 16.06.2017, 12:32
11.

Ich kann für Betroffene nur die anekdotenhaften Berichte von Typ-1 und Typ-2-Diabetikern wiedergeben, die mit kohlehydratarmer Nahrung ihren Blutzuckerspiegel dauerhaft senken konnten. Inwieweit Studien dies untermauern bin ich mir nicht sicher, jedoch lohnt sich die Eigenrecherche für Betroffene meiner Meinung nach.

Leider wird oftmals in Europa, den USA noch die altbekannte Lebensmittelpyramide propagiert, die vermehrte Kohlenhydrataufnahme untermauern soll. Wie oben jemand schrieb, kann ich auch das sog. intermittent fasting empfehlen, dass aber homöopathische Zuckerkugeln beim Behandeln der sog. Zuckerkrankheit helfen, wage ich einfach mal zu bezweifeln.

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gebruker 16.06.2017, 12:46
12. Frage

Wieso wird das Buch von Prof. Peter Nawroth : Macht Zucker wirklich krank? nicht erwähnt?
Die Referenz zur Studie, dass Diabetes im Alter nicht schadet würde mich interessieren

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MartinReichel 16.06.2017, 12:47
13. Niedrige Grenzwerte

nützen vor allem der Krankenkasse, die einen dann als Risikopatient einstuft, um höhere Beiträge zu kassieren.

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rambazamba1968 16.06.2017, 13:04
14. Diabetes ist das beste Geschäftsmodell ever

Erst verdient die Lebensmittelindustrie mit günstigem Industriezucker, den sie bereits den Kindern untergejubelt hat. Hier fängt schon die erste Körperverletzung an. Dann sind die Leute süchtig von Zucker, werden mit der Zeit dicker und dicker. Bewegungsarmut kommt dazu. Die Ärzte freuen sich über regelmäßige Besuche in Ihren Praxen. Die Politik wird schön von Lobbyisten der Pharma, Ärzteverbände und Lebensmittelindustrie bei Laune gehalten. Und die Pharmaindustrie macht hinten raus mit ihren Diabetesmedikamenten noch mal Big Business.
Warum was ändern???? Läuft doch!

Sorry, bei dem Thema könnte ich zum Wutbürger mutieren. Was macht der Gröhe eigentlich gerade. Sitzt er jetzt gerade bei der Pharmaindustrie und lässt sich bezirzen. Interviewen, jeden Tag dazu, bitte. Bitte. Ich halte es nicht mehr aus.

Wenn wir das Thema mal ernsthaft angehen wollen, dann müssen wir unsere Kinder schützen, aufklären und gesunde Strukturen in unserer Gesellschaft unterstützen. Und wer am Schluss Diabetes bekommt, wegen einem schlechten Lebensstil, der muss bitte die Rechnung so weit wie möglich selber bezahlen. Und ja, wenn der Manager Diabetes bekommt, weil er die ganze Zeit im Bürostuhl sitzt, dann bezahlt er die Millionen für die Medikamente selber.

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leconnecteur 16.06.2017, 13:20
15. "Das bisschen Zucker", wa?!

Da erkennt eine Krankenkasse also endlich mal, dass gezieltes Vorabhandeln – vor allem auch noch im Bereich der nichtmedikamentösen(!) Prävention, denn das ist die Kernbotschaft der Kampgane – auch für sie wesentlich günstiger ist (ganz zu schweigen vom Patientenwohl) als nachher die immensen Kosten für die Behandlung der Folgeschäden zu bezahlen und dann wird ihr hier mit einem Pseudoscoop ein Strick daraus gedreht...

Ich kann den beiden Redakteurinnen nur raten, mal ein Wartezimmer eines Diabetologen oder eine Diabetes-Selbsthilfe-Veranstaltung zu besuchen sowie einen Blick in die Statistiken (https://www.diabetesde.org/system/files/documents/gesundheitsbericht_2017.pdf; http://www.diabetesatlas.org/) zu werfen ... mal sehen, ob sie dann immer noch meinen, die individuell fatalen und gesamtgesellschaftlich extrem kostspieligen Folgen eines dauerhaft entgleisten Stoffwechsels kleinreden zu müssen.

Diabetiker bilden die Hauptgruppe der erblindeten, amputierten, neuropathischen und dialysepflichtigen Menschen in Deutschland und sind als Untergruppe auch bei kardiovaskulären Ereignissen inkl. Todesfälle ganz vorne mit dabei.

PS: "Aber Typ-2-Diabetes ist vor allem eine Alterskrankheit. Zwei von drei Diabetikern sind über 60 Jahre."
Das heißt: Über 2 Mio. Typ-2-Diabetiker in Deutschland sind unter 60 Jahren. Wieso werden die absoluten Zahlen hier einfach mal unterschlagen? Hätte dies etwa der Message des Artikels geschadet?

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Mikle 16.06.2017, 13:25
16.

Seit über 50 Jahren habe ich den Spiegel abonniert und weiß daher, dass uns Ärzten bei der Behandlung von Patienten immer nur Geldgier unterstellt wird (im SPIEGEL werden Ärzte nicht "honoriert", sie "bereichern" sich).
Ich kann sie beruhigen. Egal ob ich einen Diabetiker intensiviert oder mit Beratung behandle, ich kriege immer den gleichen Betrag, alle 6 Monate ca 15€ für DMP (Zeitaufwand 20 bis 30 Minuten).
Dem Inhalt des Beitrags kann ich allerdings zustimmen, insbesondere die intensivierte Behandlung älterer Diabetiker. Meistens kommen diese Erkrankten mit BZ - Messung und Bestimmung der benötigten Insulindosis nicht zurecht, mit der Folge, dass es immer wieder zu Unterzuckerungen, häufig im Schlaf, kommt. HBA1c-Werte unter 7% sind daher abzulehnen. Ist Insulinbehandlung nötig, bieten sich die alt bekannten Mischinsuline an, was leider immer noch viele Diabetologen ablehnen. Hier kommt man in aller Regel mit einer einmal festgelegten Insulindosis aus. Wenn zu recht im Beitrag die Insulinbehandlung älterer Diabetiker in Frage gestellt wird, muss man allerdings bedenken, dass die meisten oralen Antidiabetika ( Metformin etc.) auch schon bei einer mittleren Nierenschwäche (GFR < 30) absolut verboten sind, und wenn behandelt werden muss, man auf Insulin angewiesen ist.
Nach vielen Jahren als Krankenhausarzt und später als Hausarzt weiß ich, dass die Behandlung, bei aller Kritik an Pharmaindustrie und Leitlinien, in genletzten Jahrzehnten dazu geführt hat, dass jetzt sehr viel weniger schwere Folgeerkrankungen, wie Amputationen, Erblindungen usw. auftreten, als noch vor 40 oder 50 Jahren, wobei die Mitarbeit der Patienten (Diät und Bewegung) auch dazu beigetragen hat.

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tomtom 16.06.2017, 13:28
17. Diabetes ist eine ganz wunderbare Zahlungsreihe

Als Betroffener weiß ich: Der Arzt jubelt bei dieser Diagnose, denn ab sofort sieht er seinen neuen Kunden alle drei Monate und darf ein paar lustige Untersuchungen abrechnen.

Ich habe es selbst erlebt: Statt intensiv eine Veränderung der Lebensgewohnheiten zu fôtdern gibt es einfach zunächst einma Metformin.

Ich nehme an einer Studie Teil. Indikativen Zwischenwegebnis: 70% aller Folgeerkrankungen bekommt man unabhängig von der Zuckereinstellung. Einige mit sehr hohen Werten bekommen nichts, andere mit sehr guten Werten alles. Man habe noch keine Ahnhng warum das so sei. Bestes Beispiel bin leider ich: Meine Werte waren immer im 6,XX Bereich. Trotzdem habe ich eine Polyneuropathie.

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mapcollect 16.06.2017, 13:40
18.

Zitat aus Wikipedia:
Ursachen
Auch Diabetes Typ-2 ist eine multifaktoriell ausgelöste Erkrankung, wobei an erster Stelle der Ursachen das Übergewicht steht. Dessen Einfluss wird durch die Gene und mögliche weitere Faktoren verändert.
Übergewicht
Übergewicht gilt als eine der Hauptursachen für diesen Erkrankungstyp. Insbesondere übermäßiges Bauchfett um innere Organe wie Leber oder Bauchspeicheldrüse, verursacht durch eine fett- und zuckerlastige Ernährung, gilt als Risikofaktor.[48][49][50] Neben der angeborenen Insulinunempfindlichkeit resultiert aus dem Übergewicht eine zusätzliche Insulinresistenz der insulinabhängigen Körperzellen. Wird eine derartige Zelle bei gesunden Menschen mit Insulin stimuliert, werden vermehrt Glukose-Transportproteine vom Typ 4 (GLUT-4) in die Zellmembran eingefügt. Bei Typ-2-Diabetikern ist unter anderem dieser Mechanismus gestört. In ihrem Muskel- und Fettgewebe wird GLUT-4 herabreguliert. Der genaue Mechanismus der Insulinresistenz ist bisher unklar; es handelt sich aber nicht um einen Defekt des GLUT-4. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Konzentration des Botenstoffes Retinol Binding Protein 4 (RBP-4) und dem Ausmaß der Insulinresistenz. RBP-4 wird im Fettgewebe übergewichtiger Menschen in übergroßen Mengen produziert. Dieser Botenstoff scheint dazu zu führen, dass Muskel- und Leberzellen kaum noch auf das blutzuckerregulierende Hormon Insulin reagieren.[51] Bessert sich nach körperlichem Training die Insulinresistenz, sind auch geringere RBP-4-Plasmaspiegel zu messen.
Therapie
Beim Typ-2-Diabetes kann die erhöhte Insulinresistenz u. a. durch Gewichtsabnahme und vermehrte Bewegung verringert werden. Bis 2009 forderte die Deutsche Diabetes-Gesellschaft in ihren Leitlinien, dass eine medikamentöse Therapie erst nach Ausschöpfung dieser Maßnahmen erfolgen sollte. Der Blutzucker sinkt bei jedem Patienten, der Übergewicht abbaut, prozentual im Mittel deutlicher als der Blutdruck. Etwa die Hälfte aller neu diagnostizierten Diabetiker erreichen durch eine Gewichtsabnahme von 10 kg eine Remission (normaler Nüchternblutzucker). Diese Erkenntnisse legen übergewichtigen Diabetikern eine umfassende Lebensstiländerung nahe, was allerdings eine hohe Motivation erfordert und für viele Patienten schwer zu realisieren ist.

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collermann 16.06.2017, 13:41
19. Metformin verlängert sogar das Leben

Die Autoren hätten sich wenigstens über den heutigen Stand der Forschung informieren sollen, wenigstens was Metformin betrifft. Da ist die FAZ weiter:
"Bei den Diabetikern unter Metformintherapie gab es die wenigsten Todesfälle.... Die zuckergesunden Probanden hatten ihnen gegenüber sogar eine um fünfzehn Prozent kürzere mittlere Überlebenszeit..." Siehe:
http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/arzneimittel-metformin-was-diabetiker-vital-haelt-13129811.html

"Metformin ... verringert es das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen bei Typ-2-Diabetes. ... unter Metformintherapie ein um 37 Prozent reduziertes Krebsrisiko. Andere Studien z. B. im Zusammenhang mit Darm-, Prostata- oder Brustkrebs zeigen gleichsinnige Ergebnisse."
Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Metformin (Hinweise auf Studien dort)

"Metformin könnte einen nachhaltigen Nutzen für das Herz-Kreislauf-System haben." Siehe:
http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4905046

"Drei Wirkungsqualitäten werden zur Zeit für Metformin diskutiert: Senkung des Blutglucosespiegels, Senkung der Triglycerid- und Cholesterolplasmaspiegel, Einfluss auf das Blutgerinnungssystems." Siehe
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm1_12_2000

Außerdem verlängert Metformin das Leben: "Anti-Aging Human Study on Metformin Wins FDA Approval." Siehe z.B.
http://www.prnewswire.com/news-releases/anti-aging-human-study-on-metformin-wins-fda-approval-300193724.html

Leider hat Metformin auch Nebenwirkungen und die Einnahme muss vom Arzt überwacht werden. Aber Metformin könnte sogar wegen des Senkens des Cholesterins die Einnahme der schädlichen Statine ersetzen.

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