Forum: Gesundheit
Gesetzentwurf: Wie Jens Spahn Notaufnahmen entlasten will
Britta Pedersen/ DPA

Viele Notaufnahmen in Deutschland sind mit Patienten überfüllt, die auch vom Hausarzt behandelt werden könnten. Damit echte Notfälle bessere Hilfe bekommen, will Gesundheitsminister Jens Spahn nun eingreifen.

Seite 8 von 20
republic.reloaded 22.07.2019, 13:20
70.

Ich kann mich daran erinnern, dass wir in den 70er Jahren für Polikliniken demonstriert (!) haben. Die Kassenärzte waren zutiefst erschrocken. Nun sind wir wieder an dem Punkt wo der Bedarf vielleicht noch deutlicher geworden ist.
Wenn das unselige Lobbyisten System (hier der Pharma- und Klinik Industrie) mit all ihren unseligen Instrumenten der (illegalen ???) Beeinflussung nicht benannt werden darf, wird sich auch nichts wesentliches verändern können.
Es ist absurd und zynisch, den Patienten bzw. den Bürgern oder Wählern hier die Verantwortung zuzuschieben, was mittlerweile Standardargumentation der Politik geworden ist.
Eigentlich ist das die wichtigste Argumentation der „Fridays For Future“ Bewegung: die Konterkarierung des demokratischen Gedankens durch die gewählten Volksvertreter strikt abzulehnen, den dafür sind Volksvertreter gewählt, um stellvertretend Missstände möglichst effektiv und im Sinne der Bürger/ Wähler/„Souveräns“ (!) abzustellen.
Seehofer hat das mal offen bei Pelzig zugegeben, dass er als Gesundheitsminister nicht derjenige ist der das umsetzen kann.


Das ist

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mutenroshi 22.07.2019, 13:21
71. Richtigstellung

"Wozu benötigt man am WE eine AU-Bescheinigung?"
Das habe ich nicht geschrieben. Sondern, dass es eine Entlastung für Praxen darstellen KANN, wenn dort weniger Patienten sind, die hauptsächlich eine Krankschreibung brauchen. Wenn die Praxen entlastet würden, hätten sie mehr Zeit für die Patienten, die ansonsten in die Notaufnahme gehen.
Es ist nun einmal so, dass sowohl Praxen als auch Notaufnahmen überlastet sind.
"Und Medikamente verordnen, "ohne sich von der Indikation ärztlich vergewissert zu haben :-) ? Da kann man seine Approbationsurkunde auch gleich zum Entzünden der Holzkohle im Grill verwenden, wech ist die dann so oder so."
Es gibt z.B. Folgeverordnungen für Chroniker. Die nehmen jahrelang dieselben Medikamente in derselben Dosis ein. FALLS ein Praxisarzt das für gerechtfertigt hielte und die Möglichkeit hätte, z.B. derartige Verordnungen auszustellen, ohne dass die Patienten stundenlang in der Praxis hocken, wäre er entlastet und könnte seinerseits die Notaufnahme entlasten.
Jeder Notdienst muss am Telefon per vorläufiger Ferndiagnose beurteilen, zu welchem Patienten er zuerst hin muss. Sogar dort werden also weit reichende Entscheidungen -zunächst!- nach Ermessen und ohne Patientenkontakt getroffen.
Wie lautet bitte Ihr Vorschlag? Mehr Geld? Ist ja innovativ.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
isar56 22.07.2019, 13:23
72.

Zitat von bert1966
Den regelmäßigen Notdienst der niedergelassenen Ärzte gibt es immer in der gleichen Form und immer noch ist jeder niedergelassene Arzt verpflichtet, daran teilzunehmen. Das hat sich nicht geändert. Geändert hat sich, dass Patienten lieber diesen Notdienst völlig überlasten, als Termine zu regulären Sprechstundenzeiten zu machen. Es ist so schön bequem.
Das Problem ist wohl vielseitig. Patienten, die wegen einer kleinen Erkältung die Notaufnahme aufsuchen oder den Notdienst rufen haben ebenso ihren Anteil, wie Bereitschaftsärzte, die bei einem Beinbruch nicht kommen, mit der Begründung der Patient sei jünger als er selber. Ist mir tatsächlich passiert.
Wegen einer Bagatelle habe ich ihn nicht gerufen, denn ich musste einige Tage in der Klinik bleiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
K. Larname 22.07.2019, 13:23
73.

Passt - Ich hatte schon mal von mindestens einer Einrichtung gehört, in der ein Allgemeinmediziner im Bereich einer Notaufnahme praktiziert, um genau diese Problematik in den Griff zu bekommen und alle Beteiligten waren zufrieden bis begeistert.

Vielleicht kann man Einige ausschimpfen, die Notaufnahmen missbrauchen, aber sicher nicht Alle.
Auch Harmloses kann ggf. schmerzhaft bzw. beunruhigend sein und deshalb überbewertet werden.

Es macht m.E. absolut Sinn, wenn jeder Notaufnahme eine Vorfilterung / ein Allgemeinmediziner zur Verfügung steht, damit es für wirklich Dringendes nicht zum Stau kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
klute1972 22.07.2019, 13:25
74.

Zitat von hackman36
Für gesetzliche Versicherte gibt es schon seit Jahren für jeden Arzt, also auch Facharzt ein Budget. Das bedeutet, dem Arzt wird vorher gesagt, wie viele Patienten er zu welcher Duchschnittsbezahlung pro Quartal behandlen darf. Alles was darüber hinaus geht, wird aus dem bezahlt, was im großen Topf übrig bleibt. Meistens nichts. Aus diesem Topf finanziert Herr Spahn nun auch noch seine "Sofortmaßnahmen", deren Finanzierung natürlich Priorität hat. Wie kann so also die Motivation der Ärzte steigen, weitere Patienten zu behandeln? Man bekommt nichts, muss aber die Kosten für Personal etc. selber tragen. Bei einem Fehlbefund hat man dann auch noch einen Regress. So ist die Realität. Bei Privatpatienten gibt es diese Budgetierung nicht. Primär wirde jede Untersuchung bezahlt. Wen würde Sie bevorzugen?
Das ist ja Teil des Problems! Ich würde die privaten Versicherungen abschaffen und mehr Facharztpraxen zulassen. Etwaige Mehrkosten, weil dann angeblich mehr Leute zum Arzt rennen, würden sicherlich durch die Mehreinnahmen aufgefangen werden. Aber die meisten Politiker haben kein Inteesse daran, dass private Versicherungen abgeschafft werden. Warum wohl? Weil sie sich in den Kreisen der Privatversicherten bewegen.
Ausserdem würde ich so einen Blödsinn wie die Zuzahlungen für Homöopathie und Yogakurse streichen. Ich zahle sehr gerne meinen Yogakurs selbst, wenn ich dafür, wenn ich wirklich krank bin, beim Hautarzt oder Orthopäden mal innerhalb von vier Wochen einen Termin bekommen würde...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zzzzxy 22.07.2019, 13:26
75. äh, genau

blöderweise hat kein arzt am samstag auf. kratzt mein hals, weiss ich mangels zuhause vorrätigem streptokokkentest halt leider nicht, ob ich antibiotika brauche um schnell wieder fit zu werden oder ob es ein heißer grog auch tut...
mittwoch mittag ist auch ein schlechter zeitpunkt für sowas - versteh ich an der stelle auch nicht wirklich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alice-b 22.07.2019, 13:26
76. Ja..

Zitat von der-matz
In den Niederlanden gibt es in jedem Krankenhaus neben der Notaufnahme einen sogenannten Hausarztposten. Ist ein Patient bei der Abmeldung nicht sehr deutlich ein Notfall, muss er erst dorthin. Funktioniert prima.
ein gutes Modell aus anderen Ländern, ohne Zusatzkosten, zu übernemen fällt Deutschland schwer. In Deutschland muss zumindest ein Feldversuch oder ein Gesetz gestartet werden, mit enormen Vorlaufkosten. Bestes Beispiel das große gelbe Stopschild wegen Geisterfahrern bei Autobahnen, funktioniert in Österreich und Luxemburg tadellos. In Deutschland wird zuerst auf einem Autobahnabschnitt ein teurerer Feldversuch gemacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Crom 22.07.2019, 13:26
77.

Zitat von bert1966
Ich bin aber gegen politische Doppelzüngigkeit: fast alle Parteien wollen mittlerweile die private Krankenversicherung abschaffen, wettern in politischen Schaureden gegen die "Zweiklassenmedizin", Herr Spahn ist mit seiner ungeschickten politischen Agitation mittlerweile oft linker als Die Linke.
Eigentlich wollen nur SPD und Linke die private KV abschaffen, vielleicht noch paar Grüne. Warum man aber ein funktionierendes System zu Gunsten eines schlechteren (GKV) abschaffen sollte, leuchtet mir bis heute nicht ein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
klute1972 22.07.2019, 13:27
78.

Zitat von bert1966
Den regelmäßigen Notdienst der niedergelassenen Ärzte gibt es immer in der gleichen Form und immer noch ist jeder niedergelassene Arzt verpflichtet, daran teilzunehmen. Das hat sich nicht geändert. Geändert hat sich, dass Patienten lieber diesen Notdienst völlig überlasten, als Termine zu regulären Sprechstundenzeiten zu machen. Es ist so schön bequem.
Es ist nicht bequem, sondern man bekommt schlicht keinen zeitnahen Termin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Omegatrust 22.07.2019, 13:31
79. Augenwischerei

Bekommt der Arzt der die Patienten aus der Notfallzentrale nimmt dann auch mehr Geld so wie bei der zentralen Terminvergabe? Das läuft jetzt schon so, dass der Patient der selber kommt weggeschickt wird weil der aus der Vermittlung von Herrn Spahn mehr Geld bringt. Wie gesagt Hauptsache die Kasse muss stimmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 20