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Gesund im Alter: Rauchstopp lohnt sich auch später im Leben
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Rauchen im Alter wird aus Sicht der Gesundheitswissenschaften ein immer drängenderes Problem. Die gute Nachricht: Wer noch in höheren Lebensjahren umsteuert, hat davon nur Vorteile.

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Sibylle1969 10.09.2019, 11:45
1.

Mein Vater hat mit 65 nach über 40 Jahren starkem Rauchen (drei Päckchen Reval ohne Filter pro Tag) mit dem Rauchen aufgehört. Heute ist er 85. Mit ziemlicher Sicherheit würde er heute nicht mehr leben, wenn er weiter geraucht hätte. Mit 81 hatte er zwar einen Schlaganfall, aber seine Lunge hat sich anscheinend noch einigermaßen regeneriert. Der Vater eines Freundes, ebenfalls starker Raucher, ist hingegen mit 74 an COPD gestorben. Er hat bis zum Tod geraucht.

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martine-primus 10.09.2019, 12:05
2. Rauchen ist Sch**sse!

mein Vater hat ebenfalls immer geracht - drei Schachteln Rothändle ohne täglich. Die Urlaubsfahrten im Auto waren für mich als Kind die Hölle, da auch meine Mutter immer mal rauchte. Die Atemluft war blau!
Vor ca. 15 Jahren hat er aufgehört (mit ca. 55). Meine Mutter auch endgültig. Aber er leidet an COPD.
Ich kenne viele Männer (Nachbarschaft), die das Alter um die 75 haben und an COPD erkrankt sind. Sie sind nicht mehr belastbar. Alle haben vor Jahren aufgehört, aber die COPD blieb.
Selbst ein Spaziergang ist bei meinem Vater tagesformabhängig. Mein Nachbar kann gerade noch zum Auto laufen. Es ist wirklich furchtbar, dass man die Fehler seiner Jugend, als man anfing, nicht mehr rückgängig machen kann. ABer noch unverständlicher ist es mir, dass es überhaupt heutzutage noch einer wagt, mit dem Rauchen anzufangen. Die Aufklärung ist doch nun so gut, besser geht es nicht!
Und dass Deutschland - Lobbyland mal wieder eine Ausnahme in der EU ist, wundert auch niemanden mehr. Traurig!

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entejens 10.09.2019, 12:38
3. "Wer noch in höheren Lebensjahren umsteuert, hat davon nur Vorteile."

Das ist mir zu pauschal und zu optimistisch.
Meine Frau hatte es versucht, mit Rauchen aufzuhören, mit dem Effekt, daß sie in kurzer Zeit ca. 15 kg zugenommen hat (und damit deutlich übergewichtig wurde). Hier traten also definitiv 2 gesundheitliche Nachteile auf: Übergewicht und starke negative psychische Auswirkung. Sie hat wieder angefangen und mit einer Ernährungsumstellung (z. B. ein Tag pro Woche annähernd kohlehydratefrei, weniger Fleisch und Wurst) sowie noch mehr Bewegung in 18 Monaten die 15 kg wieder abgenommen.
Auch der Versuch des Umweges über die E-Zigarette schlug (vorerst) fehl: In 2 Wochen eine Gewichtszunahme von 3 kg.
Die Auswirkungen der Veränderung des Stoffewechsels aufgrund des Nikotinentzugs sind also auch nicht zu unterschätzen.

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fritzstark 10.09.2019, 12:49
4. Schlafen gegen Sucht

vom Jugendlichem Alter bis 50 20/Tag geraucht.
Urlaub mit Familie in südlicher Toskana. Meine Absicht, aufzuhören nicht angekündigt.
Bei der Ferienwohnung im Schatten unter einer Pinie im Liegestuhl geschlafen statt zu rauchen.
Ist jetzt 21 Jahre her, seither nicht mehr geraucht, nur vor ca 17 Jahren eine übriggebliebene Havanna mit Freunden geteilt - die Sucht kam nicht zurück. Keine Pflästerchen oder sonstiger Ersatz nötig.

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K. Larname 10.09.2019, 13:02
5.

Noch ein Erfahrungsbericht:

Um die 40 Jahre starker Raucher, einerseits keine Ambitionen aufzuhören, andererseits aber vermehrt unzufrieden mit Dreck, Gestank und auch Geschmack.

Ich habe dann dem Dampfen (eZigarette) einfach mal eine Chance gegeben, ein/zwei Wochen Umgewöhnung durchgestanden und bin nun hochzufriedener Dampfer.

Ich stehe zu meiner Nikotinsucht - ich dampfe nicht, um aufzuhören. Es ist geschätzte 95% unschädlicher als Rauchen und produziert keinen Gestank und keinen Dreck. Und es schmeckt wieder, im Gegensatz zur Endphase des Rauchens.

Ich kann beurteilen, dass ein starker Raucher umsteigen kann und dass es einem ehemaligen starken Raucher schmecken kann.

Das Einzige, das man aufbringen muss, ist die Willenskraft, den Umstieg durchzustehen, ohne zur Zigarette zu greifen. Techniken kennenlernen, Liquids kennenlernen, die richtige Stärke finden. Bei mir wie gesagt zwei Wochen, es wäre aber absolut übertrieben von "total schwer" zu sprechen. Ein wenig "Schmachter" beim Herausfinden der richtigen Technik, Liquids und Stärken und dann war gut. Üblicherweise fängt man stark an, z.B. Stärke 12 oder 18, und dosiert sich dann runter, bis die richtige Stärke gefunden ist. Ich hatte zu mild angefangen, weil Dampfen anfangs kratzt und ich es für zu stark hielt.

Je länger ich dampfte statt rauchte, umso mehr nahm ich den Gestank des Rauchens wahr.
Das war auch eine interessante Erkenntnis.
Man ist als Raucher so abgestumpft aufgrund natürlicher Geruchs-Gewöhnung, dass man Nichtraucher-Aussagen zum Gestank immer als Übertreibung abtut.
Die "Duft-Aura" eines Rauchers - auch wenn er gerade nicht raucht - ist schon erstaunlich intensiv, das hatte ich nicht erwartet und war ziemlich überrascht.

Niemand kann anhand von "mal probieren" beurteilen "das ist nichts für mich".
Diese Erkenntnis und die oben erwähnte Willenskraft wünsche ich jedem Raucher.
Es macht einfach Laune zu dampfen und schmeckt um Welten besser als Rauchen.

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CancunMM 10.09.2019, 14:29
6.

Zitat von entejens
Das ist mir zu pauschal und zu optimistisch. Meine Frau hatte es versucht, mit Rauchen aufzuhören, mit dem Effekt, daß sie in kurzer Zeit ca. 15 kg zugenommen hat (und damit deutlich übergewichtig wurde). Hier traten also definitiv 2 gesundheitliche Nachteile auf: Übergewicht und starke negative psychische Auswirkung. Sie hat wieder angefangen und mit einer Ernährungsumstellung (z. B. ein Tag pro Woche annähernd kohlehydratefrei, weniger Fleisch und Wurst) sowie noch mehr Bewegung in 18 Monaten die 15 kg wieder abgenommen. Auch der Versuch des Umweges über die E-Zigarette schlug (vorerst) fehl: In 2 Wochen eine Gewichtszunahme von 3 kg. Die Auswirkungen der Veränderung des Stoffewechsels aufgrund des Nikotinentzugs sind also auch nicht zu unterschätzen.
Entschuldigung aber niemand sagt, dass es immer einfach sei mit dem Rauchen aufzuhören. Das haben Süchte so an sich. Die psychischen Auswirkungen sind ja wohl die Entzugssymptomatik. Und ja manch einer nimmt zu. Und Ihre Frau hat ja auch teilweise die richtigen Konsequenzen gezogen und ihre Ernährung umgestellt und sich mehr bewegt. Alleine das hat wahrscheinlich auch zu einem Gewichtsverlust geführt. Aber deswegen wieder anzufangen ? Naja.
Da müssen Sie aber schon deutlich zunehmen um eine ähnliche Gesundheitsgefährdung wie vom Rauchen zu bekommen.

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interessierter10 10.09.2019, 15:48
7. Dass die Werbung in Deutschland erlaubt ist,

ist allerdings auch absolut verständlich. Schließlich ist Deutschland als armes Land auf die Steuereinnahmen angewiesen. Dass es unter dem Strich durch die Gesundheitskosten für die Volkswirtschaft teurer wird, können wir in Deutschland auf Grund der naiven Industriehörigkeit bzw. zu geringen Bildung (siehe Pisa) nicht überblicken.

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entejens 10.09.2019, 18:45
8. @CancunMM

Ich habe auch nicht von "einfach" gesprochen, sondern die Aussage "nur Vorteile" so pauschal nicht stehen lassen wollen.
Sie hat auch nicht nach der Gewichtsabnahme wieder mit Rauchen angefangen, sondern als die 15 kg Gewichtszunahme "erreicht" waren - es wurde defnitiv zuviel. Ob die Zunahme allein dadurch gestoppt wurde oder "einfach so" passierte, kann ich nicht beurteilen.
Mit "starke negative psychische Auswirkung" meinte ich nicht die Entzugserscheinungen, die natürlich dazugehören, sondern die psychsiche Wirkung, die eine Gewichtszunahme von ca. 58 kg auf 73 kg mit sich bringt. Und nein, sie ist keine Magersüchtige, bei 1,52 m sind auch 58 kg nicht so wenig ...

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Jack-in-the-box 10.09.2019, 19:50
9. Spieglein, Spieglein

Da ich zu den Glücklichen zähle, die niemals in ihrem Leben geraucht haben, kann ich nur bedingt mitreden. Meine Feststellung ist jedoch, überzeugte RaucherInnen sind beratungsresistent. Sie wissen um die
Gefahren und nehmen sie bewusst in Kauf. Helmut Schmidt ging mit gutem Beispiel voran und die Sucht geht nicht zwangsläufig mit Krankheit einher, so der Trugschluss. Daher ist es wichtig, weiterhin Aufklärungsarbeit zu leisten. Beispielsweise mit diesem guten Artikel, der noch um den Punkt eines schlechteren Hautbildes hätte erweitert werden können. Oft sind es Frauen, die Probleme mit dem Älterwerden und vermeintlich nachlassender Attraktivität haben. Dabei wäre es so einfach, dem als Nichtraucherin ein Stück weit entgegenzusteuern. Mögen abstrakte Warnungen des Gesundheitssystems oder Schockbilder auf Zigarettenschachteln auch irgnoriert werden, das Spiegelbild ist Realität.

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