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Glaubensfrage Homöopathie: Meine Kinder bekommen Kügelchen
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Bei harmlosen Erkrankungen verabreichen viele Eltern ihren Kindern Kügelchen. Dabei gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Homöopathika besser wirken als Placebos. Viele Mütter und Väter glauben trotzdem daran. Warum nur?

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Nevermeind 21.03.2014, 12:42
130. Teil 1

Der Glaube liegt nicht bei den Anwendern von Homöopathie, sondern bei den Menschen, die der Schulmedizin und Pharmalobby u.a. blind alles glauben, was sie ihnen erzählen. Der Anwender weiß, was er tut.
Die Ignoranz beginnt ja schon bei dem Metonym "Kügelchen". Die Kügelchen sind nur eine von vielen Darreichungsformen, es gibt Kügelchen, Tabletten, Injektionslösungen, Trinklösungen, Tropfen, Salben, Cremes, Sirups u.a. Auch mit Bachblüten wird Homöopathie immer wieder in einen Topf geworfen, die sind aber etwas ganz anderes. Ebenso (sträflich!) falsch ist die Behauptung, Homöopathie enthalte keinerlei Wirkstoff, der sei nur "unendlich" verdünnt. Wirkstoff ist sehr wohl vorhanden.
Zum Thema "Gleiches mit Gleichem" behandeln: dieses Prinzip verfolgt auch Allopathie, z.B. mit Digitalis (ebenfalls verdünnt!) oder Impfungen. Zudem ist dieses Prinzip nicht zu wörtlich zu nehmen, es wird keineswegs unbedingt danach gestrebt, z.B. Fieber zu erzeugen um einen grippalen Infekt zu behandeln, sondern vielmehr geschaut, wo ist die Ursache von etwas, und die wird dann "hervorgeholt" um zu heilen. In diesem Sinne, ja, "Gleiches mit Gleichem".
Zum Thema "Placebo": Auch der Placebo-Effekt lässt sich bei Allopathie ebenfalls nachweisen.

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hinschau 21.03.2014, 12:42
131. Glaubt doch, was ihr wollt

Die einen glauben an Götter, andere an Außerirdische, Politiker, Lichtnahrung oder den Weltuntergang.
Ich glaube an Kügelchen. Und an die Liebe. Beides tut mir und meiner Familie gut. Und ist billig. Kann ich also sehr empfehlen.
Werd das nicht will, macht was anderes. Gut, dass wir in einem freien Land leben!

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Ford-Prefekt 21.03.2014, 12:42
132. Wissen ...

Zitat von Feuerwehrmann001
Ich bin Arzt und weiss, dass die Kügelchen keinen pharmakologischen Nutzen haben.
Es ist noch garnicht so lange her da wussten die Menschen dass die Erde eine flache scheibe im Mittelpunkt des Universum ist.

Eine einfache Sache die illustriert wie 'gut' wir die Wirkung von Stoffkonzentrationen einschätzen können ist der Geruchssinn.
Es ist allgemein anerkannt dass der Mensch nicht gut riechen kann.
z.B. Hunde können es viel besser. Wir sind derzeit nicht in der Lage dass zu messen was Hunde riechen können. Das geht soweit dass Hunde eingesetzt werden um Gewebeproben zu bewerten - weil Mensch und Technik es nicht bzw. nicht so schnell und sicher können.

Ein weiterer Punkt ist unsere bewuste Warnehmung, diese ist nur ein Teil dessen was unser Körper registriert.

Nebenbei bemerkt habe ich auch noch keine Studie zur Kenntniss bekommen die einen ernst zu nehmenden Ansatz im Punkt 'Wirkung von Homöopathie' hatte. Im wesentlichen waren es Studien die mit dem Test von Schwangeschaftsverhütungsmitteln an Männer zu vergleichen sind - Total sinnlos und die Ergebnisse im Sinne der Erwartung interprätierbar.

Solange nicht die Wirkungskette bekannt ist, kann auch keine Breitenstudie durchgeführt werde, solange können nur die bekannten Einzelfälle begutachtet werden und Lehren daraus gezogen werden.
Auch eine homöopathische Behandlung bedarf einer Anamnese durch Fachpersonen um eine zielgerichtete Wirkung zu erzielen.

Meine Hausärztin ist auf die Kombination von Schulmedizin und Naturheilkunde ausgerichtet.

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Nevermeind 21.03.2014, 12:42
133. Teil 2

Falsch ist auch die Behauptung, Homöopathen hielten sich für allwissend und seien streng gegen Schulmedizin. Das mag vor 200 Jahren so gewesen sein. Die Homöopathen, die ich kenne, verweisen aber im Gegenteil ihre Patienten oft an Fachärzte und/oder Krankenhäuser, weil sie über die homöopathische Diagnosen schwere Krankheiten feststellen, lange bevor sie schulmedizinisch nachweisbar sind. Leider werden sie da oft ausgelacht, und im Ergebnis geht man dann zum Onkologen, wenn bereits Metastasten da sind…
Zum Thema "Antibiotika": Da kann ich nur wärmstens empfehlen, möglichst drauf zu verzichten. Sie schwächen das Immunsystem. Ich habe von klein auf an schweren Angina-Erkrankungen zu leiden. Breitbandantibiotika haben da nichts geholfen, erst als mit 22 Jahren mal Toxiloges Echinacea (mittlerweile nicht mehr erhältlich!!!) versucht habe, waren die Beschwerden "auf wundersame Weise" plötzlich weg und sind nie wiedergekommen, und zwar ohne dass ich das Mittel je wieder genommen hätte!
Zum Thema "Allopathie" allgemein: Ich bin allergisch (geworden) gegen Acetylsalicylsäure. Will heißen, bei Einnahme von Aspirin, anderen ASS-Medikamenten oder verwandten Wirkstoffen (z.B. Ibuprofen) riskiere ich einen anaphylaktischen Schock mit Lebensgefahr. Bedeutet, dass ich meine Kopfschmerzen entweder schlicht aushalte oder mit Opiaten bekämpfe oder es eben mit anderen Mitteln versuche. Manch einer kommt auch zu Homöopathie, weil er gar keine andere Wahl hat, und wenn sein dann wirkt, wird er denen, die dann von Glaube und Religion quasseln, etwas husten.
Zur verschluckten Wespe: da hilft nur ein Luftröhrenschnitt, über Medikamente muss man da gar nicht mehr reden. An einem einsamen Strand dauert es aber im Zweifel etwas, bis der Notarzt da ist, weshalb ich dringend empfehle, Apis Mellifica mit sich zu führen, ist eines der Stars unter den homöopathischen Mitteln. Übrigens kann man, wenn man Pech hat, auch von einem harmlosen Wespenstich in den Arm einen Schick bekommen oder sogar sterben.
Letzten Endes denke ich, dass auch die Schulmedizin erkannt hat, was Homöopathie wirklich leisten kann, sonst würde man ja nicht forschen!

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benmartin70 21.03.2014, 12:43
134.

Zitat von esquino
wieso können sich einige leute nicht eingestehen , dass eventuell die wissenschaft heute noch nicht in der lage ist , die vielleicht wirklich vorhande wirkung der homöopathie zu erklären , z. b. in der kernphysik gibt es auch noch 1000ende ungeklärte rätsel
Selbst wenn dem so wäre: Es spricht einfach der gesunde Menschenverstand dagegen!

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Walther Kempinski 21.03.2014, 12:43
135. ohje

Zitat von karl.j.niemann
Aber wenn sie wie Placebos wirken, dann wirken sie ja. Wo ist denn das Problem, wenn homöopathische Mittel zur Behandlung von harmlosen Erkrankungen verwendet werden? Denn ein Placebo wirkt, im Gegensatz zum totalen Medikamentenverzicht. Quellen hierzu finden sich bei Google und Wikipedia, die Placebowirkung ist mittlerweile eigentlich unumstritten...
Ja Placebos wirken. Aber die Placebowirkung hat man auch bei hochwirksamen Medikamenten. Da kommt die Placebowirkung noch oben drauf auf die normale Wirkung des Wirkstoffs. Die Homöopathen hingegen verkaufen nur Dinge, die ohnehin schon da sind. Genausogut könnte ich anfangen Luft zu verkaufen. Denn Luft braucht jeder und ohne Luft stirbt man! Also ein hochwirksames Medikament gegen den Tod und es wäre noch nicht mal ein Placebo.

So wie der Wespenstich im Fallbeispiel. Man könnte sagen 2 Einzelfälle. Man könnte aber auch sagen, dass die allergische Reaktion des Kindes auf Wespenstiche allgemeinhin nicht besonders groß ist. Nicht jeder Mensch schwillt an wie ein Ballon wenn er von der Wespe gestochen wird. Das andere Fallbeispiel mit dem Hustenkind...naja. Viele Kinder machen Lärm, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Und manche husten eben, bewußt oder eben unbewußt. Husten hilft, denn dann kommt die Mutter und kümmert sich. Somit ist Husten das beste Placebo gegen zu wenig Liebe. Aber ein Medikament ist es deshalb noch lange nicht.

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hman2 21.03.2014, 12:43
136. Meditonsin

Zitat von sysop
Bei harmlosen Erkrankungen verabreichen viele Eltern ihren Kindern Kügelchen. Dabei gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass Homöopathika besser wirken als Placebos. Viele Mütter und Väter glauben trotzdem daran. Warum nur?
Neulich kam eine Studie des Herstellers des homöpathischen Mittels Meditonsin heraus, die nachweist:

Nehmen drei Viertel aller Probanden zusätzlich zum Homöpathikum normale konventionelle Medikamente - dann geht die Erkältung weg.

Woran das nur liegen kann? :-)

"Bei 739 Patienten wurde mindestens eine Begleitmedikation verordnet, am häufigsten wurden Schleimlöser, Nasenspray sowie Fieber-/Schmerzmittel genannt wurden"

http://www.pharmazeutische-zeitung.d...x.php?id=37427

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jafrae 21.03.2014, 12:43
137. Eben!

Zitat von karl.j.niemann
Aber wenn sie wie Placebos wirken, dann wirken sie ja. Wo ist denn das Problem, wenn homöopathische Mittel zur Behandlung von harmlosen Erkrankungen verwendet werden? Denn ein Placebo wirkt, im Gegensatz zum totalen Medikamentenverzicht. Quellen hierzu finden sich bei Google und Wikipedia, die Placebowirkung ist mittlerweile eigentlich unumstritten...
Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Krankenkassen homöopathische Behandlungen zumindest zum Teil noch tragen. Die Wirksamkeit (durch den Placebo-Effekt) ist zum Bespiel bei einer einfachen Erkältung nicht schlechter als bei den gängigen Medikamenten und es gibt keine Nebenwirkungen. Allerdings sind die Konsultationen bei Homöopathen durch die viel längeren Patientengespräche auch deutlich teurer, was in keinem Verhältnis zu den Kosten steht, die ein niedergelassener Hausarzt abrechnen kann. Und homöopathische "Medikamente" sind ja auch nicht gerade günstig. Insofern wäre es mal interessant zu erfahren, wieviel Geld die gesetzlichen Krankenkassen jährlich für homöopatische Therapien ausgeben, deren Wirksamkeit sich ja nur auf den Placebo-Effekt beschränkt.

Zusatz: Der Spaß hört in meinen Augen v.a. bei schweren Erkrankungen auf, wenn Homöopathie hier als alleinige Therapie angewendet wird.

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anderermeinung 21.03.2014, 12:44
138. weniger Nebenwirkungen

und Nebenwirkungen sind bekanntlich oft keineswegs unproblematisch.

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hman2 21.03.2014, 12:44
139. Ach

Zitat von karl.j.niemann
Aber wenn sie wie Placebos wirken, dann wirken sie ja. Wo ist denn das Problem, wenn homöopathische Mittel zur Behandlung von harmlosen Erkrankungen verwendet werden?
Nie waren Zucker und Wasser so teuer...

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