Forum: Gesundheit
Grafik des Tages: So viel bringt das Mammografie-Screening
DER SPIEGEL

Um die regelmäßige Brustkrebs-Vorsorge wird heftig gestritten: Kann das Screening tatsächlich Leben retten - oder schadet es mehr Frauen? Was davon stimmt, zeigt unsere Infografik.

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prefec2 24.07.2014, 17:36
10. Konsequenzen

Was solche Studien zeigen, ein unabhängiges Monitoring von medizinischen Methoden und Techniken wäre durchaus generell angebracht. Dies gilt auch für Medikamente, Hüftgelenke, Stents oder eben auch solche Vorsorgeuntersuchungen. Darüber könnte man zwei Dinge steuern. Erstens, ließen sich so Ansätze vergleichen und dann damit bessere Handlungsweisen an andere kommunizieren zum Vorteil der Patienten. Und zweitens, erlaubt es Fehler zu detektieren und zu beheben. Für letzteres müsste man in Deutschland jedoch zugeben, dass alle Fehler machen. Und man deshalb versuchen muss die Ursachen für die Fehler zu beseitigen. Und nein damit ist nicht der Mensch gemeint sondern das Procedere, welches den Fehler nicht verhindert oder zumindest seine frühzeitige Entdeckung nicht gefördert hat.

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doppelpunkt 24.07.2014, 17:37
11.

Die entscheidende Aussage des Artikels lautet: von 1.000 Frauen stirbt dank Mammografie eine weniger an Brustkrebs. Darüber muss man sprechen.
Alles andere hat ursächlich nichts mit dem Mammografie-Screening zu tun: Dass Frauen unnötigerweise eine Brust entfernt wurde, liegt nicht am Mammografie-Screenung, sondern an ärztlichen Fehlinterpretationen der Ergebnisse. Dass Frauen Früherkennung mit Vorsorge verwechseln, liegt nicht am Mammografie-Screening, sondern an ungenügender Aufklärung. Dass Frauen durch falschen Verdacht alarmiert werden, liegt ebenfalls nicht am Mammografie-Screening, sondern daran, das Ärzte womöglich einen falschen Verdacht äußern, bevor sie die Diagnose verifiziert haben. Dass jemand, der von einem Krebs geheilt wurde, jederzeit an einem anderen Krebs erkranken kann, liegt ja wohl ebenfalls nicht am Mammografie-Screening.
Also nicht das Screening abschaffen, sondern die Diagnose und den Umgang mit Patientinnen verbessern. Man kann es auch Qualitätskontrolle nennen.

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Georg_Alexander 24.07.2014, 17:38
12. Glauben Sie etwa

Zitat von medi_
Nachdem vorgestern die Koronarinterventionen für 1.) zu häufig durchgeführt und 2.) zusammenfassend unnütz erklärt wurden, ist jetzt die Mammographie dran? Morgen werden dann Schutzimpfungen für überflüssig erklärt? Was will der Spiegel damit erreichen? Leute verunsichern? Lange Jahre klinischer Erfahrung und umfangreiche epidemiologische Daten werden so einfach ignoriert?
dass unsere Gesundheits-'Industrie' (Ärzte, Krankenhäuser, Pharma, Medizintechnik, Versicherungen, ...) in erster Linie dem Wohl des Patienten dient?

Man kann gar nicht misstrauisch genug sein bei der Hinterfragung von angeblichen 'Standards'.

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docmed40 24.07.2014, 17:49
13. Stabilo!

Doch, alles o.k. Die eine Frau stirbt an einem anderen Tumor als dem Mamma Ca!
Das generelle Problem ist für den in statistischen Bewertungen ungeübten Patienten ( s. auch hier), dass man nicht versteht, dass "Vorsorge eben NICHT Leben rettet, sondern lediglich manchmal Tumoren entdeckt, mehr aber Frauen verunsichert, ängstigt und überflüssigerweise traktiert.

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robeuten 24.07.2014, 17:59
14.

Zitat von mains
an der der Grafik: Der Sinn des Brustcreenings ist es doch, Krebs frühzeitig zu erkennen.
NEIN! Der Sinn aller Vorsorgeuntersuchungen ist es, schlußendlich ein längeres Leben zu erreichen. Und genau hier liegt das Problem: einerseits wird durch die ungezielte Mammographie ein gewaltiger Kollateralschaden erzeugt, weil viele Frauen (und ihre Partner...) gestreßt werden mit Verdachtsdiagnosen, core needle-biopsiert werden, u.U. Tumore entdeckt werden, die sich spontan zurückgebildet hätten (und somit nie einer aktiven Therapie bedurft hätten; gerade beim Mamma-CA nicht soo selten!), andererseits werden damit Tumoren früher erkannt, aber die betroffene Person ist schlicht nur länger krank (da in einem früheren Stadium der Erkrankung diagnostiziert), lebt aber dadurch nicht länger (das gilt fürs Mamma-CA; bei anderen soliden Tumoren sieht das wieder ganz anders aus...).
Ach ja, der Forumsteilnehmer, der sich über die Numerik der Graphik gewundert hat: Tja, man hat eine Krebstote wg. Mamma-CA verhindert, dafür hatte eine Frau nun die Chance, an einem anderen Krebs zu sterben...

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helianthe 24.07.2014, 18:02
15. lieselumpi

Genau so mache ich es auch.Und fühle mich bestätigt.Obwohl gerade in den sogenannten Wechseljahren,bin ich noch ganz und komme ohne Tabletten jedwelcher Art aus.Als man mir vor ca 10 Jahren die Gebärmutter entfernen wollte,habe ich einen Arzt gesucht der mir nur das Myom herausschälte.Ich wundere mich auch immer wieder wie gutgläubig viele Frauen sind.

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robeuten 24.07.2014, 18:06
16.

Zitat von doppelpunkt
Die entscheidende Aussage des Artikels lautet: von 1.000 Frauen stirbt dank Mammografie eine weniger an Brustkrebs. Darüber muss man sprechen. Alles andere hat ursächlich nichts mit dem Mammografie-Screening zu tun: Dass Frauen unnötigerweise eine Brust entfernt wurde, liegt nicht am Mammografie-Screenung, sondern an ärztlichen Fehlinterpretationen der Ergebnisse. Dass Frauen Früherkennung mit Vorsorge verwechseln, liegt nicht am Mammografie-Screening, sondern an ungenügender Aufklärung. Dass Frauen durch falschen Verdacht alarmiert werden, liegt ebenfalls nicht am Mammografie-Screening, sondern daran, das Ärzte womöglich einen falschen Verdacht äußern, bevor sie die Diagnose verifiziert haben. Dass jemand, der von einem Krebs geheilt wurde, jederzeit an einem anderen Krebs erkranken kann, liegt ja wohl ebenfalls nicht am Mammografie-Screening. Also nicht das Screening abschaffen, sondern die Diagnose und den Umgang mit Patientinnen verbessern. Man kann es auch Qualitätskontrolle nennen.
Ahem, natürlich hat das was mit der Mammographie zu tun, da die Mammographie eben weitere invasive Untersuchungen mit endlicher Sensitivität und Spezifität triggert! Und, ja, die entscheidene Zahl in der Graphik ist "21" - es sterben genau gleich viele Frauen an einem bösartigen Tumor...
Komischerweise sind gerade die Länder, die schon lange die beste Qualität bei der Mammographie haben, diejenigen, die schon am längsten darüber diskutieren, das Massenscreening zugunsten gezielter Untersuchungen bei z.B. entsprechender familiärer Vorbelastung aufzugeben... q.e.d.

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euphoriewelle 24.07.2014, 18:09
17.

@lenaddorf: "Meiner Mama wurde dadurch wohl möglich das Leben gerettet!"

Ich weiß, das klingt jetzt zynisch, aber die aktuellen Studien sagen das Gegenteil aus. Mit einer Wahrscheinlichkeit von etwas 5/9 wurde Ihrer Mutter zu unrecht eine Brust entfernt, nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 4/9 war sie tatsächlich an Krebs erkrankt.

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bekkawei 24.07.2014, 18:12
18.

Zitat von docmed40
Doch, alles o.k. Die eine Frau stirbt an einem anderen Tumor als dem Mamma Ca! Das generelle Problem ist für den in statistischen Bewertungen ungeübten Patienten ( s. auch hier), dass man nicht versteht, dass "Vorsorge eben NICHT Leben rettet, sondern lediglich manchmal Tumoren entdeckt, mehr aber Frauen verunsichert, ängstigt und überflüssigerweise traktiert.
Das mit den "überflüssigen" Behandlungen hat mir noch niemand erklärt. Darf ich das so verstehen, dass das Ca entweder nach Biopsie oder gar nach OP gar nicht untersucht wurde und obwohl nicht feststand ob bösartig oder nicht, munter radiotherapiert oder gar chemotherapiert wurde. Das kann ich mir kaum vorstellen.

Oder war das Ca so klein, dass man der Meinung war, da kann man ruhig zuwarten? sowas gibts?

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bekkawei 24.07.2014, 18:16
19.

Zitat von helianthe
Genau so mache ich es auch.Und fühle mich bestätigt.Obwohl gerade in den sogenannten Wechseljahren,bin ich noch ganz und komme ohne Tabletten jedwelcher Art aus.Als man mir vor ca 10 Jahren die Gebärmutter entfernen wollte,habe ich einen Arzt gesucht der mir nur das Myom herausschälte.Ich wundere mich auch immer wieder wie gutgläubig viele Frauen sind.
Ich kenne zwei, die auch so dachten. Mit Anfang 60 gabs dann ein böses Erwachen. Mit einfach ignorieren war es dann nicht mehr getan. Die eine hatte Glück, bei der anderen sieht es nicht so gut aus.

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