Forum: Gesundheit
Gesetzentwurf: Wie Jens Spahn Notaufnahmen entlasten will
Britta Pedersen/ DPA

Viele Notaufnahmen in Deutschland sind mit Patienten überfüllt, die auch vom Hausarzt behandelt werden könnten. Damit echte Notfälle bessere Hilfe bekommen, will Gesundheitsminister Jens Spahn nun eingreifen.

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stelzerdd 22.07.2019, 13:46
90. Die allböse "Lobby" ist schuld

Zitat von republic.reloaded
... Wenn das unselige Lobbyisten System (hier der Pharma- und Klinik Industrie) mit all ihren unseligen Instrumenten der (illegalen ???) Beeinflussung nicht benannt werden darf, wird sich auch nichts wesentliches verändern können. ......
Warum muß man eigentlich in jeder Diskussion diesen unsäglichen Lobby-Unsinn lesen?

Tatsache ist, daß die Notaufnahmen von Bagatellfällen blockiert werden. Da sind z.B. Hubschrauber-Eltern mit putzmunteren Kindern, die mal alle 10 Minuten ein wenig hüsteln.

Andrerseits sitzt am Empfang der Notaufnahme oft eine angelernte Schreibkraft und keine medizinische Fachkraft. Diese sortiert die Leute strikt nach Ankunftszeit ein und gibt unsinnige medizinische Ratschläge. Einen richtigen Mediziner sieht man erst nach Ablauf der Wartezeit. Dabei ist klar, daß ein Arzt die "Vorsortierung" zu übernehmen hat.

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bert1966 22.07.2019, 13:48
91.

Zitat von klute1972
Es ist nicht bequem, sondern man bekommt schlicht keinen zeitnahen Termin.
Selbstverständlich bekommen Sie beim kassenärztlichen Notdienst sofort einen Termin. Und selbstverständlich bekämen Sie auch beim Facharzt einen Termin, mindestens aber bei Ihrem Hausarzt.

In unserer Praxis erscheinen allerdings auch in den Sprechstunden mittlerweile 40% (!) der Patienten ohne Termin - oft wegen banalster Dinge. Wir lehnen keine einzigen von diesen ab, egal, was wir dafür an Vergütung bekommen. Es kann dann leider zu Wartezeiten kommen, weil wir die Patienten, die einen Termin vereinbaren und sich auf die Termintreue verlassen eben auch zufriedenstellen wollen. Dreimal dürfen Sie raten, wer sich nach 10 Minuten Wartezeit, oft lautstark pöbelnd, an der Anmeldung beschwert ...

Ich habe mir ´mal die Mühe gemacht, freundlich und ganz neutral zu fragen, warum es denn nicht möglich war, einen Termin zu vereinbaren. "Zu lange Wartezeit auf einen regulären Termin" kam da als Antwort so gut wie nie. "Ich war gerade in der Nähe", "ich habe gerade Urlaub", "Sie haben ja eh die Praxis auf", "Ich habe ein Recht darauf, jederzeit behandelt zu werden" (obwohl das gar nicht in Frage gestellt wurde) - das waren die häufigsten Antworten, gedankenlose Blödheit und Arroganz, sonst nichts.

Ein guter Teil vereinbarter Termin, das ist die andere Seite der Medaille, wird auch einfach ohne Absage nicht mehr wahrgenommen. Nein, das gleicht nicht die große Zahl derer ohne Termin aus, sondern schafft einfach nur zusätzliches Chaos in der Praxis.

Respekt vor dem Anderen, vor seiner Arbeit, vor seinem Tun, das ist es, was es in unserer Gesellschaft nicht mehr gibt.

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zeisig 22.07.2019, 13:53
92. Eben kein Aktionismus.

Zitat von rghrichter
erlachma (#4) hat das Problem korrekt beschrieben. Herr Spahn erzeugt heiße Luft und blinden Aktionismus.
Spahn benennt die Probleme selbst, die ja an ihn selbst adressiert sind. Das ist schon mal lobenswert, denn normalerweise tun das die Anderen. Und dann ergreift er Maßnahmen, im Rahmen seiner Möglichkeiten: Gut so. ich wünsche ihm viel Erfolg.
Ihm Aktionismus vorzuwerfen ist schlicht falsch.

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estark 22.07.2019, 13:54
93. private Krankenhäuser

Zitat von bert1966
Der weitere Weg ist gebahnt und völlig klar. Es folgt die Konzentration der fachärztlichen Versorgung nach niederländischem Modell: für gesetzlich versicherte Patienten auf Ambulatorien, die ausschließlich an Krankenhäusern angesiedelt sind, großen Konzernen gehören, gewinnorientiert arbeiten und mit entsprechenden Limitierung der Sprechstundenangebote "dienen", schon gleich, wenn man im gleichen Atemzug auch noch die Krankenhausdichte reduziert. Mittelstand und kassenärztliche Vereinigung werden abgeschafft. Die Krankenkassen verhandeln mit den Konzernen die jeweiligen Gewinnmargen direkt aus. Die Politik macht sich und das Gesundheitswesen abhängig vom Willen weniger Großkonzerne, das hat schon bei der Energieversorgung, der Mobilität und in anderen Bereichen nicht besonders gut funktioniert. Am Krankenhaus und in den Ambulatorien tätige Fachärzte werden in Zukunft prinzipiell angestellt, dürfen aber gerne noch als kleines Zückerchen und um die privatversicherten Beamten weiter zu bedienen eine Privatsprechstunde (auch in eigenen Praxen an anderen Orten) abhalten und werden für die Einweisung von Privatpatienten z. B. zu Operationen verdeckt besonders belohnt (besonders günstige Mieten, höhere Gehälter mit Bonuszahlung). Den Rest erledigen zukünftig vollends überlaufene Hausärzte, von denen im Moment die wenigstens aufgrund ihrer Ausbildung für die Beantwortung fachärztlicher Fragen geeignet sind. Der grundsätzliche Ausbildungsgang zum Allgemeinmediziner wird in Deutschland gerade erst auf breiterer Basis etabliert, von einer besonders hohen medizinischen Qualifikation dieser " eierlegenden Wollmilchsäue" wagt man noch gar nicht zu sprechen.
sind in den Niederlanden nicht erlaubt. Der Staat betreibt hier nicht nur, er plant auch.

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realist4 22.07.2019, 13:55
94. Schwierige Sache

Grundsätzlich finde ich es gut, dass Jens Spahn sich um Dinge in seinem Ressort kümmert, welche hätten längst erledigt werden müssen. Ich habe allerdings Zweifel, ob jemand am Telefon den Zustand eines Patienten immer korrekt einschätzen kann, das wird viel Zoff verursachen. Leider wird heutzutage so vieles überdramatisiert und das zeigt sich dann in den Notaufnahmen.

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Sensør 22.07.2019, 13:56
95. Herr Spahn sollte mal über den Tellerrand schauen

Nachdem ich bei einem normalen Orthopäden bei akutem Verdacht auf einen Bänderriss am Knie auf einen Termin in der Folgewoche vertröstet wurde, frage ich mich, warum es nicht einfach noch viel mehr Notaufnahmen gibt. Oder viel mehr Arztpraxen. Da man bei akkuten Krankheiten oder mittelschweren Verletzungen bei 'normalen' Ärzten mehereTage Geduld braucht, wundert mich der Run auf die Notaufnahmen in keinster Weise.

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wohei-dho 22.07.2019, 13:56
96. Die einzig SINNVOLLE Entlastung ist...

...die Abkehr von unserem materialistisch-kapitalistischen System! Diese übt einen enormen Druck auf die MENSCHEN an der BASIS aus, was sie in hohem Maße krank macht. Unsere reparative Gesundheitsindustrie ist maßgeblich fehlgesteuert, da es erst dann in Aktion tritt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Und dann werden Mittel und Methoden angewandt, die hauptsächlich die Symptome unterdrücken, anstatt die URSACHEN zu beseitigen bzw. zu heilen. Habe dies selbst mehrfach erfahren. Zum einen durch eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzüngung (vor 31 Jahren), die lt. Aussage mehrerer Ärzte unheilbar sei und nur durch lebenslange Medikamenteneinnahme zu kontrollieren sei. Infolgedessen habe ich umfangreiche Recherchen vorgenommen und bin auf eine Methode gestoßen, die in den USA schon lange erfolgreich praktiziert wird, um dieses Leiden -ohne Pharmazie- auf natürlicher Basis zu heilen. So ist es zu meinen Kosten, trotz Krankenversicherung- auch geschehen.

Zum anderen war ich jahrzehntelang in orthopädischer Behandlung wegen Rückenbeschwerden und einem kürzeren Bein. Es war eine regelrechte Odyssee, aber nichts hat dauerhaft geholfen, auch kein Beinlängenausgleich in Form einer Schuherhöhung am kürzeren Bein. Im Dezember letzten Jahres bin ich dann zu einem amerikanischen Chiropraktiker, welcher mich schon nach 7 Behandlungen von meinen jahrzehntelangen Beschwerden kuriert hat! Es lagen Wirbelverschiebungen an der Wirbelsäule vor und mein rechtes Becken war gekippt, wodurch ich rechts ein kürzeres Bein hatte. Seitdem diese Anomalien durch den Chiropraktiker behoben waren, bin ich meine jahrzehntelangen Beschwerden/Schmerzen losgeworden. Wiederum auf meine Kosten, da die Krankenkasse diese Behandlung nicht zahlt. Schizophren hoch drei!! Denn wenn ich nun weiterhin zum Orthopäden gegangen wäre, hätte ich bis zu meinem Lebensende Beschwerden/Schmerzen gehabt und die Krankenkasse weiterhin die Kosten für unnütze Bahndlungen, ev. sogar Operation(en). Unfassbar! Dabei hat die chriopraktische Bahndlungen gerade mal 480 Euro gekostet...!

Das sind nur zwei von vielen Beispielen aus meiner Erfahrung. Daher meine Überzeugung: Unser materialistisch-kapitalistisches System macht krank und läßt die Menschen am Ende hängen. Daher brauchen wir keine weitere Aufrüstung der repararitiven Gesundheitsindustrie, sondern ein neues menschenfreundliches, oder sagen wir menschengerechtes System. Aber einem solchen stehen Politiker und Politik (noch) im Wege...

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Vaidyanath 22.07.2019, 13:56
97. Notfallambulanzen

Ärztlliche Berufsanfänger sind findet man vorwiegend in der Klinik und diese werden für den Notfalldienst eingeteilt. Die mangelnde Erfahrung und auch, weil sie die Patienten persönlich nicht kennen, läßt sie auf Nummer sicher gehen und zuviele Leute ins KH aufnehmen und unnötige Untersuchungen vornehmen. Das treibt die Kosten und führt zur Überlastung der KH-Ambulanzen. Noch viel schlimmer und medizinisch fahrlässig ist Spahns Vorschlag, rein telefonisch in den Zentralen zu entscheiden, ob ein Fall ernst ist oder nicht. Wer soll da die Verantwortung übernehmen? Letztlich werden diese Anrufer auch fast alle im KH landen. Hausbesuche durch den erfahrenen Hausarzt oder Samstagsprechstunden werden dagegen so schlecht bezahlt, dass kein Hausarzt das mehr machen will. Unsere Politik ist Showbusiness geworden und Spahn wollte/musste mal wieder in die Medien. Wie sinnvoll oder unsinnig das ist, was dann öffentlich von Leuten diskutiert wird, die das System nicht wirklich kennen, spielt kaum eine Rolle. Politik dreht sich nur mehr scheinbar um Inhalte, alles dreht sich nur um die Person des Politikers und seinen Marktwert auf der Bühne eines nach Marketingaspekten geschriebenen Schauspiels, genannt "Demokratie".

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lazyfox 22.07.2019, 14:00
98. Notfallversorgung verursacht Bereitstellungskosten

Wenn die Ärtzte dafür bezahlt werden, dann ist es sicher egal ob nan das in Privatpraxen oder Abulanzen in Krankenhäusern organisiert. Wenn man diese 'wirspareallesweg-Mentalität' aufgibt, dann lässt es sich organisieren, weil man es bezahlt. Organisieren ohne bezahlen - klappt nicht.

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pm40 22.07.2019, 14:01
99. Ich zahle hier in der Schweiz aber auch....

Zitat von curieuse
"....ich mich wundere, warum unsere hochmögenden Gesundheitspolitiker und Ärztefunktionärinnen nicht mal in Richtung Schweiz oder Norwegen schauen und sich vor Ort erkundigen, wie es besser gehen könnte.
….knapp CHF 8000,- p.a. für die Krankenkasse + CHF 2000,- Franchise p.a. (für mich alleine, Frau & Kind sind extraversichert)

Das muss man dann aber auch wollen.

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